Sonntag, Februar 01, 2004

Bangkok

Da ich (Nicole) noch nicht auf der Schlangenfarm gewesen bin, wollte ich das heute machen. Es war ja unser letzter Tag in Bangkok. Al wollte mich begleiten. Vorher aber sind wir in den Lumphini Park, der groesste und beliebteste Park in Bangkok. Die beste Zeit, sich hier zu vergnuegen, ist vor 7 Uhr morgens. Ja, wirklich so frueh in der Frueh! Und auch am Sonntag!

Al und ich kamen jedoch erst nach 7 Uhr an. Und dennoch bot sich uns noch ein erstaunliches Bild. Hunderte von Menschen trieben dort ihren Sport. Von Tai Chi, ueber Tanzen, Joggen, Martial Arts, ... ganz wie in China. Ich war baff. Hinzu kam, dass die meisten Gruppen auch die gleichen T-Shirts trugen, so dass alles sehr farbenfroh aussah.
Wir liehen uns auch ein Boot aus und ruderten eine halbe Stunde auf dem kleinen See rum, ehe es Zeit fuer die Schlangen wurde.

Das war wirklich ein Erlebnis. So eine Schlange mal anzufassen. Und am Ende gar noch eine Python um den Hals zu haben. Grandios zu fuehlen, wie sie sich bewegt.

Nach diesem Erlebnis ging es etwas ruhiger weiter und wir gingen etwas shoppen.

Am Abend gab's ein gemuetliches und sehr gutes Essen zum Abschied. Ich probierte Perlhuhn. Das war verdammt lecker!

Freitag, Januar 30, 2004

Bangkok

Wieder Fruehstueck um 9 Uhr. Dieses Mal Cornflakes und Brot mit einer Art Nutella.

Anschliessend machten wir uns nochmal auf in die Touri-Strasse. Hier kann man guenstig Reisefuehrer kaufen. Und das taten wir dann auch. Ramona und ich machten noch eine ausgedehnte Shopping-Tour, was so gar nicht geplant war, und trafen uns am spaeten Nachmittag mit Al nochmal im Internet-Cafe.

Hier verbrachten wir den Rest des Tages/Abends. :(

Mittwoch, Januar 28, 2004

Bangkok

Fruehstueck um 9 Uhr im Hostel. Zwei Mal zwei weich gekochte Eier mit Toast und Tee, und einmal Breakfast Set fuer Al. Eigentlich ganz einfach, oder? Nicht aber fuer die Leute im Hostel. Al und Ramona bekamen zwar nach einigem Hin und Her ihr Fruehstueck, aber ich hatte um 9.45 Uhr immer noch nicht das, was ich wollte. Es sei denn, ich haette die weich gekochten Eier gewollt, die so weich waren, dass selbst das Eiweiss noch fluessig war.

Jetzt sollte es zum Grand Palace, in dem auch der Koenigspalast liegt, gehen. Wir nahmen einen Tuk Tuk-Fahrer. Tuk Tuks sind wie motorisierte Rikschas und man sieht sie in Thailand ueberall. Als wir ausstiegen, wurden wir gleich von den naechsten Tuk Tuk-Fahrern angehauen. Der Palast sei geschlossen und wir sollten uns erst etwas anderes anschauen. Ja, sicher doch! War klar, dass sie uns uebers Ohr hauen wollten. Wir ignorierten die Fahrer und gingen einfach weiter. Und siehe da - da ist doch der Eingang. Wer sagt es denn? Doch die im Reisefuehrer beschriebenen Hallen konnten wir einfach nicht finden. Ja, und selbst der riesengrosse 45m lange goldene liegende Buddha war mit keinem Wort erwaehnt. Hier stimmt etwas nicht ... ich las weiter und fand heraus, dass wir gar nicht im Grand Palace waren. Na toll!

Dieser hatte dann laut Reisefuehrer tatsaechlich Mittagspause, so dass wir uns entschieden, erst einmal zur Mansion und dem Elefantenmuseum zu fahren. Doch die Tuk Tuk-Fahrer wollten mehr. Sie wollten uns auch zu einem Juwelier oder einer Seidenfabrik fahren. Nein, nicht mit uns. Da laufen wir lieber! Es war zwar ein weiter weg und es war maechtig heiss, aber wir wollten uns nicht uebers Ohr hauen lassen. Allerdings troedelten wir auch maechtig rum, machten hier halt und guckten dort, so dass wir gegen 13 Uhr fast genau zwischen der Mansion und dem Grand Palace waren. Also sind wir erst wieder zurueck zum Grand Palace, zumal wir mit diesem Eintrittsticket auch in die Mansion kommen.

Wir goennten uns einen Fuehrer, der uns so einiges ueber den Palast erzaehlen konnte. 1782 wurde er errichtet und enthaelt nicht nur den koeniglichen Palast und die Thronhallen sondern auch einige Regierungsgebaeude und den Tempel des Smaragdbuddhas. Das ganze Gelaende ist ueber 200.000qm gross und von einer 1900m langen Mauer umgeben.

Nach der Fuehrung also weiter in die Mansion. Wir liessen uns doch breit schlagen, einen Tuk Tuk-Fahrer zu nehmen, mussten dafuer aber 10 Minuten in ein Juwelier-Geschaeft. Also gut! Aber zuerst einmal standen wir im Stau. Man, muss das denn auch noch sein? Wir haben doch keine Zeit - die Mansion schliesst um 16 Uhr und es ist schon nach 15 Uhr. Dann endlich der Stopp beim Juwelier. Wir sind kurz rein, haben uns ein paar Dinge angeschaut, aber das war's dann auch. Als wir rauskamen, war der Tuk Tuk-Fahrer geschockt. Wir hatten nichts gekauft und waren auch keine 10 Minuten im Geschaeft. Jetzt ist seine Kommission futsch! Oh man, dass er das so genau nimmt?! Er war am lamentieren wir bloede, aber wir ignorierten das, nahmen Platz im Tuk Tuk und warteten bis er sich beruhigt hatte. Er brachte uns letztendlich auch zur Mansion, aber froh war er nicht mit uns.

Naja, um ehrlich zu sein haetten wir uns die Mansion auch sparen koennen. Und dummerweise sind wir dort zuerst hingegangen. Jetzt hat das Elefantenmuseum geschlossen.

