Die Nacht im Internet-Cafe ging wirklich verdammt schnell rum. Eigentlich viel zu schnell. Wir waren doch noch gar nicht fertig. Da muessen wir wohl in China nochmal ran! Mist, wo es doch hier so guenstig ist!
Es war bereits 8 Uhr und wir mussten uns langsam - oder besser schnell - darum kuemmern, zum Faehrhafen zu kommen. Dabei wussten wir noch gar nicht, wo der ist. Um 11 Uhr geht die Faehre nach China und Tickets hatten wir auch noch keine. In der U-Bahn konnte man uns zumindest sagen, wohin wir mit dem Zug fahren sollten. Nach Inchon. Hmm, wir dachten, wir seien schon die ganze Nacht in Inchon gewesen. Egal, ab in den Zug. Ca. 30 Minuten spaeter dann erreichten wir Inchon. Sonntag - da ist die Touri-Info geschlossen. Also einfach in ein Taxi und weiter zum Hafen. Aber der Fahrer wollte uns wohl nicht verstehen. Eine Frau kam zur Hilfe - es gibt zwei Terminals. Zu welchem wollt ihr denn? Na, das wissen wir doch nicht. Wir wollen nach China! Wir haben doch keine Zeit! Jetzt mach schon. Aber der Fahrer hatte die Ruhe weg, schien aber dennoch mega nervoes, denn er knatschte total laut auf seinem Kaugummi rum. Drueck auf die Tube, es ist bereits 9.20 Uhr. Ups, was war das? Da stand doch ganz gross angeschrieben "International Ferry Terminal", aber das schien den Fahrer nicht zu interessieren. Beim naechsten Schild wiesen wir ihn darauf hin, aber er winkte ab, er weiss schon. Na dann... Am Terminal 1 angekommen, erfuhren wir gleich, dass es heute am Sonntag keine Faehre gibt. Nach China? Ach so, dann muesst ihr zum Terminal 2. Und das war der, an dem wir eben noch vorbei gebraust sind. Immerhin war der Taxifahrer jetzt so freundlich und berechnete uns die Fahrt nicht mehr. Am Terminal 2 das gleiche Spiel. Wir sind erst gar nicht ausgestiegen. Heute keine Faehre nach China. Morgen erst wieder. Das gibt's doch alles nicht. Im Lonely Planet, selbst im Internet ... was soll's ... muessen wir eben noch eine Nacht hier bleiben. Der Taxifahrer fuhr uns gar noch zu einem Motel - super nah an Terminal 2 gelegen -, ohne uns etwas dafuer zu berechnen. Wirklich nett. Wenn der uns gehoert haette, wie wir ueber ihn gewettert haben ...
Was tun mit dem angebrochenen Tag? Schlafen? Noe, dann koennen wir heute nacht nicht mehr schlafen. Also los, schauen wir uns mal an, was Inchon zu bieten hat. Weit sind wir nicht gekommen - wir verbrachten den halben Tag im Einkaufszentrum... und kauften uns 'ne Jeans und ein paar Schuhe! Mensch, nach 3,5 Monaten hatten wir wirklich mal Lust auf eine andere Hose. Und unsere Wanderschuhe sind ja auch schon ganz schoen mitgenommen!
Tja, den Rest des Tages verbrachten wir dann wieder im Internet-Cafe. Aber jetzt haben wir es endlich gepackt! Wir sind wieder aktuell ... war ein ganz schoen hartes Stueck Arbeit!
Samstag, November 01, 2003
Sokcho - Inchon
Es war bereits halb zwoelf als wir aufwachten. Hat das gut getan! Aber au, was ist denn das? Meine (Nicoles)Oberschenkel, meine Waden, ... au, alles tut weh... Bloss nicht bewegen. Mensch, der Ausflug gestern hatte es wohl wirklich in sich gehabt. Au... selbst in den Schultern hab ich Muskelkater. Das gibt's doch gar nicht. Na, nur gut, dass wir nicht viel fuer heute geplant hatten. Im Gegenteil, ausspannen in einer Hot Spring, das hoert sich doch gut an!
Wir goennten uns ein Taxi - haben da ja schliesslich gestern auch nicht gespart - und fuhren zum Spa. An der Kasse erhielten wir zwei kleine Handtuecher. OK, und wofuer sind die? Mal sehen, was die anderen so damit machen. Unsere Rucksaecke durften wir hinter der Kasse abstellen, Badeanzug und Badetuch sowie Duschzeug nahmen wir natuerlich mit! Badeanzug? Warum das eigentlich? Die sind da alle nackisch! Maenner und Frauen waren natuerlich getrennt voneinander. Oh, das ist aber ziemlich klein hier, nur ein Raum. Aha, wir dachten ja, wir wuerden in eine Art Erlebnisbad gehen, aber da hatten wir uns gruendlich geirrt. Eigentlich war es nur eine Waschanstalt. Die Frauen wuschen sich hier so gruendlich (mit dem kleinen Handtuch - aha!) und so oft als haetten sie schon seit Wochen nicht mehr gebadet. Gut, zu Hause gibt's ja keine anstaendigen Duschen oder Badewannen. Also gehen sie wohl alle samstags in ein Spa und waschen sich da. Fuer uns war das alles eher relaxing und wir sprangen munter zwischen den einzelnen Badewannen mit super heissem, warmen und eiskaltem Wasser hin und her. Man, tat das gut!
Am Abend fuhren wir dann mit dem Bus nach Inchon. Morgen wollen wir mit der Faehre nach China fahren. Um eine Uebernachtungsmoeglichkeit hatten wir uns dieses Mal nicht gekuemmert. Es gibt ja schliesslich hier an jeder Ecke ein Internet-Cafe. Eine gute Moeglichkeit, unsere Berichte fuer die Website abzutippen. Und guenstiger als jedes Hostel noch dazu.
Wir goennten uns ein Taxi - haben da ja schliesslich gestern auch nicht gespart - und fuhren zum Spa. An der Kasse erhielten wir zwei kleine Handtuecher. OK, und wofuer sind die? Mal sehen, was die anderen so damit machen. Unsere Rucksaecke durften wir hinter der Kasse abstellen, Badeanzug und Badetuch sowie Duschzeug nahmen wir natuerlich mit! Badeanzug? Warum das eigentlich? Die sind da alle nackisch! Maenner und Frauen waren natuerlich getrennt voneinander. Oh, das ist aber ziemlich klein hier, nur ein Raum. Aha, wir dachten ja, wir wuerden in eine Art Erlebnisbad gehen, aber da hatten wir uns gruendlich geirrt. Eigentlich war es nur eine Waschanstalt. Die Frauen wuschen sich hier so gruendlich (mit dem kleinen Handtuch - aha!) und so oft als haetten sie schon seit Wochen nicht mehr gebadet. Gut, zu Hause gibt's ja keine anstaendigen Duschen oder Badewannen. Also gehen sie wohl alle samstags in ein Spa und waschen sich da. Fuer uns war das alles eher relaxing und wir sprangen munter zwischen den einzelnen Badewannen mit super heissem, warmen und eiskaltem Wasser hin und her. Man, tat das gut!
Am Abend fuhren wir dann mit dem Bus nach Inchon. Morgen wollen wir mit der Faehre nach China fahren. Um eine Uebernachtungsmoeglichkeit hatten wir uns dieses Mal nicht gekuemmert. Es gibt ja schliesslich hier an jeder Ecke ein Internet-Cafe. Eine gute Moeglichkeit, unsere Berichte fuer die Website abzutippen. Und guenstiger als jedes Hostel noch dazu.
Freitag, Oktober 31, 2003
Sokcho / Mt. Soraksan
Nicoles Handy Wecker klingelt. Oh nein, nicht jetzt schon! Sie machte ihn aus und ging ins Bad. Muss ich denn wirklich schon aufstehen? Warum war es denn noch so dunkel? Um 7 Uhr sollte es doch langsam hell werden. Das Handy klingelte noch einmal, aber Nicole kam schon zurueck und machte es aus. Warum hatte mein Wecker denn noch nicht geklingelt? Ich sah auf die Uhr. Es war erst 6.15 Uhr. Super, Nicole hatte vergessen, das Handy auf deutsche Winterzeit umzustellen. Und da wir 8 Std. Unterschied gerechnet hatten... Wie schoen, dann koennen wir ja noch liegen bleiben. Leider nicht fuer lang. Die eine Stunde ging viel zu schnell vorbei.
7.15 Uhr, nun half alles nichts. Wir mussten aufstehen, wenn wir heute noch auf den Mt. Soraksan wollen. Uns hatte es mal wieder gebissen. Den hoechsten Berg hatten wir uns ausgesucht. 1708m hoch und das von n.N. Da hatten wir uns wieder ganz schoen was vorgenommen. Noch schnell eine Scheibe Brot mit Nutella gegessen und auf gehts. Wir mussten auch gar nicht lange warten bis der Bus kam. Wir fuhren nach Biryonggyo. Dort war Endstation und der Anfang des Soraksan Nationalparks. Jetzt gings zu Fuss weiter.
Am Eingang steht ein riesen Buddha aus Stein. 14m hoch. Sah gigantisch aus. Wir kamen uns vor wie Zwerge. Es war 9 Uhr als wir den Aufstieg auf Mt. Soraksan begannen. 8 Stunden waren laut Prospekt dafuer vorgesehen und es sollten 11 km sein. Wir hatten uns fuer den Weg durch Cheonbuldong Valley entschieden. Der Aufstieg war einfach traumhaft. Das Soraksan Gebirge ist das dritt hoechste Gebirge Koreas.
Anfangs war der Weg noch ziemlich eben, an einem Fluss entlang. Aber bald ging es steil bergauf. Ich war mal wieder schnell aus der Puste, doch zum Glueck lange nicht so schlimm wie auf dem Fuji. Die 11 km waren in verschiedene Abschnitte geteilt mit den jeweiligen Strecken- und Zeitangaben. Wir waren jedesmal um 10 - 15 Min. schneller als vorgegeben. Super, wenn das so weitergeht, dann haben wir es ja bald geschafft.
Doch zu frueh hatten wir uns gefreut. Der Weg wurde immer steiler und bald taten unsere Oberschenkel und Waden weh. Kniehohe Stufen, das kannten wir doch irgendwoher. Gluecklicherweise war die Luft hier nicht so duenn. Sind ja nur 1708m. Nur ist gut. Wir mussten ganz schoen kaempfen. Und genau wie auf dem Fuji ging es mir anfangs wieder richtig schlecht. Schmerzen, keine Luft, Herzrasen. Und je hoeher wir kamen, desto besser ging es mir und die letzten hundert Meter haette ich wie ein junges Reh hinauf huepfen koennen. Nicole ging es die ersten Abschnitte gut, doch je hoeher wir kamen, desto schwerer wurden ihre Beine. Alle Kraft schien sie zu verlassen. Wir zwei, was tun wir uns nur immer an?
Man muss es nur einfach von dieser Seite sehen: strahlend blauer Himmel, gigantische Felsen ringsum, ein kleiner Fluss, der sich durch zahlreiche Wasserfaelle die Schlucht hinunterstuerzt. Ein staendiges Rascheln im Laub ringsherum, es waren kleine Streifenhoernchen, die sich Eicheln suchten und diese, ganz ohne Angst nur eine Armlaenge von uns, assen. Ein Specht der in den Baum haemmert, Vogelarten, die wir noch nie zuvor gesehen hatten. Ganz zu schweigen von den vielen leuchtenden Farben der Blaetter an den Baeumen.
Teilweise war der Weg kaum mehr zu erkennen, je hoeher wir kamen. Doch dann wiederum war er mit zahlreichen Bruecken und Treppen ausgestattet. 200 Stufen und mehr am Stueck waren keine Seltenheit. Leider haben wir sie nicht alle gezaehlt, aber es sind bestimmt ueber 1000 zusammen gekommen. Es gab auch einige Huetten, in denen man uebernachten konnte, falls man keine Kraft mehr hatte. Das kam fuer uns natuerlich nicht in Frage. Wir, die geborenen Bergsteiger.
Der letzte Abschnitt wurde nochmal richtig steil. Wind war aufgekommen, der uns nun eisig um die Nase wehte. Es waren zwar noch 10.7 Grad Celsius, aber auf der Nordseite der Felsen war der Boden leicht uebergefroren, mit einer weissen Eiskruste. Um 16.20 Uhr erreichten wir die Spitze des Mt. Soraksan. Wir hatten nur 7.20 Std. gebraucht. Die Tortour des Aufstiegs hatte sich wieder mal gelohnt. Die Aussicht von der Spitze war grandios. Wir werden doch noch zu Bergsteiger. Wenn es nur nicht immer so anstrengend waere.
Um 16.40 Uhr machten wir uns an den Abstieg die andere Seite des Berges runter. Es sollte laut Prospekt 3 Stunden dauern und es waren ca. 5 km. Doch mit der Kletterzeit hatten wir uns ein bisschen verkalkuliert. Es wurde ja schon immer so frueh dunkel. Sind wohl doch etwas zu spaet aus den Federn gekommen. Es war schon dunkel und wir waren noch lange nicht vom Berg runter. Die letzten 1.5 Stunden mussten wir im Schein unserer Taschenlampen klettern. Als ob wir es schon ahnten, hatten wir sie morgens eingesteckt.
Es war nun ganz schoen schwer, den Weg zu finden. Gott sei Dank hingen alle paar Meter Faehnchen in den Baeumen. Sonst waeren wir wahrscheinlich nie mehr da raus gekommen. Wir kamen nur noch kriechend vorwaerts und somit war es 20.15 Uhr als wir endlich unten waren und wieder ebenen Boden unter uns hatten. Doch was war das??? Ein Gitter? Und Zaun? Wie sollen wir denn jetzt hier rauskommen? Oh, da brennt noch Licht. Geklopft. Puh, Glueck gehabt. Wir wurden zwar etwas ausgeschimpft, weil wir so spaet kamen, aber man liess uns trotzdem raus.
Nun wollten wir nur noch liegen. Die Fuesse, Waden, Knie, Oberschenkel taten so weh. Ein Taxi musste her. Doch das war auch leichter gesagt als getan. Niemand wollte uns eines rufen. Erst beim 3. Restaurant bestellte man eins fuer uns. Und auf der Heimfahrt wurde uns auch klar warum. Wir waren ueber 33Km von Sokcho entfernt und der Preis fuers Taxi war enorm. Egal, Hauptsache nicht mehr laufen.
7.15 Uhr, nun half alles nichts. Wir mussten aufstehen, wenn wir heute noch auf den Mt. Soraksan wollen. Uns hatte es mal wieder gebissen. Den hoechsten Berg hatten wir uns ausgesucht. 1708m hoch und das von n.N. Da hatten wir uns wieder ganz schoen was vorgenommen. Noch schnell eine Scheibe Brot mit Nutella gegessen und auf gehts. Wir mussten auch gar nicht lange warten bis der Bus kam. Wir fuhren nach Biryonggyo. Dort war Endstation und der Anfang des Soraksan Nationalparks. Jetzt gings zu Fuss weiter.
Am Eingang steht ein riesen Buddha aus Stein. 14m hoch. Sah gigantisch aus. Wir kamen uns vor wie Zwerge. Es war 9 Uhr als wir den Aufstieg auf Mt. Soraksan begannen. 8 Stunden waren laut Prospekt dafuer vorgesehen und es sollten 11 km sein. Wir hatten uns fuer den Weg durch Cheonbuldong Valley entschieden. Der Aufstieg war einfach traumhaft. Das Soraksan Gebirge ist das dritt hoechste Gebirge Koreas.
Anfangs war der Weg noch ziemlich eben, an einem Fluss entlang. Aber bald ging es steil bergauf. Ich war mal wieder schnell aus der Puste, doch zum Glueck lange nicht so schlimm wie auf dem Fuji. Die 11 km waren in verschiedene Abschnitte geteilt mit den jeweiligen Strecken- und Zeitangaben. Wir waren jedesmal um 10 - 15 Min. schneller als vorgegeben. Super, wenn das so weitergeht, dann haben wir es ja bald geschafft.
Doch zu frueh hatten wir uns gefreut. Der Weg wurde immer steiler und bald taten unsere Oberschenkel und Waden weh. Kniehohe Stufen, das kannten wir doch irgendwoher. Gluecklicherweise war die Luft hier nicht so duenn. Sind ja nur 1708m. Nur ist gut. Wir mussten ganz schoen kaempfen. Und genau wie auf dem Fuji ging es mir anfangs wieder richtig schlecht. Schmerzen, keine Luft, Herzrasen. Und je hoeher wir kamen, desto besser ging es mir und die letzten hundert Meter haette ich wie ein junges Reh hinauf huepfen koennen. Nicole ging es die ersten Abschnitte gut, doch je hoeher wir kamen, desto schwerer wurden ihre Beine. Alle Kraft schien sie zu verlassen. Wir zwei, was tun wir uns nur immer an?
Man muss es nur einfach von dieser Seite sehen: strahlend blauer Himmel, gigantische Felsen ringsum, ein kleiner Fluss, der sich durch zahlreiche Wasserfaelle die Schlucht hinunterstuerzt. Ein staendiges Rascheln im Laub ringsherum, es waren kleine Streifenhoernchen, die sich Eicheln suchten und diese, ganz ohne Angst nur eine Armlaenge von uns, assen. Ein Specht der in den Baum haemmert, Vogelarten, die wir noch nie zuvor gesehen hatten. Ganz zu schweigen von den vielen leuchtenden Farben der Blaetter an den Baeumen.
Teilweise war der Weg kaum mehr zu erkennen, je hoeher wir kamen. Doch dann wiederum war er mit zahlreichen Bruecken und Treppen ausgestattet. 200 Stufen und mehr am Stueck waren keine Seltenheit. Leider haben wir sie nicht alle gezaehlt, aber es sind bestimmt ueber 1000 zusammen gekommen. Es gab auch einige Huetten, in denen man uebernachten konnte, falls man keine Kraft mehr hatte. Das kam fuer uns natuerlich nicht in Frage. Wir, die geborenen Bergsteiger.
Der letzte Abschnitt wurde nochmal richtig steil. Wind war aufgekommen, der uns nun eisig um die Nase wehte. Es waren zwar noch 10.7 Grad Celsius, aber auf der Nordseite der Felsen war der Boden leicht uebergefroren, mit einer weissen Eiskruste. Um 16.20 Uhr erreichten wir die Spitze des Mt. Soraksan. Wir hatten nur 7.20 Std. gebraucht. Die Tortour des Aufstiegs hatte sich wieder mal gelohnt. Die Aussicht von der Spitze war grandios. Wir werden doch noch zu Bergsteiger. Wenn es nur nicht immer so anstrengend waere.
Um 16.40 Uhr machten wir uns an den Abstieg die andere Seite des Berges runter. Es sollte laut Prospekt 3 Stunden dauern und es waren ca. 5 km. Doch mit der Kletterzeit hatten wir uns ein bisschen verkalkuliert. Es wurde ja schon immer so frueh dunkel. Sind wohl doch etwas zu spaet aus den Federn gekommen. Es war schon dunkel und wir waren noch lange nicht vom Berg runter. Die letzten 1.5 Stunden mussten wir im Schein unserer Taschenlampen klettern. Als ob wir es schon ahnten, hatten wir sie morgens eingesteckt.
Es war nun ganz schoen schwer, den Weg zu finden. Gott sei Dank hingen alle paar Meter Faehnchen in den Baeumen. Sonst waeren wir wahrscheinlich nie mehr da raus gekommen. Wir kamen nur noch kriechend vorwaerts und somit war es 20.15 Uhr als wir endlich unten waren und wieder ebenen Boden unter uns hatten. Doch was war das??? Ein Gitter? Und Zaun? Wie sollen wir denn jetzt hier rauskommen? Oh, da brennt noch Licht. Geklopft. Puh, Glueck gehabt. Wir wurden zwar etwas ausgeschimpft, weil wir so spaet kamen, aber man liess uns trotzdem raus.
Nun wollten wir nur noch liegen. Die Fuesse, Waden, Knie, Oberschenkel taten so weh. Ein Taxi musste her. Doch das war auch leichter gesagt als getan. Niemand wollte uns eines rufen. Erst beim 3. Restaurant bestellte man eins fuer uns. Und auf der Heimfahrt wurde uns auch klar warum. Wir waren ueber 33Km von Sokcho entfernt und der Preis fuers Taxi war enorm. Egal, Hauptsache nicht mehr laufen.
Donnerstag, Oktober 30, 2003
Seoul - Sokcho
Die Reise in den Osten Koreas stand heute an. Wir wollten uns das Seorak Gebirge ansehen. Die Bilder hatten uns einfach zu sehr fasziniert. Wir konnten nicht nach China, ohne es vorher gesehen zu haben. Wir nahmen den Bus um 13 Uhr von Seoul nach Sokcho, 18000 Won. Im Prospekt hatte es geheissen, die Fahrt wuerde 5 Stunden dauern. Doch um 16.20 Uhr waren wir bereits da. Auch nicht schlecht. So koennen wir uns die Stadt noch ansehen, wenn wir unsere Unterkunft klar gemacht hatten.
Wir waren gerade aus dem Bus raus, da wurde Nicole schon von einer Frau angefallen. Einen Augenblick spaeter kam sie auch zu mir. Auf koreanisch mit ein paar englischen Woertern fragte sie, ob wir einen Platz zum Schlafen suchten. Sie war ganz schoen aufdringlich. Nicole war voll angevervt. Aber verstaendlich, wenn staendig eine kleine Frau vorm Gesicht rumspringt. Da die Frau nur 20.000 Won fuer die Nacht haben wollte, dachte ich, wir sollten es uns mal ansehen. Nicole war zwar skeptisch, aber wir gingen mit. Die Frau fuehrte uns zu einem Haus nur 3 Minuten vom Busbahnhof entfernt. Es sah alles ganz ordentlich aus. Wir sagten zu. Doch dann schrieb die Frau nochmals den Preis auf. 25.000 Won. Wie bitte? Eben war es doch noch 20.000 Won! Das ist ja wohl der Hit. Ich riss ihr den Zettel und den Stift aus der Hand und strich die 25 durch und ersetzte sie mit 20. Zu unserem Erstaunen sagte die Frau gleich ok. Haette ich das geahnt, dann haette ich direkt 15.000 geschrieben.
Nun machten wir uns auf unseren Abendspaziergang durch Sokcho. Eine nette Stadt am Fusse des Seorak Gebirges, welches wir morgen erklimmen wollen.
Wir waren gerade aus dem Bus raus, da wurde Nicole schon von einer Frau angefallen. Einen Augenblick spaeter kam sie auch zu mir. Auf koreanisch mit ein paar englischen Woertern fragte sie, ob wir einen Platz zum Schlafen suchten. Sie war ganz schoen aufdringlich. Nicole war voll angevervt. Aber verstaendlich, wenn staendig eine kleine Frau vorm Gesicht rumspringt. Da die Frau nur 20.000 Won fuer die Nacht haben wollte, dachte ich, wir sollten es uns mal ansehen. Nicole war zwar skeptisch, aber wir gingen mit. Die Frau fuehrte uns zu einem Haus nur 3 Minuten vom Busbahnhof entfernt. Es sah alles ganz ordentlich aus. Wir sagten zu. Doch dann schrieb die Frau nochmals den Preis auf. 25.000 Won. Wie bitte? Eben war es doch noch 20.000 Won! Das ist ja wohl der Hit. Ich riss ihr den Zettel und den Stift aus der Hand und strich die 25 durch und ersetzte sie mit 20. Zu unserem Erstaunen sagte die Frau gleich ok. Haette ich das geahnt, dann haette ich direkt 15.000 geschrieben.
Nun machten wir uns auf unseren Abendspaziergang durch Sokcho. Eine nette Stadt am Fusse des Seorak Gebirges, welches wir morgen erklimmen wollen.
Mittwoch, Oktober 29, 2003
Seoul
Was war denn heute mit uns los? Sind wir mit dem falschen Fuss aufgestanden? Schon frueh sassen wir am PC und informierten uns ueber Dinge, die hier in Seoul abgehen. Ja, wir waren richtig aktiv! Dennoch war es bereits wieder 11.30 Uhr ehe wir los sind. Erst zum Gyeongbokgung Palast. Wir hatten Glueck, gerade wurde eine einstuendige Fuehrung auf Englisch angeboten. Und das sogar kostenlos. Da konnten wir nicht anders. Wir mussten zusagen. Wir waren die einzigen, die das Angebot wahr nahmen. So hatten wir viel Spass mit der jungen Koreanerin, die einiges ueber den Palast und seine Geschichte zu erzaehlen wusste.
Dann ging's weiter zum Namsan Park. Hier waren wir wieder koerperlich gefordert. Ganze 878 Stufen (!) mussten wir nehmen, um zum Seoul Tower zu gelangen. Die Aussicht war gigantisch. Trotz strahlend blauem Himmel und Sonnenschein kann man die Auslaeufe der Stadt nicht mehr erkennen. Die Wolkenkratzer sehen aus wie Legosteine. Der Tower an sich liegt in einem kleinen Wald, dessen Baeume in einem schillernden rot, gelb und gruen leuchteten.
Vom Tower ging's mit der Kabinenbahn zurueck, gleich weiter auf den Namdaenum-Markt, ein ganzes Viertel mit Strassenstaenden, an denen man Klamotten, Schmuck, Schuhe, Essen, ... kaufen konnte. Leider war fuer uns ausser einem Paar koreanischer Staebchen nichts dabei.
Nach 1.5 Stunden in Koreas groesstem Buchladen und wieder um einige Buecher reicher - die 18kg scheinen uns doch irgendwie zu fehlen - gab's heute noch mal koreanisches Essen: Dak go gi ya che bok eum bap, gebratener Reis mit Gemuese. Wie immer sehr scharf, aber auch sehr lecker.
Dann ging's weiter zum Namsan Park. Hier waren wir wieder koerperlich gefordert. Ganze 878 Stufen (!) mussten wir nehmen, um zum Seoul Tower zu gelangen. Die Aussicht war gigantisch. Trotz strahlend blauem Himmel und Sonnenschein kann man die Auslaeufe der Stadt nicht mehr erkennen. Die Wolkenkratzer sehen aus wie Legosteine. Der Tower an sich liegt in einem kleinen Wald, dessen Baeume in einem schillernden rot, gelb und gruen leuchteten.
Vom Tower ging's mit der Kabinenbahn zurueck, gleich weiter auf den Namdaenum-Markt, ein ganzes Viertel mit Strassenstaenden, an denen man Klamotten, Schmuck, Schuhe, Essen, ... kaufen konnte. Leider war fuer uns ausser einem Paar koreanischer Staebchen nichts dabei.
