Wir mussten uns beeilen. Check-out war normalerweise um 9 Uhr, doch wir dachten, 9.30 Uhr tut’s auch. Es klopfte. An Nicoles Tuer. “Check-out 9 Uhr.” “Packing”, rief Nicole zurueck. Ich wartete schon darauf, dass es auch bei mir klopfte. Aber nichts. Musste ich etwa nicht raus und wir konnten noch eine Nacht bleiben? Gestern hiess es doch, ausgebucht. Nicole war fast fertig mit Packen und so ging sie fragen, ob ich im Zimmer bleiben konnte. Leider nein. Ich beeilte mich. Nicole war mittlerweise fertig. Noch schnell die Bettlaken zusammen gelegt, unter den Arm geklemmt und los. Nicole wartete schon. Ich laechelte sie an, doch was macht sie denn fuer ein Gesicht? Ah, die Bettwaesche. Sie hatte vergessen, sie abzuziehen. Unsere Rucksaecke konnten wir wieder hier unterstellen. Im anderen Hostel konnten wir auch wieder erst um 17 Uhr einchecken.
Heute mussten wir unser Visum fuer China abholen. Welches U-Bahn-Ticket sollten wir uns denn heute kaufen? Das von gestern hatte sich ja nun nicht wirklich gelohnt. Vielleicht das guenstigere fuer 700 Yen? Wir hatten schon wieder so viel rumgebummelt, dass wir in Zeitdruck waren. Es war mittlerweile 11.30 Uhr. Wir kamen aber noch rechtzeitig. Es ging alles glatt mit dem Visum. Wir zahlten 7.000 Yen und schon war alles erledigt.
Nun hatten wir Hunger. Doch es war schon 12 Uhr und wir hatten doch gestern die Mori-Tower-Tour gebucht. Muessen wir da wirklich hin? Es war doch sowieso viel zu neblig. Man konnte ja nicht mal die Spitze des Turmes sehen. Da waeren die 2.000 Yen doch nur rausgeschmissenes Geld. Wir waren uns schnell einig, dass wir gar nicht erst dorthin gehen sollten. Also essen. Wir fanden ein Bagel-Café. Mmmmmh, lecker.
Wir dachten uns, bevor wir wieder mit unseren schweren Rucksaecken nach dem Hostel suchen muessen, koennen wir ja jetzt schon mal sehen, wo es ist. Zu unserer Ueberraschung durften wir auch gleich einchecken. Aber erstmal Schuhe aus. Unser Zimmer war im dritten Stock. Na klar, ganz oben. Die Stufen rauf waren total schmal, da passten unsere grossen Wessi-Fuesse gar nicht drauf. Wir hatten eines dieser typisch japanischen Zimmer mit Papierwaenden und –schiebetueren. Futonmatte als Bett und in der Mitte stand ein kleiner Tisch mit Stuehlen ohne Beine. Hier mussten wir wenigstens das Zimmer waehrend des Tages nicht verlassen. Morgen koennen wir mal richtig ausschlafen.
Auf dem Rueckweg zum Olympia-Hostel besichtigten wir den Meiji-Jingu Schrein, der ganz in der Naehe lag. Um 18 Uhr hatten wir unser Gepaeck und fuhren zurueck zum neuen Hostel. Die vielen Treppen im Bahnhof schafften mich total. Und dann auch noch drei Mal umsteigen. In der Herberge auch nochmal die halsbrecherischen Stufen. Ich war so froh, als ich den Rucksack endlich absetzen konnte.
Ein paar Minuten von hier gab es sogar ein Internet-Café. Dort verbrachten wir den Rest des Abends. Ploetzlich war es 22.50 Uhr. Oh Schreck. Um 23 Uhr macht das Hostel zu und wir haben keinen Schluessel. Jetzt aber los. Sonst muessen wir noch draussen auf der Strasse schlafen. Dabei hatten wir doch schon bezahlt. Nur noch um diese Ecke. Hae??? War es doch die andere Ecke? Wo denn jetzt? 22.55 Uhr – schnell, wir muessen es finden. Vielleicht hier lang? Oder doch nochmal zurueck? Nein, warte, da hinten sehe ich es. 22.58 Uhr – wir sind da.