Was nun? Naja, so langsam koennten wir ja mal ans Essen denken. Es ist immerhin schon nach 16 Uhr. Ramona und Al jedoch hatten einen Mordsspass, jeweils zu versuchen, den anderen mit der Sprenkelanlage pitschnass zu machen. Wie die Kinder! :)

Wir hatten uns fuer ein vegetarisches Restaurant entschieden, das aber so weit weg lag, dass wir uns ein Taxi nehmen mussten. Dieses liess uns zwar in der Strasse, nicht aber vor dem Restaurant raus. Auf dem Weg zu diesem kamen wir an einem grossen Platz vorbei, auf dem Hunderte von Menschen in blauen T-Shirts standen. Was ist denn hier los? Da muessen wir aber mal nachschauen. Oha - hier ist Aerobic angesagt. Al und ich (Nicole) gingen gleich einen Schritt schneller ... und machten mit! Der Vorturner auf einer Buehne fand das auch witzig ermutigte uns immer wieder, weiter zu machen. Ramona hingegen zog es vor, sich das ganze Spektakel im Sitzen anzuschauen.

Nass geschwitzt ging es eine Stunde spaeter weiter. Das ausgewaehlte Restaurant sprach uns nicht wirklich an. Also weiter ... oh, da gibt's noch was Feines. Ups, aber das sieht fein aus. Macht doch nichts - wenn sie uns nicht wollen, koennen sie ja nein sagen. Sagten sie aber nicht. Und so hatten wir am Ende ein richtig leckeres Abendessen - sogar begleitet von Live-Musik.

Auf dem Weg zurueck zum Hostel versuchten wir dann nochmal unser Glueck mit dem goldenen stehenden Buddha. Und dieses Mal fanden wir ihn dann auch. Wir kamen zwar nicht mehr bis ganz vorne hin - aber zumindest haben wir ihn aus der Ferne gesehen.

Dienstag, Januar 27, 2004

Manila - Bangkok

Schon wieder eine kurze Nacht. Um 7.45 Uhr standen wir auf, da unser Taxi fuer 8.30 Uhr bestellt war. Im Taxi merkte ich, dass unser Flug nach Bangkok 20 Minuten frueher geht als wir geplant hatten. Aber wir hatten gluecklicherweise noch genug Zeit eingeplant.

Der Flug verlief ohne grosse Zwischenfaelle und Ramona und ich machten unseren ersten Plan, wie lange wir in Bangkok bleiben wollen. Vier Tage ... aber man kennt uns ja - Plaene sind dafuer da, um ueber den Haufen geschmissen zu werden. Wollen mal sehen, wie lange es dieses Mal anhaelt...

In Bangkok haben wir uns gleich ein Taxi genommen zum Youth Hostel. Hier hatten wir Glueck, denn sie waren fast ausgebucht - und wir planen ja nicht und buchen somit auch nicht im voraus. :)

Dann schauten wir uns gleich mal ein wenig in Bangkok um. Zur Kho San-Strasse sollten wir gehen ... jeder Tourist geht dorthin. OK, wollen doch mal sehen. Shops, Unterkuenfte, Restaurants, Kneipen, ... hier gab es einfach alles! Aber auch viel zu viele Touristen. Thais sieht man hier fast ueberhaupt nicht. Aber billig einkaufen kann man hier... Dennoch lieber schnell wieder weg.

Wir machten uns dann auf die Suche nach einem guten Restaurant. Es wurde langsam Zeit fuer ein Abendessen. Aber hier ist eine Tourist Information. Vielleicht bekommen wir hier eine Landkarte von Thailand. Doch wir kamen fast gar nicht so weit, danach zu fragen. Wir wurden sogleich bombadiert, wir sollten doch eine Nacht-City-Busfahrt mitmachen. Sie dauert nur 1,5 Stunden und ist kostenlos. Warum also nicht? Von dem Haken hatte man uns natuerlich erst etwas erzaehlt, als wir schon im Bus sassen. Die Tour war nur in Thai. Und Informationen in Englisch gibt es zwar, aber das Licht im Bus war ausgeschaltet. Naja, dennoch sahen wir so die Sehenswuerdigkeiten in Bangkok bei Nacht.

Wir gingen dann ins Ton Pho-Restaurant, dass auch unter den Thais sehr beliebt sein soll. Nun, fuer mich (Nicole) war es nicht wirklich was, da es ueberwiegend Seafood gab. Ausserdem wurde ich die ganze Zeit von den Moskitos angegriffen.

Nach dem Essen machten wir uns noch auf die Suche nach dem stehenden Buddha. Aber wir konnten ihn trotz Karte nicht finden. Dann sollten wir es morgen nochmal versuchen.

Samstag, Januar 24, 2004

Dumaguete - Malapascua

Heute wollten wir auf die Insel Malapascua, die noerdlich der Insel Cebu liegt. Auf Malapascua kann man tauchen und dabei Haie beobachten. Dafuer nahmen wir natuerlich gerne wieder einen Reisetag in Kauf.

Wir nahmen die Faehre von Dumaguete nach Bato, auf die Insel Cebu. Hier wollten wir uns nicht auf die oeffentlichen Verkehrsmittel verlassen, da wir nur einen Tag Zeit hatten, um nach Malapascua zu kommen. Es durfte also nichts schief gehen. Am besten, wir mieten uns gleich einen Van. Das ist zwar teuer, aber das nehmen wir jetzt gerne in Kauf.

In Bato gab es tatsaechlich auch einige Vans, die auf die Reisenden warteten, um sie nach Cebu City zu fahren. Cebu City ist aber nur die Haelfte unserer Strecke - wenn ueberhaupt - und da wir dort nicht nochmal nach einem neuen Van suchen wollten, versuchten wir hier einen Fahrer zu finden, der uns die 10 Stunden nach Maya faehrt. Hier setzte Ramona ihre ganzen Verhandlungskuenste ein und schaffte es letztendlich, dass wir fuer einen klasse Preis die ganze Strecke in einem Van zurueck legen konnten. Teil der Vereinbarung war allerdings, dass wir bis Cebu noch 10 andere Personen mitnehmen. Also mussten wir erst noch eine halbe Stunde auf die naechste Faehre warten und gegen 13 Uhr ging es dann endlich los.

Der Fahrer raste wie wild, als wolle er einen neuen Rekord aufstellen. Innerhalb kuerzester Zeit waren wir in Cebu, wo wir nochmal anhielten, um die anderen Leute rauszulassen. Die Zeit, die der Fahrer auf der Fahrt nach Cebu reingefahren hatte, verloren wir jetzt wieder, als wir aus Cebu raus fahren wollte. Es ging einfach nicht voran.

Es wurde spaeter und spaeter, inzwischen war es schon dunkel, und ich glaube nicht, dass der Fahrer jemals soweit hoch im Norden der Insel gewesen ist. Er kannte den Weg naemlich nicht und musste sich am Ende immer durchfragen. Es blieb nicht aus, dass wir uns verfuhren.