Nach 1.5 Stunden in Koreas groesstem Buchladen und wieder um einige Buecher reicher - die 18kg scheinen uns doch irgendwie zu fehlen - gab's heute noch mal koreanisches Essen: Dak go gi ya che bok eum bap, gebratener Reis mit Gemuese. Wie immer sehr scharf, aber auch sehr lecker.
Dienstag, Oktober 28, 2003
Seoul
Heute wollten wir zum Seoul Tower, einen Palast besichtigen und abends das Musikal Nanta (aehnlich wie Stomp) sehen. Also fuhren wir erstmal zum Theater unsere Tickets sichern. Wir hatten die Adresse aus einem Prospekt. Doch als wir an besagter Stelle ankamen, gab es kein Theater. Das sei in Seodaemun, auf der anderen Seite der Stadt. Na Klasse! Voll die Verarschung! Als wir in Seodaemun am Theater ankamen, hatte das natuerlich noch geschlossen. Sie oeffneten um 14 Uhr. Das war nur knapp eine Stunde. Also erstmal was essen und dann nochmal hin. Leider war die Vorstellung um 20 Uhr schon ausgebucht. Um 16 Uhr waren noch Plaetze frei. Hm, bleibt uns wohl nichts anderes uebrig. Und was machen wir mit den restlichen 1,5 Stunden? Palast und Tower lohnen sich ja nicht mehr. Fuer den Markt war auch zu wenig Zeit. So gingen wir ein bisschen in dem Viertel spazieren.
Das Nanta Musikal war riesen Klasse! 3 Maenner und eine Frau machten Musik mit und auf saemtlichen Kuechengeraeten. Sie trommelten wilde Rhythmen mit Messern auf Holzbrettern. Fantastisch! Es war leider alles viel zu schnell vorbei.
Nach der Show war es schon wieder fast dunkel. Wir machten noch einen kleinen Geschaeftebummel und liefen dann zureuck zum Backpackers. Morgen muessen wir aber frueh aufstehen, denn alles was wir heute nicht geschafft hatten, muessen wir morgen nachholen.
Das Nanta Musikal war riesen Klasse! 3 Maenner und eine Frau machten Musik mit und auf saemtlichen Kuechengeraeten. Sie trommelten wilde Rhythmen mit Messern auf Holzbrettern. Fantastisch! Es war leider alles viel zu schnell vorbei.
Nach der Show war es schon wieder fast dunkel. Wir machten noch einen kleinen Geschaeftebummel und liefen dann zureuck zum Backpackers. Morgen muessen wir aber frueh aufstehen, denn alles was wir heute nicht geschafft hatten, muessen wir morgen nachholen.
Montag, Oktober 27, 2003
Daejeon - Seoul
Wir hatten unsere Wecker extra ausgestellt, weil wir ja erst nach 4 Uhr ins Bett sind und wir wollten ein bisschen ausschlafen. Hoffentlich muessen wir nicht nachzahlen, wenn wir die Check-out Zeit ueberschreiten. Ach was, wir zahlen einfach nichts. Schliesslich hatten sie uns nie gesagt, wann wir raus muessen und ausserdem koennen sie ja klopfen kommen, wenn sie das Zimmer brauchen.
Um 12 Uhr wurden wir so langsam wach. Wir wollten heute nach Seoul weiterfahren. Beim Packen zappten wir ein wenig durch die TV Programme. Nanu, die kennen wir doch!!! Es waren Semir und Tom von der Autobahnpolizei aus Koeln. Alarm fuer Cobra 11. Es gab in Suedkorea tatsaechlich eine deutsche TV-Serie. Witzig. Nun konnten wir natuerlich nicht so abrupt aufbrechen. Die Folge fing gerade erst an. Die muessen wir nun sehen.
Am Busbahnhof lief auch alles wunderbar. Vier Minuten nach Kauf des Tickets sassen wir schon im Bus nach Seoul. Die Fahrt dauerte knapp 2 Stunden. Von Alex aus dem Backpackers in Pusan hatten wir die Adresse vom Backpackers in Seoul. War auch ganz einfach zu finden. Leider war es nicht ganz so schoen wie das in Busan, aber Internet umsonst gab es hier auch.
Wir machten noch einen Spaziergang in der naeheren Umgebung. Viel mehr war mal wieder nicht drin, da es bereits wieder dunkel wurde.
Um 12 Uhr wurden wir so langsam wach. Wir wollten heute nach Seoul weiterfahren. Beim Packen zappten wir ein wenig durch die TV Programme. Nanu, die kennen wir doch!!! Es waren Semir und Tom von der Autobahnpolizei aus Koeln. Alarm fuer Cobra 11. Es gab in Suedkorea tatsaechlich eine deutsche TV-Serie. Witzig. Nun konnten wir natuerlich nicht so abrupt aufbrechen. Die Folge fing gerade erst an. Die muessen wir nun sehen.
Am Busbahnhof lief auch alles wunderbar. Vier Minuten nach Kauf des Tickets sassen wir schon im Bus nach Seoul. Die Fahrt dauerte knapp 2 Stunden. Von Alex aus dem Backpackers in Pusan hatten wir die Adresse vom Backpackers in Seoul. War auch ganz einfach zu finden. Leider war es nicht ganz so schoen wie das in Busan, aber Internet umsonst gab es hier auch.
Wir machten noch einen Spaziergang in der naeheren Umgebung. Viel mehr war mal wieder nicht drin, da es bereits wieder dunkel wurde.
Sonntag, Oktober 26, 2003
Daejeon - Seoul
Um 10 Uhr waren wir mit Euiju verabredet. 10 Uhr! Wow, das ist aber frueh! Aber wir waren ja gestern baden, dann reicht es ja, wenn wir um 9.45 Uhr aufstehen. :) Wir waren sogar puenktlich am vereinbarten Treffpunkt.
Euiju wollte mit uns zu einem Tempel im Gyeryonsan National Park fahren. Prima, da wollten wir sowieso hin. Also nichts wie ab in Euijus Auto und los. Es war wunderschoenes sonniges Wetter und es schien, dass heute alle diese Idee gehabt haben, zu ausgerechnet diesem Tempel zu fahren. Gut, es war Sonntag, aber muessen die denn alle mit dem Auto fahren? Die koennen doch den Bus nehmen, wenn wir schon mal im Auto sitzen! Wir standen im Stau ... und die Fahrt dauerte ca. eine halbe Stunde laenger als geplant. Dann mussten wir auch noch ganz weit weg parken, weil der Parkplatz so zugeparkt war. Tausende von Menschen stroemten in den Nationalpark und wir schlossen uns einfach an. Die Wanderwege des Gebirges fuehren zum Gapsa Tempel, der fuer die Herbstlaubfaerbung des Ahorns beruehmt ist. Es war wirklich wunderschoen.
Euiju erzaehlte uns viel ueber das Leben in Korea und die Menschen hier. Das ist wie immer ein besonderes Erlebnis und sehr interessant, wenn man Kontakt zu den Einheimischen hat. Nach der Wanderung im Park wars Zeit fuers Mittagessen. Immerhin wars schon 15.30 Uhr. Heute gibt's ein weiteres typisch koreanisches Gericht. Reis mit Gemuese. Man bekommt einen Pott Reis serviert und dazu 18 (!!!!) verschiedene Beilagen gereicht. Die mischt man dann alle miteinander (oder das was man moechte), schlaegt das Eigelb drueber und wuerzt mit einer der drei Saucen. Fertig ist das Gericht. Anders als in Japan isst man hier uebrigens den Reis nicht mit Staebchen sondern mit dem Loeffel. Schade eigentlich, inzwischen sind wir doch Europameister im "Mit den Staebchen essen". Und das auch mit den koreanischen, die aus Eisen und viel duenner und flach sind. Das mit den Holzstaebchen aus Japan kann ja jeder. :)
Euiju musste am Abend leider arbeiten, so dass wir das Nachtleben mit ihr gar nicht mehr testen konnten. Aber wir waren auch muede und wollten den Abend mit einer DVD ausklingen lassen. Dann noch schnell ein paar Berichte tippen und Fotos umbenennen ... und ruckzuck ist's 5 Uhr morgens. Ups, wann muessen wir morgen eigentlich auschecken?
Euiju wollte mit uns zu einem Tempel im Gyeryonsan National Park fahren. Prima, da wollten wir sowieso hin. Also nichts wie ab in Euijus Auto und los. Es war wunderschoenes sonniges Wetter und es schien, dass heute alle diese Idee gehabt haben, zu ausgerechnet diesem Tempel zu fahren. Gut, es war Sonntag, aber muessen die denn alle mit dem Auto fahren? Die koennen doch den Bus nehmen, wenn wir schon mal im Auto sitzen! Wir standen im Stau ... und die Fahrt dauerte ca. eine halbe Stunde laenger als geplant. Dann mussten wir auch noch ganz weit weg parken, weil der Parkplatz so zugeparkt war. Tausende von Menschen stroemten in den Nationalpark und wir schlossen uns einfach an. Die Wanderwege des Gebirges fuehren zum Gapsa Tempel, der fuer die Herbstlaubfaerbung des Ahorns beruehmt ist. Es war wirklich wunderschoen.
Euiju erzaehlte uns viel ueber das Leben in Korea und die Menschen hier. Das ist wie immer ein besonderes Erlebnis und sehr interessant, wenn man Kontakt zu den Einheimischen hat. Nach der Wanderung im Park wars Zeit fuers Mittagessen. Immerhin wars schon 15.30 Uhr. Heute gibt's ein weiteres typisch koreanisches Gericht. Reis mit Gemuese. Man bekommt einen Pott Reis serviert und dazu 18 (!!!!) verschiedene Beilagen gereicht. Die mischt man dann alle miteinander (oder das was man moechte), schlaegt das Eigelb drueber und wuerzt mit einer der drei Saucen. Fertig ist das Gericht. Anders als in Japan isst man hier uebrigens den Reis nicht mit Staebchen sondern mit dem Loeffel. Schade eigentlich, inzwischen sind wir doch Europameister im "Mit den Staebchen essen". Und das auch mit den koreanischen, die aus Eisen und viel duenner und flach sind. Das mit den Holzstaebchen aus Japan kann ja jeder. :)
Euiju musste am Abend leider arbeiten, so dass wir das Nachtleben mit ihr gar nicht mehr testen konnten. Aber wir waren auch muede und wollten den Abend mit einer DVD ausklingen lassen. Dann noch schnell ein paar Berichte tippen und Fotos umbenennen ... und ruckzuck ist's 5 Uhr morgens. Ups, wann muessen wir morgen eigentlich auschecken?
Samstag, Oktober 25, 2003
Gyeongju - Daejeon
Um 12.20 Uhr fuhr unser Bus nach Daejeon. Fuer Touristen soll es dort nicht so viel zu sehen geben, aber wir wollen uns morgen mit Euiju, der Freundin eines ehemaligen Arbeitskollegen, treffen. Da ist es gut, wenn wir schon in der Stadt sind. Das Tourist Office in Daejeon ist gleich an der Bushaltestelle. Da mussten wir gar nicht weit laufen. Nicht, dass das uns etwas ausgemacht haette mit unseren leichten Handtaschen. Das Haeschen an der Information brachte mich fast zur Verzweiflung. Von Backpackers oder Youth Hostel hatte sie wohl noch nie etwas gehoert. Sie fragte, wieviel wir fuer die Nacht ausgeben wollen. 15.000 Won hatten wir bisher immer pPpN ausgegeben. Gut, da gibt's was fuer 30.000 Won. ??? Hatte ich mich nicht klar genug ausgedrueckt? 15.000 Won sei zu guenstig. Aber da gibt's ein Inn, mit nur 20.000 Won fuer das Zimmer. ??? Ist das etwa nicht billiger als 15.000 won pPpN??? Ueber Daejeon konnte sie uns auch nicht viel erzaehlen. Immerhin bekamen wir einen Stadtplan. Und in diesem Inn bekamen wir tatsaechlich ein Zimmer, mit eigenem Badezimmer. Aber viel wichtiger: keine Sperrstunde!
Mit Sight-Seeing war heute nicht mehr viel - was auch, es gibt ja nicht viel zu sehen :) - deshalb schlenderten wir etwas durch die Strassen und landeten letztlich in einem DVD-Shop. Hier kann man sich DVDs aussuchen und gleich in einer Kammer fuer bis zu vier Personen anschauen. Megagrosse Leinwand und auch der Sound wie im Kino! Eigentlich ist's gar besser als im Kino, da man nicht von anderen Chipstueten-Raschelern gestoert wird. Und guenstiger als Kino ist's auch noch!
Spaeter, zurueck im Inn, badeten wir nochmal. Schon wieder?! Wir badeten doch erst gestern. Wie sauber wir doch sind in letzter Zeit!? Hoffentlich wird uns das mal nicht noch unangenehm!
Mit Sight-Seeing war heute nicht mehr viel - was auch, es gibt ja nicht viel zu sehen :) - deshalb schlenderten wir etwas durch die Strassen und landeten letztlich in einem DVD-Shop. Hier kann man sich DVDs aussuchen und gleich in einer Kammer fuer bis zu vier Personen anschauen. Megagrosse Leinwand und auch der Sound wie im Kino! Eigentlich ist's gar besser als im Kino, da man nicht von anderen Chipstueten-Raschelern gestoert wird. Und guenstiger als Kino ist's auch noch!
Spaeter, zurueck im Inn, badeten wir nochmal. Schon wieder?! Wir badeten doch erst gestern. Wie sauber wir doch sind in letzter Zeit!? Hoffentlich wird uns das mal nicht noch unangenehm!
Freitag, Oktober 24, 2003
Gyeongju
Heute geht's nach Yangdong, ein Dorf aus der Zeit des Konfuzius. Es ist eines von sechs solchen Doerfern in Korea, aber wegen seiner Groesse und zahlreichen kulturellen Haeuser das bekannteste seiner Art. Selbst Prinz Charles ist hier schon gewesen.
In Yangdong leben ca. 1300 Menschen in 134 Familien. Mehr als 100 dieser 134 Familien gehoeren zu den Familien "Lee" und "Son", die im 15. Jahrhundert das Dorf aufgebaut haben. Diese beiden Familien sind auch heute noch die dominierenden Familien in Yangdong.
Es gibt auch einige unbewohnte Haeuser in Yangdong. Mehr als 160 Haeuser haben ein original Ziegel- oder Strohdach, die im dichten Wald liegen. Aber um wirklich zu sehen, wie schoen die Haeuser sind, schaut ihr euch am besten einfach nur die Bilder an.
Nach unserer 2,5 stuendigen Erkundungstour dachten wir, dass es nun auch dazu gehoert, selbstgemachten Reiswein zu probieren. Also ab in eines der beiden Restaurants des Dorfes. Die Frau dort bat uns gleich in den Nebenraum. Schuhe aus und Platz nehmen am japanischen Tisch. Der Reiswein wurde uns in einer Art Plastiksuppenschuessel zum selber Schoepfen serviert. Dazu gabs Kohl in einer scharfen Sosse eingelegt, noch schaerferes Gruenzeug, eine Art braunen Gelee (Eichelgelee) - der uebrigens absolut uuuuaaaah schmeckte - und einen Pfannkuchen. Aber nicht so, wie wir ihn kennen. Nein, mit Tintenfischfleisch und Gruenzeugs, das wie Gras aussieht. Ich (Nicole) blieb bei meinem Kohl. Am Ende mussten wir nur den Reiswein zahlen, der uns uebrigens auch nicht soo gut geschmeckt hat.
Den Abend verbrachten wir mit dem kanadischen Paerchen, Jen und Chris, die beide seit ueber einem Jahr in Korea leben. Jen hatten wir ja vor ein paar Tagen in Jin's Hostel kennengelernt.
Es war 00.03 Uhr als wir in ein Taxi einstiegen, um zum Hostel zurueckzufahren. Erst dann fiel uns ein, dass wir ja um Mitternacht zurueck sein mussten. Verdammt, ob die Tuer noch offen ist? Das wuerde uns jetzt gerade noch fehlen. Aber wir hatten Glueck. Die Eingangstuer war offen. Aber da, da ist ein Gitter vor... oh man! Kommen wir jetzt wirklich nicht mehr in unser Zimmer? Doch Herr Kwon hatte uns gehoert. Er schlaeft gleich nebenan und oeffnete das Gitter fuer uns. Na, das ist ja gerade nochmal gut gegangen.
In Yangdong leben ca. 1300 Menschen in 134 Familien. Mehr als 100 dieser 134 Familien gehoeren zu den Familien "Lee" und "Son", die im 15. Jahrhundert das Dorf aufgebaut haben. Diese beiden Familien sind auch heute noch die dominierenden Familien in Yangdong.
Es gibt auch einige unbewohnte Haeuser in Yangdong. Mehr als 160 Haeuser haben ein original Ziegel- oder Strohdach, die im dichten Wald liegen. Aber um wirklich zu sehen, wie schoen die Haeuser sind, schaut ihr euch am besten einfach nur die Bilder an.
Nach unserer 2,5 stuendigen Erkundungstour dachten wir, dass es nun auch dazu gehoert, selbstgemachten Reiswein zu probieren. Also ab in eines der beiden Restaurants des Dorfes. Die Frau dort bat uns gleich in den Nebenraum. Schuhe aus und Platz nehmen am japanischen Tisch. Der Reiswein wurde uns in einer Art Plastiksuppenschuessel zum selber Schoepfen serviert. Dazu gabs Kohl in einer scharfen Sosse eingelegt, noch schaerferes Gruenzeug, eine Art braunen Gelee (Eichelgelee) - der uebrigens absolut uuuuaaaah schmeckte - und einen Pfannkuchen. Aber nicht so, wie wir ihn kennen. Nein, mit Tintenfischfleisch und Gruenzeugs, das wie Gras aussieht. Ich (Nicole) blieb bei meinem Kohl. Am Ende mussten wir nur den Reiswein zahlen, der uns uebrigens auch nicht soo gut geschmeckt hat.
Den Abend verbrachten wir mit dem kanadischen Paerchen, Jen und Chris, die beide seit ueber einem Jahr in Korea leben. Jen hatten wir ja vor ein paar Tagen in Jin's Hostel kennengelernt.
Es war 00.03 Uhr als wir in ein Taxi einstiegen, um zum Hostel zurueckzufahren. Erst dann fiel uns ein, dass wir ja um Mitternacht zurueck sein mussten. Verdammt, ob die Tuer noch offen ist? Das wuerde uns jetzt gerade noch fehlen. Aber wir hatten Glueck. Die Eingangstuer war offen. Aber da, da ist ein Gitter vor... oh man! Kommen wir jetzt wirklich nicht mehr in unser Zimmer? Doch Herr Kwon hatte uns gehoert. Er schlaeft gleich nebenan und oeffnete das Gitter fuer uns. Na, das ist ja gerade nochmal gut gegangen.
Donnerstag, Oktober 23, 2003
Busan - Gyeongju
Ob wir uns heute von Jin, Mike, Griff und Alex wuerden loesen koennen? Werden wir es schaffen? Es begann vielversprechend. Nach dem Aufstehen gleich den Rucksack gepackt und ins Wohnzimmer gestellt. Ein drittes Mal wuerde ich (Nicole) den nicht mehr ins Schlafzimmer bringen.
Zum Abschied fruehstueckten wir mit den Jungs zusammen. Auf dem Balkon. Koreanische Nudeln. Mike und Griff fruehstuecken jeden Tag koreanische Nudeln auf dem Balkon. Wie die zwei aus der Muppet-Show.
Jin musste um 13 Uhr weg und fragte, ob wir noch da sein werden, wenn sie in zwei Stunden wieder da ist. Ganz bestimmt sogar. Doch als sie um 15.45 Uhr immer noch nicht da war, machten wir uns auf. Dabei wollten wir eigentlich gar nicht richtig. Sollen wir vielleicht doch noch eine Nacht ... ? Mit Jen, der Kanadierin, sind wir ja erst am Freitag in Gyeongju verabredet ... Aber nein, besser nicht. Sonst schaffen wir es wirklich nie.
Mit dem Busticket in der Hand gingen wir gleich zur Bushaltestelle. Wir hatten noch 20 Minuten Zeit, aber das ist fuer uns ja nicht lange. Denn, wo geht's denn hier zur Bushaltestelle? Ganze drei Mal sind wir Hin und Her gelaufen, bis wir endlich da waren. Ist es wirklich so schwer, den Schildern zu folgen? Gott sei Dank hatten wir ja nur noch Handtaschen auf dem Ruecken. Die 18 kg, die wir nach Hause geschickt haben, machen sich doch ganz schoen bemerkbar. Richtig leichtfuessig laufen wir jetzt. Eine kluge Entscheidung also.
In Gyeongju sind wir gleich ins Han Jin Hostel, eine Empfehlung von Alex. Wir bekamen ein Doppelzimmer inklusive Badezimmer. Alles ganz nett, aber kein Vergleich zu Jin's Wohnung. :(
Zum Abschied fruehstueckten wir mit den Jungs zusammen. Auf dem Balkon. Koreanische Nudeln. Mike und Griff fruehstuecken jeden Tag koreanische Nudeln auf dem Balkon. Wie die zwei aus der Muppet-Show.
Jin musste um 13 Uhr weg und fragte, ob wir noch da sein werden, wenn sie in zwei Stunden wieder da ist. Ganz bestimmt sogar. Doch als sie um 15.45 Uhr immer noch nicht da war, machten wir uns auf. Dabei wollten wir eigentlich gar nicht richtig. Sollen wir vielleicht doch noch eine Nacht ... ? Mit Jen, der Kanadierin, sind wir ja erst am Freitag in Gyeongju verabredet ... Aber nein, besser nicht. Sonst schaffen wir es wirklich nie.
Mit dem Busticket in der Hand gingen wir gleich zur Bushaltestelle. Wir hatten noch 20 Minuten Zeit, aber das ist fuer uns ja nicht lange. Denn, wo geht's denn hier zur Bushaltestelle? Ganze drei Mal sind wir Hin und Her gelaufen, bis wir endlich da waren. Ist es wirklich so schwer, den Schildern zu folgen? Gott sei Dank hatten wir ja nur noch Handtaschen auf dem Ruecken. Die 18 kg, die wir nach Hause geschickt haben, machen sich doch ganz schoen bemerkbar. Richtig leichtfuessig laufen wir jetzt. Eine kluge Entscheidung also.
In Gyeongju sind wir gleich ins Han Jin Hostel, eine Empfehlung von Alex. Wir bekamen ein Doppelzimmer inklusive Badezimmer. Alles ganz nett, aber kein Vergleich zu Jin's Wohnung. :(
Xi'an - Chengdu
Zu fuenft wollen wir heute den Zug nach Chengdu nehmen. Ob das Haeschen das noch hinbekommen hat? Das Service Center ist ab 7.30 Uhr geoeffnet, um 9.45 Uhr war es immer noch geschlossen. Hmm, ob das mit unseren Tickets zusammen haengt? Also erst einmal Fruehstueck mit Amy, Nick und Lianne. Eine Stunde spaeter ein zweiter Gang zum Service Center. Immer noch zu. Langsam wurden wir ungeduldig. Wir erkundigten uns an der Rezeption und man bestaetigte uns, dass alles klappt. Aber ohne Tickets wollten wir das nicht wirklich glauben. Dann endlich, gegen 11.45 Uhr erschien das Haeschen. In der Hand unsere Tickets. Sogar noch eines fuer Lianne - und alle im gleichen Abteil. Wir konnten unser Glueck kaum fassen.
19 Stunden Zugfahrt lagen vor uns. Wie sollen wir die nur rumkriegen? Bis wir all unser Gepaeck verstaut hatten und endlich richtig gemuddelt auf unseren unteren Pritschen in dem Hard Sleeper sassen, war bereits eine halbe Stunde vergangen... Die arme junge Chinesin aus unserem Abteil. Sie fuehlte sich sicherlich verstossen und setzte sich deshalb in den Gang. Hmm, ob wir wohl doch zu demonstrativ als eine Gang auftraten? Quatsch - wir passten uns an und benahmen uns ganz wie die Chinesen: ohne Ruecksicht auf andere. Gut, das mit dem Rotzen und Spucken konnten wir dann doch nicht.
Wir vertrieben uns die Zeit mit Karten spielen und hatten einen Mordsspass - ob das auch am 45%igen chinesischen Alkohol lag, den wir tranken? Um 22.30 Uhr wurde das Licht ausgeknipst. Allgemeine Bettruhe. OK, gehen wir heute mal frueh ins Bett.
19 Stunden Zugfahrt lagen vor uns. Wie sollen wir die nur rumkriegen? Bis wir all unser Gepaeck verstaut hatten und endlich richtig gemuddelt auf unseren unteren Pritschen in dem Hard Sleeper sassen, war bereits eine halbe Stunde vergangen... Die arme junge Chinesin aus unserem Abteil. Sie fuehlte sich sicherlich verstossen und setzte sich deshalb in den Gang. Hmm, ob wir wohl doch zu demonstrativ als eine Gang auftraten? Quatsch - wir passten uns an und benahmen uns ganz wie die Chinesen: ohne Ruecksicht auf andere. Gut, das mit dem Rotzen und Spucken konnten wir dann doch nicht.
Wir vertrieben uns die Zeit mit Karten spielen und hatten einen Mordsspass - ob das auch am 45%igen chinesischen Alkohol lag, den wir tranken? Um 22.30 Uhr wurde das Licht ausgeknipst. Allgemeine Bettruhe. OK, gehen wir heute mal frueh ins Bett.
Mittwoch, Oktober 22, 2003
Busan
Es ist doch einfach nicht wahr. Warum muessen Maenner staendig schnarchen und wenn sie sich umdrehen, meint man, das ganze Etagenbett wuerde zusammenbrechen. Ein gewisser Herr in unserem Zimmer nahm ueberhaut keine Ruecksicht auf noch schlafende. Dann am fruehen morgen ein staendiges rein und raus Gerenne. Haetten wir bloss einen Schluessel gehabt!
Check-out war um 11 Uhr. Ups, es ist ja schon 11.15 Uhr! Schnell Nicole wecken. Wir packten unsere nun ach so leichten Rucksaecke und fruestueckten. Dann hatten wir eigentlich vor zu gehen. Eigentlich! Doch dann standen die Jungs (Mike und Griff) und Alex, ein Franzose der gestern angekommen war, auf und alles aenderte sich wieder. Alex hatte einen super PC, auf dem er unendlich viele MP3s gespeichert hatte. Oh, koennen wir davon vielleicht ein paar auf unseren Harddrive ueberspielen? Klar, welche sollen es sein? Naja, und so kam es, dass wir unsere Abreise immer weiter nach hinten verschieben mussten und letztendlich doch blieben. Die arme Jin. Nun hatte sie schon unsere Bettwaesche gewaschen. Aber sie lachte nur und meinte es wuerde ihr nichts ausmachen. Zur Feier des Tages gingen wir alle zusammen essen. Mike, Griff, Alex, Jin und wir zwei. Jin fuehrte uns zu einem koreanischen Restaurant nicht weit vom Backpackers. Es gab Dakgalbi, gebratener Reis mit Huhn und Nudeln, natuerlich wieder auf dem Tisch zubereitet. Wir haetten die ganze Nacht durchessen koennen, so gut war es. Zum Abschluss ging es noch kurz in eine Bar. Kurz ist gut. Es war 0.40 Uhr als wir da wieder raus kamen. Ein wirklich netter Abschiedsabend. Ob wir es wirklich schaffen werden, morgen zu gehen? Oder ob wir wieder mal verschlafen?