Mittwoch, September 24, 2003
Tokio
Heute war mal wieder so ein Botschaftstag. Hoffentlich wird Tokio kein zweites Helsinki. Es gibt heute auch ein Metro-Ticket fuer den ganzen Tag. Nicht, dass wir wieder so viel Geld wie gestern ausgeben. Aber wo gibt’s die zu kaufen? Mit unserem englischen Flyer in der Hand wurden wir von einem Ende zum anderen geschickt. Keiner schien zu wissen, was wir wollen. Oder verstand man uns einfach nicht? Mensch, das gibt’s doch nicht. Wir wollen keine Zeit mit dem Suchen verlieren. Und nun rennen wir schon ueber eine Stunde durch eine von Tokios Metrostationen, um dieses bloede Ticket zu bekommen. Es war bereits 11 Uhr. Und inzwischen wissen wir ja, dass Botschaften um 12 Uhr schliessen. Los jetzt also. Dann endlich fanden wir jemand, der uns mit dem Tagesticket weiter helfen konnte. Aber 1580 Yen? Warum so teuer? Nun, in Tokio gibt es Metros von zwei verschiedenen Betreibern. Wenn man ein Ticket nur fuer einen Betreiber hat, kann es passieren, dass man eine Station kommt, die nicht zu diesem Betreiber gehoert und dann muss man nachzahlen. Na toll. Ob sich das mal jetzt lohnt? So viel Geld haben wir gestern jedenfalls nicht verfahren. Egal jetzt, die Zeit draengt. Auf geht’s nach Roppongi, ins Botschaftenviertel.
Dort angekommen ein kurzer Blick auf den Stadtplan, der uns erst etwas verwirrte. Dann aber hatten wir den Dreh raus. In einem Affenzahn duesten wir los, aber … hier stimmt doch was nicht. Sind wir etwa doch falsch? Wir fragten nach und … verdammt, tatsaechlich die falsche Richtung. Wie kommt das nur? Auf dem Stadtplan … Egal, 20 Minuten von hier zu Fuss. Es ist bereits 11.15 Uhr. Wenn wir uns also nochmal verlaufen, dann ist das hier wieder ein vergeudeter Tag. Also ab. Fast im Laufschritt den Weg nochmal zurueck. Vorsichtshalber nochmal nachgefragt. Gut, wir waren noch richtig. Um 11.30 Uhr erreichten wir die Botschaft. Puh, geschafft!
Wir fuellten unser Formular aus und um kurz vor 12 Uhr war klar, dass wir unser Visum am Montag abholen koennen. Hmm, oder vielleicht doch lieber per express? Kostet ja nur 3.000 Yen mehr, immerhin guenstiger als die 5 Naechte bis Montag noch hier zu bleiben. Also ja. Mit dem Express-Vermerk liess die Frau am Schalter die Rolladen runter. Geschlossen! Perfektes Time Management!
Wir waere es mit ein bisschen Sight-Seeing? Der Tokyo Tower, der dem Eiffelturm aehnlich sieht - zumindest auf dem Nachtfoto, das wir gesehen hatten - ist hier ganz in der Naehe. Auf dem Weg dorthin kamen wir zum Mori Tower. Dieser ist hoeher als der Tokyo Tower, warum also nicht hier einen Blick von oben auf die Stadt werfen? Wir wollten eine Panorama-Tour machen, aber mit englischem Fuehrer ist das erst um 15.40 Uhr moeglich. Zu spaet. Entweder jetzt oder gar nicht. Oder vielleicht morgen? OK, 12 Uhr ist nicht zu frueh, das schaffen wir. Den Tokyo Tower kann man von hier auch sehen. Eigentlich ziemlich haesslich (in rot und weiss) und im Hellen nicht wirklich dem Eiffelturm aehnlich. Da muessen wir also nicht hin.
Es beginnt zu regnen. Sight-Seeing im Regen? Wer mag das schon? Also in den Bus. Ja, wir duerfen mit unserem tollen Ticket sogar Bus fahren. Die Busfahrer in Japan tragen alle Uniform, sogar Handschuhe. In weiss. Auffallend ansonsten war, dass der Fahrer an jeder roten Ampel den Motor abstellt. Wie wir spaeter herausfanden, ist das jedoch nicht unbedingt ueblich.
Wir stiegen an der Shibuya Station aus, die laut Touristenfuehrer die weltweit meist angelaufene Kreuzung in der Rush Hour ist. Wir schauten uns die Hachiko-Statue an. Die Statue eines loyalen, manche moegen sagen dummen, Hundes, der jahrelang auf sein Herrchen wartete, nachdem dieses gestorben ist. Dieser Platz ist Shibuyas beliebtester Treffpunkt.
Es regnet immer mehr und somit sieht man auch immer mehr Schirme. Hat eigentlich jeder Japaner einen Schirm? Scheinbar nicht, denn die kann man sich hier an fast jeder Ecke an einem Schirmstaender ausleihen. Man zahlt ein paar Yen und nimmt sich einen Schirm. Wenn man ihn nicht mehr braucht, steckt man ihn am naechsten Staender wieder weg. Und das ist noch nicht alles. Die Japaner setzen noch einen drauf. Damit der gebrauchte Schirm in den Geschaeften oder Restaurants keine Tropfen hinterlaesst, packt man ihn vor dem Eingang in extra dafuer vorgesehene Plastiktueten. Eine prima Sache, denn alles bleibt sauber.