Es war ca. 22 Uhr als wir in Maya ankamen. Klar, dass die letzte Faehre nach Malapascua schon weg war. Doch gluecklicherweise sass dort noch eine Chinesin, die schon nach Malapascua telefoniert hatte, und jetzt auf ein Boot wartete. Wir konnten mit ihr rueber fahren und waren ca. 1,5 Stunden spaeter da.

Gluecklicherweise hatten wir die Uebernachtung schon im voraus gebucht. So mussten wir so spaet nachts nur noch klar machen, dass wir morgen frueh beim Hai-Tauchgang dabei sein wollen.

Um 1.30 Uhr fielen wir todmuede ins Bett - und wieder stand uns eine kurze Nacht bevor.

Donnerstag, Januar 22, 2004

Dumaguete

Ohne gefruehstueckt zu haben sind wir gleich zum Tauchshop, um unsere Tauchgaenge fuer den naechsten Tag festzulegen. Nachdem das erledigt war, brauchten wir Geld. Das war mal wieder nicht so einfach, da nicht jeder Automat all unsere verschiedenen Karten akzeptierte. Ausserdem mussten wir unseren Flug von Cebu nach Manila buchen. Das alles hat uns doch sehr aufgehalten.

Es gab ein nettes Mittagessen und den Nachmittag spazierten wir etwas durch die laute und stinkige Stadt bevor wir uns in ein Internet-Cafe setzten. Hier konnte man sich sogar die Cocktails an den Computer servieren lassen. Das war prima.
Ansonsten war der Platz nicht so reizvoll, da man viele fettleibige aeltere Maenner gesehen hat, die nur mit den Thai-Maedels ...

Mittwoch, Januar 21, 2004

Carmen - Dumaguete

Bereits um 5.50 Uhr sind wir aufgestanden! Was war los? Wir wollten sehen, wie die Sonne ueber den Schokoladenhuegeln aufgeht. Leider nur war es etwas bewoelkt, so dass wir von dem Sonnenaufgang nicht wirklich viel hatten.

Ramona legte sich anschliessend nochmal hin. Ich bin dagegen mit Al in den Pool, wo wir eigentlich Laura und Jost nochmal treffen wollten. Aber die beiden hatten sich umentschieden und sind frueher abgereist als geplant.

Nach einer kalten Dusche weckten wir Ramona und es ging zum Fruehstueck. Naja, die Spiegeleier waren nicht so lecker, das Toastbrot nicht getostet und anstelle roter Tomaten bekamen wir gruene Tomaten. Auch der Kakao von den Chocolate Hills warf uns nicht vom Hocker. Wenn er wenigstens mit Milch gemacht waere...

Leider fing es dann an zu regnen. Und wie! Da hat man ja gar keine Chance, trocken zu bleiben. Gluecklicherweise mussten wir erst gegen 16 Uhr auschecken, so dass wir noch etwas Zeit hatten. Wir verkrochen uns auf unser Zimmer und informierten uns ueber Thailand.
Doch es wollte einfach nicht aufhoeren zu regnen. Im Gegenteil, es regnete immer heftiger. Somit konnten wir unsere Motorradtour durch die Huegel nun endgueltig abschreiben.

Gegen 14 Uhr stiegen wir in einen Minibus nach Tabligaran ein, von wo aus wir die Faehre nach Dumaguete nahmen. Hier checkten wir bei Harold's Mansion ein. Ziemlich guenstig und inkl. Fernseher - als ob wir den brauchen wuerden - und heisser Dusche!

Den Abend verbrachten wir im Internet-Cafe bzw. auf der Suche nach einem, wo wir unsere Hard Drives und Kameras anschliessen konnten. Eigentlich nichts Spannendes, aber als wir um 22.40 Uhr rausgeschmissen wurden, weil man um 23 Uhr schliesst, waren wir doch etwas verdutzt. Aber man erklaerte es uns: Hier in Dumaguete ist die Zeit tatsaechlich 20 Minuten im voraus. Es kann sich zwar keiner erklaeren, warum, aber ... es ist einfach so.

Sonntag, Januar 18, 2004

Pagsanjan - Bulan

Da wir nicht mit allen Touristen auf dem Fluss zum Wasserfall unterwegs sein wollten, waren wir bereits um 7.30 Uhr unterwegs. Wir bekamen Schwimmwesten umgebunden und los ging's ins Boot. Und hiermit sollen wir raften? Das ist doch ein Kanu? Haben wir hier etwa eine Kanufahrt gebucht? Dabei ist der Fluss doch wegen seiner schnellen Stroemungen bekannt geworden. Na denn kann's ja mal losgehen. Der einzige Weg zu diesem Wasserfall ist uebrigens ueber diesen Fluss.

Al sass hinter, Ramona vor mir. Ramona und ich waren natuerlich so clever, unter unseren Klamotten den Bikini zu tragen, schliesslich werden wir am Ende ja noch zu einem Wasserfall fahren und da koennen wir schwimmen. Wir machten uns beide noch ueber Al lustig, der seine Badehose natuerlich vergessen hatte. :) Wir hatten zwei starke Maenner im Boot, die fuer uns paddelten. Stark mussten sie auch sein, denn erst mal ging es gegen die Stroemung. Es war genial zu beobachten, wie flink die beiden paddelten und auch immer wieder aus dem Boot ausstiegen, um uns barfuss von den Steinen im Wasser abzustossen. Wir mussten immer wieder mal eine kurze Ruhepause fuer die beiden einlegen. Insgesamt dauerte die Fahrt etwa 45 Minuten. Von den wilden Tieren, die wir hier sehen sollten, bekamen wir allerdings nichts zu sehen. Vielleicht haetten wir wirklich erst um 8 Uhr losfahren muessen.

Oben angekommen mussten wir aus dem Boot aussteigen und ein Stueck zu Fuss laufen. Dann kamen wir zu einem Floss, mit dem es dann zu dem Wasserfall gehen sollte. Schon Wahnsinn, wie viel Wasser da den 10m hohen Berg runter geschossen kommt. Je naeher wir zum Wasserfall kamen, desto mehr spritzte es natuerlich und es war klar, dass wir hier nicht trocken raus kamen. Aber wir hatten ja unsere Bikinis an. Nur waren Ramona und ich so dumm gewesen und haben unsere Shorts und T-Shirts nicht ausgezogen. Jetzt war Al der lachende Dritte. Unter dem Wasserfall waren die Wassermassen so stark, dass man kaum atmen konnte. Wir fuhren noch ein Stueck weiter in den Felsen - hinter den Wasserfall - und konnten dann etwas in dem Fluss schwimmen. Das war ein riesen Spass. Und spaetestens jetzt waren wir auch wach!