Check-out war um 11 Uhr. Ups, es ist ja schon 11.15 Uhr! Schnell Nicole wecken. Wir packten unsere nun ach so leichten Rucksaecke und fruestueckten. Dann hatten wir eigentlich vor zu gehen. Eigentlich! Doch dann standen die Jungs (Mike und Griff) und Alex, ein Franzose der gestern angekommen war, auf und alles aenderte sich wieder. Alex hatte einen super PC, auf dem er unendlich viele MP3s gespeichert hatte. Oh, koennen wir davon vielleicht ein paar auf unseren Harddrive ueberspielen? Klar, welche sollen es sein? Naja, und so kam es, dass wir unsere Abreise immer weiter nach hinten verschieben mussten und letztendlich doch blieben. Die arme Jin. Nun hatte sie schon unsere Bettwaesche gewaschen. Aber sie lachte nur und meinte es wuerde ihr nichts ausmachen. Zur Feier des Tages gingen wir alle zusammen essen. Mike, Griff, Alex, Jin und wir zwei. Jin fuehrte uns zu einem koreanischen Restaurant nicht weit vom Backpackers. Es gab Dakgalbi, gebratener Reis mit Huhn und Nudeln, natuerlich wieder auf dem Tisch zubereitet. Wir haetten die ganze Nacht durchessen koennen, so gut war es. Zum Abschluss ging es noch kurz in eine Bar. Kurz ist gut. Es war 0.40 Uhr als wir da wieder raus kamen. Ein wirklich netter Abschiedsabend. Ob wir es wirklich schaffen werden, morgen zu gehen? Oder ob wir wieder mal verschlafen?
Dienstag, Oktober 21, 2003
Busan
Heute stand mal wieder Sightseeing auf dem Programm. Also frueh aufstehen. Aber irgendwie scheinen wir das alles nicht auf die Reihe zu kriegen. Frueh aufstehen ist bei uns einfach nicht drin. Wieder war es 11 Uhr. Zum Fruehstueck gabs heute mal was ganz anderes. Cocopops mit Milch.
Es war bereits 14 Uhr als wir endlich wie vollbepackte Esel zur Post marschierten. Schnell das Packet zusammen gebaut, Sachen rein, Adresse rauf und ab. Ganze 18 Kg waren zusammen gekommen. Erst als wir die Post verliessen bemerkten wir, dass wir eine Stunde dort verbracht hatten.
Sightseeing, wie waere es mit dem Haeundae Strand? Den muss man hier gesehen haben. Wir zogen Schuhe und Struempfe aus und wanderten im Meer am Strand entlang. So kalt war es garnicht. Es gab einen super schoenen Sonnenuntergang mit der 1.8 Km langen Gwangan Grand Bridge im Vordergrund. Schade, dass es immer so frueh dunkel wird.
Es war bereits 14 Uhr als wir endlich wie vollbepackte Esel zur Post marschierten. Schnell das Packet zusammen gebaut, Sachen rein, Adresse rauf und ab. Ganze 18 Kg waren zusammen gekommen. Erst als wir die Post verliessen bemerkten wir, dass wir eine Stunde dort verbracht hatten.
Sightseeing, wie waere es mit dem Haeundae Strand? Den muss man hier gesehen haben. Wir zogen Schuhe und Struempfe aus und wanderten im Meer am Strand entlang. So kalt war es garnicht. Es gab einen super schoenen Sonnenuntergang mit der 1.8 Km langen Gwangan Grand Bridge im Vordergrund. Schade, dass es immer so frueh dunkel wird.
Montag, Oktober 20, 2003
Busan
Nach einem gemuetlichen Fruehstueck – es gab nun schon seit Tagen Toast mit Zwiebeln und Kaese ueberbacken, und es schmeckte immer noch – machten wir uns auf die Suche nach einer Post. Wir hatten uns entschlossen, das Zelt, Iso und Schlafsack mit unserer zweiten Bibliothek nach Hause zu schicken, da wir es erst mal eh nicht mehr brauchen werden. In China ist es zu gefaehrlich und in Laos, Thailand, Vietnam sollen die Unterkuenfte so guenstig sein, dass wir dort wohl auch kaum zelten werden. Also waere es nur unnoetiger Ballast. Ausserdem wurde uns geraten, mit so wenig Gepaeck wie moeglich nach China zu reisen. Es sprach also alles dafuer, es zurueck zu schicken. Fuer Australien lassen wir es uns von Nicole’s Eltern zurueck senden. Es war gar nicht mal so teuer. Der Karton wuerde 1.600 Won kosten und ein Paket von 10 kg etwa 20.000. Also werden wir morgen alles verschicken.
Zum Abendessen waren wir mit Mike und Griff verabredet. Arne aus Daenemark, wieder jemand Neues, kam auch mit. Wir gingen in ein koreanisches Restaurant die Strasse runter. Es gab Bolgogi. Auf dem Tisch gegrilltes Rindfleisch mit verschiedenen Salaten und Sossen. Koestlich.
Eigentlich hatten wir vor, morgen weiter zu ziehen. Doch nachdem wir uns ein paar Broschueren im Backpackers angesehen hatten, aenderten wir spontan unsere Plaene. Es gab einfach noch zu viel zu sehen.
Zum Abendessen waren wir mit Mike und Griff verabredet. Arne aus Daenemark, wieder jemand Neues, kam auch mit. Wir gingen in ein koreanisches Restaurant die Strasse runter. Es gab Bolgogi. Auf dem Tisch gegrilltes Rindfleisch mit verschiedenen Salaten und Sossen. Koestlich.
Eigentlich hatten wir vor, morgen weiter zu ziehen. Doch nachdem wir uns ein paar Broschueren im Backpackers angesehen hatten, aenderten wir spontan unsere Plaene. Es gab einfach noch zu viel zu sehen.
Sonntag, Oktober 19, 2003
Busan
Es war schon 10.30 Uhr als wir aufwachten. Jin hatte gefragt, ob wir noch zwei Stunden bleiben wuerden. Sie muesse weg, erwartete aber auch einen neuen Gast. Na klar empfangen wir ihn. Er kam am Mittag. Gary aus UK. Aber auch als Jin spaeter wieder kam, hatten wir nicht wirklich Lust raus zu gehen. Also blieben wir hier. Nicole hat sich mit den Fotos und dem PC rumgeaergert und ich war fleissig am Berichte schreiben. So ging der Tag dahin.
Samstag, Oktober 18, 2003
Busan
Obwohl wir erst um 8 Uhr im Bett waren, war ich (Ramona) schon um 12 Uhr wieder wach. Ich setzte mich an den PC und versuchte meine Fotos aufzuladen und auf meinen HardDrive zu speichern. Es klappte natuerlich gar nichts. Als Nicole um 13.45 Uhr aufstand, fruehstueckten wir erst einmal. Scharf gewuerzte koreanische Nudeln. Lecker!
Um 15.40 Uhr gingen wir ins Internet-Cafe auf der anderen Strassenseite. Berichte fuer die Website tippen. 8,5 Stunden. Man, taten uns die Finger weh. Und immer noch sind wir nicht auf dem neuesten Stand. Leider hat es nicht geklappt, die Fotos runterzuladen. Da muessen wir uns noch etwas anderes einfallen lassen.
Es war nach Mitternacht als wir zurueck im Backpackers waren. Wir hatten wieder zwei neue Mitbewohnerinnen. Jen aus Kanada, die aber zur Zeit mit ihrem Mann in Korea lebt, und ein polnisches Maedel. Es gab wieder viel zu quatschen.
Um 15.40 Uhr gingen wir ins Internet-Cafe auf der anderen Strassenseite. Berichte fuer die Website tippen. 8,5 Stunden. Man, taten uns die Finger weh. Und immer noch sind wir nicht auf dem neuesten Stand. Leider hat es nicht geklappt, die Fotos runterzuladen. Da muessen wir uns noch etwas anderes einfallen lassen.
Es war nach Mitternacht als wir zurueck im Backpackers waren. Wir hatten wieder zwei neue Mitbewohnerinnen. Jen aus Kanada, die aber zur Zeit mit ihrem Mann in Korea lebt, und ein polnisches Maedel. Es gab wieder viel zu quatschen.
Freitag, Oktober 17, 2003
Busan
Heute stand endlich mal wieder ausschlafen an. Wir mussten nicht um 10 Uhr das Zimmer verlassen und hatten keine Eile, irgendwohin zu muessen. Das hatten wir aber wohl auch gebraucht. Es war schon 11.45 Uhr als wir aufwachten. Da brauchten wir heute wohl nicht mehr viel Sight-Seeing zu machen. Nach dem Duschen und Essen ist es bestimmt schon nach 14 Uhr. Doch auch das war gut, so konnten wir uns mal ein bisschen ausruhen.
Einmal kurz raus mussten wir trotzdem. Essen kaufen und zur Bank. Wir hatten mal wieder Lust auf Toast mit Tomaten und Kaese ueberbacken. Das hatten wir ja schon lange nicht mehr. Wir kauften an einem Gemuesestand frische Tomaten. Sie sahen richtig saftig aus. Die Verkaeuferin packte sie uns behutsam ein. Den Rest fanden wir im Supermarkt. Dann noch kurz zur Bank, dachten wir. Von wegen kurz! Die Geldautomaten funktionierten mal wieder nicht mit auslaendischen Karten und am Schalter schienen sie auch noch nie etwas von Kreditkarten gehoert zu haben. Dabei hiess es doch "Foreign Exchange". Zu zweit hingen sie am Telefon und suchten um Rat. Nach langem Warten wurde uns endlich gesagt, dass wir Geld bekommen wuerden. Sie brauchten aber unsere Paesse. Na toll! Die hatten wir natuerlich nicht dabei. Ich (Ramona) hatte allerdings meinen Personalausweis im Geldbeutel, dank meines Papas, der meinte, ich solle ihn lieber mitnehmen. Man wisse ja nie! Und recht hatte er. Ich bekam tatsaechlich mein Geld damit. Nur Nicole ging leer aus. Sie war nicht sehr erfreut.
Zurueck im Backpackers machten wir uns den Toast. Was freuten wir uns schon darauf! Und dann? Igitt. Was war das denn? Total suess. Wie Pflaumenmus oder so. Das war alles andere als Tomaten. Nach zwei Toasts konnten wir nichts mehr runter kriegen. Spaeter erzaehlte uns Jin, es waren gar keine Tomaten. Sondern koreanische Fruechte namens Persimmon. Und wir haben auch noch gleich ein ganzes Kilo davon gekauft.
Am Abend gingen wir mit den zwei Englaendern (Mike und Griff) und einem der zwei japanischen Jungs, die heute neu angekommen waren, aus. Zuerst koreanisch essen. Eine Art Nudelsuppe mit Gemuese und Wurst. Ziemlich scharf und total lecker. Es wurde auf einem Gaskocher auf dem Tisch zubereitet. Dann ging es in eine Bar. Hier spielte eine Live-Band. Leider nur noch fuer eine halbe Stunde. Dann wurde der Saal zur Disko. Hier scheint ein Treffpunkt fuer amerikanische Soldaten und andere Westler zu sein. Koreaner waren natuerlich auch dabei. Anfangs taten wir uns noch etwas schwer. Doch dann bekam man uns nicht mehr runter von der Tanzflaeche - bis Ladenschluss. Wir waren allerdings nicht die einzigen, die nicht genug bekommen konnten. Ein paar Freunde von Mike waren mit von der Partie. Also ging es bei einem der Jungs zu Hause weiter. Wir waren neun Leute. Ein Wunder, dass die Nachbarn uns nicht rausgeschmissen haben. Bei dem Laerm, den wir gemacht haben.
Um 8 Uhr lagen wir in unseren Betten. So lange haben wir schon seit Bornholm nicht mehr gefeiert. Mit Sight-Seeing wird morgen wohl wieder nicht viel.
Einmal kurz raus mussten wir trotzdem. Essen kaufen und zur Bank. Wir hatten mal wieder Lust auf Toast mit Tomaten und Kaese ueberbacken. Das hatten wir ja schon lange nicht mehr. Wir kauften an einem Gemuesestand frische Tomaten. Sie sahen richtig saftig aus. Die Verkaeuferin packte sie uns behutsam ein. Den Rest fanden wir im Supermarkt. Dann noch kurz zur Bank, dachten wir. Von wegen kurz! Die Geldautomaten funktionierten mal wieder nicht mit auslaendischen Karten und am Schalter schienen sie auch noch nie etwas von Kreditkarten gehoert zu haben. Dabei hiess es doch "Foreign Exchange". Zu zweit hingen sie am Telefon und suchten um Rat. Nach langem Warten wurde uns endlich gesagt, dass wir Geld bekommen wuerden. Sie brauchten aber unsere Paesse. Na toll! Die hatten wir natuerlich nicht dabei. Ich (Ramona) hatte allerdings meinen Personalausweis im Geldbeutel, dank meines Papas, der meinte, ich solle ihn lieber mitnehmen. Man wisse ja nie! Und recht hatte er. Ich bekam tatsaechlich mein Geld damit. Nur Nicole ging leer aus. Sie war nicht sehr erfreut.
Zurueck im Backpackers machten wir uns den Toast. Was freuten wir uns schon darauf! Und dann? Igitt. Was war das denn? Total suess. Wie Pflaumenmus oder so. Das war alles andere als Tomaten. Nach zwei Toasts konnten wir nichts mehr runter kriegen. Spaeter erzaehlte uns Jin, es waren gar keine Tomaten. Sondern koreanische Fruechte namens Persimmon. Und wir haben auch noch gleich ein ganzes Kilo davon gekauft.
Am Abend gingen wir mit den zwei Englaendern (Mike und Griff) und einem der zwei japanischen Jungs, die heute neu angekommen waren, aus. Zuerst koreanisch essen. Eine Art Nudelsuppe mit Gemuese und Wurst. Ziemlich scharf und total lecker. Es wurde auf einem Gaskocher auf dem Tisch zubereitet. Dann ging es in eine Bar. Hier spielte eine Live-Band. Leider nur noch fuer eine halbe Stunde. Dann wurde der Saal zur Disko. Hier scheint ein Treffpunkt fuer amerikanische Soldaten und andere Westler zu sein. Koreaner waren natuerlich auch dabei. Anfangs taten wir uns noch etwas schwer. Doch dann bekam man uns nicht mehr runter von der Tanzflaeche - bis Ladenschluss. Wir waren allerdings nicht die einzigen, die nicht genug bekommen konnten. Ein paar Freunde von Mike waren mit von der Partie. Also ging es bei einem der Jungs zu Hause weiter. Wir waren neun Leute. Ein Wunder, dass die Nachbarn uns nicht rausgeschmissen haben. Bei dem Laerm, den wir gemacht haben.
Um 8 Uhr lagen wir in unseren Betten. So lange haben wir schon seit Bornholm nicht mehr gefeiert. Mit Sight-Seeing wird morgen wohl wieder nicht viel.
Donnerstag, Oktober 16, 2003
Busan
Puenktlich um 8.30 Uhr erreichten wir Busan, Suedkorea. Wir verliessen die Faehre und mussten uns gleich in eine lange Schlange stellen. Schliesslich brauchen wir jetzt den koreanischen Einreisestempel. Schon auf der Faehre schauten wir uns die Koreaner
an. Worin liegt der Unterschied zu den Japanern? Hmm... der erste Eindruck: Hier haben die Frauen doch eher schon mal lockiges Haar. Im grossen und ganzen scheinen sie nicht so gut gekleidet wie die Japaner. Ausserdem war es vorbei mit der Ruhe. Die Koreaner draengeln, stupsen, ignorieren beim Vorbeilaufen teilweise andere, sind viel lauter. Also wie in Deutschland. Aber es war sicherlich eine gute Idee, sich so von Japan auf China vorzubereiten. Suedkorea wird fuer uns nur ein Durchreiseland werden.
An der Touri-Info direkt am Faehrhafen buchten wir ein Zimmer bei Blue Backpackers. Wir wollten eine, vielleicht zwei Naechte bleiben und dann weiter nach Seoul fahren. Gluecklicherweise konnten wir dieses Mal direkt einchecken, so dass wir unseren schweren Rucksack erst einmal abstellen konnten. Es war jedoch nicht einfach, das Backpackers zu finden - war es wirklich nicht! Was wir naemlich nicht wussten, war, dass es eine ganz normale Wohnung sein wuerde, in einem ganz normalen Haeuserblock.
Jin, eine junge Koreanerin, teilt ihre Wohnung mit bis zu sechs Reisenden. Sie hat ihr eigenes Zimmer, ansonsten gibt es noch ein Doppelzimmer und ein Vier-Bett-Zimmer. Im DZ waren Mike und Griff, zwei junge Englaender einquartiert, die ein Jahr in Korea Englisch lehren wollen. Wir bezogen die Betten also im anderen Zimmer.
Was gibt's zu sehen in Busan? Den Fischmarkt! OK, dieser Tage findet sogar das jaehrliche Fischfestival statt. Es war beeindruckend. So viele verschiedene Fische! Ich (Nicole) bin ja wirklich kein Fischliebhaber, aber was es dort alles zu sehen gab... Riesentintenfische, -krabben, und -rochen, und viele andere Fische mehr, deren Namen ich gar nicht kenne. Und dann etwas ganz ekliges, dass aussieht wie ein - verzeiht - Penis. Schaut euch das Bild an und ueberzeugt euch selbst. Spaeter erfuhren wir, dass man die Dinger ausschluerft. Wie widerlich! Auf dem Fischmarkt gab es jedoch nicht nur Fisch sondern auch Schweinskoepfe, Schweinsfuesse, andere koreanische Leckereien, Suessigkeiten ...
Spaeter wollten wir nach Taejongdae fahren. Mit dem Bus. Angeblich soll es dort Klippen und Felsen von fantastischer Form geben - und einen Leuchtturm. Mit der Busankarte in der Hand stehen wir an der Bushaltestelle, als wir von einem aelteren Herrn angesprochen werden. Er wollte uns doch tatsaechlich nach Taejongdae fahren. Nein, nein, wir nehmen lieber den Bus. Man, stank der nach Alkohol. Los, kommt schon, wir nehmen ein Taxi. Der war ganz schoen aufdringlich! Meinen Einwand, dass wir fuer Taxi kein Geld haben, schmettert der Typ ab. Er hat genug. Trotzdem, wir wollen Bus fahren. Er nahm das wohl persoenlich und wurde immer lauter. Innerhalb kuerzester Zeit hatte sich eine kleine Menschentraube um uns gebildet. Ein junges Maedel, die sogar deutsch sprach, half uns weiter und erleichtert stiegen wir in den Bus. Doch was war das? Der Typ kam doch tatsaechlich nach und zahlte gar fuer uns! Nun gut, wenn er unbedingt will ... Wir waren dennoch sehr froh, als er irgendwann ausstieg.
Taejongdae lohnt eigentlich weiter keiner Beschreibung. Die Felsen und Klippen konnten wir nicht sehen und der Leuchtturm war eine einzige Baustelle.
Wir nahmen den Bus zurueck in die Stadt und da ich kein Kleingeld hatte, zahlte doch tatsaechlich ein junger Koreaner die 700 Won Busgeld fuer mich. Ups, jetzt war ich ueberrascht, das haette ich nicht erwartet. Auf der Fahrt unterhielt er sich noch etwas mit Ramona und schenkte ihr beim Abschied sogar einen kleinen Snoopy. Der haengt jetzt als weiterer Gluecksbringer an ihrem Rucksack.
Abends im Backpackers lernten wir Jane aus London kennen. Sie reist schon seit mehr als 16 Jahren und hat schon die halbe Welt gesehen. Vor allem Asien! Es war total spannend, ihr zuzuhoeren. Sie hatte soviel zu erzaehlen. Und natuerlich hatten wir immer einen Stift bereit, um ihre Tipps festzuhalten. Wir quatschten bis 2 Uhr morgens ... herrlich!
an. Worin liegt der Unterschied zu den Japanern? Hmm... der erste Eindruck: Hier haben die Frauen doch eher schon mal lockiges Haar. Im grossen und ganzen scheinen sie nicht so gut gekleidet wie die Japaner. Ausserdem war es vorbei mit der Ruhe. Die Koreaner draengeln, stupsen, ignorieren beim Vorbeilaufen teilweise andere, sind viel lauter. Also wie in Deutschland. Aber es war sicherlich eine gute Idee, sich so von Japan auf China vorzubereiten. Suedkorea wird fuer uns nur ein Durchreiseland werden.
An der Touri-Info direkt am Faehrhafen buchten wir ein Zimmer bei Blue Backpackers. Wir wollten eine, vielleicht zwei Naechte bleiben und dann weiter nach Seoul fahren. Gluecklicherweise konnten wir dieses Mal direkt einchecken, so dass wir unseren schweren Rucksack erst einmal abstellen konnten. Es war jedoch nicht einfach, das Backpackers zu finden - war es wirklich nicht! Was wir naemlich nicht wussten, war, dass es eine ganz normale Wohnung sein wuerde, in einem ganz normalen Haeuserblock.
Jin, eine junge Koreanerin, teilt ihre Wohnung mit bis zu sechs Reisenden. Sie hat ihr eigenes Zimmer, ansonsten gibt es noch ein Doppelzimmer und ein Vier-Bett-Zimmer. Im DZ waren Mike und Griff, zwei junge Englaender einquartiert, die ein Jahr in Korea Englisch lehren wollen. Wir bezogen die Betten also im anderen Zimmer.
Was gibt's zu sehen in Busan? Den Fischmarkt! OK, dieser Tage findet sogar das jaehrliche Fischfestival statt. Es war beeindruckend. So viele verschiedene Fische! Ich (Nicole) bin ja wirklich kein Fischliebhaber, aber was es dort alles zu sehen gab... Riesentintenfische, -krabben, und -rochen, und viele andere Fische mehr, deren Namen ich gar nicht kenne. Und dann etwas ganz ekliges, dass aussieht wie ein - verzeiht - Penis. Schaut euch das Bild an und ueberzeugt euch selbst. Spaeter erfuhren wir, dass man die Dinger ausschluerft. Wie widerlich! Auf dem Fischmarkt gab es jedoch nicht nur Fisch sondern auch Schweinskoepfe, Schweinsfuesse, andere koreanische Leckereien, Suessigkeiten ...
Spaeter wollten wir nach Taejongdae fahren. Mit dem Bus. Angeblich soll es dort Klippen und Felsen von fantastischer Form geben - und einen Leuchtturm. Mit der Busankarte in der Hand stehen wir an der Bushaltestelle, als wir von einem aelteren Herrn angesprochen werden. Er wollte uns doch tatsaechlich nach Taejongdae fahren. Nein, nein, wir nehmen lieber den Bus. Man, stank der nach Alkohol. Los, kommt schon, wir nehmen ein Taxi. Der war ganz schoen aufdringlich! Meinen Einwand, dass wir fuer Taxi kein Geld haben, schmettert der Typ ab. Er hat genug. Trotzdem, wir wollen Bus fahren. Er nahm das wohl persoenlich und wurde immer lauter. Innerhalb kuerzester Zeit hatte sich eine kleine Menschentraube um uns gebildet. Ein junges Maedel, die sogar deutsch sprach, half uns weiter und erleichtert stiegen wir in den Bus. Doch was war das? Der Typ kam doch tatsaechlich nach und zahlte gar fuer uns! Nun gut, wenn er unbedingt will ... Wir waren dennoch sehr froh, als er irgendwann ausstieg.
Taejongdae lohnt eigentlich weiter keiner Beschreibung. Die Felsen und Klippen konnten wir nicht sehen und der Leuchtturm war eine einzige Baustelle.
Wir nahmen den Bus zurueck in die Stadt und da ich kein Kleingeld hatte, zahlte doch tatsaechlich ein junger Koreaner die 700 Won Busgeld fuer mich. Ups, jetzt war ich ueberrascht, das haette ich nicht erwartet. Auf der Fahrt unterhielt er sich noch etwas mit Ramona und schenkte ihr beim Abschied sogar einen kleinen Snoopy. Der haengt jetzt als weiterer Gluecksbringer an ihrem Rucksack.
Abends im Backpackers lernten wir Jane aus London kennen. Sie reist schon seit mehr als 16 Jahren und hat schon die halbe Welt gesehen. Vor allem Asien! Es war total spannend, ihr zuzuhoeren. Sie hatte soviel zu erzaehlen. Und natuerlich hatten wir immer einen Stift bereit, um ihre Tipps festzuhalten. Wir quatschten bis 2 Uhr morgens ... herrlich!
Mittwoch, Oktober 15, 2003
Hiroshima - Shimonoseki
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Reisens. Wir freuten usn darauf. Endlich mal Zug fahren (4,5 Stunden), ohne umsteigen zu muessen. Und wenn wir Glueck haben, sind wir morgen bereits in Suedkorea.
Puenktlich um 10 Uhr verliessen wir Hiroshima und erreichten um 14.20 Uhr Shimonoseki. Vom Bahnhof liefen wir zum Faehrhafen und bekamen tatsaechlich Tickets fuer die heutige Faehre nach Busan/Suedkorea. 18 Uhr Passkontrolle. Dieses Mal dauerte es nicht so lange wie in Russland. Hier hatte man sich ja auch nicht registrieren lassen muessen! Auf der Faehre wurden wir freundlich begruesst und sogar zu unserer Kabine gebracht. Mal wieder eine eigene Kabine. Cool. Ha, denkste! Die Kabine war ein Dorm fuer bis zu 10 Leute. Gluecklicherweise waren ausser uns aber nur drei andere Frauen da, so dass wir viel Platz hatten.
Nach dem Abendessen gingen wir in die Bar. Mal sehen, was wir fuer unser restliches Kleingeld noch bekommen. Es reichte mal eben fuer ein Glas Rotwein. Der wurde eiskalt serviert - aha?! - und das Glas war auch nicht ganz voll. Und dann wurden wir um 23 Uhr auch noch aufgefordert zu gehen. Na toll! Was blieb also, als frueh ins Bett bzw. auf die Futonmatten zu gehen?