Im weltweit groessten Tower Records (CD-Laden) kann man auf 6 Etagen CDs kaufen, im 7. Stock auch englische Buecher. Buecher? Hmm, war unser Rucksack nicht schon schwer genug? Unsere Buecherei nicht schon gross genug? ... Wir beschaeftigten uns eine Ewigkeit mit Reisefuehrern. Wohin soll's noch gehen? Was gibt es hier zu sehen? Wo uebernachtet man da am besten? Fuer welches Land brauchen wir ein Visum? ... Am Ende hatten wir beide einen Reisefuehrer ueber China in der Tasche. Gekauft natuerlich!
Jetzt ins Kino. Aber werden hier eigentlich englische Filme gezeigt? Ja, aber zu spaet. Die Vorstellung beginnt erst um 20 Uhr, aber da wir um 22 Uhr wieder im Youth Hostel sein muessen ... verbrachten wir den Rest des Abends mit schreiben. Drei Berichte fuer die Website. Immerhin! Wenn wir jetzt jeden Abend drei Berichte schreiben, haben wir es in zehn Tagen geschafft. Mal sehen, wie diszipliniert wir sein werden.
Dort angekommen ein kurzer Blick auf den Stadtplan, der uns erst etwas verwirrte. Dann aber hatten wir den Dreh raus. In einem Affenzahn duesten wir los, aber … hier stimmt doch was nicht. Sind wir etwa doch falsch? Wir fragten nach und … verdammt, tatsaechlich die falsche Richtung. Wie kommt das nur? Auf dem Stadtplan … Egal, 20 Minuten von hier zu Fuss. Es ist bereits 11.15 Uhr. Wenn wir uns also nochmal verlaufen, dann ist das hier wieder ein vergeudeter Tag. Also ab. Fast im Laufschritt den Weg nochmal zurueck. Vorsichtshalber nochmal nachgefragt. Gut, wir waren noch richtig. Um 11.30 Uhr erreichten wir die Botschaft. Puh, geschafft!
Wir fuellten unser Formular aus und um kurz vor 12 Uhr war klar, dass wir unser Visum am Montag abholen koennen. Hmm, oder vielleicht doch lieber per express? Kostet ja nur 3.000 Yen mehr, immerhin guenstiger als die 5 Naechte bis Montag noch hier zu bleiben. Also ja. Mit dem Express-Vermerk liess die Frau am Schalter die Rolladen runter. Geschlossen! Perfektes Time Management!
Wir waere es mit ein bisschen Sight-Seeing? Der Tokyo Tower, der dem Eiffelturm aehnlich sieht - zumindest auf dem Nachtfoto, das wir gesehen hatten - ist hier ganz in der Naehe. Auf dem Weg dorthin kamen wir zum Mori Tower. Dieser ist hoeher als der Tokyo Tower, warum also nicht hier einen Blick von oben auf die Stadt werfen? Wir wollten eine Panorama-Tour machen, aber mit englischem Fuehrer ist das erst um 15.40 Uhr moeglich. Zu spaet. Entweder jetzt oder gar nicht. Oder vielleicht morgen? OK, 12 Uhr ist nicht zu frueh, das schaffen wir. Den Tokyo Tower kann man von hier auch sehen. Eigentlich ziemlich haesslich (in rot und weiss) und im Hellen nicht wirklich dem Eiffelturm aehnlich. Da muessen wir also nicht hin.
Es beginnt zu regnen. Sight-Seeing im Regen? Wer mag das schon? Also in den Bus. Ja, wir duerfen mit unserem tollen Ticket sogar Bus fahren. Die Busfahrer in Japan tragen alle Uniform, sogar Handschuhe. In weiss. Auffallend ansonsten war, dass der Fahrer an jeder roten Ampel den Motor abstellt. Wie wir spaeter herausfanden, ist das jedoch nicht unbedingt ueblich.
Wir stiegen an der Shibuya Station aus, die laut Touristenfuehrer die weltweit meist angelaufene Kreuzung in der Rush Hour ist. Wir schauten uns die Hachiko-Statue an. Die Statue eines loyalen, manche moegen sagen dummen, Hundes, der jahrelang auf sein Herrchen wartete, nachdem dieses gestorben ist. Dieser Platz ist Shibuyas beliebtester Treffpunkt.