Zurueck im Hotel gab's dann noch ein gutes Fruehstueck und wir trockneten unsere Klamotten in der heissen Sonne. Dann ging's auch schon wieder weiter. Unser naechstes grosses Ziel waren die Schokoladenhuegel auf der Insel Bohol. Da lag eine verdammt lange Strecke vor uns. War klar, dass wir das auch wieder ueber Land machen wollten. Schliesslich wollen wir ja etwas von dem Land sehen. Und fliegen kann ja jeder.

Wir nahmen also ein Tricycle zur Busstation und setzten unsere Reise bis Lucena in einem Jeepney fort. Von dort ging's mit einem Bus weiter nach Bulan.

Bulan erreichten wir nachts um 1 Uhr, 2 Stunden frueher als erwartet. Was tun jetzt? Wir sassen an der Bushaltestelle, die wie ein kleiner Warteplatz war, zusammen mit einigen anderen Reisenden. Der Fernseher lief und sie zeigten irgendwelche dummen amerikanischen Filme. Da ich schon im Bus nicht schlafen konnte, legte ich mich hier einfach auf den Boden und versuchte zu schlafen.

Freitag, Januar 16, 2004

Banaue - Manila

Heute wollten wir mal wieder nur reisen und uns die Landschaft aus dem Bus ansehen. Ziel war Baler - hier gibt es die einzigen Krokodile auf den Philippinen.

An der Bushaltestelle in Banaue trafen wir noch mal auf Elvis, der sogar noch bis Solano mit uns reiste. In Solano stiegen wir dann in einen Bus, der bis nach Manila faehrt. Aber soweit muessen wir gar nicht mit fahren. Wir steigen vorher in Cabanatuan aus und wenn wir frueh genug an sind, dann steigen wir in den naechsten Bus nach Baler um. Es versprach also, ein ganz relaxter Tag zu werden.

Im Bus dann aber nach Cabanatuan schnappte ich (Nicole) mir nochmal den Lonely Planet, um etwas mehr ueber die Gegend um Baler und die Krokodile zu erfahren. Doch mich traf fast der Schlag. Ich hatte mich verlesen. Die Krokodile gab es gar nicht in Baler. Das gibt es doch gar nicht - wir fahren in die ganz falsche Richtung. Wir muessen in den Norden, nicht in den Sueden. Das darf doch einfach nicht wahr sein. Bin ich denn nicht mal in der Lage, einen Reisefuehrer zu lesen. Warum hatte ich mir das Buch nicht gestern abend noch geschnappt, so wie ich es eigentlich vorgehabt hatte? Ich war ziemlich angepisst. Es ist ja hier schliesslich nicht so, dass man mal eben nochmal zurueck fahren kann.

Al, Ramona und ich mussten also jetzt ganz schnell ueberlegen und unseren Plan umschmeissen. Wir entschieden uns, bis nach Manila zu fahren und von dort weiter nach Pagsanjan zum Raften.

In Manila kamen wir erst sehr spaet am Abend an. Wir goennten uns noch eine Kleinigkeit zu Essen bevor wir uns ins Taxi zum Youth Hostel setzten. Das waren nochmal 45 Minuten Fahrt. Aber immerhin liegt es in der Naehe zur Busstation, von der wir morgen frueh los muessen. Gegen Mitternacht fielen wir hundemuede ins Bett.

Mittwoch, Januar 14, 2004

Banaue - Cambulo

Um 8 Uhr waren wir schon auf den Beinen. Mussten uns um die Verpflegung fuer die naechsten zwei Tage kuemmern. Und Elvis wollte uns um 8.30 Uhr ja schon abholen.

Unsere grossen Rucksaecke konnten wir im Banaue View Inn lassen und mit einem kleinen Rucksack bepackt machten wir uns auf. Regenkleidung liessen wir bewusst zurueck - obwohl es gestern abend noch heftig geregnet hatte. Warum? Ich (Nicole) kann's euch nicht mehr sagen. Als wir los sind, regnete es ja auch nicht. :)

Mit zwei Tricycles wurden wir erst zum Banaue Aussichtspunkt gefahren, der etwa 10 Minuten nordoestlich von Banaue liegt. Von hier hat man eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Reisterrassen.

Dann wurden wir noch ein Stueck weiter gefahren und los ging's mit dem Wandern. Wir waren noch nicht richtig unterwegs, da setzte schon der erste leichte Nieselregen ein. Ach, das bisschen, das macht uns ja nichts. Es ist ja warm, da kommt so eine Abkuehlung doch nur recht. Wir wanderten erst durch ein Stueck Wald und Elvis fuehrte uns schon ein bisschen in die philippinische Kultur.

Er erklaerte uns u.a. auch, warum so viele Philippinen so rote Lippen haben und warum die Strassen so rot bespritzt sind, so dass es aussieht als haette jemand mit Farbe gekleckst. Die Philippinen essen die Betel-Nuss mit einem Betelblatt und etwas Limonenpulver und kauen stundenlang darauf rum. Die Philippinen nennen es den philippinischen Kaugummi, aber in der Tat gibt es das nicht nur auf den Philippinen sondern z. Bsp. auch in Indien, Vietnam, Indonesien, Sri Lanka, ... Wenn man also lange genug auf der Nuss kaut, faerbt sich alles rot und man spuckt die dann rote Spucke einfach aus (daher auch die Flecken auf der Strasse). Der Koerper wird ausserdem total heiss und man soll sich richtig gut fuehlen.
Ich (Nicole) machte gleich mit Elvis aus, dass ich das auf jeden Fall spaeter mit ihm probieren werde.

Die Landschaft, durch die wir wanderten, wechselte vom Wald zu den Reisterrassen. Der Regen hatte natuerlich nicht nachgelassen. Im Gegenteil, es begann nun richtig heftig zu regnen und es war klar, dass wir nicht mehr lange laufen mussten, um richtig nass zu sein. Doch nicht nur das. Natuerlich wurden die nicht vorhandenen Wege richtig glitschig und unsere Wanderschuhe sind im Nassen sicher nicht die Besten. Wir hatten also erhebliche Muehe, Elvis zu folgen, ohne mit dem Fuss in die kniehoch mit Schlamm gefuellten Reisterrassen zu treten oder gar ganz hinein zu fallen. Oder sogar auf der falschen Seite abzurutschen und in den tiefen Abgrund zu stuerzen. Uns war schon sehr mulmig zu mute. Elvis lachte natuerlich viel ueber uns - klar, er hatte ja seinen Regenponcho dabei.