Puenktlich um 10 Uhr verliessen wir Hiroshima und erreichten um 14.20 Uhr Shimonoseki. Vom Bahnhof liefen wir zum Faehrhafen und bekamen tatsaechlich Tickets fuer die heutige Faehre nach Busan/Suedkorea. 18 Uhr Passkontrolle. Dieses Mal dauerte es nicht so lange wie in Russland. Hier hatte man sich ja auch nicht registrieren lassen muessen! Auf der Faehre wurden wir freundlich begruesst und sogar zu unserer Kabine gebracht. Mal wieder eine eigene Kabine. Cool. Ha, denkste! Die Kabine war ein Dorm fuer bis zu 10 Leute. Gluecklicherweise waren ausser uns aber nur drei andere Frauen da, so dass wir viel Platz hatten.
Nach dem Abendessen gingen wir in die Bar. Mal sehen, was wir fuer unser restliches Kleingeld noch bekommen. Es reichte mal eben fuer ein Glas Rotwein. Der wurde eiskalt serviert - aha?! - und das Glas war auch nicht ganz voll. Und dann wurden wir um 23 Uhr auch noch aufgefordert zu gehen. Na toll! Was blieb also, als frueh ins Bett bzw. auf die Futonmatten zu gehen?
Dienstag, Oktober 14, 2003
Nagoya - Hiroshima
Wir erreichten Hiroshima um 8 Uhr. Rucksaecke weg und Fruehstueck. Dann das Ticket nach Shimonoseki fuer morgen frueh kaufen und um 9 Uhr zur Tourist Information, die uns auch gleich ein Zimmer im Mikawa Ryokan buchten. Ein Ryokan ist ein japanisches Zimmer, also mit Futonmatten, Tisch mit kleinen Beinen und Papierwaenden. Wir sollten am besten gleich mal hin zum Einchecken. Doch im Ryokan sagte man uns, dass Check-in erst ab 12 Uhr moeglich sei. Typisch, und warum sind wir jetzt hierher gelaufen?
Wir schlenderten etwas durch den Friedensgedaechtnispark. Vorbei am Atomic Bomb Dome. Diese fruehere Stadthalle war wahrscheinlich das Epizentrum der atomaren Explosion vom 06.08.1945. Es ist das einzige von der Atombombe geschaedigte Gebaeude in Hiroshima, das noch steht. Auf unserem Weg durch den Park wurden wir immer wieder von kleinen Schuelergruppen angesprochen: "Excuse me. We go to the Yagi Elementary School in Hiroshima. We are in 5th grade. We are learning English. May we ask you some questions?" Aber sicher doch. Alle Gruppen wollten wissen, woher wir kommen, wie wir heissen. Sie fragten aber auch nach unserem Lieblingssport, welchen Eindruck wir von Hiroshima haben, ... Als Danke schoen erhielten wir von den Gruppen aus Papier gefaltete (Origami) Kraniche.
Gegen 14.30 Uhr sind wir dann ins Museum. Obwohl wir Museen nicht moegen, aber dieses interessierte uns doch brennend. Wir liehen uns Audiokassetten aus und erhielten so noch mehr Informationen als auf den einzelnen Tafeln zu lesen war. Es war interessant, beeindruckend, traurig und zum wuetend werden zugleich.
Am 06.08.1945 um 8.15 Uhr morgens wurde Hiroshima als erste Stadt der Welt Opfer einer Atombombe. Die Stadt wurde fast vollstaendig zerstoert und mehr als 140.000 Menschen verloren ihr Leben. Diejenigen, die ueberlebten, waren physisch und psychisch verletzt und viele leiden noch heute an den Nachwirkungen. Hier im Museum sind Gegenstaende aus dem Besitz der Opfer, Fotos und andere Dokumente gesammelt und ausgestellt. Ausserdem erhaelt man einen Ueberblick ueber die Geschichte Hiroshimas sowie einen Einblick in das Atomzeitalter. Heute sagt man, dass Hiroshima aus den Truemmern wieder auferstanden ist und die Menschen eine friedliche Welt ohne Atomwaffen wollen. Das wirft natuerlich einige Fragen auf wie z. Bsp.:
Was ist eigentlich eine Atombombe? Eine Atombombe ist eine Waffe, deren Wirkung auf der bei der Kernspaltung von Uran oder Plutonium frei gesetzten Energie beruht. Ihre Zerstoerungskraft ist um ein vielfaches groesser als die einer Bombe mit konventionellem Sprengstoff. Ausserdem verursachen die bei der Explosion frei gesetzten Gamma-, Neutronen- und anderen Strahlen schwere koerperliche Schaeden ueber einen langen Zeitraum hinweg. Die ueber Hiroshima geworfene Bombe war etwa drei Meter lang und wog etwa vier Tonnen. Wegen ihrer langen, gestreckten Form wurde sie "Little Boy" genannt. Die Bombe war wahrscheinlich mit 50 kg Uran-235 gefuellt. Weniger als 1 kg davon hat "nur" reagiert und dabei eine Energie frei gesetzt, die der Explosionskraft von 15.000 Tonnen entspricht.
Warum wurde die Atombombe ausgerechnet auf Hiroshima geworfen? Im August 1942 starteten die Vereinigten Staaten das Manhattan-Projekt zur Herstellung einer Atombombe. Am 16.07.1945 fuehrten sie in der Wueste New Mexikos den ersten Atomwaffentest der Welt erfolgreich aus. Die Vereinigten Staaten wollten Japan so schnell wie moeglich zur Kapitulation zwingen, um amerikanische Verluste so gering wie moeglich zu halten. Ausserdem hatte die Sowjetunion bei der Jalta-Konferenz im Februar 1945 ein geheimes Abkommen getroffen, um in den Krieg gegen Japan einzutreten. Die Vereinigten Staaten wollten die Atombombe einsetzen bevor dies geschah, um ihre Ueberlegenheit nach dem Krieg zu etablieren. Und schliesslich sollte die erste Atombombe der Welt in einem echten Angriff eingesetzt werden, um ihre Wirkung zu testen. Gegen Ende des Krieges waren die meisten Grossstaedte Japans durch Luftangriffe zerstoert. Wahrscheinlich wurde Hiroshima gewaehlt, weil erstens die Groesse und topographische Beschaffenheit der Stadt gut zur Beobachtung der zerstoererischen Wirkung der Atombombe geeignet waren, und zweitens viele Truppen, militaerische Einrichtungen und Ruestungsfabriken hier konzentriert waren und die Stadt noch weitestgehend unzerstoert war.
In dem Museum wird von vielen Einzelschicksalen berichtet, so auch von Sadako Sasaki. Sie war zwei Jahre alt als die Atombombe auf Hiroshima fiel. Zehn Jahre spaeter erkrankte sie an strahlungsbedingter Leukaemie und wurde ins Rote Kreuz-Krankenhaus aufgenommen. Trotz der Schmerzen,die sie aufgrund ihrer Krankheit erdulden musste, faltete sie treu viele der Papierkraniche in der Hoffnung auf Heilung. Nach 8-monatigem Kampf mit der Krankheit endete jedoch ihr junges Leben. Die Kraniche sind aber durch sie zum Symbol fuer Hoffnung und Frieden geworden, vor allem bei Schuelern - und das in der ganzen Welt.
Wir verbrachten 3,5 Stunden im Museum und mussten am Ende gar richtig hetzen, da das Museum um 18 Uhr schliesst. Zu sehen, wie diese Menschen gelitten haben und zum Teil auch heute noch leiden muessen, hat uns oft die Traenen in die Augen schiessen lassen. Da wird einem mal wieder klar, wie unwichtig und unbedeutend Probleme wie fehlende Zungenpiercings oder nicht funktionierende Hard drives sind.
Wir schlenderten etwas durch den Friedensgedaechtnispark. Vorbei am Atomic Bomb Dome. Diese fruehere Stadthalle war wahrscheinlich das Epizentrum der atomaren Explosion vom 06.08.1945. Es ist das einzige von der Atombombe geschaedigte Gebaeude in Hiroshima, das noch steht. Auf unserem Weg durch den Park wurden wir immer wieder von kleinen Schuelergruppen angesprochen: "Excuse me. We go to the Yagi Elementary School in Hiroshima. We are in 5th grade. We are learning English. May we ask you some questions?" Aber sicher doch. Alle Gruppen wollten wissen, woher wir kommen, wie wir heissen. Sie fragten aber auch nach unserem Lieblingssport, welchen Eindruck wir von Hiroshima haben, ... Als Danke schoen erhielten wir von den Gruppen aus Papier gefaltete (Origami) Kraniche.
Gegen 14.30 Uhr sind wir dann ins Museum. Obwohl wir Museen nicht moegen, aber dieses interessierte uns doch brennend. Wir liehen uns Audiokassetten aus und erhielten so noch mehr Informationen als auf den einzelnen Tafeln zu lesen war. Es war interessant, beeindruckend, traurig und zum wuetend werden zugleich.
Am 06.08.1945 um 8.15 Uhr morgens wurde Hiroshima als erste Stadt der Welt Opfer einer Atombombe. Die Stadt wurde fast vollstaendig zerstoert und mehr als 140.000 Menschen verloren ihr Leben. Diejenigen, die ueberlebten, waren physisch und psychisch verletzt und viele leiden noch heute an den Nachwirkungen. Hier im Museum sind Gegenstaende aus dem Besitz der Opfer, Fotos und andere Dokumente gesammelt und ausgestellt. Ausserdem erhaelt man einen Ueberblick ueber die Geschichte Hiroshimas sowie einen Einblick in das Atomzeitalter. Heute sagt man, dass Hiroshima aus den Truemmern wieder auferstanden ist und die Menschen eine friedliche Welt ohne Atomwaffen wollen. Das wirft natuerlich einige Fragen auf wie z. Bsp.:
Was ist eigentlich eine Atombombe? Eine Atombombe ist eine Waffe, deren Wirkung auf der bei der Kernspaltung von Uran oder Plutonium frei gesetzten Energie beruht. Ihre Zerstoerungskraft ist um ein vielfaches groesser als die einer Bombe mit konventionellem Sprengstoff. Ausserdem verursachen die bei der Explosion frei gesetzten Gamma-, Neutronen- und anderen Strahlen schwere koerperliche Schaeden ueber einen langen Zeitraum hinweg. Die ueber Hiroshima geworfene Bombe war etwa drei Meter lang und wog etwa vier Tonnen. Wegen ihrer langen, gestreckten Form wurde sie "Little Boy" genannt. Die Bombe war wahrscheinlich mit 50 kg Uran-235 gefuellt. Weniger als 1 kg davon hat "nur" reagiert und dabei eine Energie frei gesetzt, die der Explosionskraft von 15.000 Tonnen entspricht.
Warum wurde die Atombombe ausgerechnet auf Hiroshima geworfen? Im August 1942 starteten die Vereinigten Staaten das Manhattan-Projekt zur Herstellung einer Atombombe. Am 16.07.1945 fuehrten sie in der Wueste New Mexikos den ersten Atomwaffentest der Welt erfolgreich aus. Die Vereinigten Staaten wollten Japan so schnell wie moeglich zur Kapitulation zwingen, um amerikanische Verluste so gering wie moeglich zu halten. Ausserdem hatte die Sowjetunion bei der Jalta-Konferenz im Februar 1945 ein geheimes Abkommen getroffen, um in den Krieg gegen Japan einzutreten. Die Vereinigten Staaten wollten die Atombombe einsetzen bevor dies geschah, um ihre Ueberlegenheit nach dem Krieg zu etablieren. Und schliesslich sollte die erste Atombombe der Welt in einem echten Angriff eingesetzt werden, um ihre Wirkung zu testen. Gegen Ende des Krieges waren die meisten Grossstaedte Japans durch Luftangriffe zerstoert. Wahrscheinlich wurde Hiroshima gewaehlt, weil erstens die Groesse und topographische Beschaffenheit der Stadt gut zur Beobachtung der zerstoererischen Wirkung der Atombombe geeignet waren, und zweitens viele Truppen, militaerische Einrichtungen und Ruestungsfabriken hier konzentriert waren und die Stadt noch weitestgehend unzerstoert war.
In dem Museum wird von vielen Einzelschicksalen berichtet, so auch von Sadako Sasaki. Sie war zwei Jahre alt als die Atombombe auf Hiroshima fiel. Zehn Jahre spaeter erkrankte sie an strahlungsbedingter Leukaemie und wurde ins Rote Kreuz-Krankenhaus aufgenommen. Trotz der Schmerzen,die sie aufgrund ihrer Krankheit erdulden musste, faltete sie treu viele der Papierkraniche in der Hoffnung auf Heilung. Nach 8-monatigem Kampf mit der Krankheit endete jedoch ihr junges Leben. Die Kraniche sind aber durch sie zum Symbol fuer Hoffnung und Frieden geworden, vor allem bei Schuelern - und das in der ganzen Welt.
Wir verbrachten 3,5 Stunden im Museum und mussten am Ende gar richtig hetzen, da das Museum um 18 Uhr schliesst. Zu sehen, wie diese Menschen gelitten haben und zum Teil auch heute noch leiden muessen, hat uns oft die Traenen in die Augen schiessen lassen. Da wird einem mal wieder klar, wie unwichtig und unbedeutend Probleme wie fehlende Zungenpiercings oder nicht funktionierende Hard drives sind.
Montag, Oktober 13, 2003
Suzuka - Hiroshima
Was ist denn jetzt los? Warum ist da so'n Krach? Es war erst 3.30 Uhr! Und die bruellen da lauthals rum. Wer soll denn da schlafen koennen? Als ich (Ramona) dann gerade wieder eingeschlafen war, fing es wie bloed an zu regnen. Wieder war ich wach. 4.30 Uhr.
So ging es weiter, bis wir um 9.30 Uhr aufstanden. Es hatte endlich aufgehoert zu regnen. Alles stand unter Wasser, der ganze Golfplatz war ein Schlammfeld. Die anderen Camper waren schon fast alle weg. Gab es hier etwa eine Check-out Zeit? Wir fingen an zu packen. Unsere Rucksaecke lagen in Pfuetzen. Vor allem Nicoles hatte es boese erwischt. Das ganze Rueckenteil war durch und durch nass. Sollte das nun die Strafe fuer das super schoene Wochenende gewesen sein? Es war unmoeglich, die Rucksaecke in dem Schlamm zu packen. Wir brachten alles einzeln rauf auf die Abschlagspits und legten es erstmal alles zum Trocknen. Die Sonne kam raus und es wurde richtig warm. Na bitte. Geht doch. Dann kam auch noch ein Japaner mit einem Wasserschlauch und half uns die versiffte Unterplane vom Zelt zu reinigen. Man, wie aufmerksam. Waehrend nun alles trocknete, fruehstueckten wir erstmal. Es kamen immer mehr Japaner mit ihren Golfausruestungen. Stoeren wir etwa? Ach was, sie koennen ja was sagen.
Kurz vor 14 Uhr machten wir uns auf den Weg. Mit dem Bus zum Bahnhof und weiter mit dem Zug nach Nagoya. Von hier aus sollte es mit dem Nachtbus nach Hiroshima gehen. Das Ticket bekamen wir fuer 84.000 Yen. Abfahrt war um 23 Uhr. Blieb uns noch eine Menge Zeit. In der Touri-Info erfuhren wir, dass es hier ein riesen Elektronik Einkaufsviertel gab. Vielleicht finden wir hier ja den Harddrive, von dem Al uns erzaehlt hatte. Wir waren es Leid, staendig nach Fotolaeden zu suchen, die uns die Bilder runterladen und auf CD brennen koennen. Und umbenennen koennen wir sie so auch nie. Ein Harddrive waere schon praktisch. Wir liefen von einem Geschaeft ins naechste. Doch es war nichts zu finden. Immer wurden wir woanders hingeschickt. Aber dann fanden wir ein Geschaeft mit Harddrives. Es waren die neusten auf dem Markt. Die gab es in Europa noch gar nicht. Und dann waren sie noch billiger als den, den wir im Kopf hatten. Wir ueberlegten hin und her. Sollten wir ihn mitnehmen? Wir sahen nochmal im Internet nach, ob es auch genau der war, den wir suchten. In den PC Geschaeften kann man sich ueberall kostenlos ins Netz einloggen. Hoerte sich alles perfekt an. Schade nur, dass der Verkaeufer uns nichts auf Englisch erklaeren konnte. Aber dafuer gab es ja die Gebrauchsanleitung. Mein Kamerakabel schien jedenfalls zu passen, also enschied ich mich dafuer.
Nicole brauchte einen Adapter fuer ihr Kamerakabel, da sie nicht den richtigen USB Stecker hatte. Bevor sie sich auch den Harddrive kaufte, wollte sie erstmal nach dem Adapter sehen. Denn was bringt der Harddrive, wenn sie die Kamera eh nicht anschliessen kann. Und wieder ging es durch saemtliche Geschaefte. Ueberall war der Stecker ausverkauft. Nicole war total frustiert. Sie haette sich auch so gern einen Harddrive gekauft. Und als sie sich letztendlich doch dazu entschloss, einen mitzunehmen, denn so guenstig kommen wir da bestimmt nicht mehr ran, hatten sie keinen mehr. Na klasse! Und dafuer sind wir nun fast 2 Stunden rumgerannt, um den bloeden Adapter zu finden.
Wir gingen zurueck zum Bahnhof. Irgendwie war ich mir nicht sicher, ob ich das richtige gemacht hatte. Ich war nicht so ganz froh mit dem Kauf. Irgendwas schien nicht zu passen. Nur was? Ich gruebelte den ganzen Weg. Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Das Kabel war's! Natuerlich, es kann gar nicht passen. Der Harddrive hatte doch auch nur einen USB Ausgang und keinen Eingang! Ich war ja so doof! Wieso ist mir das vorhin denn nicht aufgefallen? Man kann die Kamera nicht mit dem Harddrive verbinden. Man braucht immer einen PC als Zwischenstation. Na Super! Genau das, was wir nicht wollten! Nun konnte Nicole aber froh sein, dass sie keinen mehr bekommen hatte. Und ich war so angepisst!
Zurueck am Bahnhof gingen wir noch was essen und um 23 Uhr fuhr der Nachtbus los. Puenktlich wie immer. Es war dismal ein Doppeldecker. Total komfortabel und viel Platz fuer die Fuesse.
So ging es weiter, bis wir um 9.30 Uhr aufstanden. Es hatte endlich aufgehoert zu regnen. Alles stand unter Wasser, der ganze Golfplatz war ein Schlammfeld. Die anderen Camper waren schon fast alle weg. Gab es hier etwa eine Check-out Zeit? Wir fingen an zu packen. Unsere Rucksaecke lagen in Pfuetzen. Vor allem Nicoles hatte es boese erwischt. Das ganze Rueckenteil war durch und durch nass. Sollte das nun die Strafe fuer das super schoene Wochenende gewesen sein? Es war unmoeglich, die Rucksaecke in dem Schlamm zu packen. Wir brachten alles einzeln rauf auf die Abschlagspits und legten es erstmal alles zum Trocknen. Die Sonne kam raus und es wurde richtig warm. Na bitte. Geht doch. Dann kam auch noch ein Japaner mit einem Wasserschlauch und half uns die versiffte Unterplane vom Zelt zu reinigen. Man, wie aufmerksam. Waehrend nun alles trocknete, fruehstueckten wir erstmal. Es kamen immer mehr Japaner mit ihren Golfausruestungen. Stoeren wir etwa? Ach was, sie koennen ja was sagen.
Kurz vor 14 Uhr machten wir uns auf den Weg. Mit dem Bus zum Bahnhof und weiter mit dem Zug nach Nagoya. Von hier aus sollte es mit dem Nachtbus nach Hiroshima gehen. Das Ticket bekamen wir fuer 84.000 Yen. Abfahrt war um 23 Uhr. Blieb uns noch eine Menge Zeit. In der Touri-Info erfuhren wir, dass es hier ein riesen Elektronik Einkaufsviertel gab. Vielleicht finden wir hier ja den Harddrive, von dem Al uns erzaehlt hatte. Wir waren es Leid, staendig nach Fotolaeden zu suchen, die uns die Bilder runterladen und auf CD brennen koennen. Und umbenennen koennen wir sie so auch nie. Ein Harddrive waere schon praktisch. Wir liefen von einem Geschaeft ins naechste. Doch es war nichts zu finden. Immer wurden wir woanders hingeschickt. Aber dann fanden wir ein Geschaeft mit Harddrives. Es waren die neusten auf dem Markt. Die gab es in Europa noch gar nicht. Und dann waren sie noch billiger als den, den wir im Kopf hatten. Wir ueberlegten hin und her. Sollten wir ihn mitnehmen? Wir sahen nochmal im Internet nach, ob es auch genau der war, den wir suchten. In den PC Geschaeften kann man sich ueberall kostenlos ins Netz einloggen. Hoerte sich alles perfekt an. Schade nur, dass der Verkaeufer uns nichts auf Englisch erklaeren konnte. Aber dafuer gab es ja die Gebrauchsanleitung. Mein Kamerakabel schien jedenfalls zu passen, also enschied ich mich dafuer.
Nicole brauchte einen Adapter fuer ihr Kamerakabel, da sie nicht den richtigen USB Stecker hatte. Bevor sie sich auch den Harddrive kaufte, wollte sie erstmal nach dem Adapter sehen. Denn was bringt der Harddrive, wenn sie die Kamera eh nicht anschliessen kann. Und wieder ging es durch saemtliche Geschaefte. Ueberall war der Stecker ausverkauft. Nicole war total frustiert. Sie haette sich auch so gern einen Harddrive gekauft. Und als sie sich letztendlich doch dazu entschloss, einen mitzunehmen, denn so guenstig kommen wir da bestimmt nicht mehr ran, hatten sie keinen mehr. Na klasse! Und dafuer sind wir nun fast 2 Stunden rumgerannt, um den bloeden Adapter zu finden.
Wir gingen zurueck zum Bahnhof. Irgendwie war ich mir nicht sicher, ob ich das richtige gemacht hatte. Ich war nicht so ganz froh mit dem Kauf. Irgendwas schien nicht zu passen. Nur was? Ich gruebelte den ganzen Weg. Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Das Kabel war's! Natuerlich, es kann gar nicht passen. Der Harddrive hatte doch auch nur einen USB Ausgang und keinen Eingang! Ich war ja so doof! Wieso ist mir das vorhin denn nicht aufgefallen? Man kann die Kamera nicht mit dem Harddrive verbinden. Man braucht immer einen PC als Zwischenstation. Na Super! Genau das, was wir nicht wollten! Nun konnte Nicole aber froh sein, dass sie keinen mehr bekommen hatte. Und ich war so angepisst!
Zurueck am Bahnhof gingen wir noch was essen und um 23 Uhr fuhr der Nachtbus los. Puenktlich wie immer. Es war dismal ein Doppeldecker. Total komfortabel und viel Platz fuer die Fuesse.
Sonntag, Oktober 12, 2003
Suzuka
3 Uhr morgens. Was ist denn hier los? Warum ist es so laut und warum sind so viele Menschen unterwegs? Die gehen doch nicht schon etwa alle zum Circuit? Stellen die sich tatsaechlich schon an? Wir wollten doch erst um 5.30 Uhr aufstehen. Aber wir waren ja auch clever gewesen, hatten ja unsere Sitzkissen gut platziert. Unser Platz ist gesichert... Einlass ist eh erst um 6.30 Uhr.
Wir kamen um 6.20 Uhr am Haupteingang an. Aber hier war ja gar keiner. Wir hatten Tausende von Menschen erwartet. Die koennen doch nicht alle verschlafen haben. Haben wir uns in der Zeit geirrt oder sind gar alle schon drin? An der Schranke konnten wir es dann sehen, knapp ueber 1000 Leute waren drin. Das kann nur eines bedeuten: Alle haben ihre Plaetze wie wir reserviert. Die Sicherheitsvorkehrungen waren beeindruckend. Wie schon an beiden Tagen zuvor gab es einfach keine. Wir haetten alles mit auf den Circuit nehmen koennen, aber hier in Japan macht man das eben nicht. Dann an unserer Tribuene, unsere Sitzkissen, sie liegen noch da inklusive der Steine. Unglaublich! Alles lag unberuehrt an seinem Platz. Wer jetzt noch keinen hat, wird es schwer haben.
Wir lernten ein paar Studenten aus Mittel- und Suedamerika sowie einen in Essen aufgewachsenen Aegypter kennen. Wir schienen die einzigen Nicht-Japaner weit und breit und mit den Jungs verging die Zeit bis um 10.55 Uhr viel schneller. Dann gab's das erste Rennen: 10 Runden Formel 3. Es gab einige interessante Duelle, aber wir waren alle heiss auf Formel 1.
Um 14.30 Uhr war es soweit. Der Start. Barrichello kam gut weg und auch Schumi war gleich einen Platz vor. Den wie vielten Platz muss Schumi eigentlich belegen, um diesen Punkt zu bekommen? Mit der neuen Punkteverteilungsregel waren wir nicht so vertraut. 8. Platz oder reicht gar schon der 10.? Diese Ungewissheit! Nur noch fuenf Runden: Barrichello fuehrt, Schumi auf Rang acht. Sein Rueckstand auf Rang 7 scheint sich nicht zu verringern. Reicht ihm also der 8. Platz? Ja, das muss es sein. Noch zwei Runden, keine Veraenderung. Letzte Runde, die Ferrari-Crew laeuft schon aus der Box. Sie freuen sich riesig. Erst waehrend der Pressekonferenz konnten wir ganz sicher sein. Schumi ist zum sechsten Mal Weltmeister, das hat vor ihm noch keiner geschafft. Ferrari gewinnt zum fuenften Mal hintereinander die Konstrukteursweltmeisterschaft. Wir konnten es nicht glauben. Bei diesem sportlich historischen Ereignis waren wir live dabei. In Japan.
Wir kamen um 6.20 Uhr am Haupteingang an. Aber hier war ja gar keiner. Wir hatten Tausende von Menschen erwartet. Die koennen doch nicht alle verschlafen haben. Haben wir uns in der Zeit geirrt oder sind gar alle schon drin? An der Schranke konnten wir es dann sehen, knapp ueber 1000 Leute waren drin. Das kann nur eines bedeuten: Alle haben ihre Plaetze wie wir reserviert. Die Sicherheitsvorkehrungen waren beeindruckend. Wie schon an beiden Tagen zuvor gab es einfach keine. Wir haetten alles mit auf den Circuit nehmen koennen, aber hier in Japan macht man das eben nicht. Dann an unserer Tribuene, unsere Sitzkissen, sie liegen noch da inklusive der Steine. Unglaublich! Alles lag unberuehrt an seinem Platz. Wer jetzt noch keinen hat, wird es schwer haben.
Wir lernten ein paar Studenten aus Mittel- und Suedamerika sowie einen in Essen aufgewachsenen Aegypter kennen. Wir schienen die einzigen Nicht-Japaner weit und breit und mit den Jungs verging die Zeit bis um 10.55 Uhr viel schneller. Dann gab's das erste Rennen: 10 Runden Formel 3. Es gab einige interessante Duelle, aber wir waren alle heiss auf Formel 1.