Es regnet immer mehr und somit sieht man auch immer mehr Schirme. Hat eigentlich jeder Japaner einen Schirm? Scheinbar nicht, denn die kann man sich hier an fast jeder Ecke an einem Schirmstaender ausleihen. Man zahlt ein paar Yen und nimmt sich einen Schirm. Wenn man ihn nicht mehr braucht, steckt man ihn am naechsten Staender wieder weg. Und das ist noch nicht alles. Die Japaner setzen noch einen drauf. Damit der gebrauchte Schirm in den Geschaeften oder Restaurants keine Tropfen hinterlaesst, packt man ihn vor dem Eingang in extra dafuer vorgesehene Plastiktueten. Eine prima Sache, denn alles bleibt sauber.
Im weltweit groessten Tower Records (CD-Laden) kann man auf 6 Etagen CDs kaufen, im 7. Stock auch englische Buecher. Buecher? Hmm, war unser Rucksack nicht schon schwer genug? Unsere Buecherei nicht schon gross genug? ... Wir beschaeftigten uns eine Ewigkeit mit Reisefuehrern. Wohin soll's noch gehen? Was gibt es hier zu sehen? Wo uebernachtet man da am besten? Fuer welches Land brauchen wir ein Visum? ... Am Ende hatten wir beide einen Reisefuehrer ueber China in der Tasche. Gekauft natuerlich!
Jetzt ins Kino. Aber werden hier eigentlich englische Filme gezeigt? Ja, aber zu spaet. Die Vorstellung beginnt erst um 20 Uhr, aber da wir um 22 Uhr wieder im Youth Hostel sein muessen ... verbrachten wir den Rest des Abends mit schreiben. Drei Berichte fuer die Website. Immerhin! Wenn wir jetzt jeden Abend drei Berichte schreiben, haben wir es in zehn Tagen geschafft. Mal sehen, wie diszipliniert wir sein werden.
Dienstag, September 23, 2003
Tokio
Kurz vor Tokio wurden wir sanft mit japanischen Klaengen geweckt. Der Bus hielt ein paar Mal an und die Leute stiegen aus. Doch an der Endstation waren wir ueberrascht. Wo war der Bahnhof? Etwa an einem der vorigen Stopps? Natuerlich sprach der Busfahrer kein Englisch. Er wollte noch etwas von uns. Aber was? Immer wieder versuchte er, es uns geduldig zu erklaeren. Vielleicht wollte er unsere Tickets? Ich (Ramona) zeigte ihm meines und er freute sich riesig. Na also. Ist doch gar kein Problem mit Verstaendigung.
Wir gingen in ein Hotel, um nach einem Stadtplan und dem Weg zum Bahnhof zu fragen. Sorry, kein Englisch. Und das Wort "Youth Hostel" hatten sie auch noch nicht gehoert. Wir bekamen einen Stadtplan, nur half der nicht wirklich, da die Strassennamen nicht drauf standen. Wir fanden den Bahnhof trotzdem. Doch auch dort war keine Hilfe zu finden. Heute war Feiertag in Japan und viele Geschaefte hatten geschlossen. Gegenueber dem Bahnhof in einer Seitengasse sahen wir ein Hotel. Wieder kein Englisch. Aber auch verstaendlich, nachdem wir rausfanden, was es fuer ein Hotel war. Bis 17 Uhr haetten wir ein Zimmer haben koennen. Danach - Business Hotel. Ach so, dann lass mal lieber.
Wir fuhren zum Tokio Hauptbahnhof in der Hoffnung, hier weiter zu kommen. Alleine das Ticket kaufen war schon ein Erlebnis. Die Fahrplaene waren nur auf japanisch, die englischen waren gut versteckt. Wir machten uns ueber die Ticketmaschine her. Die konnte wenigstens auch Englisch. Nun mussten wir nur noch das richtige Gleis finden. Dank vieler hilfsbereiter Japaner klappte das auch.
In der Naehe des Tokio Bahnhofs sollte es eine Touri-Info geben. Wir schleppten uns dahin. Langsam fingen der Ruecken und die Hueften an zu schmerzen. Sicher wuerde alles ganz schnell gehen, wenn wir erst mal dort sind. Wir hatten gar nicht mehr daran gedacht, dass es noch so frueh war. Die Touri-Info hatte natuerlich noch geschlossen. Wir warteten bis 9 Uhr und waeren fast eingeschlafen. Kurz nach 9 Uhr war immer noch niemand da. ??? Na klar, es war doch Feiertag. Und was nun? Internet. Da finden wir bestimmt etwas. Genau. Wir hatten eine Adresse gefunden. Zurueck zur U-Bahn. Wir fragten eine junge Frau, wo die U-Bahn fuer uns abfaehrt. Sie wusste es auch nicht, erkundigte sich aber und anstatt es uns dann zu erklaeren, brachte sie uns hin. Super nett! Sind die Japaner alle so?