Nach stundenlangem Wandern durch den Regen und die Reisterrassen erreichten wir Cambulo. Hier besorgte Elvis den Schluessel fuer unsere Unterkunft und wir staunten nicht schlecht, als wir den offenen Kamin sahen. Es war klar, was passieren musste. Im Nu hatten wir unsere nassen Klamotten aus und standen in Unterwaesche vor Elvis, der bereits dabei war, das Feuer anzumachen. Wir draengelten uns vor das Feuer, da es natuerlich in der nassen Unterwaesche nicht wirklich warm war.

Elvis hatte natuerlich auch nicht vergessen, dass ich mit ihm die Betel-Nuss probieren wollte. Er machte sie fuer mich fertig, aber irgendwie traute ich mich dann nicht so recht. Ich wollte es mit ihm zusammen machen. Und dann begann er zu kauen und ich hatte die Nuss immer noch in meiner Hand. Al und Ramona sagten mir, dass ich jetzt nicht nein sagen koenne. Also gut. Die Nuss von der Hand in den Mund. Man, war die hart. Die kann man ja fast gar nicht zerbeissen. Und iiiih, wie eklig, voll bitter. Ich verzog das Gesicht in einer Tour. Muss witzig ausgesehen haben, denn Al und Ramona lachten nur. Und da ich nicht wusste, wie man die Nuss richtig kaut, hatte ich auch schnell alle Koernchen im ganzen Mund verstreut. Es war einfach widerlich. Selbst das Ausspucken fiel mir schwer. Mir lief die rote Spucke das Kinn runter und alle amuesierten sich praechtig. Die Hitze, die ich in meinem Koerper spueren sollte, spuerte ich nicht. Aber vielleicht kaute ich einfach nur nicht lange genug. Ich war froh, als ich die Nuss, die ja nun keine mehr war, endlich ausspucken konnte. Aber selbst der Nachgeschmack war widerlich.
Al und Ramona versuchten das dann auch - sie wussten natuerlich nun, worauf sie zu achten hatten und kauten somit auch laenger; was ihr einziges Ziel war. Pah! :)
Ich hatte die Betel-Nuss nun probiert und fuer mich war klar, dass ich das nicht nochmal brauche.

Der ganze Abend bestand mehr oder weniger darin, unsere Klamotten wieder zu trocknen. Elvis hatte fuer uns gekocht - Suppe und Reis mit Thunfisch und als es zum gemuetlichen Teil des Abends ging, nahm er die Gitarre und sang uns philippinische Lieder vor. Schoen!

Auf dem Weg heute Nachmittag hatte Elvis uns vom Banaue Reiswein vorgeschwaermt. Leider gab es den hier im abgelegenen Dorf nicht. Doch der Besitzer des Hauses hatte eine andere Leckerei fuer uns. Er lief im Schein einer Taschenlampe los, kreutz und quer durch die Reisterrassen, und besorgte ein Flaeschchen Gin fuer uns. Wir oeffneten die Flasche und waren sehr erstaunt was uns da fuer ein Geruch entgegen kam. Es war 80%iger Schnapps. Das war doch nie im Leben Gin. Aber mit den richtigen Zutaten gemischt schmeckte es prima.

Montag, Januar 12, 2004

Sagada

Wir schliefen heute etwas laenger und machten einen auf gemuetlich. Wollten erst am spaeten Morgen weiter nach Banaue fahren. Nach einem leckeren Fruehstueck im Yoghurt House fanden wir heraus, dass es nur noch einen Bus gibt, aber schon in einer halben Stunde. Aber wir sind ja flexibel - dann bleiben wir eben noch einen Tag in Sagada.

Wir machten einen langen Spaziergang bei bulliger Hitze und verbrachten den Nachmittag im Internet-Cafe. Wir mussten alle drei unsere Fotos runterladen und bearbeiten. Und obwohl Sagada ein so kleines Doerfchen 'in the middle of nowhere' ist, hat es doch fantastische Internet-Verbindung und alle Extras, die wir benoetigten.

Samstag, Januar 10, 2004

Baguio - Sagada

Da Baguio fuer uns nur eine Durchreisestation war, machten wir uns nach dem Fruehstueck schon wieder weiter. Sagada war unser Ziel. Ein weiterer Tag stand im Zeichen des Reisens.

Die Fahrt nach Bontoc dauerte bereits sieben Stunden und hier mussten wir in einen anderen Bus umsteigen, um nach Sagada zu kommen. Der Halsema Highway fuehrt durch eine grandiose Berglandschaft, aber Highway kann man das sicherlich nicht nennen. Die Bauleute scheinen in permanentem Kampf zwischen Natur und Hoehe; der Highway liegt auf 2255m auf seinem hoechsten Punkt.

Sagada ist ein kleines Doerfchen auf einer Hoehe von 1477m. Hier fuehlt man sich gleich zu Hause. Kein Laerm, keine Umweltverschmutzung und hier kann man ohne Probleme auf der Mitte der Strasse laufen und wird eventuell gelegentlich mal von einem vorbeifahrenden Auto oder Bus gestoert.

Wir checkten im Sagada Guesthouse ein und wollten gleich weiter zum Abendessen. Das Log Cabin wurde empfohlen, nicht nur wegen seines guten Essens sondern auch weil man hier vor offenem Feuer sitzen kann. Doch hier musste man vorbestellen. Wir sind dann weiter in ein anderes Restaurant, dessen Namen ich vergesse habe. Das liegt sicher auch daran, dass das Essen alles andere als gut war.

Donnerstag, Januar 08, 2004

Talisay

Wir fruehstueckten bei Gloria um 9 Uhr und nahmen anschliessend ihr Angebot an, mit ihrem Boot rueber zum Taal-Vulkan zu fahren. Die Fahrt dauerte eine gute halbe Stunde und pitschnass kamen wir am anderen Ufer an.

Hier haetten wir uns auch Pferd leihen koennen, aber wir wollten lieber laufen. Wie gut wir daran taten. Zu Hunderten kamen die Pferde mit den Touristen an uns vorbei und wurden nicht gerade gut behandelt. Immer wieder wurden sie angetrieben, geschlagen. Dabei sassen oft sogar zwei oder mehr Personen auf dem Pferd. Ausserdem sahen diese nicht so aus als wuerden sie viel zu essen bekommen.

Wir liefen also zum Gipfel und sahen hin und wieder schon etwas Rauch aus der Erde kommen. Leider jedoch konnten wir wirklich nur bis zum Gipfel und mussten den gleichen Weg wieder zurueck. Aber da hinten gibt es ja noch einen Huegel. Den sollten wir dann eben auch erkunden. Doch daraus wurde auch nichts. Es war viel weiter, als wir gedacht haben und die Sonne schaffte uns doch ganz schoen.
So machten wir zwischendurch Rast an einem lauschigen Plaetzchen und bloedelten spaeter noch etwas am Strand rum. Ramona und Al lieferten sich einen spektakulaeren Kampf mit Bambusrohren.