Um 14.30 Uhr war es soweit. Der Start. Barrichello kam gut weg und auch Schumi war gleich einen Platz vor. Den wie vielten Platz muss Schumi eigentlich belegen, um diesen Punkt zu bekommen? Mit der neuen Punkteverteilungsregel waren wir nicht so vertraut. 8. Platz oder reicht gar schon der 10.? Diese Ungewissheit! Nur noch fuenf Runden: Barrichello fuehrt, Schumi auf Rang acht. Sein Rueckstand auf Rang 7 scheint sich nicht zu verringern. Reicht ihm also der 8. Platz? Ja, das muss es sein. Noch zwei Runden, keine Veraenderung. Letzte Runde, die Ferrari-Crew laeuft schon aus der Box. Sie freuen sich riesig. Erst waehrend der Pressekonferenz konnten wir ganz sicher sein. Schumi ist zum sechsten Mal Weltmeister, das hat vor ihm noch keiner geschafft. Ferrari gewinnt zum fuenften Mal hintereinander die Konstrukteursweltmeisterschaft. Wir konnten es nicht glauben. Bei diesem sportlich historischen Ereignis waren wir live dabei. In Japan.
Samstag, Oktober 11, 2003
Suzuka
Da kann man doch mal sehen, welche Wirkung schnelle Autos und huebsche Rennfahrer auf uns haben: Schon um 7 Uhr standen wir auf. Wir sind gleich wieder auf den Platz, den wir gestern zuerst belegt hatten. Hier sieht man eben am besten. Um 9 Uhr das erste Training, dieses Mal direkt mit den Stars. Und da, was macht denn Kimi? Wo will der denn hin? Landet fast vor unserer Nase im Kiesbett. Wir konnten uns ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. Schumi jedoch scheint auch nicht so gut drauf. Das wird hoffentlich noch. Um 14 Uhr gilt es. Bis dahin ist ja noch etwas Zeit. Wir verbrachten diese mit schlafen. Wenn man das Schlafen nennen kann. Auf unserem spaerlichen Platz - wir hatten uns mit unseren Sitzkissen zwischen die anderen quetschen muessen - drehten wir uns von einer Seite auf die andere. Fuesse angewinkelt, Beine ausgestreckt. Oder doch lieber angezogen? Wohin mit dem Kopf? Auf den Pulli? Arm drunter oder nicht? Es war alles nicht so einfach.
Um 14 Uhr dann endlich das Qualifying. Ob Kimi sich wie heute morgen wieder ins Kiesbett abschiesst? Nee, ganz Profi kam er gut durch. Nur seine Zeit liess zu wuenschen uebrig. Nur Rang 7. Das sollte fuer Schumi doch zu schaffen sein. Aber es kam alles ganz anders, denn der Regen setzte ein. Damit konnte keiner rechnen. Heute morgen sass ich (Nicole) noch in kurzer Hose und Top da. Regensachen hatten wir auch keine dabei. Schumi verlor fuenf Sekunden auf Barrichello (Pole Position) und landete somit nur auf einem enttaeuschenden 14. Platz. Oh je, wo soll das nur enden? Er wird doch diesen einen Punkt holen koennen. Enttaeuscht verliessen wir den Circuit. Allerdings nicht, ohne vorher unsere Sitzkissen mit Steinen zu behaeufen. Ob das genuegt, um unseren Platz bis morgen zu reservieren?
Auf dem Rueckweg suchten wir Trost an einer Imbissbude. Wir probierten eine Wurst, die hier in Japan ueberall zu sehen ist. Aufgespiesst auf ein Staebchen, dann gegrillt. Mit Ketchup ganz lecker, den suessen Senf jedoch kann man sich getrost sparen. Kein Vergleich zu einer echten deutschen Bratwurst.
Der Weg zurueck zum Zelt dauerte eine ganze Weile, waren eben doch noch zu viele unterwegs. Auf dem Parkplatz vor dem Zeltplatz staunten wir nicht schlecht. Wofuer um Himmels willen stehen denn die ganzen Leute an? Das konnte nur fuer den Bus sein! Kilometerlang stehen sie da in Zweierreihen. Keiner draengelt sich vor, alle warten einfach nur geduldig. Unglaublich!
Um 14 Uhr dann endlich das Qualifying. Ob Kimi sich wie heute morgen wieder ins Kiesbett abschiesst? Nee, ganz Profi kam er gut durch. Nur seine Zeit liess zu wuenschen uebrig. Nur Rang 7. Das sollte fuer Schumi doch zu schaffen sein. Aber es kam alles ganz anders, denn der Regen setzte ein. Damit konnte keiner rechnen. Heute morgen sass ich (Nicole) noch in kurzer Hose und Top da. Regensachen hatten wir auch keine dabei. Schumi verlor fuenf Sekunden auf Barrichello (Pole Position) und landete somit nur auf einem enttaeuschenden 14. Platz. Oh je, wo soll das nur enden? Er wird doch diesen einen Punkt holen koennen. Enttaeuscht verliessen wir den Circuit. Allerdings nicht, ohne vorher unsere Sitzkissen mit Steinen zu behaeufen. Ob das genuegt, um unseren Platz bis morgen zu reservieren?
Auf dem Rueckweg suchten wir Trost an einer Imbissbude. Wir probierten eine Wurst, die hier in Japan ueberall zu sehen ist. Aufgespiesst auf ein Staebchen, dann gegrillt. Mit Ketchup ganz lecker, den suessen Senf jedoch kann man sich getrost sparen. Kein Vergleich zu einer echten deutschen Bratwurst.
Der Weg zurueck zum Zelt dauerte eine ganze Weile, waren eben doch noch zu viele unterwegs. Auf dem Parkplatz vor dem Zeltplatz staunten wir nicht schlecht. Wofuer um Himmels willen stehen denn die ganzen Leute an? Das konnte nur fuer den Bus sein! Kilometerlang stehen sie da in Zweierreihen. Keiner draengelt sich vor, alle warten einfach nur geduldig. Unglaublich!
Freitag, Oktober 10, 2003
Suzuka
Um 8 Uhr sind wir heute schon aufgestanden. Wollen das freie Training ja nicht verpassen. Brot und Kaese eingepackt fuer spaeter und auf gings. Da wir die nicht reservierten Plaetze hatten, mussten wir erstmal halb um den Parcours rumlaufen. Die Rennstrecke liegt in einem Vergnuegungspark, den wir erstmal durchqueren mussten. Wir brauchten fast 40 Minuten bis wir zur ersten Stelle kamen, die fuer nicht reservierte Plaetze vorgesehen war. Es sollte sogar der beste Platz am Parcours sein. Zu unserer Ueberraschung waren es sogar Sitzplaetze. Und noch so viel freier Platz. Das Training hatte schon angefangen. Es war ein ganz schoener Laerm, wenn die Autos an uns vorbei brausten. Nach und nach kamen mehr Japaner und setzten sich. Sie hatten alle grosse Plastikplanen dabei, die sie mit Heringen feststeckten. An sowas hatten wir natuerlich nicht gedacht. Aber morgen, da bringen wir unsere Sitzmatten mit.
Zum Mittag kamen immer mehr Fahrer zum Training und die Rennstrecke fuellte sich allmaehlich. Und endlich kamen auch Schumi und Raikkoenen. Wie schnell die vorbeiflitzten, Wahnsinn!!
Von 12 bis 14 Uhr war Mittagspause. Jetzt wurde die Strecke gereinigt und zwar mit Besen. Orange Maennchen liefen auf den Parcours und fegten, was das Zeug hielt. Es sah so witzig aus!
Wir machten uns auf, um noch ein paar andere Sitzstellen zu erkunden. Ob es doch noch eine bessere gab als die von eben? Wir liefen einmal um die ganze Rennstrecke. Aber nichtmal an der Haarnadelkurve war es besser. Hier trafen wir uebrigens die ersten anderen Auslaender. Dachten schon wir waeren die einzigen. Eine Gruppe Iren sassen hier. Wir sahen uns das Nachmittags-Training mit ihnen an. Es gab so viel zu lachen.
Es stand also fest, dass wir morgen frueh wieder den ersten Platz beziehen wuerden. Nirgends sonst konnte man einen so grossen Streckenabschnitt sehen und hatten auch noch einen Monitor. Ende der Start/Ziel-Gerade, 1. Kurve und 1. Schikane. Als das Training vorbei war und die Japaner alle gingen, trauten wir unseren Augen kaum. Was ging denn jetzt ab? Alle liessen ihre Planen liegen. Prueften sogar noch mal, ob sie auch gut befestigt waren. Das gibts doch nicht. Sind wir denn hier auf Mallorca? Zu dumm, das wir unsere Sitzmatten nicht dabei hatten. Wenn das tatsaechlich alles so liegen bleibt bis morgen, dann ist ja wohl klar was wir morgen tun werden!
Im Vergnuegungspark waren ueberall Autostaende aufgebaut und vor jedem Schlitten standen 2 Haeschen (junge halbnackte Maedels). Unglaublich, wie die Maenner darauf abfuhren. Jeder musste ein Foto von ihnen machen, die Autos interessierten kein Schwein. Es war ueberhaupt kein Durchkommen mehr. Was soll man dazu noch sagen?
Zum Mittag kamen immer mehr Fahrer zum Training und die Rennstrecke fuellte sich allmaehlich. Und endlich kamen auch Schumi und Raikkoenen. Wie schnell die vorbeiflitzten, Wahnsinn!!
Von 12 bis 14 Uhr war Mittagspause. Jetzt wurde die Strecke gereinigt und zwar mit Besen. Orange Maennchen liefen auf den Parcours und fegten, was das Zeug hielt. Es sah so witzig aus!
Wir machten uns auf, um noch ein paar andere Sitzstellen zu erkunden. Ob es doch noch eine bessere gab als die von eben? Wir liefen einmal um die ganze Rennstrecke. Aber nichtmal an der Haarnadelkurve war es besser. Hier trafen wir uebrigens die ersten anderen Auslaender. Dachten schon wir waeren die einzigen. Eine Gruppe Iren sassen hier. Wir sahen uns das Nachmittags-Training mit ihnen an. Es gab so viel zu lachen.
Es stand also fest, dass wir morgen frueh wieder den ersten Platz beziehen wuerden. Nirgends sonst konnte man einen so grossen Streckenabschnitt sehen und hatten auch noch einen Monitor. Ende der Start/Ziel-Gerade, 1. Kurve und 1. Schikane. Als das Training vorbei war und die Japaner alle gingen, trauten wir unseren Augen kaum. Was ging denn jetzt ab? Alle liessen ihre Planen liegen. Prueften sogar noch mal, ob sie auch gut befestigt waren. Das gibts doch nicht. Sind wir denn hier auf Mallorca? Zu dumm, das wir unsere Sitzmatten nicht dabei hatten. Wenn das tatsaechlich alles so liegen bleibt bis morgen, dann ist ja wohl klar was wir morgen tun werden!
Im Vergnuegungspark waren ueberall Autostaende aufgebaut und vor jedem Schlitten standen 2 Haeschen (junge halbnackte Maedels). Unglaublich, wie die Maenner darauf abfuhren. Jeder musste ein Foto von ihnen machen, die Autos interessierten kein Schwein. Es war ueberhaupt kein Durchkommen mehr. Was soll man dazu noch sagen?
Donnerstag, Oktober 09, 2003
Kyoto - Suzuka
Um 12 Uhr fuhren wir mit dem Bus nach Nagoya. Unser Weg nach Suzuka beginnt. Noch immer konnten wir es nicht glauben. Unser erstes Formel1-Rennen live. Noch dazu in Japan! Und dann auch noch wenn Schumi Weltmeister wird! Nicht zu fassen. In Nagoya stiegen wir gleich um in den Zug nach Suzuka. Von dort wieder mit dem Bus zum Suzuka Circuit. Es klappte alles wie am Schnuerchen. Der Haken wird sicher der Zeltplatz sein. Der Golfplatz. Wie der wohl hinterher aussieht, wenn da Tausende
von Zelten fuer mehrere Tage standen?! Die Frage eruebrigte sich schnell. Das war kein richtiger Golfplatz. Das war ein Hartplatz mit ein paar Loechern drin. Die Baelle schlaegt man von der Rampe. Also nur ein Uebungsplatz. Aber verdammt hart! Wir bekamen kaum die Heringe in den Boden. Dennoch stand unser Zelt wie immer im Nu. Es war mal wieder lustig, den anderen beim Zelt aufbauen zuzusehen. Die haben das wohl noch nie gemacht. Tja ... :)
von Zelten fuer mehrere Tage standen?! Die Frage eruebrigte sich schnell. Das war kein richtiger Golfplatz. Das war ein Hartplatz mit ein paar Loechern drin. Die Baelle schlaegt man von der Rampe. Also nur ein Uebungsplatz. Aber verdammt hart! Wir bekamen kaum die Heringe in den Boden. Dennoch stand unser Zelt wie immer im Nu. Es war mal wieder lustig, den anderen beim Zelt aufbauen zuzusehen. Die haben das wohl noch nie gemacht. Tja ... :)
Mittwoch, Oktober 08, 2003
Kyoto
Um 10 Uhr holte Ramona mich ab. Wir liehen uns Fahrraeder aus, das ist billiger und schneller als mit dem Bus. Heute muessen wir bestimmt von Pontius bis Pilatus rennen, um die Tickets zu besorgen. Am Bahnhof parkten wir die Raeder und fragten uns durch nach einem Ticket-Shop. Immer wieder wurde uns PIA genannt, aber wir konnten ihn einfach nicht finden. Vielleicht kann man uns im Tourist Information Center weiter helfen. Ja, wie wir nach Suzuka kommen. Und dass man dort campen kann. Prima! Auf einem Golfplatz. Hae? Campen auf einem Golfplatz, wer laesst denn so etwas zu? Egal jetzt. Wir brauchen Tickets, denn ohne Tickets kein Suzuka. Geht zu Lawsons. Zu Lawsons? Dem Supermarkt? Ja, da kann man Tickets an einer Maschine kaufen. 90.000 Yen fuer drei Tage. Ha, ha, schlechter Witz. Wir wollen zum Formel1-Rennen und nicht zu einem Go-Kart-Rennen. 90.000 Yen, und auch noch fuer drei Tage?! Das kann einfach nicht sein. Dennoch wollten wir nichts unversucht lassen. Gleich um die Ecke gab es einen Lawsons. In der Tat, hier gibt's auch eine Ticket-Maschine. Allerdings nur in Japanisch. Klar, was sonst?! Der Verkaeufer muss her. Es konnte gar nicht schnell genug gehen. Wir scheinen dem Ziel so nah. Aber sein Englisch war nicht gut genug. Er telefonierte zwar noch kurz... schickte uns dann aber ... wie sollte es anders sein ... zu PIA. Hmm, dann muss es doch hier irgendwo sein. Wir versuchten es nochmal und nach zwei weiteren Anlaeufen fanden wir es dann auch. Und: Hier konnte man uns sogar Tickets fuer das Formel1-Rennen verkaufen. Drei Tage fuer 90.000 Yen. Also doch. Stehplatz versteht sich. Wir konnten unser Glueck kaum fassen. Wir hatten es geschafft, hielten die Tickets in der Hand. Schumi, wir kommen!
Wenn wir jetzt auch noch unser Geld vom Hiroshima-Busticket zurueck bekommen... Mit unserem japanischen Zettel alles kein Problem. Nur 4 Euro Stornogebuehr mussten wir zahlen. Das Geld konnten sie gerne behalten!
Wenn wir jetzt auch noch unser Geld vom Hiroshima-Busticket zurueck bekommen... Mit unserem japanischen Zettel alles kein Problem. Nur 4 Euro Stornogebuehr mussten wir zahlen. Das Geld konnten sie gerne behalten!
Dienstag, Oktober 07, 2003
Kyoto
Eigentlich wollten wir heute noch in den Imperial Palast, aber dafuer muss man um 9.30 Uhr oder um 13.30 Uhr da sein. 13.30 Uhr geht aber nicht wegen der gebuchten Tee-Zeremonie und 9.30 Uhr war doch viel zu frueh fuer uns. Wir haben schliesslich Urlaub!
Heute gibts zum Busticket auch den dazugehoerigen Busplan. So etwas wie gestern wird uns nicht mehr passieren. Nachzahlen, das gibt's bei uns heute nicht!
Um 13.45 Uhr begann die Tee-Zeremonie. Tee ist ein weltweit beliebtes Getraenk, aber nirgendwo traegt er soviel zum kulturellen Leben bei wie in Japan. Hier hat das Zubereiten und Trinken von Tee eine aesthetische Bedeutung gewonnen und sich zu einer echten Kunst entwickelt: Man sitzt in einem winzig kleinen Raum und erfreut sich an der Gemeinschaft mit anderen. Der Gastgeber hat eine Bildrolle aufgehaengt, das Feuer entzuendet, auf dem das Wasser fuer den Tee erhitzt wird und eine Kleinigkeit zu Essen vorbereitet. Nun, so war es auch bei uns. Wir mussten uns in diesem japanischen Zimmer auf den Boden knien. Autsch. Schon wieder. Ich (Nicole) werde aber nicht die ganze Zeit knien koennen. Ich frage mich, wie die das hier ohne Schmerzen hinbekommen. Gott sei dank aber durften wir uns bequem setzen. Eine Japanerin, die gluecklicherweise auch Englisch konnte, erklaerte uns die ganze Chose der Zeremonie. Es waren insgesamt drei Frauen, die uns bedienten. Sie brachten uns eine Schuessel mit japanischen Suessigkeiten und fuer jeden ein zusammengefaltetes Stueck Papier, in dem ein einziges Staebchen liegt. Damit isst man die Suessigkeit. Eine andere Frau bereitete derweil den Tee zu. Wenn man sich eine Suessigkeit nehmen will, bedankt man sich zuerst bei der Person zu seiner linken, die noch nichts bekommen hat. Dann hebt man die Schuessel mit den Suessigkeiten an, stellt sie wieder ab, nimmt die Staebchen, die auf der Schuessel liegen und legt eine Suessigkeit auf das Stueck Papier. Mit diesem werden die Staebchen dann auch gesaeubert, bevor man sie zurueck auf die Schuessel legt und diese an seinen Nachbarn weiter reicht. Erst dann gibt es den Tee. Ein ziemlich zaehfluessiger Tee. Giftgruen. Kann das ueberhaupt schmecken? Immerhin soll es gesund sein. Mit der Teeschale macht man es dann wie mit der Suessigkeitenschuessel. Na, wisst ihr noch wie? Erst zum Nachbarn bedanken, dann den Tee hochheben. Man dreht die Schale zwei Mal im Uhrzeigersinn bevor man trinkt. Nach dem Trinken wischt man die Stelle, wo der Mund war, mit Daumen und Zeigefinger wieder ab und dreht die Schale wieder zwei Mal. Dieses Mal jedoch gegen den Uhrzeigersinn, damit die Vorderseite der Schale wieder genau vor einem ist. Der Tee selbst war mehr als bitter und sehr gewoehnungsbeduerftig. Austrinken konnten wir den nicht. Dann wird alles abgeraeumt, und vorbei ist die Zeremonie. Hmmm, uns wuerde das alles wohl viel zu langsam gehen. Da ist eine Ewigkeit vergangen bis man endlich seinen Tee trinken kann. Wir wurden dann noch eingeladen, am Tee-Zeremonie-Kursus teilzunehmen. Heute war die erste Stunde. Klar, warum nicht? Wir lernten die unterschiedlichsten Dinge zusammen mit anderen Nicht-Japanerinnen und Japanerinnen, die jetzt einen dreimonatigen Kursus belegen werden: Wie oeffnet man eine japanische Schiebetuer (in drei Zuegen, nicht wie bei uns mit einem Ruck) - Ramona sagte noch, dass man das ja nicht ueben muss, da es ja nur logisch ist, wenn man das einmal gesehen hat ... und wer war es, die den falschen Arm genommen hat, um die Schiebetuer zu oeffnen?? :) - , wie schaut man in den Raum hinein (immer noch im anderen Raum auf dem Boden kniend, sich nach vorne beugen und wie ein kleines Kind lunzen, was abgeht), wie man den Raum betritt (man zieht sich am Boden kniend in zwei Zuegen rein), dass man sich erst das Rollbild und die Blume anschaut, sich davor verbeugt, wie man aufsteht, wie man durch den Raum geht, wie man die Teeschale haelt und daraus trinkt, wie man die Staebchen anfasst, um die Suessigkeit zu nehmen, wie man die Staebchen sauber macht, und und und. Die zwei Stunden vergingen wie im Fluge. Die ganze Chose war sehr interessant und wir sind froh, einen Einblick in diese Kultur erhalten zu haben.
Heute abend dann mit dem Bus weiter nach Hiroshima. Schnell nochmal in die Mailbox geschaut bevor wir die Rucksaecke holen. Zumal es dieses Mal umsonst ist! Doch es sollte unsere Plaene fuer die kommenden Tage umschmeissen. Meine Schwester Silke hatte mir geschrieben und das Formel1-Rennen in Suzuka erwaehnt. Moment mal. Welcher Tag ist heute? Dienstag, das Rennen ist ja schon am Sonntag. Mensch, daran hatten wir ja ueberhaupt nicht mehr gedacht. Wir hatten doch gar nicht geplant, so lange in Japan zu bleiben. Wo liegt ueberhaupt Suzuka? Liegt Hiroshima auf dem Weg dorthin? Wir waren beide gleich Feuer und Flamme. Wenn wir das doch irgendwie nur hinbekommen koennten. Aber sicher liegt Suzuka im Norden Japans oder ganz im Sueden ... Zurueck im Hostel suchten wir saemtliche Japanlandkarten nach Suzuka ab. Wir konnten es einfach nicht finden. Mensch, das gibt's doch nicht. Ist das denn so ein kleines Kaff? Wir fragten an der Rezeption nach ... Oh, nur 3 - 4 Stunden mit dem Zug von Kyoto. Richtung Osten. Und warum fahren wir dann nach Westen??? Das muessen wir umbuchen. Sofort wurde der Rezeptionist in Beschlag genommen. Den brauchen wir jetzt. Er musste fuer uns die heutige Busfahrt nach Hiroshima stornieren - und zwar so, dass wir auch unser Geld wieder zurueck bekommen. Na gut, eine kleine Stornogebuehr wuerden wir ja zahlen. Der arme Kerl fuehrte mehrere Telefonate. Ausserdem brauchen wir jetzt natuerlich auch nochmal zwei Betten fuer die Nacht. Im Hostel gab es aber nur noch eines. Aber nicht weit weg ist noch ein Bett frei. OK, kein Problem. Das bekommen wir hin. Der Typ telefonierte Hin und Her und teilte uns schliesslich mit, dass alles fuer uns erledigt sei. Er drueckte uns einen Zettel in die Hand, auf den er in japanisch unsere Situation erklaert hatte, und den wir morgen am Ticketschalter abgeben sollen. Dann bekommen wir unser Geld zurueck. Vielen vielen Dank. Das ist echt super nett von ihm!
Jetzt muessen wir nur noch Tickets fuer das Rennen bekommen. Die Seiten im Internet sind alle auf japanisch. Also war unsere Aufgabe fuer morgen schnell gesetzt: Wir muessen morgen die Tickets fuer das Rennen kaufen. An eine ruhige Nacht war heute nicht zu denken. Wir waren beide ganz aufgedreht, sahen uns bereits auf Schumis Boliden bei seiner Ehrenrunde wenn er Weltmeister ist, ... Die ganze Nacht hatten wir nur eines im Kopf. Formel 1 und Suzuka!
Heute gibts zum Busticket auch den dazugehoerigen Busplan. So etwas wie gestern wird uns nicht mehr passieren. Nachzahlen, das gibt's bei uns heute nicht!
Um 13.45 Uhr begann die Tee-Zeremonie. Tee ist ein weltweit beliebtes Getraenk, aber nirgendwo traegt er soviel zum kulturellen Leben bei wie in Japan. Hier hat das Zubereiten und Trinken von Tee eine aesthetische Bedeutung gewonnen und sich zu einer echten Kunst entwickelt: Man sitzt in einem winzig kleinen Raum und erfreut sich an der Gemeinschaft mit anderen. Der Gastgeber hat eine Bildrolle aufgehaengt, das Feuer entzuendet, auf dem das Wasser fuer den Tee erhitzt wird und eine Kleinigkeit zu Essen vorbereitet. Nun, so war es auch bei uns. Wir mussten uns in diesem japanischen Zimmer auf den Boden knien. Autsch. Schon wieder. Ich (Nicole) werde aber nicht die ganze Zeit knien koennen. Ich frage mich, wie die das hier ohne Schmerzen hinbekommen. Gott sei dank aber durften wir uns bequem setzen. Eine Japanerin, die gluecklicherweise auch Englisch konnte, erklaerte uns die ganze Chose der Zeremonie. Es waren insgesamt drei Frauen, die uns bedienten. Sie brachten uns eine Schuessel mit japanischen Suessigkeiten und fuer jeden ein zusammengefaltetes Stueck Papier, in dem ein einziges Staebchen liegt. Damit isst man die Suessigkeit. Eine andere Frau bereitete derweil den Tee zu. Wenn man sich eine Suessigkeit nehmen will, bedankt man sich zuerst bei der Person zu seiner linken, die noch nichts bekommen hat. Dann hebt man die Schuessel mit den Suessigkeiten an, stellt sie wieder ab, nimmt die Staebchen, die auf der Schuessel liegen und legt eine Suessigkeit auf das Stueck Papier. Mit diesem werden die Staebchen dann auch gesaeubert, bevor man sie zurueck auf die Schuessel legt und diese an seinen Nachbarn weiter reicht. Erst dann gibt es den Tee. Ein ziemlich zaehfluessiger Tee. Giftgruen. Kann das ueberhaupt schmecken? Immerhin soll es gesund sein. Mit der Teeschale macht man es dann wie mit der Suessigkeitenschuessel. Na, wisst ihr noch wie? Erst zum Nachbarn bedanken, dann den Tee hochheben. Man dreht die Schale zwei Mal im Uhrzeigersinn bevor man trinkt. Nach dem Trinken wischt man die Stelle, wo der Mund war, mit Daumen und Zeigefinger wieder ab und dreht die Schale wieder zwei Mal. Dieses Mal jedoch gegen den Uhrzeigersinn, damit die Vorderseite der Schale wieder genau vor einem ist. Der Tee selbst war mehr als bitter und sehr gewoehnungsbeduerftig. Austrinken konnten wir den nicht. Dann wird alles abgeraeumt, und vorbei ist die Zeremonie. Hmmm, uns wuerde das alles wohl viel zu langsam gehen. Da ist eine Ewigkeit vergangen bis man endlich seinen Tee trinken kann. Wir wurden dann noch eingeladen, am Tee-Zeremonie-Kursus teilzunehmen. Heute war die erste Stunde. Klar, warum nicht? Wir lernten die unterschiedlichsten Dinge zusammen mit anderen Nicht-Japanerinnen und Japanerinnen, die jetzt einen dreimonatigen Kursus belegen werden: Wie oeffnet man eine japanische Schiebetuer (in drei Zuegen, nicht wie bei uns mit einem Ruck) - Ramona sagte noch, dass man das ja nicht ueben muss, da es ja nur logisch ist, wenn man das einmal gesehen hat ... und wer war es, die den falschen Arm genommen hat, um die Schiebetuer zu oeffnen?? :) - , wie schaut man in den Raum hinein (immer noch im anderen Raum auf dem Boden kniend, sich nach vorne beugen und wie ein kleines Kind lunzen, was abgeht), wie man den Raum betritt (man zieht sich am Boden kniend in zwei Zuegen rein), dass man sich erst das Rollbild und die Blume anschaut, sich davor verbeugt, wie man aufsteht, wie man durch den Raum geht, wie man die Teeschale haelt und daraus trinkt, wie man die Staebchen anfasst, um die Suessigkeit zu nehmen, wie man die Staebchen sauber macht, und und und. Die zwei Stunden vergingen wie im Fluge. Die ganze Chose war sehr interessant und wir sind froh, einen Einblick in diese Kultur erhalten zu haben.