In Suidobashi stiegen wir aus. Aber in welche Richtung liegt nun das Hostel? Wir fragten in einem Fotoladen. Sie telefonierte kurz und malte es uns auf. Englisch konnte sie nicht. Endlich fanden wir das Hostel. Ein Doppelzimmer bitte. Sorry, ausgebucht! Oh nein, das kann doch nicht sein! Wir wollen nicht mehr, alles tut weh. Wir baten den Rezeptionisten, wenigstens im anderen Hostel anzurufen, um zu sehen, ob da noch was frei war. Glueck gehabt. Direkt reserviert. Laufen wollten wir jetzt nicht mehr. Taxi. 20 Euro. Doch das war es wert.
Das Hostel lag mitten im Olympic Youth Center. Ueberall standen Security-Leute und Sportler rannten rum. Check-in war leider erst ab 17 Uhr. Aber wir durften unsere Sachen dort lassen.
Wir fuhren nach Shibuya. Die verkehrsreichste Kreuzung der Welt. In einem riesigen Elektroviertel. Wir hatten noch nie so viele Menschen auf einer Kreuzung gesehen. Sechs oder acht Strassen fuehren aufeinander zu und alle Seiten hatten zur selben Zeit "Gruen" fuer die Fussgaenger. Welch ein Chaos in der Mitte! Doch es ging immer alles gut. Keiner schubste oder draengelte.
Wir standen mal wieder da und wussten nicht wohin. Wir wollten zum Tower Records. Es dauerte keine zwei Sekunden und schon kam jemand und bot seine Hilfe an. Unglaublich!
Kurz vor 18 Uhr checkten wir im Hostel ein. Es gab nur Einzelzimmer. Mal was anderes. Der Fernseher im Aufenthaltsraum muss um 23 Uhr, das Licht um 24 Uhr aus sein und zwischen 9 und 17 Uhr darf man nicht auf dem Zimmer sein. Wo sind wir denn hier gelandet?
Wir gingen in ein Hotel, um nach einem Stadtplan und dem Weg zum Bahnhof zu fragen. Sorry, kein Englisch. Und das Wort "Youth Hostel" hatten sie auch noch nicht gehoert. Wir bekamen einen Stadtplan, nur half der nicht wirklich, da die Strassennamen nicht drauf standen. Wir fanden den Bahnhof trotzdem. Doch auch dort war keine Hilfe zu finden. Heute war Feiertag in Japan und viele Geschaefte hatten geschlossen. Gegenueber dem Bahnhof in einer Seitengasse sahen wir ein Hotel. Wieder kein Englisch. Aber auch verstaendlich, nachdem wir rausfanden, was es fuer ein Hotel war. Bis 17 Uhr haetten wir ein Zimmer haben koennen. Danach - Business Hotel. Ach so, dann lass mal lieber.
Wir fuhren zum Tokio Hauptbahnhof in der Hoffnung, hier weiter zu kommen. Alleine das Ticket kaufen war schon ein Erlebnis. Die Fahrplaene waren nur auf japanisch, die englischen waren gut versteckt. Wir machten uns ueber die Ticketmaschine her. Die konnte wenigstens auch Englisch. Nun mussten wir nur noch das richtige Gleis finden. Dank vieler hilfsbereiter Japaner klappte das auch.
In der Naehe des Tokio Bahnhofs sollte es eine Touri-Info geben. Wir schleppten uns dahin. Langsam fingen der Ruecken und die Hueften an zu schmerzen. Sicher wuerde alles ganz schnell gehen, wenn wir erst mal dort sind. Wir hatten gar nicht mehr daran gedacht, dass es noch so frueh war. Die Touri-Info hatte natuerlich noch geschlossen. Wir warteten bis 9 Uhr und waeren fast eingeschlafen. Kurz nach 9 Uhr war immer noch niemand da. ??? Na klar, es war doch Feiertag. Und was nun? Internet. Da finden wir bestimmt etwas. Genau. Wir hatten eine Adresse gefunden. Zurueck zur U-Bahn. Wir fragten eine junge Frau, wo die U-Bahn fuer uns abfaehrt. Sie wusste es auch nicht, erkundigte sich aber und anstatt es uns dann zu erklaeren, brachte sie uns hin. Super nett! Sind die Japaner alle so?
In Suidobashi stiegen wir aus. Aber in welche Richtung liegt nun das Hostel? Wir fragten in einem Fotoladen. Sie telefonierte kurz und malte es uns auf. Englisch konnte sie nicht. Endlich fanden wir das Hostel. Ein Doppelzimmer bitte. Sorry, ausgebucht! Oh nein, das kann doch nicht sein! Wir wollen nicht mehr, alles tut weh. Wir baten den Rezeptionisten, wenigstens im anderen Hostel anzurufen, um zu sehen, ob da noch was frei war. Glueck gehabt. Direkt reserviert. Laufen wollten wir jetzt nicht mehr. Taxi. 20 Euro. Doch das war es wert.