Um 15 Uhr wurden wir wieder mit dem Boot abgeholt und fuhren zurueck zu Gloria. Dann erkundeten wir Talisay, ein kleines Doerfchen und planten unsere Weiterreise.

Zum Abendessen bekamen wir suess-sauren Fisch. Auch fuer mich (Nicole) ganz ok.

Dienstag, Januar 06, 2004

Hong Kong

Um 7.15 Uhr traf ich (Nicole) mich mit Al und Nicole NL. Wir wollten zum Hongkong Park, wo um 8 Uhr eine kostenlose Tai Chi-Stunde stattfinden sollte. Ramona wollte lieber schlafen. Sie war wohl noch muede von der gestrigen Macau-Tour.

Wir waren bereits um 7.50 Uhr an Ort und Stelle und wir sahen einem aelteren Mann und einer Frau zu, die Tai Chi machten. Ob das unsere Lehrer sind? Es gesellten sich noch drei weitere Reisende zu uns und um 8 Uhr fanden wir heraus, dass die 'Lehrer' keine waren. Hmm, vielleicht gibt es ja welche in der Tai Chi-Ecke. Und tatsaechlich war dort eine ganze Gruppe. Allerdings sehen die nicht so aus, als wuerden sie das zum ersten Mal machen. Wir sprachen eine Frau aus der Gruppe an und sie freute sich sehr, dass wir daran interessiert sind. Wir waren herzlich eingeladen, mitzumachen. Zuerst die 24er-Uebung, dann die 48er. Wenn man Tai Chi sieht, sieht alles so einfach, rund und geschmeidig aus; aber das ist es ueberhaupt nicht. Wir hatten alle erhebliche Muehe, Arme und Beine richtig zu koordinieren. Dennoch hatten wir richtig Spass daran!

Nach dem Sport hatten wir uns ein gutes Fruehstueck verdient. Da es nicht weit war, wollten wir zu Al's Diner. Doch die oeffnen erst um 12 Uhr. Also weiter zum naechsten, hier ein Schild, Fruehstueck ab 9.30 Uhr. Wir entschieden uns, die 10 Minuten zu warten, nur um dann zu erfahren, dass es Fruehstueck erst ab 10.30 Uhr gab. Na toll. Es war uns wohl einfach nicht gegoennt.
Also fuhren wir zurueck, holten Ramona ab und kauften uns Brot und Kaese im Supermarkt und fruehstueckten im Victoria Park.

Nicole verabschiedete sich dann von uns, da sie noch 'ne Menge fuer ihre Weiterreise organisieren musste. Al, Ramona und ich brachten nochmal Waesche zur Waescherei und buchten dann unsere Fluege nach Manila und Bangkok. Dann weiter zur Post, wo wir wieder mal ueber eine Stunde verbrachten, um ein Paket aufzugeben.

Schnell noch etwas ins Internet und um 19 Uhr trafen wir uns wieder mit Nicole NL und gingen in den Times Square fuer unser Abschiedsessen. Das Essen war total lecker und wir goennten uns auch eine Flasche Rotwein. Einfach ein gelungener Abend.

Sonntag, Januar 04, 2004

Hong Kong

Ich (Nicole) verbrachte den Morgen damit, das Buch 'Mein Weg fuehrt nach Tibet' auszulesen, das ich zusammen mit Ramonas Bibel nach Hause schicken wollte. Nicole NL und Ramona schliefen sowieso noch und Al machte sich heute alleine auf den Weg.

Am Nachmittag traf ich mich mit Nicole und Ramona im Schwimmbad. Wahnsinn - Anfang Januar und wir sind schon im Freibad. Es war herrlich. Fuer die Menschen hier jedoch scheint es noch zu kalt zu sein, denn die meisten hielten sich im Hallenbad auf. Sehr gut, um so mehr Platz haben wir im Pool. Was ausserdem total auffallend war, waren die ganzen Maenner, die sich hier in der Sonne aalten. Keine einzige Frau auf einer Sonnenliege - alles nur schon sowieso braun gebrannte Maenner. In solch geballter Form kennen wir das bei uns auch nicht. Aber wenn's schoen macht!??

Am Abend hatten wir ein leckeres Essen und schlossen so einen wunderbaren Faulenzer-Tag ab. :)

Freitag, Januar 02, 2004

Hong Kong

Wir hatten uns alle fuer 10 Uhr verabredet. Heute stand der Victoria Peak auf dem Programm sowie eine Bootsfahrt.

Da wir wunderschoenes Wetter hatten und wir nun endlich auch mal etwas von Hongkong sehen wollten, spazierten wir zum Victoria Peak. Zum 'Gipfel' dieses Huegels fuhren wir allerdings mit der Tram. Eine ziemlich kleine Bahn, die steil den Berg hinauf faehrt. Oben angekommen waren wir unter ganz vielen Touristen. Das waren wir aus China und Tibet gar nicht mehr gewohnt.

Ueberhaupt war es in Hongkong wieder eine Umstellung. Waehrend wir uns in China bei jedem 'Hello' angesprochen fuehlten, mussten wir uns hier erst einmal daran gewoehnen, dass hier fast jeder Englisch spricht und bei einem 'Hello' wohl eher jemand an einem Handy ist als dass man uns ansprechen will.

Gestaerkt mit Sandwich und Eis machten wir uns auf den Rueckweg, den wir laufen wollten. Klar, es ging ja auch bergab. :) Die Tram war jedenfalls abgeschrieben. Wir wollten lieber die Rolltreppen zurueck ins Zentrum nehmen, aber dummerweise waren sie um diese Zeit in die andere Richtung geschaltet, so dass wir tatsaechlich die Stufen hinunter laufen mussten.

Im Hafen angekommen stellten wir fest, dass es fuer eine Bootsfahrt eigentlich viel zu neblig und diesig ist. Also verschoben wir das und schalteten einen Gang zurueck. Wir setzten uns in ein Cafe und liessen unsere Seele baumeln.

Fuer den Abend hatten Nicole NL, Al und Ramona Kino angepeilt. Lord of the Rings 3. Fuer mich kam das ja gar nicht in Frage, lese immerhin immer noch an dem Buch. Aber ich hatte mir einiges vorgenommen fuer den Abend. Die letzten 100 Seiten sollten gelesen werden. Und puenktlich zum Ende des Filmes hatte ich auch das Buch ausgelesen. Endlich!