Heute abend dann mit dem Bus weiter nach Hiroshima. Schnell nochmal in die Mailbox geschaut bevor wir die Rucksaecke holen. Zumal es dieses Mal umsonst ist! Doch es sollte unsere Plaene fuer die kommenden Tage umschmeissen. Meine Schwester Silke hatte mir geschrieben und das Formel1-Rennen in Suzuka erwaehnt. Moment mal. Welcher Tag ist heute? Dienstag, das Rennen ist ja schon am Sonntag. Mensch, daran hatten wir ja ueberhaupt nicht mehr gedacht. Wir hatten doch gar nicht geplant, so lange in Japan zu bleiben. Wo liegt ueberhaupt Suzuka? Liegt Hiroshima auf dem Weg dorthin? Wir waren beide gleich Feuer und Flamme. Wenn wir das doch irgendwie nur hinbekommen koennten. Aber sicher liegt Suzuka im Norden Japans oder ganz im Sueden ... Zurueck im Hostel suchten wir saemtliche Japanlandkarten nach Suzuka ab. Wir konnten es einfach nicht finden. Mensch, das gibt's doch nicht. Ist das denn so ein kleines Kaff? Wir fragten an der Rezeption nach ... Oh, nur 3 - 4 Stunden mit dem Zug von Kyoto. Richtung Osten. Und warum fahren wir dann nach Westen??? Das muessen wir umbuchen. Sofort wurde der Rezeptionist in Beschlag genommen. Den brauchen wir jetzt. Er musste fuer uns die heutige Busfahrt nach Hiroshima stornieren - und zwar so, dass wir auch unser Geld wieder zurueck bekommen. Na gut, eine kleine Stornogebuehr wuerden wir ja zahlen. Der arme Kerl fuehrte mehrere Telefonate. Ausserdem brauchen wir jetzt natuerlich auch nochmal zwei Betten fuer die Nacht. Im Hostel gab es aber nur noch eines. Aber nicht weit weg ist noch ein Bett frei. OK, kein Problem. Das bekommen wir hin. Der Typ telefonierte Hin und Her und teilte uns schliesslich mit, dass alles fuer uns erledigt sei. Er drueckte uns einen Zettel in die Hand, auf den er in japanisch unsere Situation erklaert hatte, und den wir morgen am Ticketschalter abgeben sollen. Dann bekommen wir unser Geld zurueck. Vielen vielen Dank. Das ist echt super nett von ihm!
Jetzt muessen wir nur noch Tickets fuer das Rennen bekommen. Die Seiten im Internet sind alle auf japanisch. Also war unsere Aufgabe fuer morgen schnell gesetzt: Wir muessen morgen die Tickets fuer das Rennen kaufen. An eine ruhige Nacht war heute nicht zu denken. Wir waren beide ganz aufgedreht, sahen uns bereits auf Schumis Boliden bei seiner Ehrenrunde wenn er Weltmeister ist, ... Die ganze Nacht hatten wir nur eines im Kopf. Formel 1 und Suzuka!
Montag, Oktober 06, 2003
Kyoto
Normalerweise wollten wir uns heute Fahrraeder ausleihen, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Es regnete. So gingen wir erstmal zum Bahnhof um unser Ticket fuer den Nachtbus nach Hiroshima fuer morgen zu buchen. Abfahrt 22.45Uhr und kostet 6620 Yen.
Im Hostel hatten wir uns eine Tagesfahrkarte fuer den Bus gekauft und fuhren nun zum Kinkakuji Tempel. Der Goldene Tempel. Sah richtig schoen aus. Er spiegelte sich im See. Ein kleines Stueck weiter die Strasse runter war der Ryoanji Tempel. Hier gibt es den beruehmten Steingarten. Er ist 30x10m gross und 15 grosse Steine stehen in einem faszinierendem Muster im weissen Kiesbett. Der Garten gilt als Meisterstueck der japanischen Kultur. Wir waren richtig gespannt. Bis wir vor ihm standen. Was soll das denn sein? Was ist hier dran denn so besonders? Das bisschen Kies haetten wir auch aufschuetten koennen. Ein paar Steine reingeschmissen, fertig.
Wir wollten weiter nach Arashiyama. Dort sollte die Landschaft wunderschoen sein, mit einem kleinem Doerfchen in den Bergen. Wir nahmen den naechsten Bus. Leider stellten wir dann fest, dass es ein JR Bus war, den wir mit unseren Tickets nicht nehmen durften. Und zu allem Uebel ist er auch noch in die ganz falsche Richtung gefahren. Als wir endlich wieder aussteigen konnten, mussten wir 400 Yen nachzahlen. Wir sollten naechstes mal Bus Nr. 8 nehmen. Das sei der Citybus und der akzeptiert unsere Tagestickets. Doch Bus Nr. 8 wollte das Ticket auch nicht. Warum denn nicht? Wofuer gibt es die denn, wenn man sie nicht nutzen kann? Wieder mussten wir zahlen. Uns verging so langsam die Lust am Bus fahren. Es wurde immer spaeter und immer teurer und Arashiyama war noch nicht in Sicht. Nicole wollte schon aufgeben, aber wir haben es noch ein letztes Mal versucht. Mit Erfolg. Arashiyama war wirklich ein schoenes Dorf. Am Fusse einer Bergkette, mit einem kleinen Fluss. Hier gab es auch einen Bambuswald. Man, waren die hoch gewachsen. Man konnte sich hier einen Rikscha Fahrer mieten. Was hatten die fuer komische Schuhe an? Soll das etwa bequem sein? Grosser Onkel und Zeigezeh zusammen und dann die anderen 3 Zehen. Wie eine Art Fingerhandschuh.
Um 18 Uhr wurde es schon wieder dunkel. Wir fuhren zur Downtown. Als wir aussteigen wollten, mussten wir schon wieder nachzahlen. Ist das denn zu fassen??? Hin haben wir doch auch nichts bezahlt! Doch kein boeser Blick und kein Meckern half. 200 Yen pro Person. Vorher ging die Bustuer nicht wieder auf. Jetzt reicht's aber. Das naechste Mal laufen wir einfach schnell raus. Soll uns der Busfahrer doch hinterher rennen. Was fuer ein Witz dieses Ticket. Haetten wir bloss direkt das grosse genommen.
Fuers Abendessen suchten wir uns ein nettes japanisches Restaurant aus. Wir bestellten Schweinefleisch mit Reis, leckerer Sauce und Suppe. Dazu gab es gruenen Tee. Man, war das lecker! Zureuck zum Hostel gingen wur zu Fuss!
Im Hostel hatten wir uns eine Tagesfahrkarte fuer den Bus gekauft und fuhren nun zum Kinkakuji Tempel. Der Goldene Tempel. Sah richtig schoen aus. Er spiegelte sich im See. Ein kleines Stueck weiter die Strasse runter war der Ryoanji Tempel. Hier gibt es den beruehmten Steingarten. Er ist 30x10m gross und 15 grosse Steine stehen in einem faszinierendem Muster im weissen Kiesbett. Der Garten gilt als Meisterstueck der japanischen Kultur. Wir waren richtig gespannt. Bis wir vor ihm standen. Was soll das denn sein? Was ist hier dran denn so besonders? Das bisschen Kies haetten wir auch aufschuetten koennen. Ein paar Steine reingeschmissen, fertig.
Wir wollten weiter nach Arashiyama. Dort sollte die Landschaft wunderschoen sein, mit einem kleinem Doerfchen in den Bergen. Wir nahmen den naechsten Bus. Leider stellten wir dann fest, dass es ein JR Bus war, den wir mit unseren Tickets nicht nehmen durften. Und zu allem Uebel ist er auch noch in die ganz falsche Richtung gefahren. Als wir endlich wieder aussteigen konnten, mussten wir 400 Yen nachzahlen. Wir sollten naechstes mal Bus Nr. 8 nehmen. Das sei der Citybus und der akzeptiert unsere Tagestickets. Doch Bus Nr. 8 wollte das Ticket auch nicht. Warum denn nicht? Wofuer gibt es die denn, wenn man sie nicht nutzen kann? Wieder mussten wir zahlen. Uns verging so langsam die Lust am Bus fahren. Es wurde immer spaeter und immer teurer und Arashiyama war noch nicht in Sicht. Nicole wollte schon aufgeben, aber wir haben es noch ein letztes Mal versucht. Mit Erfolg. Arashiyama war wirklich ein schoenes Dorf. Am Fusse einer Bergkette, mit einem kleinen Fluss. Hier gab es auch einen Bambuswald. Man, waren die hoch gewachsen. Man konnte sich hier einen Rikscha Fahrer mieten. Was hatten die fuer komische Schuhe an? Soll das etwa bequem sein? Grosser Onkel und Zeigezeh zusammen und dann die anderen 3 Zehen. Wie eine Art Fingerhandschuh.
Um 18 Uhr wurde es schon wieder dunkel. Wir fuhren zur Downtown. Als wir aussteigen wollten, mussten wir schon wieder nachzahlen. Ist das denn zu fassen??? Hin haben wir doch auch nichts bezahlt! Doch kein boeser Blick und kein Meckern half. 200 Yen pro Person. Vorher ging die Bustuer nicht wieder auf. Jetzt reicht's aber. Das naechste Mal laufen wir einfach schnell raus. Soll uns der Busfahrer doch hinterher rennen. Was fuer ein Witz dieses Ticket. Haetten wir bloss direkt das grosse genommen.
Fuers Abendessen suchten wir uns ein nettes japanisches Restaurant aus. Wir bestellten Schweinefleisch mit Reis, leckerer Sauce und Suppe. Dazu gab es gruenen Tee. Man, war das lecker! Zureuck zum Hostel gingen wur zu Fuss!
Sonntag, Oktober 05, 2003
Kyoto
Wir wollten zum Mt. Hiei im Norden Kyotos. An der U-Bahnstation hatten wir mal wieder keinen Plan, wie wir die Fahrkarte loesen koennen. Nicole drueckte einen Knopf auf der Maschine und ploetzlich blinkten alle Lichter. Was ist denn jetzt? Sollte nun nicht alles auf englisch da stehen?! Da ging auch schon eine Luke auf und ein Bahnbeamter schaute fragend raus. Wir wollten doch nur ein Tagesticket kaufen. Doch das gab es hier nicht. Also doch Einzeltickets. Am Fusse des Hiei Berges stiegen wir um in den Kabelzug und dann in die Seilbahn. Von oben hatten wir eine super Aussicht ueber Kyoto und die Bergkette hinter der Stadt.
Auf der anderen Seite des Berges gab es den Enryakaji Tempel, 2,6 km Fussmarsch. Den wollten wir uns ansehen. Es war eine riesen Tempelanlage. Einer neben dem anderen. In dem hoechstgelegenem Tempel predigte ein Moench. Wir zogen unsere Schuhe aus und setzten uns dazu. Es war eine Art Gesang. Mit der rechten Hand schlug er im Rhythmus auf eine Holzkugel, die einen dunklen Klang von sich gab. Spaeter kamen noch eine Glocke und ein Blechbecken dazu. Weihrauch kam aus ein paar Schuesseln. Der Altar war ein grosser goldener Buddha. Es war alles total beeindruckend.
Wir fuhren mit dem Bus zurueck nach Kyoto. Man, war der ueberfuellt. Und an jedem Stop stiegen noch mehr Leute ein. Der Busfahrer raste die Serpentinen den Berg runter wie ein Henker! Die Strassen waren so eng, dass kein Auto haette von vorne kommen duerfen. Wir waren froh als wir endlich aussteigen konnten.
Auf der anderen Seite des Berges gab es den Enryakaji Tempel, 2,6 km Fussmarsch. Den wollten wir uns ansehen. Es war eine riesen Tempelanlage. Einer neben dem anderen. In dem hoechstgelegenem Tempel predigte ein Moench. Wir zogen unsere Schuhe aus und setzten uns dazu. Es war eine Art Gesang. Mit der rechten Hand schlug er im Rhythmus auf eine Holzkugel, die einen dunklen Klang von sich gab. Spaeter kamen noch eine Glocke und ein Blechbecken dazu. Weihrauch kam aus ein paar Schuesseln. Der Altar war ein grosser goldener Buddha. Es war alles total beeindruckend.
Wir fuhren mit dem Bus zurueck nach Kyoto. Man, war der ueberfuellt. Und an jedem Stop stiegen noch mehr Leute ein. Der Busfahrer raste die Serpentinen den Berg runter wie ein Henker! Die Strassen waren so eng, dass kein Auto haette von vorne kommen duerfen. Wir waren froh als wir endlich aussteigen konnten.
Samstag, Oktober 04, 2003
Kyoto
Heute mussten wir mal wieder die Unterkunft wechseln, da unseres ausgebucht war. Wir fragten in der Touri-Info nach und sie nannten uns 2 Budget Hotels, die sogar noch guenstiger als Hostels sein sollten. Sie waren nur ziemlich weit weg vom Bahnhof. Na, Hauptsache sie haben ein Zimmer frei. Wir hatten Glueck, es waren noch 2 Betten in einem 5er Zimmer frei. Wir buchten direkt fuer 3 Naechte.
Dann wollten wir uns das Nijo Castle ansehen. Es war ein ganz schoen weiter Fussmarsch bis dort hin, aber es hat sich gelohnt. Es war total interessant, mal eine japanische Burg zu sehen. Was ganz anderes als man von zu Hause kennt. In der Burg hatte frueher der Shogun gelebt. Es gab so viele Raeume, alle aus Papierwaende. Das Beste war die Nachtigall Diele. Sie hatte die Funktion eines Wachhundes. Egal, wie vorsichtig man ueber den Boden schlich, es quietschte bei jedem Schritt. Faszinierend. So konnte niemand unbemerkt eindringen.
Unser Abendessen nahmen wir in einem japanischen Restaurant ein. Man zog sich die Schuhe aus und setzte sich auf ein Kissen auf den Fussboden an einen kleinen Tisch. Wir bestellten unser Essen und zu unserer Ueberraschung bekamen wir sogar eine Vorspeise. Wie nett. Doch als es nachher ums zahlen ging, wurde sie uns berechnet. Frechheit!
Wir teilten unser Zimmer mit 2 Spanierinnen, Elisabeth und Aglae und einer Chinesin. 5 Frauen in einem Zimmer! Es war so lustig. War klar, dass es bald an der Tuer klopfte. "Etwas leiser bitte, andere Leute wollen schlafen."
Dann wollten wir uns das Nijo Castle ansehen. Es war ein ganz schoen weiter Fussmarsch bis dort hin, aber es hat sich gelohnt. Es war total interessant, mal eine japanische Burg zu sehen. Was ganz anderes als man von zu Hause kennt. In der Burg hatte frueher der Shogun gelebt. Es gab so viele Raeume, alle aus Papierwaende. Das Beste war die Nachtigall Diele. Sie hatte die Funktion eines Wachhundes. Egal, wie vorsichtig man ueber den Boden schlich, es quietschte bei jedem Schritt. Faszinierend. So konnte niemand unbemerkt eindringen.
Unser Abendessen nahmen wir in einem japanischen Restaurant ein. Man zog sich die Schuhe aus und setzte sich auf ein Kissen auf den Fussboden an einen kleinen Tisch. Wir bestellten unser Essen und zu unserer Ueberraschung bekamen wir sogar eine Vorspeise. Wie nett. Doch als es nachher ums zahlen ging, wurde sie uns berechnet. Frechheit!
Wir teilten unser Zimmer mit 2 Spanierinnen, Elisabeth und Aglae und einer Chinesin. 5 Frauen in einem Zimmer! Es war so lustig. War klar, dass es bald an der Tuer klopfte. "Etwas leiser bitte, andere Leute wollen schlafen."
Freitag, Oktober 03, 2003
Kawaguchiko - Kyoto
Ich (Nicole) wollte Fruehstueck machen, aber der Kocher wollte mal wieder nicht. Doch dieses Mal zu Recht. Kein Benzin mehr. Ich schnappte mir ein Rad, fuhr zur Tankstelle, tankte 0,8l Benzin ... und dann konnten wir auch die restlichen Eier kochen.
Wir waren beide ziemlich muede - es war ja auch erst 8.45 Uhr -und kamen nicht in die Poette. Wir ueberlegten gar, noch eine Nacht laenger zu bleiben. Aber sechs Tage Kawaguchiko waren genug. Sonst kommen wir ja nie um die Welt.
Wir fuhren mit dem Bus nach Gotenba. Von dort sollte es mit dem Zug weiter gehen. Billigste Option: 5 Stunden Fahrt, mehrmals umsteigen und Ankunft erst um 21.50 Uhr in Kyoto. War klar, dass wir uns dafuer entschieden, hatten schliesslich schon genug Geld in Japan gelassen. An einem Bahnhof erregten wir die Aufmerksamkeit einer Stummen-Gruppe. Durch ihre Zeichen verstanden wir sogar, dass sie wissen wollten, wie alt wir sind. Wie sie sich freuten, wenn einer richtig lag. Als wir ihnen auf unserer Weltkarte zeigten, woher wir kommen, klatschten sie vor Begeisterung in die Haende und waren total happy. Wie einfach man doch Menschen gluecklich machen kann.
Die Tourist Information in Kyoto war natuerlich schon geschlossen. Jetzt galt es, auf eigene Faust eine Unterkunft zu finden. Wir mussten mehrere Hotels anlaufen. Es war Wochenende, viele ausgebucht oder einfach zu teuer. Dann doch noch ein Doppelzimmer fuer 13.600 Yen. Immer noch verdammt teuer, aber es war schon recht spaet und die Freude auf die Dusche ...
Wir waren beide ziemlich muede - es war ja auch erst 8.45 Uhr -und kamen nicht in die Poette. Wir ueberlegten gar, noch eine Nacht laenger zu bleiben. Aber sechs Tage Kawaguchiko waren genug. Sonst kommen wir ja nie um die Welt.
Wir fuhren mit dem Bus nach Gotenba. Von dort sollte es mit dem Zug weiter gehen. Billigste Option: 5 Stunden Fahrt, mehrmals umsteigen und Ankunft erst um 21.50 Uhr in Kyoto. War klar, dass wir uns dafuer entschieden, hatten schliesslich schon genug Geld in Japan gelassen. An einem Bahnhof erregten wir die Aufmerksamkeit einer Stummen-Gruppe. Durch ihre Zeichen verstanden wir sogar, dass sie wissen wollten, wie alt wir sind. Wie sie sich freuten, wenn einer richtig lag. Als wir ihnen auf unserer Weltkarte zeigten, woher wir kommen, klatschten sie vor Begeisterung in die Haende und waren total happy. Wie einfach man doch Menschen gluecklich machen kann.
Die Tourist Information in Kyoto war natuerlich schon geschlossen. Jetzt galt es, auf eigene Faust eine Unterkunft zu finden. Wir mussten mehrere Hotels anlaufen. Es war Wochenende, viele ausgebucht oder einfach zu teuer. Dann doch noch ein Doppelzimmer fuer 13.600 Yen. Immer noch verdammt teuer, aber es war schon recht spaet und die Freude auf die Dusche ...
Donnerstag, Oktober 02, 2003
Kawaguchiko
Wir schliefen heute sehr lange. Es war schon 10.20Uhr, als wir aus dem Zelt krochen. Wir freuten uns auf Brot mit Kaese und einem weich gekochtem Ei. Aber wo war die Tuete mit dem Brot und dem Kaese hin, die vor Nicoles Eingang lag? Weg! Nicht mehr aufzufinden. Ein Tier haette aber doch Spuren hinterlassen?! Waere es ein Mensch gewesen, haetten wir es doch gehoert, oder? Er haette doch das Vorzelt aufmachen muessen. Oder waren wir vom Fuji so kaputt gewesen, dass wir nichts mehr gemerkt hatten? Unheimlich! Nicole hatte zum Glueck noch ein Paeckchen Kaese im Innenzelt liegen. Also gab es diesen mit dem Knaeckebrot aus Norwegen (das haelt sich ja ewig!). Mit Ei wurde auch nichts. Der Kocher wollte mal wieder nicht. Der Tag fing ja wirklich gut an!
Heute war Waschtag. Mussten erstmal unsere Klamotten vom Fuji-Staub befreien. Doch die Waschmaschinen hier waschen nur mit kaltem Wasser. Na, wenn das man sauber wird. Die erste Maschine hatten wir schon vorm Essen angemacht und als sie fertig war, ging Nicole zwischendurch die Waesche holen und ich spannte uns eine Leine zwischen den Baeumen. Wir hatten gerade alles aufgehaengt und kamen zurueck zum Fruehstueckstisch, da sass doch eine Kraehe und hackte auf unseren Eiern rum! Das darf doch nicht wahr sein! Na klasse, jetzt waren 3 davon kaputt. Da koennen wir nur noch Ruehrei draus machen. Das reicht! Ab jetzt kommt das ganze Essen immer ins Innenzelt!
Am Nachmittag liehen wir uns Fahrraeder aus. Wir sassen darauf wie die ersten Menschen. Wir waren halt eher Autos gewoehnt. Wir wollten etwas Geld abheben und fuhren zum grossen Supermarkt, dort gab es einen Geldautomaten. Nur nicht fuer unsere auslaendischen Kreditkarten. Also zur Bank, die hatte zu. Geht der ganze Tag jetzt so weiter? Wir gingen zur Touri Info, um zu erfahren wann wir morgen nach Kyoto weiterreisen konnten. 11.10 Uhr, das ist doch perfekt. Man sagte uns auch, dass wir auf der Post Geld abheben koennen. Na endlich.
Wir fuhren noch ein bisschen durch die Gegend und gingen spaeter in die grosse Mall. Interessant, was sich die Jugend hier so kauft. Fast alles war pink und rosa. Kitschig! Ganz zufaellig fiel mein Blick auf einen Ohrringstaender. Die sahen aber komisch aus. Kein Wunder, es waren ja auch Piercings! Hier gab es sogar Zungenpiercings. Oh, da freute sich aber jemand! Wir hatten seit Tagen danach gesucht, da Nicole doch ihren den Abfluss runterfallen lassen hatte. Hoffentlich ist es noch nicht zu spaet und das Loch zugewachsen. Zurueck auf dem Zeltplatz probierte Nicole es direkt aus. Sie strahlte wie ein Honigkuchenpferd, als sie zurueck kam. Sie hatte zwar lange bohren muessen, konnte das Loch aber wieder durchstechen.
Wir machten uns nun ueber den Kocher her. Er muss doch funktionieren. War denn schon wieder Dreck in der Duese? Wir bauten ihn ein xtes mal auseinander und reinigten ihn. Und siehe da, er lief perfekt. Wir werde noch Kocherreinigungsspezialisten, wenn das so weitergeht.
Heute war Waschtag. Mussten erstmal unsere Klamotten vom Fuji-Staub befreien. Doch die Waschmaschinen hier waschen nur mit kaltem Wasser. Na, wenn das man sauber wird. Die erste Maschine hatten wir schon vorm Essen angemacht und als sie fertig war, ging Nicole zwischendurch die Waesche holen und ich spannte uns eine Leine zwischen den Baeumen. Wir hatten gerade alles aufgehaengt und kamen zurueck zum Fruehstueckstisch, da sass doch eine Kraehe und hackte auf unseren Eiern rum! Das darf doch nicht wahr sein! Na klasse, jetzt waren 3 davon kaputt. Da koennen wir nur noch Ruehrei draus machen. Das reicht! Ab jetzt kommt das ganze Essen immer ins Innenzelt!
Am Nachmittag liehen wir uns Fahrraeder aus. Wir sassen darauf wie die ersten Menschen. Wir waren halt eher Autos gewoehnt. Wir wollten etwas Geld abheben und fuhren zum grossen Supermarkt, dort gab es einen Geldautomaten. Nur nicht fuer unsere auslaendischen Kreditkarten. Also zur Bank, die hatte zu. Geht der ganze Tag jetzt so weiter? Wir gingen zur Touri Info, um zu erfahren wann wir morgen nach Kyoto weiterreisen konnten. 11.10 Uhr, das ist doch perfekt. Man sagte uns auch, dass wir auf der Post Geld abheben koennen. Na endlich.
Wir fuhren noch ein bisschen durch die Gegend und gingen spaeter in die grosse Mall. Interessant, was sich die Jugend hier so kauft. Fast alles war pink und rosa. Kitschig! Ganz zufaellig fiel mein Blick auf einen Ohrringstaender. Die sahen aber komisch aus. Kein Wunder, es waren ja auch Piercings! Hier gab es sogar Zungenpiercings. Oh, da freute sich aber jemand! Wir hatten seit Tagen danach gesucht, da Nicole doch ihren den Abfluss runterfallen lassen hatte. Hoffentlich ist es noch nicht zu spaet und das Loch zugewachsen. Zurueck auf dem Zeltplatz probierte Nicole es direkt aus. Sie strahlte wie ein Honigkuchenpferd, als sie zurueck kam. Sie hatte zwar lange bohren muessen, konnte das Loch aber wieder durchstechen.
Wir machten uns nun ueber den Kocher her. Er muss doch funktionieren. War denn schon wieder Dreck in der Duese? Wir bauten ihn ein xtes mal auseinander und reinigten ihn. Und siehe da, er lief perfekt. Wir werde noch Kocherreinigungsspezialisten, wenn das so weitergeht.