Das Hostel lag mitten im Olympic Youth Center. Ueberall standen Security-Leute und Sportler rannten rum. Check-in war leider erst ab 17 Uhr. Aber wir durften unsere Sachen dort lassen.
Wir fuhren nach Shibuya. Die verkehrsreichste Kreuzung der Welt. In einem riesigen Elektroviertel. Wir hatten noch nie so viele Menschen auf einer Kreuzung gesehen. Sechs oder acht Strassen fuehren aufeinander zu und alle Seiten hatten zur selben Zeit "Gruen" fuer die Fussgaenger. Welch ein Chaos in der Mitte! Doch es ging immer alles gut. Keiner schubste oder draengelte.
Wir standen mal wieder da und wussten nicht wohin. Wir wollten zum Tower Records. Es dauerte keine zwei Sekunden und schon kam jemand und bot seine Hilfe an. Unglaublich!
Kurz vor 18 Uhr checkten wir im Hostel ein. Es gab nur Einzelzimmer. Mal was anderes. Der Fernseher im Aufenthaltsraum muss um 23 Uhr, das Licht um 24 Uhr aus sein und zwischen 9 und 17 Uhr darf man nicht auf dem Zimmer sein. Wo sind wir denn hier gelandet?
Montag, September 22, 2003
Fushiki - Kanazawa
War das eine unruhige Nacht! Das Meer hatte sich immer noch nicht beruhigt. Dabei werden wir doch gleich andocken und zum ersten Mal in unserem Leben japanischen Boden betreten. Wir waren schon ganz gespannt. Hae? Was ist das denn? Sind das Japaner? Da waren ein paar Maenner in Blaumaenner gekleidet, mit orangen Helmen auf dem Kopf? Sollten das Japaner sein? Aber die tragen ja gar keine Anzuege. Und wo sind die Kameras? Gut, klein sind sie ...
Die Faehre legte an und wir holten unsere Rucksaecke. Und gleich die erste Verwirrung: Wie spaet ist es jetzt eigentlich? In Wladiwostock ist es nun 10.30 Uhr. Also 2 Stunden dazu macht 12.30 Uhr. Aber die Frau an der Rezeption faselte immer nur was von 8.30 Uhr. Na, was denn nun? Und warum ueberhaupt zurueck drehen? Wir sind doch nur noch weiter nach Osten gefahren. Erklaeren konnten wir es uns nicht, aber es war tatsaechlich erst 8.30 Uhr.
Jetzt waren wir noch einmal zum Warten verdammt. Wir durften das Schiff nicht verlassen, ehe der japanische Zoll- und Grenzbeamte auf dem Schiff gewesen ist. Der Zollbeamte kam zuerst. Als er unsere Rucksaecke sah, lachte er nur. Er soll bloss nicht wagen, uns zu bitten, diese auszupacken. Dann kann aber jemand hier mal einen Aufstand erleben! Aber er war gnaedig. Dann hiess es wieder warten. Wir brauchten ja einen Stempel in unserem Pass. Nach einer weiteren Stunde hatten wir diesen und somit 90 Tage Aufenthaltsgenehmigung in Japan. Es geht also auch ohne Visum. :)
Wir wollen nach Tokio fahren, aber erst einmal brauchen wir Cash. Aber das gestaltet sich in Japan nicht so einfach. Die meisten Bankautomaten akzeptieren nur japanische Karten. Na, das kann ja heiter werden. So gross ist Fushiki jetzt auch nicht ... Am Bahnhof trafen wir wieder auf Joyce, Matthias und Claudia. Sie hatten alle drei schon Tickets nach Kanazawa. Warum da hin? Laut Joyce's japanischem Freund ist es eine schoene Stadt und von dort fahren dann auch Busse nach Tokio. OK, ueberredet. Matthias lieh uns freundlicherweise Yen, damit wir ueberhaupt ein Ticket kaufen konnten. Nochmals vielen Dank. Und zum Glueck war da auch Joyce's Freund. Denn Englisch? Was ist das? Das scheint man auf dem Land (noch) nicht zu kennen.
In Kanazawa fuehrte unser erster Weg zur Touristen Information. Endlich mal wieder in einem Land, wo es so etwas gibt. :) Und hier konnte man uns gar auf Englisch weiter helfen. Ein herrliches Gefuehl! Dann zur Post, um Geld abzuheben. Die akzeptieren sogar Maestro. Allerdings kann man hoechstens 10.000 Yen abheben. Das sind ja nur ca. 100 Euro, die werden hier doch hoechstens einen Tag reichen. Hm, mal sehen, wie viele Gebuehren man uns dafuer abziehen wird. Die restlichen Rubel wollte wir auch gleich tauschen. Aber der Japaner schien das Geld gar nicht zu kennen. Er musste erst einmal nachschlagen, um uns dann mit einem freundlichen Laecheln im Gesicht zu sagen, dass er das Geld nicht tauschen kann.