Mittwoch, Dezember 31, 2003

Hong Kong

Wir erreichten Shenzen gegen 12 Uhr und mussten jetzt erst einmal einen Ausreiseschein fuer China und einen Einreiseschein fuer Hongkong ausfuellen. Dann gab's den Stempel und schwups waren wir in Hongkong. Hongkong ist ja inzwischen unabhaengig und dementsprechend gibt es hier auch eine extra-Waehrung, den Hongkong-Dollar.

Nachdem wir Geld getauscht hatten, staerkten wir uns in einer Baeckerei. Gleich hier schon merkten wir, dass wir aus China draussen sind. Hier kann man Sachen kaufen, die wir von zu Hause kennen. Mensch, das ist ja klasse!

Mit der Metro fuhren wir dann zum Causeway Bay, wo wir fuer die naechsten Naechte unsere Zelte aufschlagen wollten. Die Region dort ist eine Gegend mit verdammt vielen Shopping-Moeglichkeiten und Restaurants. Es liegt auf Hongkong Island, direkt gegenueber von Kowloon, dem Festland.

Ob Nicole NL uns gleich hier treffen wird? Im Gaestehaus gab's erst einmal eine Dusche - heiss! Oh, tat das gut! Und dann war tatsaechlich Nicole NL schon da. Al wuerde Augen machen. Ich (Nicole) sprach mich mit Ramona und Nicole NL kurz ab und dann sollte ich Al ablenken. Nicole NL klopfte an der Tuer, die Al dann oeffnete und ... mensch, seine Freude war riesengross. Die Ueberraschung war gelungen! :)

Zusammen fuhren wir dann nach Lan Kwai Fong, das Kneipenviertel in Hongkong. Hier wollten wir heute abend ins Neue Jahr rutschen. Zuerst einmal brauchen wir aber etwas Festes im Magen. Da entdeckten wir 'Al's Diner'. Klar, dass wir dorthin mussten. Und das Essen war fantastisch! Jetzt konnten wir loslegen. Wir waren noch frueh an und ueberall noch war Happy Hour angesagt ...

Den Countdown verbrachten wir auf der Strasse, zusammen mit vielen Tausenden von Menschen. Fast wie zu Hause, nur das mit dem Countdown hatten sie hier noch nicht so richtig drauf. Das ging hier wild durcheinander und die Menschen fielen sich erst nacheinander in die Arme. Aber egal - es war ein gelungener Start ins Neue Jahr.

Bis in die fruehen Morgenstunden feierten wir in den Kneipen Hongkongs. Es war klar, dass morgen nicht viel auf dem Programm steht.

Frohes Neues Jahr!

Montag, Dezember 29, 2003

Shaolin Si

Um 10 Uhr faehrt der Bus nach Shaolin. Aber vorher muessen wir ja unbedingt noch unsere Tickets nach Hong Kong besorgen. Wir waren um 9 Uhr im Reisebuero, doch auch hier konnte man uns nicht weiter helfen.

Al und Ramona brachten die Rucksaecke zur Gepaeckaufnahme waehrend ich mich um die Tickets kuemmerte. Da Ramona in Erwaegung zog, eventuell im Shaolin Tempel zu uebernachten, besorgte ich erst einmal nur Tickets fuer Al und mich. Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis ich endlich die Tickets in der Hand hielt. Wir bekamen fuer die ersten drei Stunden einen Sitzplatz, dann einen Liegeplatz. OK, damit koennen wir natuerlich leben.

Jetzt konnte es also zu den Kaempfern gehen. Doch zuallererst brachte man uns zu einem ganz anderen Tempel. Man wollte uns gar weis machen, dass dieser Tempel einer von vieren ist, die nur zusammen einen Sinn ergeben. Ja, sicher! Auf dem Schild am Eingang war davon aber nichts zu lesen.

Wir warteten also ca. 20 Minuten, dann ging es weiter. Zum Shaolin-Tempel, genau dort wo wir hinwollten. Doch wir waren mehr als enttaeuscht, vor allem Ramona, die sich schon seit wir in China angekommen sind, hierauf gefreut hatte. Schnell waren wir ueber die ganze Anlage gelaufen, wollten jetzt nur noch die Jungs sehen, wie sie kaempfen.

Als es endlich soweit war, war das auch fuer mich eine Enttaeuschung. Vieles hatten wir bereits in der Kong Fu-Schule in Chengdu gesehen, einiges davon in der Akrobatik-Show in Peking. Nein, so hatte ich mir das nun gar nicht vorgestellt. Nichts wie weg hier.

Zurueck in Zhengzhou besorgten wir nun fuer Ramona auch noch ein Zugticket. Komischerweise war es jetzt ueberhaupt kein Problem. Sie bekam direkt von Anfang an ihren Liegeplatz. Waren wir da heute morgen etwa an ein Haeschen geraten? Nun goennten wir uns ein richtig leckeres Essen im Pizza Hut.

Samstag, Dezember 27, 2003

Yangzi-Fluss

Ramona war ganz aufgeregt. Wir fuhren gerade durch die erste Schlucht. Ihr konnte es gar nicht schnell genug gehen. Ich dagegen war etwas relaxter, schliesslich fahren wir ca. 200km durch die Schlucht.

Wir verbrachten abermals die meiste Zeit auf dem Deck und genossen die geniale Landschaft. Schon beeindruckend, wie auf beiden Seiten die Berge Hunderte von Metern hochragen. Deprimierend auf der anderen Seite waren jedoch die vielen 175m Schilder, die wir sahen, die uns anzeigten, wie hoch das Wasser in ca. 8 Jahren stehen wird. Da muessen noch einige Doerfer dran glauben.

Am Nachmittag wurden wir fuer die Tour zu den 'drei kleinen Schluchten' gerufen. Wir hatten diese Tour bereits vor zwei Tagen gebucht, um sicher zu gehen, dass wir auch einen Platz in dem kleinen Boot bekommen. Wir verliessen unser grosses Boot also und stiegen um in ein kleines.

Die Tour ansich erinnerte mich sehr an unsere chinesische Kaffeefahrt. Auch hier hatten wir nur Chinesen um uns rum und einen chinesischen Tourguide. Alle schauten entweder nach rechts oder links. Wir wussten nur in den wenigsten Faellen, worueber der Tourguide da eigentlich spricht. Aber es war auch egal. Die Landschaft hier war noch viel schoener als in den drei grossen Schluchten. Wir sahen ausserdem Affen, die sich an den paar Baeumen der Steilhaenge entlang hangelten. Fuer uns waren die drei kleinen Schluchten wesentlich attraktiver und reizvoller als die grossen.

Mittagspause machten wir an einer Art Tempel, wo wieder die unterschiedlichsten Gerichte feil geboten wurden. Wir entschieden uns jedoch fuer die einfachen Kartoffeln. Da kann man ja eigentlich nichts falsch machen.