Mittwoch, Oktober 01, 2003
Fuji - Besteigung
Der Wind wehte hier unten schon so stark und eisig, wie soll es bloss da oben sein? Wir kamen an die erste Gabelung, wo wir uns rechts halten sollten. Und nun ging es richtig los. In Serpentinen steil bergauf. Und wie steil! Durch den ganzen Schotter und Geroell rutschte man staendig ab. Dann kam ein Felsenstueck wo man kaum mehr den Weg erkennen konnte, waere er nicht durch gespannte Seile und Ketten gesichert gewesen.
Ich (Ramona) war schon nach dem ersten Kilometer fix und fertig. Mir war als ob ich kaum noch Luft bekam. Meine Beine waren kraftlos. Wenn das so weiter geht, komme ich bestimmt nicht da oben an. Ich musste staendig anhalten. Mein Herz raste wie verrueckt. Das aergerte mich alles. Nicole war staendig voraus und musste auf mich warten. Egal, wie sehr ich mich anstrengte. Ich hing immer hinterher. Wir erreichten die 6. Station (2350m) nach 35 Minuten. 10 Minuten. schneller als vorgesehen wurde. Doch das munterte mich nur wenig auf. Wir machten eine kleine Pause und assen ein paar Kekse. Dann weiter. Nur 60 Minuten bis zur 7. Station. Oh nein, so lange?! Es schien ewig zu dauern. Alle paar 100 m musste ich stehen bleiben, sonst haette ich wohl einen Herzinfakt bekommen. Ich war kurz vorm Aufgeben. Warum ging es mir nur so schlecht? Ich hatte doch immer schon viel Sport gemacht und war relativ fit. Nicole redete mir gut zu, versuchte mich aufzumuntern. Schritt um Schritt, zusammen schaffen wir das schon.
Sie liess mich nun vorgehen. Wir erreichten die 7. Station (2700m). Kurz vor den Stationen gab es immer elend lange Steintreppen, die Stufen kniehoch. Das brachte mich fast um. Wie lange bis zur 8. Station? 100 Min. Oh je!
Die Oberschenkel fingen an heftig weh zu tun. Ich musste mich an den Ketten hochziehen. Auf den Geroellmassen machte ich nur noch ganz kleine Schritte. Und dann aenderte sich langsam alles. Ich bekam besser Luft und die Beine wurden wieder kraeftiger, trotz der Schmerzen. Je hoeher wir nun kamen, desto einfacher viel mir alles. Schon seltsam. Normalerweise sollte das doch andersrum sein.
Schliesslich waren wir kurz vor der 3000m Grenze. Aber ich war total froh darueber. Vielleicht schaffen wir es ja nun doch noch zum Sonnenaufgang. Aber wo war Nicole?? Sie war doch eben noch hinter mir. Sie war ettliche Meter zurueck gefallen. Ihre Taschenlanpe war fast aus, ich konnte sie kaum mehr sehen. Was war passiert?
Ich liess Ramona vorgehen. Vielleicht klappt's ja dann besser. Und wenn wir es bis zum Sonnenaufgang nicht schaffen, dann schaffen wir es eben nicht. Aber es schien Ramona von Minute zu Minute besser zu gehen. Klasse, dann schaffen wir es ja doch noch rechtzeitig. Aber ich sollte mich zu frueh gefreut haben. Denn nun war ich es, die arge Probleme bekam. Ich merkte, dass die Luft duenner wurde und ich nicht soviel Sauerstoff bekam wie ich brauchte. OK, das kenne ich ja bereits aus Venezuela. Und dennoch war alles ganz anders. Ramona brauchte keine drei Schritte zu gehen, da war sie auch schon fuenf Schritte vor mir. Ich konnte ihr nicht mehr folgen. Dabei machte sie doch keine grossen Schritte. Fuer mich jedoch waren sie viel zu gross. Nun musste sie stets auf mich warten. Ich musste alle fuenf Meter anhalten, um meinen Atem wieder unter Kontrolle zu bringen. Ich war sauer, konnte nicht so, wie ich wollte. Mein Rucksack sass auch nicht mehr richtig. Die ganze Last drueckte auf meine Schultern, den Hueftgurt konnte ich nicht mehr enger schnallen. Meine Knie und Waden schmerzten bei jeder Stufe. Kein Wunder, die waren kniehoch. Und wir hatten erst die Haelfte der Strecke zurueckgelegt. 8. Station auf 3020m. Ich haette am liebsten kehrt gemacht. Aber nein! Bloss nicht so denken! Nicht umsonst haben wir uns die Stunden in der Eiseskaelte auf der Damentoilette um die Ohren geschlagen. Nicht umsonst bin ich jetzt bis hierhin geklettert. Weiter, es muss weiter gehen! Aber auch die Kekse konnten mich nicht mehr aufheitern. Meine Haende sind so kalt, meine Fuesse fallen gleich ab. Jammer nicht rum! Denk' an den Sonnenaufgang. Es half nicht immer. Aber, was wuerde Ramona sagen, wenn du jetzt schlapp machst?! Das kann ich nicht bringen, sie hat ihre schlimme Phase ja auch ueberstanden. Wenn nur nicht diese verdammt hohen Stufen waeren. Gott sei Dank ist die Kette da, da kann ich mich hochziehen. Doch meine Beine, sie wollen nicht so, wie ich will. Die Kraft verliess mich. Und dann der Wind, der weht mich fast um. Ich schaffte es nie bis an die schuetzende Mauer, musste immer kurz vorher stehen bleiben, weil ich keine Luft mehr bekam. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Meine Lippen platzten auf, jetzt kommt alles zusammen. Dann endlich, die eigentlich 8. Station auf 3.360m. Es war 2.30 Uhr. Wir lagen hinter der Zeit. Und nur wegen mir. Die Zeit, die wir vorher reingelaufen hatten, hatten wir jetzt durch mich wieder verloren. Den Sonnenaufgang koennen wir knicken. Mensch, jetzt reiss dich mal zusammen! Es ist ja gar nicht mehr weit. Meine Schwester Silke hat mich mal als ehrgeizig beschrieben, jetzt muss ich beweisen, dass ich das auch bin. Muss ich das? Ja, verdammt nochmal! Du bist schon auf einen viel hoeheren Berg geklettert, da wirst du das bisschen Berg hier auch schaffen. Doch auch der Energy-Drink half mir nicht weiter.
Weiter geht's. Aber es wurde einfach nicht besser. Die Zeit verging wie im Fluge, grosse Strecken legte ich nicht zurueck. Doch aufgeben werde ich nicht! Ramona schien mit einer Leichtigkeit die Stufen zu nehmen. Warum nur konnte ich das nicht? Die Schmerzen wurden unertraeglich, mir blieb schier die Luft weg. Und trotzdem: Ich will auf den Gipfel! Man schien es jedoch nicht gut mit mir zu meinen, es wurde noch steiler. Es war ja zu erwarten gewesen, aber ich stoehnte jedes Mal, wenn es wieder um die Kurve ging. Und dann gab meine Taschenlampe auch noch den Geist auf. Dabei hatte ich eben erst die Batterien gewechselt. Jetzt aergerte ich mich auch noch darueber. Nichts schien zu funktionieren. Ramona gab mir ihre Lampe, sie hatte ja noch ihre Stirnlampe, und machte mich darauf aufmerksam, dass es schon heller wurde. Ich hatte das noch gar nicht realisiert. Es war fuer mich aber auch noch deprimierender, hiess es doch, dass wir es nicht bis auf den Gipfel schaffen wuerden, um den Sonnenaufgang zu sehen. Ich war frustriert. Wir gingen noch etwas weiter. Was war das? Nochmals: Kniehohe Stufen, soweit das Auge reicht. Warum nur? Die Kette hilft mir doch inzwischen auch nicht mehr wirklich, muss all meine Kraefte aufbringen, um mich eine Stufe weiter nach oben zu bringen. Aber das muss der Endspurt sein! Dort oben, das muss der Gipfel sein! Ramona bat ich, nicht mehr laenger auf mich zu warten. Schon nach ein paar Minuten hatte ich sie aus den Augen verloren. Ich war alleine. Alleine mit mir und meinem ausgebrannten Koerper. Aber ich schaffte es. Irgendwie. Ich war so erschoepft und entkraeftet; jetzt konnte ich meinen Traenen freien Lauf lassen. Ich hatte es geschafft, meine Grenzen ueberschritten und den Mt. Fuji bezwungen!
Endspurt, noch einmal 80 Min. und wir habens geschafft. Der Wind wurde noch staerker. Man konnte kaum gegen angehen und wurde fast umgeweht. Einmal blieb Nicole mitten in einer Sturmboehe stehen, dabei waren es doch nur 3m bis zur schuetzenden Wand. Ich rief sie, doch sie reagierte nicht. Ich rief lauter, sie blieb immer noch stehen, versuchte, ihr Gleichgewicht zu halten. Kann sie mich denn nicht hoeren? Ich schrie so laut ich konnte. Nichts. Als der Wind endlich nachliess kam sie rueber. Sie hatte mich tatsaechlich nicht gehoert.
4.30 Uhr, der Sonnenaufgang fing langsam an. Wir kamen zum 1. Tor und konnten das 2. schon sehen. Weit ueber uns standen viele Haeuser. Das musste die Spitze sein. Die Steinstufen fingen wieder an. Die Beine schmerzten zum umfallen. Aber wir schafften es. Wir waren ganz oben. 3776m! Noch bevor die Sonne sich zeigte. Es war 5 Uhr. 7 Std. hatten wir gebraucht. Der Sonnenaufgang war grandios. Einfach nur traumhaft. Schnell waren die Schmerzen des Aufstiegs vergessen.
Hier oben stuermte es noch mehr. Man musste aufpassen, dass man nicht weggeweht wurde. Es war eiskalt. Wir haetten gern noch ein paar Kleidungsstuecke mehr gehabt. Vor allem da die unterste Schicht nassgeschwitzt war.
Wir versuchten einmal um den Krater zu gehen, doch der Wind machte es unmoeglich. Schade, aber es hatte keinen Sinn. So machten wir uns wieder an den Abstieg. Es lagen noch einmal 4 Stunden Marsch vor uns. Am Krater trafen wir Nihei, einen jungen Japaner. Er machte sich mit uns auf den Abstieg. Nihei erzaehlte uns viel ueber Japan und und seine Menschen. Das war ganz gut, denn so lenkte er uns, und besonders mich, von den Schmerzen ab. Nach 1 Stunde steil bergab laufen, besser gesagt schlittern, stolpern und rutschen, taten meine Knie und mein Ruecken so weh, ich wollte keinen Schritt mehr gehen.
Um 10.45 Uhr erreichten wir die 5. Station. Wir waren fix und fertig. Das schien man uns anzusehen, denn viele fragten uns ob wir vom Krater kommen. Ja, wir waren ganz oben, erwiderten wir jedesmal mega stolz. Und die Leute freuten sich mit uns. Es war einfach nur schoen! Wir mussten noch bis 12 Uhr auf den ersten Bus in die Stadt warten. Wir sassen kaum im Bus, da schliefen wir schon. Das Taxi vom Bahnhof zum Zeltplatz hatten wir uns nun aber wirklich verdient. Schlafen, nur noch schlafen.
Um 17 Uhr kletterten wir nochmal aus dem Zelt. Wir hatten Hunger und wollten noch ins Internet. Wir wussten nicht genau wie wir ins Internet Cafe kommen. So fragten wir eine Frau auf der Strasse. Diese lief zum Haus hinter uns, sprach mit jemanden (ihr Sohn, wie sich dann herausstellte) und sagte wir sollen warten. Ihr Sohn kam und sagte er brauche noch 2 Minuten. Und schon kam er wieder, zog sich die Schuhe an und meinte er wuerde uns hinfahren. Wow! Wir trauten unseren Ohren nicht. Er fuhr uns bis vor die Tuer des Internet Cafes. Unglaublich! Zu fuss haetten wir es nie gefunden. Es war viel weiter als wir gedacht hatten.
Ich (Ramona) war schon nach dem ersten Kilometer fix und fertig. Mir war als ob ich kaum noch Luft bekam. Meine Beine waren kraftlos. Wenn das so weiter geht, komme ich bestimmt nicht da oben an. Ich musste staendig anhalten. Mein Herz raste wie verrueckt. Das aergerte mich alles. Nicole war staendig voraus und musste auf mich warten. Egal, wie sehr ich mich anstrengte. Ich hing immer hinterher. Wir erreichten die 6. Station (2350m) nach 35 Minuten. 10 Minuten. schneller als vorgesehen wurde. Doch das munterte mich nur wenig auf. Wir machten eine kleine Pause und assen ein paar Kekse. Dann weiter. Nur 60 Minuten bis zur 7. Station. Oh nein, so lange?! Es schien ewig zu dauern. Alle paar 100 m musste ich stehen bleiben, sonst haette ich wohl einen Herzinfakt bekommen. Ich war kurz vorm Aufgeben. Warum ging es mir nur so schlecht? Ich hatte doch immer schon viel Sport gemacht und war relativ fit. Nicole redete mir gut zu, versuchte mich aufzumuntern. Schritt um Schritt, zusammen schaffen wir das schon.
Sie liess mich nun vorgehen. Wir erreichten die 7. Station (2700m). Kurz vor den Stationen gab es immer elend lange Steintreppen, die Stufen kniehoch. Das brachte mich fast um. Wie lange bis zur 8. Station? 100 Min. Oh je!
Die Oberschenkel fingen an heftig weh zu tun. Ich musste mich an den Ketten hochziehen. Auf den Geroellmassen machte ich nur noch ganz kleine Schritte. Und dann aenderte sich langsam alles. Ich bekam besser Luft und die Beine wurden wieder kraeftiger, trotz der Schmerzen. Je hoeher wir nun kamen, desto einfacher viel mir alles. Schon seltsam. Normalerweise sollte das doch andersrum sein.
Schliesslich waren wir kurz vor der 3000m Grenze. Aber ich war total froh darueber. Vielleicht schaffen wir es ja nun doch noch zum Sonnenaufgang. Aber wo war Nicole?? Sie war doch eben noch hinter mir. Sie war ettliche Meter zurueck gefallen. Ihre Taschenlanpe war fast aus, ich konnte sie kaum mehr sehen. Was war passiert?
Ich liess Ramona vorgehen. Vielleicht klappt's ja dann besser. Und wenn wir es bis zum Sonnenaufgang nicht schaffen, dann schaffen wir es eben nicht. Aber es schien Ramona von Minute zu Minute besser zu gehen. Klasse, dann schaffen wir es ja doch noch rechtzeitig. Aber ich sollte mich zu frueh gefreut haben. Denn nun war ich es, die arge Probleme bekam. Ich merkte, dass die Luft duenner wurde und ich nicht soviel Sauerstoff bekam wie ich brauchte. OK, das kenne ich ja bereits aus Venezuela. Und dennoch war alles ganz anders. Ramona brauchte keine drei Schritte zu gehen, da war sie auch schon fuenf Schritte vor mir. Ich konnte ihr nicht mehr folgen. Dabei machte sie doch keine grossen Schritte. Fuer mich jedoch waren sie viel zu gross. Nun musste sie stets auf mich warten. Ich musste alle fuenf Meter anhalten, um meinen Atem wieder unter Kontrolle zu bringen. Ich war sauer, konnte nicht so, wie ich wollte. Mein Rucksack sass auch nicht mehr richtig. Die ganze Last drueckte auf meine Schultern, den Hueftgurt konnte ich nicht mehr enger schnallen. Meine Knie und Waden schmerzten bei jeder Stufe. Kein Wunder, die waren kniehoch. Und wir hatten erst die Haelfte der Strecke zurueckgelegt. 8. Station auf 3020m. Ich haette am liebsten kehrt gemacht. Aber nein! Bloss nicht so denken! Nicht umsonst haben wir uns die Stunden in der Eiseskaelte auf der Damentoilette um die Ohren geschlagen. Nicht umsonst bin ich jetzt bis hierhin geklettert. Weiter, es muss weiter gehen! Aber auch die Kekse konnten mich nicht mehr aufheitern. Meine Haende sind so kalt, meine Fuesse fallen gleich ab. Jammer nicht rum! Denk' an den Sonnenaufgang. Es half nicht immer. Aber, was wuerde Ramona sagen, wenn du jetzt schlapp machst?! Das kann ich nicht bringen, sie hat ihre schlimme Phase ja auch ueberstanden. Wenn nur nicht diese verdammt hohen Stufen waeren. Gott sei Dank ist die Kette da, da kann ich mich hochziehen. Doch meine Beine, sie wollen nicht so, wie ich will. Die Kraft verliess mich. Und dann der Wind, der weht mich fast um. Ich schaffte es nie bis an die schuetzende Mauer, musste immer kurz vorher stehen bleiben, weil ich keine Luft mehr bekam. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Meine Lippen platzten auf, jetzt kommt alles zusammen. Dann endlich, die eigentlich 8. Station auf 3.360m. Es war 2.30 Uhr. Wir lagen hinter der Zeit. Und nur wegen mir. Die Zeit, die wir vorher reingelaufen hatten, hatten wir jetzt durch mich wieder verloren. Den Sonnenaufgang koennen wir knicken. Mensch, jetzt reiss dich mal zusammen! Es ist ja gar nicht mehr weit. Meine Schwester Silke hat mich mal als ehrgeizig beschrieben, jetzt muss ich beweisen, dass ich das auch bin. Muss ich das? Ja, verdammt nochmal! Du bist schon auf einen viel hoeheren Berg geklettert, da wirst du das bisschen Berg hier auch schaffen. Doch auch der Energy-Drink half mir nicht weiter.
Weiter geht's. Aber es wurde einfach nicht besser. Die Zeit verging wie im Fluge, grosse Strecken legte ich nicht zurueck. Doch aufgeben werde ich nicht! Ramona schien mit einer Leichtigkeit die Stufen zu nehmen. Warum nur konnte ich das nicht? Die Schmerzen wurden unertraeglich, mir blieb schier die Luft weg. Und trotzdem: Ich will auf den Gipfel! Man schien es jedoch nicht gut mit mir zu meinen, es wurde noch steiler. Es war ja zu erwarten gewesen, aber ich stoehnte jedes Mal, wenn es wieder um die Kurve ging. Und dann gab meine Taschenlampe auch noch den Geist auf. Dabei hatte ich eben erst die Batterien gewechselt. Jetzt aergerte ich mich auch noch darueber. Nichts schien zu funktionieren. Ramona gab mir ihre Lampe, sie hatte ja noch ihre Stirnlampe, und machte mich darauf aufmerksam, dass es schon heller wurde. Ich hatte das noch gar nicht realisiert. Es war fuer mich aber auch noch deprimierender, hiess es doch, dass wir es nicht bis auf den Gipfel schaffen wuerden, um den Sonnenaufgang zu sehen. Ich war frustriert. Wir gingen noch etwas weiter. Was war das? Nochmals: Kniehohe Stufen, soweit das Auge reicht. Warum nur? Die Kette hilft mir doch inzwischen auch nicht mehr wirklich, muss all meine Kraefte aufbringen, um mich eine Stufe weiter nach oben zu bringen. Aber das muss der Endspurt sein! Dort oben, das muss der Gipfel sein! Ramona bat ich, nicht mehr laenger auf mich zu warten. Schon nach ein paar Minuten hatte ich sie aus den Augen verloren. Ich war alleine. Alleine mit mir und meinem ausgebrannten Koerper. Aber ich schaffte es. Irgendwie. Ich war so erschoepft und entkraeftet; jetzt konnte ich meinen Traenen freien Lauf lassen. Ich hatte es geschafft, meine Grenzen ueberschritten und den Mt. Fuji bezwungen!
Endspurt, noch einmal 80 Min. und wir habens geschafft. Der Wind wurde noch staerker. Man konnte kaum gegen angehen und wurde fast umgeweht. Einmal blieb Nicole mitten in einer Sturmboehe stehen, dabei waren es doch nur 3m bis zur schuetzenden Wand. Ich rief sie, doch sie reagierte nicht. Ich rief lauter, sie blieb immer noch stehen, versuchte, ihr Gleichgewicht zu halten. Kann sie mich denn nicht hoeren? Ich schrie so laut ich konnte. Nichts. Als der Wind endlich nachliess kam sie rueber. Sie hatte mich tatsaechlich nicht gehoert.
4.30 Uhr, der Sonnenaufgang fing langsam an. Wir kamen zum 1. Tor und konnten das 2. schon sehen. Weit ueber uns standen viele Haeuser. Das musste die Spitze sein. Die Steinstufen fingen wieder an. Die Beine schmerzten zum umfallen. Aber wir schafften es. Wir waren ganz oben. 3776m! Noch bevor die Sonne sich zeigte. Es war 5 Uhr. 7 Std. hatten wir gebraucht. Der Sonnenaufgang war grandios. Einfach nur traumhaft. Schnell waren die Schmerzen des Aufstiegs vergessen.
Hier oben stuermte es noch mehr. Man musste aufpassen, dass man nicht weggeweht wurde. Es war eiskalt. Wir haetten gern noch ein paar Kleidungsstuecke mehr gehabt. Vor allem da die unterste Schicht nassgeschwitzt war.
Wir versuchten einmal um den Krater zu gehen, doch der Wind machte es unmoeglich. Schade, aber es hatte keinen Sinn. So machten wir uns wieder an den Abstieg. Es lagen noch einmal 4 Stunden Marsch vor uns. Am Krater trafen wir Nihei, einen jungen Japaner. Er machte sich mit uns auf den Abstieg. Nihei erzaehlte uns viel ueber Japan und und seine Menschen. Das war ganz gut, denn so lenkte er uns, und besonders mich, von den Schmerzen ab. Nach 1 Stunde steil bergab laufen, besser gesagt schlittern, stolpern und rutschen, taten meine Knie und mein Ruecken so weh, ich wollte keinen Schritt mehr gehen.
Um 10.45 Uhr erreichten wir die 5. Station. Wir waren fix und fertig. Das schien man uns anzusehen, denn viele fragten uns ob wir vom Krater kommen. Ja, wir waren ganz oben, erwiderten wir jedesmal mega stolz. Und die Leute freuten sich mit uns. Es war einfach nur schoen! Wir mussten noch bis 12 Uhr auf den ersten Bus in die Stadt warten. Wir sassen kaum im Bus, da schliefen wir schon. Das Taxi vom Bahnhof zum Zeltplatz hatten wir uns nun aber wirklich verdient. Schlafen, nur noch schlafen.
Um 17 Uhr kletterten wir nochmal aus dem Zelt. Wir hatten Hunger und wollten noch ins Internet. Wir wussten nicht genau wie wir ins Internet Cafe kommen. So fragten wir eine Frau auf der Strasse. Diese lief zum Haus hinter uns, sprach mit jemanden (ihr Sohn, wie sich dann herausstellte) und sagte wir sollen warten. Ihr Sohn kam und sagte er brauche noch 2 Minuten. Und schon kam er wieder, zog sich die Schuhe an und meinte er wuerde uns hinfahren. Wow! Wir trauten unseren Ohren nicht. Er fuhr uns bis vor die Tuer des Internet Cafes. Unglaublich! Zu fuss haetten wir es nie gefunden. Es war viel weiter als wir gedacht hatten.
Montag, September 29, 2003
Kawaguchiko
Um 10.10 Uhr stiegen wir in den Bus nach Gotenba. Nur, um dort den Bus nach Togendai zu nehmen. Dieser sollte um 12.07 Uhr fahren und wir hatten noch etwas Zeit. Es war ziemlich heiss und mir (Nicole) war es in kurzer Hose und T-Shirt noch zu heiss. Wasser musste her. Ich fuellte dieses in meinen Trinkbeutel und zog damit die Aufmerksamkeit eines aelteren jungen Paerchens auf mich. Der Mann wollte wissen, woher wir sind und beim Wort 'Deutschland' war er ganz aus dem Haeuschen. Er war sehr interessiert und fragte uns aus. Seine Frau gab uns in der Zwischenzeit je eine japanische Mandarine. Die sind ja gruenlich gelb?! Ob die ueberhaupt schmecken? Und ob. Viel intensiver als die, die wir kennen. Als dann der Bus kam, stellten wir uns brav an. Doch der nette Mann rief uns ganz aufgeregt zurueck. Bloss nicht in diesen Bus. Aha?! Na gut, dann warten wir eben noch. 10 Minuten spaeter war es soweit. Der Mann stieg irgendwo aus, wuenschte zum Abschied "Happiness" und gab mir sogar die Hand. Wow, wo es so etwas wie Koerperkontakt in Japan doch ueberhaupt nicht gibt. Zumindest nicht in der Oeffentlichkeit. Selbst Paerchen sieht man nie Hand in Hand laufen, von Zaertlichkeiten austauschen ganz zu schweigen.
In Togendai stiegen wir gleich in die Seilbahn nach Owakudani. War ja alles in unserem Hakone Pass inbegriffen.Oben angekommen sah man schon ganz viel Rauch aus dem Berg kommen. Und je naeher wir dem Schwefelberg kamen, um so schlimmer stank es. Ganz schoen streng nach faulen Eiern. Das Wasser, das aus dem Berg kommt, ist teilweise kochend heiss. Wie jeder, der dorthin kommt, mussten wir natuerlich auch die Schwefeleier probieren. Es gab sie nur im 6er-Pack. In Schwefel gekocht. Ganz schwarz war die Schale. Ob das Ei auch nach Schwefel schmeckt? Mit den Eiern in der Hand zum Eier-Tisch. Hier werden die Eier gepellt und die Schale auf dem Tisch liegen gelassen. Beide assen wir je zwei Eier. Nach Schwefel schmeckten sie jedoch nicht. Ganz normale Eier eigentlich. Was nun mit den restlichen beiden Eiern? Oh, da sind gerade zwei aeltere Frauen, die Eier kaufen wollen. Denen koennen wir sie ja geben. Die Japanerinnen konnten ihr Glueck kaum fassen, bedankten sich mehrmals. Warum nur? Die Japaner sind doch selbst alle so freundlich und hilfsbereit. Oder etwa nur gegenueber den Touristen?
Um kurz nach 15 Uhr sind wir mit der Kabinenbahn und Zug weiter nach Tonosawa. Hier sind die Hot Springs, in denen wir baden wollen. Vom Bahnhof, der oberhalb des Dorfes in einem Wald liegt, gingen wir ins Dorf. Der Wald erinnert fast schon an eine Art Dschungel so dicht bewachsen wie er war. Ausser Grillen und Vogelgezwitscher hoerte man nichts. Und immer wieder diese riesigen dreidimensionalen Spinnennetze. Die Spinne selbst war halb so spektakulaer.