Wir besorgten uns ein Ticket fuer den Nachtbus nach Tokio. 21.50 Uhr Abfahrt, Ankunft in Tokio 5.00 Uhr - viel zu frueh! Aber was soll's? Wir schauten uns dann den Kenrokuen Garten an, angeblich einer der schoensten japanischen Landschaftsgarten der Welt.
Aber was ist eigentlich ein japanischer Garten? "Japanische Landschaftsgaerten sind Nachahmungen von Naturlandschaft in einem gegebenen Raum. Baeume, Blumen, Steine, Wege, Wasserlaeufe sollten so wiedergegeben werden, wie sie in der Natur erscheinen." Hmmm... fuer uns jedoch war es ein Garten wie jeder andere. Ob wir den Unterschied irgendwann mal erkennen werden?
Als wir abends unsere Rucksaecke aus dem Schliessfach holten, trafen wir Joyce wieder. Wir hatten uns eigentlich heute morgen alle verabschiedet, da wir alle andere Plaene hatten. Mit Joyce zusammen warteten wir dann auf den Bus. Dieser war sehr puenktlich und gluecklicherweise war der Bus auch nicht ausgebucht. So konnten wir es uns auf je zwei Sitzen "gemuetlich" machen. Fuer jeden gab es aber nicht nur eine Decke sondern auch Pantoffeln, damit man nicht auf den Struempfen auf die Toilette gehen muss. :)
Die Faehre legte an und wir holten unsere Rucksaecke. Und gleich die erste Verwirrung: Wie spaet ist es jetzt eigentlich? In Wladiwostock ist es nun 10.30 Uhr. Also 2 Stunden dazu macht 12.30 Uhr. Aber die Frau an der Rezeption faselte immer nur was von 8.30 Uhr. Na, was denn nun? Und warum ueberhaupt zurueck drehen? Wir sind doch nur noch weiter nach Osten gefahren. Erklaeren konnten wir es uns nicht, aber es war tatsaechlich erst 8.30 Uhr.
Jetzt waren wir noch einmal zum Warten verdammt. Wir durften das Schiff nicht verlassen, ehe der japanische Zoll- und Grenzbeamte auf dem Schiff gewesen ist. Der Zollbeamte kam zuerst. Als er unsere Rucksaecke sah, lachte er nur. Er soll bloss nicht wagen, uns zu bitten, diese auszupacken. Dann kann aber jemand hier mal einen Aufstand erleben! Aber er war gnaedig. Dann hiess es wieder warten. Wir brauchten ja einen Stempel in unserem Pass. Nach einer weiteren Stunde hatten wir diesen und somit 90 Tage Aufenthaltsgenehmigung in Japan. Es geht also auch ohne Visum. :)
Wir wollen nach Tokio fahren, aber erst einmal brauchen wir Cash. Aber das gestaltet sich in Japan nicht so einfach. Die meisten Bankautomaten akzeptieren nur japanische Karten. Na, das kann ja heiter werden. So gross ist Fushiki jetzt auch nicht ... Am Bahnhof trafen wir wieder auf Joyce, Matthias und Claudia. Sie hatten alle drei schon Tickets nach Kanazawa. Warum da hin? Laut Joyce's japanischem Freund ist es eine schoene Stadt und von dort fahren dann auch Busse nach Tokio. OK, ueberredet. Matthias lieh uns freundlicherweise Yen, damit wir ueberhaupt ein Ticket kaufen konnten. Nochmals vielen Dank. Und zum Glueck war da auch Joyce's Freund. Denn Englisch? Was ist das? Das scheint man auf dem Land (noch) nicht zu kennen.
In Kanazawa fuehrte unser erster Weg zur Touristen Information. Endlich mal wieder in einem Land, wo es so etwas gibt. :) Und hier konnte man uns gar auf Englisch weiter helfen. Ein herrliches Gefuehl! Dann zur Post, um Geld abzuheben. Die akzeptieren sogar Maestro. Allerdings kann man hoechstens 10.000 Yen abheben. Das sind ja nur ca. 100 Euro, die werden hier doch hoechstens einen Tag reichen. Hm, mal sehen, wie viele Gebuehren man uns dafuer abziehen wird. Die restlichen Rubel wollte wir auch gleich tauschen. Aber der Japaner schien das Geld gar nicht zu kennen. Er musste erst einmal nachschlagen, um uns dann mit einem freundlichen Laecheln im Gesicht zu sagen, dass er das Geld nicht tauschen kann.
Wir besorgten uns ein Ticket fuer den Nachtbus nach Tokio. 21.50 Uhr Abfahrt, Ankunft in Tokio 5.00 Uhr - viel zu frueh! Aber was soll's? Wir schauten uns dann den Kenrokuen Garten an, angeblich einer der schoensten japanischen Landschaftsgarten der Welt.