Zurueck auf dem grossen Boot hatten wir noch einige Stunden, bis es zum Staudamm geht. Um 20 Uhr war es soweit. Dieses Mega-Projekt durften wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Doch mein Magen spielte mal wieder etwas verrueckt. Hoffentlich macht er mir auf der Busfahrt keinen Aerger. Mit dem Bus fuhren wir ziemlich grosszuegig um den Staudamm rum und machten dann einen 15minuetigen Fotostopp. Die Baustelle, die wir sahen, war gigantisch gross. Kein Wunder, hier wird der groesste Staudamm der Welt gebaut. Ein wahnsinniges Projekt.

Mit dem Bus ging es dann noch zu einigen weiteren Stopps, aber da mein Magen nicht wollte, zog ich es vor, auf der Toilette bzw. im Bus zu bleiben.

Wir (Ramona und Al) wurden zu einer Art Burg gefuehrt, wo wir chinesische Ritterspiele zu sehen bekamen. Viele Kunststuecke auf den Pferden. Allerdings fand ich es nicht so schoen anzusehen. Die Pferde hatten alle Holzsaettel auf, was ja noch ging, aber zusaetzlich wurden sie staendig von den Reitern geschlagen. Die armen Tiere, das war wirklich kein Spass fuer sie. Nach dem Ritterspiel ging es zu einem Aquarium. Es wurde extra fuer uns nochmal geoeffnet. Es gab ein paar kleine Aquarien, mit vielen kleinen bunten Fischen. Und dann der naechste Schock! Ein riesen Fisch, mindestens 3m lang in einem 5m grossem Aquarium. Doch er war nicht der einzige Fisch in dem Tank. Es waren bestimmt noch 10 - 15 weitere kleinere dabei. Wie kann man das einem Tier antun? Der riesen Fisch hatte doch garkeinen Platz zum schwimmen. Die letzte Station dieses Ausfluges war ein weiterer Tempel. Nicht noch einer! Da wollten auch Al und ich nicht rein.

Es war schon fast 1 Uhr als wir wieder auf das Boot kamen. Eigentlich lohnt es sich jetzt gar nicht mehr, noch zu schlafen. In zwei Stunden sind wir bereits in Yichang. Und dort muessen wir aussteigen. Dennoch schliefen wir alle drei ein.

Donnerstag, Dezember 25, 2003

Lhasa - Chengdu - Chongqing

Flug nach Chengdu, zweiter Versuch. Busabfahrt wie gestern bereits um 6.30 Uhr. Und nach dem gestrigen Heiligen Abend fiel uns das fruehe Aufstehen heute besonders schwer. Aber wir schafften es rechtzeitig.

Die Kassiererin im Bus wollte fuer die Fahr nochmal 35 Yuan kassieren. Aber sie staunte nicht schlecht, als wir ihr - wie zuvor einige andere Chinesen uebrigens auch - unser Busticket von gestern vor die Nase hielten. Tja, so ganz auf den Kopf gefallen sind wir ja auch nicht. Sie musste grinsen und deutete so an, dass wir nicht mehr zahlen muessen. Na also, geht doch. :)

Als wir um 8 Uhr an den Flughafen kommen, trauten wir unseren Augen kaum. Der Flughafen war noch geschlossen und vor den Tueren tummelten sich Hunderte von Menschen. Als ob es hier Aldi-Computer zum Sonderpreis gaebe! Wir gesellten uns gleich dazu und waren froh, dass wir unsere grossen Rucksaecke nicht mehr hatten.

Als die Tueren geoeffnet wurden, gab es ein einziges Geschubse und Gedraenge. Da wir nicht wussten, ob und wenn ja, wo wir unser Ticket umtauschen mussten, lief Ramona zum Check-in und ich reihte mich in die Schlange zum Security-Check. Es gab ein grosses Hin und Her und keiner wusste so recht, was eigentlich ab geht. Letztendlich mussten wir die Tickets doch umtauschen.

Ich (Nicole) bin zum entsprechenden Schalter waehrend nun Ramona in der Schlange den Platz frei hielt. Klar, dass ich mich inzwischen an das Verhalten der Chinesen gewoehnt habe. Auch klar, dass ich mich genauso verhalten kann. Ohne Ruecksicht auf Verluste - ansonsten stuende ich sicher jetzt noch dort - draengelte ich mich nach vorne. Wurde eh von den anderen nach vorne geschubst. Was blieb mir also auch anderes uebrig? Es war aber der reinste Wahnsinn! Eigentlich muesste doch klar sein, dass jeder, der gestern fuer den ersten Flug eingecheckt hat, auch heute ein Ticket bekommt. Aber so wie die alle von hinten gedrueckt haben ... einmal wurde ich sogar von dem angeblich fuer Ordnung sorgenden Polizisten richtig heftig in den Bauch gestossen. Ich beschwerte mich sogleich und bekam zur Antwort, ich sollte nicht so draengeln. Bloedmann! Gedraengelt wird von hinten, da kann man vorne gar nichts mehr tun. Irgendwann jedenfalls bekam ich unsere Tickets und erleichtert ging ich zu Ramona zurueck.

Der Flug verlief reibungslos und in Chengdu wurden wir von Al abgeholt, der bereits alles fuer unsere Bootsfahrt auf dem Yangzi-Fluss organisiert hatte. Mit einem Van ging's zum Busbahnhof und von dort weiter nach Chongqing. Die Busfahrt sollte drei Stunden dauern; doch daraus wurde nichts. Aus welchen Gruenden auch immer sassen wir fast fuenf Stunden im Bus. Al ueberraschte uns sogar mit einigen Geschenken - wir hatten also im Bus unsere zweite Bescherung. :)

Wir erreichten Chongqing um 19.30 Uhr. Hier wurden wir dann von einem Jungen abgeholt, der uns zum Hafen brachte. Das Schiff legt um 20 Uhr ab. Wir hatten sogar noch etwas Zeit, um die geliebten Nudeln zu kaufen.

Wir hatten Tickets dritter Klasse und schliefen in einem Raum mit fuenf Chinesen. In dem Zimmer gab es ein Waschbecken und sogar einen Fernseher. Nach dem Abendessen (die Nudeln schmeckten hier ueberhaupt nicht :( ) gingen wir in die Karaoke Bar. Hier blieben wir aber nicht lange, denn die Getraenke musste man sich am Kiosk kaufen und dann wollte man doch tatsaechlich Geld von uns haben, dass wir dort sitzen koennen. Ich glaube, es geht los. Auch noch zahlen, um mir das Gejaule der Chinesen anzuhoeren. Nein, nein.