Im Dorf erkundigten wir uns nach dem Weg zu den Hot Springs. War klar, dass wir mal wieder falsch waren. Werden wir eigentlich je etwas auf Anhieb finden? Also die ganzen Stufen nochmal hoch. Und dann soll's da eine Abzweigung geben. Tja, haetten wir die Augen aufgemacht, haetten wir wahrscheinlich auch die Abzweigung oder das Schild gesehen. Die Hot Springs sind beim Begona Garten. Gluecklicherweise gibt's da ja 'ne Karte. Da koennen wir die Hot Springs ja gar nicht verfehlen. Also die Strasse hoch und rechts um die Kurve. Da muessen sie dann ja sein. Waren sie aber nicht. Schnell nochmal nachgefragt. Die Hot Springs sind neben dem Garten. Na, dann stimmt aber die Karte nicht. Obwohl ... mit den japanischen hatten wir ja eh unsere Probleme. Als wir dann endlich am Eingang standen, realisierten wir erst, dass es bereits 16.30 Uhr war. Wir hatten eh keine Zeit mehr.
Wir muessen langsam an die Rueckfahrt denken. Um spaetestens 19 Uhr muessen wir in Gotenba sein, da der letzte Bus von dort nach Kawaguchiko um 19.05 Uhr abfaehrt. Da steht ja auch schon der Shuttle Bus. Abfahrt 16.45 Uhr. Und fuer uns auch noch umsonst. An der Yomoto Station wollten wir dann den Bus nach Gotenba nehmen. Da es dort nur einen Bus gab, blieb uns nichts anderes uebrig, als diesen zu nehmen. Doch anstatt uns nach Gotenba zu bringen, liess man uns einfach an einer anderen Bushaltestelle raus. Oh je. Es wurde langsam frisch und dunkel. Wohin denn jetzt? Welcher Bus und in welche Richtung? Ein Taxifahrer klaerte uns auf: Bis Miyanoshita, dann umsteigen nach Gotenba. Gesagt, getan. Wir stiegen in Miyanoshita aus und gingen zur gegenueberliegenden Bushaltestelle. Natuerlich wieder alles nur auf japanisch. Ich sprach den einzigen Japaner weit und breit an und auch er schien ein Problem zu haben, die noetigen Informationen zu bekommen. Kann er etwa nicht lesen oder ist er am Ende gar kein Japaner? Die Minuten kamen uns vor wie eine Ewigkeit. Doch dann. In 10 Minuten kommt der Bus. Vielen Dank. Aber erst in 10 Minuten? Ob wir es noch rechtzeitig bis Gotenba schaffen? Ich sehe uns schon die Nacht im Freien verbringen, ohne Zelt und Schlafsack. Wir nahmen den Bus zehn Minuten spaeter und sagten dem Busfahrer, wohin wir wollten. Gotenba? Nein, soweit faehrt er nicht. Also nochmal umsteigen. Geht das hier noch mit rechten Dingen zu oder will man uns hier nur auf den Arm nehmen? Es war mal wieder einer der Momente, in dem ich wuenschte, Japanisch sprechen zu koennen. An der naechsten Bushaltestelle sagte man uns, dass um diese Zeit kein Bus mehr nach Gotenba faehrt. Wie um diese Zeit? Es ist doch erst 18.30 Uhr. Also doch alles Verar...erei! Aber da gibt's ja eine Information. Man sagte uns, dass der Bus um 18.40 Uhr kommt und wir um 19.05 Uhr in Gotenba sind. Der Bus nach Kawaguchiko faehrt erst um 19.15 Uhr. Gott sei Dank. So kam es dann auch und um 20.15 Uhr waren wir wieder in Kawaguchiko.
In Togendai stiegen wir gleich in die Seilbahn nach Owakudani. War ja alles in unserem Hakone Pass inbegriffen.Oben angekommen sah man schon ganz viel Rauch aus dem Berg kommen. Und je naeher wir dem Schwefelberg kamen, um so schlimmer stank es. Ganz schoen streng nach faulen Eiern. Das Wasser, das aus dem Berg kommt, ist teilweise kochend heiss. Wie jeder, der dorthin kommt, mussten wir natuerlich auch die Schwefeleier probieren. Es gab sie nur im 6er-Pack. In Schwefel gekocht. Ganz schwarz war die Schale. Ob das Ei auch nach Schwefel schmeckt? Mit den Eiern in der Hand zum Eier-Tisch. Hier werden die Eier gepellt und die Schale auf dem Tisch liegen gelassen. Beide assen wir je zwei Eier. Nach Schwefel schmeckten sie jedoch nicht. Ganz normale Eier eigentlich. Was nun mit den restlichen beiden Eiern? Oh, da sind gerade zwei aeltere Frauen, die Eier kaufen wollen. Denen koennen wir sie ja geben. Die Japanerinnen konnten ihr Glueck kaum fassen, bedankten sich mehrmals. Warum nur? Die Japaner sind doch selbst alle so freundlich und hilfsbereit. Oder etwa nur gegenueber den Touristen?
Um kurz nach 15 Uhr sind wir mit der Kabinenbahn und Zug weiter nach Tonosawa. Hier sind die Hot Springs, in denen wir baden wollen. Vom Bahnhof, der oberhalb des Dorfes in einem Wald liegt, gingen wir ins Dorf. Der Wald erinnert fast schon an eine Art Dschungel so dicht bewachsen wie er war. Ausser Grillen und Vogelgezwitscher hoerte man nichts. Und immer wieder diese riesigen dreidimensionalen Spinnennetze. Die Spinne selbst war halb so spektakulaer.
Im Dorf erkundigten wir uns nach dem Weg zu den Hot Springs. War klar, dass wir mal wieder falsch waren. Werden wir eigentlich je etwas auf Anhieb finden? Also die ganzen Stufen nochmal hoch. Und dann soll's da eine Abzweigung geben. Tja, haetten wir die Augen aufgemacht, haetten wir wahrscheinlich auch die Abzweigung oder das Schild gesehen. Die Hot Springs sind beim Begona Garten. Gluecklicherweise gibt's da ja 'ne Karte. Da koennen wir die Hot Springs ja gar nicht verfehlen. Also die Strasse hoch und rechts um die Kurve. Da muessen sie dann ja sein. Waren sie aber nicht. Schnell nochmal nachgefragt. Die Hot Springs sind neben dem Garten. Na, dann stimmt aber die Karte nicht. Obwohl ... mit den japanischen hatten wir ja eh unsere Probleme. Als wir dann endlich am Eingang standen, realisierten wir erst, dass es bereits 16.30 Uhr war. Wir hatten eh keine Zeit mehr.
Wir muessen langsam an die Rueckfahrt denken. Um spaetestens 19 Uhr muessen wir in Gotenba sein, da der letzte Bus von dort nach Kawaguchiko um 19.05 Uhr abfaehrt. Da steht ja auch schon der Shuttle Bus. Abfahrt 16.45 Uhr. Und fuer uns auch noch umsonst. An der Yomoto Station wollten wir dann den Bus nach Gotenba nehmen. Da es dort nur einen Bus gab, blieb uns nichts anderes uebrig, als diesen zu nehmen. Doch anstatt uns nach Gotenba zu bringen, liess man uns einfach an einer anderen Bushaltestelle raus. Oh je. Es wurde langsam frisch und dunkel. Wohin denn jetzt? Welcher Bus und in welche Richtung? Ein Taxifahrer klaerte uns auf: Bis Miyanoshita, dann umsteigen nach Gotenba. Gesagt, getan. Wir stiegen in Miyanoshita aus und gingen zur gegenueberliegenden Bushaltestelle. Natuerlich wieder alles nur auf japanisch. Ich sprach den einzigen Japaner weit und breit an und auch er schien ein Problem zu haben, die noetigen Informationen zu bekommen. Kann er etwa nicht lesen oder ist er am Ende gar kein Japaner? Die Minuten kamen uns vor wie eine Ewigkeit. Doch dann. In 10 Minuten kommt der Bus. Vielen Dank. Aber erst in 10 Minuten? Ob wir es noch rechtzeitig bis Gotenba schaffen? Ich sehe uns schon die Nacht im Freien verbringen, ohne Zelt und Schlafsack. Wir nahmen den Bus zehn Minuten spaeter und sagten dem Busfahrer, wohin wir wollten. Gotenba? Nein, soweit faehrt er nicht. Also nochmal umsteigen. Geht das hier noch mit rechten Dingen zu oder will man uns hier nur auf den Arm nehmen? Es war mal wieder einer der Momente, in dem ich wuenschte, Japanisch sprechen zu koennen. An der naechsten Bushaltestelle sagte man uns, dass um diese Zeit kein Bus mehr nach Gotenba faehrt. Wie um diese Zeit? Es ist doch erst 18.30 Uhr. Also doch alles Verar...erei! Aber da gibt's ja eine Information. Man sagte uns, dass der Bus um 18.40 Uhr kommt und wir um 19.05 Uhr in Gotenba sind. Der Bus nach Kawaguchiko faehrt erst um 19.15 Uhr. Gott sei Dank. So kam es dann auch und um 20.15 Uhr waren wir wieder in Kawaguchiko.
Sonntag, September 28, 2003
Kawaguchiko
Ich wollte fuer Nicole Fruehstueck machen und holte den Kocher und das Futter. Der Topf war total verbeult. War wohl doch ein bisschen vollgestopft, der Rucksack. Der Kocher schien auch was abbekommen zu haben. Die Fuesse liessen sich kaum mehr bewegen und ploetzlich hatte ich den einen in der Hand. Oh je, ich hab doch gar nicht fest gedrueckt. Nicole war mittlerweile auch auf und kam rueber. Ich versuchte den Kocher so anzukriegen und drehte den Benzinhahn auf. Da spritzte mir die ganze Sosse ins Gesicht. Klar, ich hatte ja auch gerade erst geduscht. Ich haette nur noch fluchen koennen. Also nichts mit Eier und Tee. Nur Toast.
Wir fuhren mit dem Bus zu den Hoehlen, eine halbe Stunde von Kawaguchiko. Wir wollten die Eishoehle sehen. Hier sollte es auch im Sommer riesen Eiszapfen geben. Steintreppen fuehrten durch einen schmalen Felsspalt in die Hoehle, ca. 20 m tief. Der Temperatursturz war enorm. Es wurde eiskalt. Doch die grossen Eiszapfen sahen wir leider nicht. Nur noch kleine Stummel. Der Rest war geschmolzen.
Enttaeuscht gingen wir zur naechsten Hoehle. Sie lag allerdings 2,6 km weiter Richtung See. Ein kleiner Spaziergang. Es ging ja bergab. Wir kamen zur Fledermaushoehle. Wir fragten extra nochmal nach, ob wir auch welche sehen wuerden. Oh ja, es leben 100 Stueck in der Hoehle. Na dann. Wir bekamen einen Helm auf und los ging’s. Teilweise waren die Gaenge nur 50 cm hoch. Es passte gerade so eben mit Entenwatschelgang. Aber Fledermaeuse sahen wir keine. War aber trotzdem eine interessante Hoehle.
Die 2,6 km zurueck zur Bushaltestelle zu laufen, hatten wir nicht wirklich Lust. Da ging ein japanisches Paerchen zu ihrem Auto. Ich sprang auf und fragte sie, ob sie uns mitnehmen koennten. Natuerlich sprachen sie nur japanisch. Aber irgendwie machte ich mich verstaendlich und sie nahmen uns mit bis zur Bushaltestelle. Super nett.
Wir fuhren zurueck nach Kawaguchiko. Es war noch recht frueh am Nachmittag. So entschlossen wir uns fuer eine Seilbahnfahrt auf den Kawaguchiko-Berg, 1079 m hoch. Wir hatten eine klasse Aussicht. Nur der Fuji hatte sich mal wieder versteckt. Ob man ihn jemals ganz sehen kann? Hier oben gab es ueberall Haeschen und Waschbaeren. Sie standen ueberall rum und man konnte Fotos mit ihnen machen. Es gab hier sogar Haeschen- und Waschbaerentoiletten. Das sah zu witzig aus. --> Fotos
Um 19 Uhr war es schon dunkel und wir gingen zurueck zum Zeltplatz.
Wir fuhren mit dem Bus zu den Hoehlen, eine halbe Stunde von Kawaguchiko. Wir wollten die Eishoehle sehen. Hier sollte es auch im Sommer riesen Eiszapfen geben. Steintreppen fuehrten durch einen schmalen Felsspalt in die Hoehle, ca. 20 m tief. Der Temperatursturz war enorm. Es wurde eiskalt. Doch die grossen Eiszapfen sahen wir leider nicht. Nur noch kleine Stummel. Der Rest war geschmolzen.
Enttaeuscht gingen wir zur naechsten Hoehle. Sie lag allerdings 2,6 km weiter Richtung See. Ein kleiner Spaziergang. Es ging ja bergab. Wir kamen zur Fledermaushoehle. Wir fragten extra nochmal nach, ob wir auch welche sehen wuerden. Oh ja, es leben 100 Stueck in der Hoehle. Na dann. Wir bekamen einen Helm auf und los ging’s. Teilweise waren die Gaenge nur 50 cm hoch. Es passte gerade so eben mit Entenwatschelgang. Aber Fledermaeuse sahen wir keine. War aber trotzdem eine interessante Hoehle.
Die 2,6 km zurueck zur Bushaltestelle zu laufen, hatten wir nicht wirklich Lust. Da ging ein japanisches Paerchen zu ihrem Auto. Ich sprang auf und fragte sie, ob sie uns mitnehmen koennten. Natuerlich sprachen sie nur japanisch. Aber irgendwie machte ich mich verstaendlich und sie nahmen uns mit bis zur Bushaltestelle. Super nett.
Wir fuhren zurueck nach Kawaguchiko. Es war noch recht frueh am Nachmittag. So entschlossen wir uns fuer eine Seilbahnfahrt auf den Kawaguchiko-Berg, 1079 m hoch. Wir hatten eine klasse Aussicht. Nur der Fuji hatte sich mal wieder versteckt. Ob man ihn jemals ganz sehen kann? Hier oben gab es ueberall Haeschen und Waschbaeren. Sie standen ueberall rum und man konnte Fotos mit ihnen machen. Es gab hier sogar Haeschen- und Waschbaerentoiletten. Das sah zu witzig aus. --> Fotos
Um 19 Uhr war es schon dunkel und wir gingen zurueck zum Zeltplatz.
Samstag, September 27, 2003
Tokio - Kawaguchiko
Um 11.40 Uhr sollte unser Bus nach Kawaguchiko losfahren. Dachten wir. In der U-Bahn sah ich (Ramona) mir aus Langeweile nochmal unsere Bustickets an. Ach du Sch…! Abfahrt 11.10 Uhr stand da. Es war schon 10.38 Uhr und wir hatten noch zwei Stopps vor uns und wussten dann noch nicht, von wo der Bus abfaehrt. Super, wie kommen wir ueberhaupt auf 11.40 Uhr? Um 10.58 Uhr waren wir an der Stadtbushaltestelle. Das war natuerlich nicht richtig. Wir wurden zwei Mal weiter geschickt, bis wir endlich am richtigen Bus waren. Wir sassen noch nicht, da gingen die Tueren schon zu. Abfahrt.
Zwei Stunden spaeter waren wir in Kawaguchiko. Man konnte den Mt. Fuji sehen. Nur die “Spitze” (diese gibt’s nicht wirklich, da es ja ein Vulkan ist) musste man erahnen. Die Touri-Info war direkt am Bahnhof. Es gab jedoch tatsaechlich einen Zeltplatz. Also nichts wie hin. Er lag direkt am See, in einem kleinen Waeldchen. 1.300 Yen pPpN (pro Person pro Nacht). Ganz schoen teuer. Und fuers Duschen musste man auch bezahlen. 100 Yen fuer 90 Sekunden Wasser. Man, ist der aber teuer.
Um 14.30 Uhr hatten wir unser Heim eingerichtet. Blieb noch genug Zeit, um in den Highland Park zu fahren. Hier gibt es die hoechste Achterbahn der Welt. Doch der Eintrittspreis schockte uns ziemlich. 4.100 Yen oder 1.000 Yen und man zahlt fuer jede Fahrt extra. Wir entschieden uns fuer ersteres. Um das Ticket zu bekommen, musste man erst bezahlen, bekam dann eine Art Chip und musste nun zum Fotoautomaten. Es wurde ein Foto gemacht und das Ticket mit Bild kam raus. So kann es auch keiner klauen.
Natuerlich gingen wir als allererstes zur groessten Achterbahn der Welt. Der Park war ziemlich leer. Da geht es bestimmt schnell und wir koennen gleich zwei Mal fahren. Denkste. Wartezeit war eine Stunde. Egal, wir hatten ja unsere Buecher. Dann ging es los. Bergauf. 79m. Man hatte eine klasse Aussicht ueber das ganze Tal. Nur der Fuji lag leider immer noch in den Wolken. Dann ging’s nach unten, im 90 Grad-Winkel mit 130 km/h. Genial. Wie das kribbelt! Die ganze Fahrt dauerte 3,35 Minuten.
Nun wollten wir in die Hochgeschwindigkeitsbahn. Doch da musste man 2,5 Stunden anstehen. Schade, die waere bestimmt auch gut gewesen. Also gingen wir in den Great Zaboom. Die groesste Wasserrutsche der Welt. Hier kaufte sich jeder ein Regencape. So ein Quatsch. Oder besser doch? Bis jetzt war noch niemand ohne gefahren. Vielleicht sollten wir doch besser einen kaufen. Also gut. Die Fahrt war kurz aber heftig. Zum Glueck hatten wir uns die Regencapes gekauft. Sonst waeren wir jetzt patschnass gewesen.
Wir machten noch ein paar Fahrten und dann war es schon wieder Zeit, nach Hause zu gehen.
Zwei Stunden spaeter waren wir in Kawaguchiko. Man konnte den Mt. Fuji sehen. Nur die “Spitze” (diese gibt’s nicht wirklich, da es ja ein Vulkan ist) musste man erahnen. Die Touri-Info war direkt am Bahnhof. Es gab jedoch tatsaechlich einen Zeltplatz. Also nichts wie hin. Er lag direkt am See, in einem kleinen Waeldchen. 1.300 Yen pPpN (pro Person pro Nacht). Ganz schoen teuer. Und fuers Duschen musste man auch bezahlen. 100 Yen fuer 90 Sekunden Wasser. Man, ist der aber teuer.
Um 14.30 Uhr hatten wir unser Heim eingerichtet. Blieb noch genug Zeit, um in den Highland Park zu fahren. Hier gibt es die hoechste Achterbahn der Welt. Doch der Eintrittspreis schockte uns ziemlich. 4.100 Yen oder 1.000 Yen und man zahlt fuer jede Fahrt extra. Wir entschieden uns fuer ersteres. Um das Ticket zu bekommen, musste man erst bezahlen, bekam dann eine Art Chip und musste nun zum Fotoautomaten. Es wurde ein Foto gemacht und das Ticket mit Bild kam raus. So kann es auch keiner klauen.
Natuerlich gingen wir als allererstes zur groessten Achterbahn der Welt. Der Park war ziemlich leer. Da geht es bestimmt schnell und wir koennen gleich zwei Mal fahren. Denkste. Wartezeit war eine Stunde. Egal, wir hatten ja unsere Buecher. Dann ging es los. Bergauf. 79m. Man hatte eine klasse Aussicht ueber das ganze Tal. Nur der Fuji lag leider immer noch in den Wolken. Dann ging’s nach unten, im 90 Grad-Winkel mit 130 km/h. Genial. Wie das kribbelt! Die ganze Fahrt dauerte 3,35 Minuten.
Nun wollten wir in die Hochgeschwindigkeitsbahn. Doch da musste man 2,5 Stunden anstehen. Schade, die waere bestimmt auch gut gewesen. Also gingen wir in den Great Zaboom. Die groesste Wasserrutsche der Welt. Hier kaufte sich jeder ein Regencape. So ein Quatsch. Oder besser doch? Bis jetzt war noch niemand ohne gefahren. Vielleicht sollten wir doch besser einen kaufen. Also gut. Die Fahrt war kurz aber heftig. Zum Glueck hatten wir uns die Regencapes gekauft. Sonst waeren wir jetzt patschnass gewesen.
Wir machten noch ein paar Fahrten und dann war es schon wieder Zeit, nach Hause zu gehen.
Freitag, September 26, 2003
Tokio
Das Telefon klingelte. Sollte das ein Scherz sein? Es war doch erst 10 Uhr und wir bleiben doch bis morgen. Nur nicht ruehren. Nicole wird schon rangehen. Sie tat es nicht. Also gut, ich setzte mich auf. Ruhe. Super, und was jetzt? Sollte ich lieber zurueckrufen? Sie wuerden sich schon wieder melden, wenn was Wichtiges waere, oder? Aber was ist, wenn wir doch wieder raus muessen und uns nun einschliessen und erst um 17 Uhr wieder kamen. Also doch lieber anrufen. “You wake up?” “Yes.” “It’s cleaning time.” “Ja, aber wir bleiben ja noch bis morgen.” “It’s cleaning time.” “Wir reisen aber noch nicht ab.” “Yes, it’s cleaning time.” Super, das weiss ich nun langsam. "Wir bleiben aber doch bis morgen. Es muss nicht geputzt werden." “But it’s cleaning time.” Ich gabs auf. “Wir kommen gleich runter.” Es stellte sich heraus, dass wir auch hier das Zimmer von 10 – 17 Uhr verlassen muessen. Kann man denn in Japan nirgends ausschlafen?
Wir wollten heute ins grosse Elektro- und Computergeschaeft, das eine U-Bahnstation weiter in Akihabara sein sollte. Wo man auch hinsah, ueberall Computer, Musikgeraete, Handies, …. auf bis zu sieben Etagen pro Laden. Gebraucht und neu. Ein Paradies fuer den, der das noetige Kleingeld hat. Wir suchten hier nach einem Hard Drive, damit wir unsere Bilder selber von der Kamera runterladen koennen, und nicht staendig zum Fotoladen muessen. Wir klapperten saemtliche Laeden ab, fanden aber leider nichts.
Spaeter fuhren wir nach Shinjuku, um dort in einem Reisebuero zu erfahren, wie man am besten zum Mt. Fuji kommt. Wir bekamen viele Prospekte und nach sorgfaeltigem Durchwuehlen entschieden wir uns fuer den Hakone Drei-Tages-Pass. 7.200 Yen. Damit konnten wir in der ganzen Fuji-Gegend mit Bus und Bahn fahren. Unsere Basisstation wollten wir in Kawaguchiko aufstellen, direkt am See. Aber das muessen wir vor Ort klaeren. Morgen um 10.40 Uhr faehrt der Bus. Perfekt.
Wir wollten ins Kino und stiegen in den Bus. Wir zeigten unsere Tagestickets, doch das waere hier nicht gueltig. Wie bitte? Wir sind doch gestern auch damit gefahren. Nicole fing an zu diskutieren. Dabei verstand der Busfahrer doch sowieso kein Englisch. Da tippte mir eine alte Frau auf die Schulter und wollte mir 200 Yen geben, damit Nicole bezahlen kann. Wie suess von ihr. Das konnten und wollten wir aber nicht annehmen. Wir stiegen wieder aus und waren schon wieder auf dem Weg zur U-Bahn, als wir dachten, wir koennten es beim naechsten Bus ja nochmal versuchen. Und tatsaechlich klappte es. Das Kino hatte leider schon angefangen als wir ankamen. Die naechste Vorstellung war um 20 Uhr. Leider zu spaet fuer uns, mussten wir doch bis 23 Uhr zurueck im Hostel sein. Man sagte uns, dass in unserem Viertel auch ein Kino sei und der Film wuerde erst um 20.30 Uhr anfangen. Doch bis wir durch die ganze Stadt bis dahin waren, war es auch wieder zu spaet. Es sollte einfach nicht sein.
Wir gingen mal kurz ins Internet-Café. Hier erfuhren wir von Heidi, einer Freundin aus Deutschland, dass es ein riesen Erdbeben in Nordjapan gegeben hatte. 7,5 auf der Richterskala. Man haette es bis nach Tokio spueren koennen. Noe, nicht wirklich. Wir haben gar nichts mitbekommen und waren sehr erstaunt darueber.
Wir wollten heute ins grosse Elektro- und Computergeschaeft, das eine U-Bahnstation weiter in Akihabara sein sollte. Wo man auch hinsah, ueberall Computer, Musikgeraete, Handies, …. auf bis zu sieben Etagen pro Laden. Gebraucht und neu. Ein Paradies fuer den, der das noetige Kleingeld hat. Wir suchten hier nach einem Hard Drive, damit wir unsere Bilder selber von der Kamera runterladen koennen, und nicht staendig zum Fotoladen muessen. Wir klapperten saemtliche Laeden ab, fanden aber leider nichts.
Spaeter fuhren wir nach Shinjuku, um dort in einem Reisebuero zu erfahren, wie man am besten zum Mt. Fuji kommt. Wir bekamen viele Prospekte und nach sorgfaeltigem Durchwuehlen entschieden wir uns fuer den Hakone Drei-Tages-Pass. 7.200 Yen. Damit konnten wir in der ganzen Fuji-Gegend mit Bus und Bahn fahren. Unsere Basisstation wollten wir in Kawaguchiko aufstellen, direkt am See. Aber das muessen wir vor Ort klaeren. Morgen um 10.40 Uhr faehrt der Bus. Perfekt.
Wir wollten ins Kino und stiegen in den Bus. Wir zeigten unsere Tagestickets, doch das waere hier nicht gueltig. Wie bitte? Wir sind doch gestern auch damit gefahren. Nicole fing an zu diskutieren. Dabei verstand der Busfahrer doch sowieso kein Englisch. Da tippte mir eine alte Frau auf die Schulter und wollte mir 200 Yen geben, damit Nicole bezahlen kann. Wie suess von ihr. Das konnten und wollten wir aber nicht annehmen. Wir stiegen wieder aus und waren schon wieder auf dem Weg zur U-Bahn, als wir dachten, wir koennten es beim naechsten Bus ja nochmal versuchen. Und tatsaechlich klappte es. Das Kino hatte leider schon angefangen als wir ankamen. Die naechste Vorstellung war um 20 Uhr. Leider zu spaet fuer uns, mussten wir doch bis 23 Uhr zurueck im Hostel sein. Man sagte uns, dass in unserem Viertel auch ein Kino sei und der Film wuerde erst um 20.30 Uhr anfangen. Doch bis wir durch die ganze Stadt bis dahin waren, war es auch wieder zu spaet. Es sollte einfach nicht sein.
Wir gingen mal kurz ins Internet-Café. Hier erfuhren wir von Heidi, einer Freundin aus Deutschland, dass es ein riesen Erdbeben in Nordjapan gegeben hatte. 7,5 auf der Richterskala. Man haette es bis nach Tokio spueren koennen. Noe, nicht wirklich. Wir haben gar nichts mitbekommen und waren sehr erstaunt darueber.
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