Aber was ist eigentlich ein japanischer Garten? "Japanische Landschaftsgaerten sind Nachahmungen von Naturlandschaft in einem gegebenen Raum. Baeume, Blumen, Steine, Wege, Wasserlaeufe sollten so wiedergegeben werden, wie sie in der Natur erscheinen." Hmmm... fuer uns jedoch war es ein Garten wie jeder andere. Ob wir den Unterschied irgendwann mal erkennen werden?
Als wir abends unsere Rucksaecke aus dem Schliessfach holten, trafen wir Joyce wieder. Wir hatten uns eigentlich heute morgen alle verabschiedet, da wir alle andere Plaene hatten. Mit Joyce zusammen warteten wir dann auf den Bus. Dieser war sehr puenktlich und gluecklicherweise war der Bus auch nicht ausgebucht. So konnten wir es uns auf je zwei Sitzen "gemuetlich" machen. Fuer jeden gab es aber nicht nur eine Decke sondern auch Pantoffeln, damit man nicht auf den Struempfen auf die Toilette gehen muss. :)
Sonntag, September 21, 2003
Faehre nach Japan / Fushiki
Punkt 9 Uhr sassen wir senkrecht im Bett. Uns blieb fast das Herz stehen. Die Lautsprechanlage droehnte los: Fruehstueckzeit! Oh nein! Nicht jetzt schon, wir waren doch gerade erst ins Bett gegangen. Doch wir hatten durst und somit keine andere Wahl aufzustehen. Nach dem Fruehstueck legten wir uns jedoch gleich wieder hin. Dich mit schlafen wurde es nicht wirklich was. Alle halbe Stunde wurden irgendwelche Durchsagen durch den Lautsprecher gebruellt. Dabei waren wir doch so muede!!
Am Nachmittag setzten wir uns aufs Deck un die Sonne. Es war extrem warm. Ploetzlich gab es Alarm. War was passiert? Niemand schien sich jedoch an den Laerm zu stoeren. Aber dann kamen ettliche Mannschaftsmitglieder die Treppe rauf, alle mit Rettungswesten in der Hand und liefen aufs obere Deck. Ohoh! Aber sicherlich haetten sie doch etwas zu uns gesagt, falls wir sinken wuerden, oder nicht? Nach 5 Min. kamen sie alle wieder zurueck. Es war wohl doch nur eine Uebung. Dass sie sowas ueberhaupt hier machten, wo doch schon kaum auf den Zustand der Schiffe geachtet wird.
Uns wurde immer heisser. Auf dem Deck ueber uns gab es eine Schwimmbecken. 3x3x2m. Da mussten wir woh doch noch rein springen. Wir waren nur zu faul unsere Badeanzuege aus der Kabine zu holen. Ach, das wird bestimmt auch so gehen. Und schon huepften wir hinein. Oh, es war 0,5cm kalt! Uns blieb fast der Atem weg. Durch den hohen Wellengang im Meer hatten wir das gleiche auch im Becken. Es war super lustig. Natuerlich bekamen wir auch schnell Gesellschaft, wohl wegen unserer Kleidung, oder besser nicht vorhandenen Bekleidung. Wieder einmal waren wir das Highlight auf dem Schiff.
Nach ein paar Minuten legten wir uns in die Sonne zum Trocknen. Dann wurde auf einmal das Becken geleert und frisches Wasser reingefuellt. Das ist aber nett. Heisst es wir muessen da jetzt nochmal rein? Na gut!
Wir sassen noch bis 19 Uhr in der Sonne und ich bin sogar ein paar Mal eingeschlummert. Als ich das letzte Mal aufwache, war mir speiuebel. Sollte das etwa seekrank sein? War ich doch noch nie gewesen. Da kam ploetzlich Claudia gelaufen und beugte sich ueber die Reling. Das Abendessen hatten wir heute nur zu viert. Ich schluckte sicherheitshalber eine Tablette gegen Seekrankheit, so ging es mir schnell wieder besser. Claudia stand immer noch draussen als wir vom Essen zurueck kamen.
Spaeter erfuhren wir auch, warum so heftiger Wellengang war. In Suedjapan toste ein Taifun. Hatte die Mannschaft deshalb die Uebungen heute Mittag gemacht? Je spaeter es wurde, desto schaukeliger wurde es. Geradeaus laufen, ohne zu stolpern war unmoeglich. In der Naehe unserer Kabine knallte es laut bei jeder grossen Welle. Was das wohl war? Eine Tuer waere doch schon lange ins Schloss gefallen.
Am Nachmittag setzten wir uns aufs Deck un die Sonne. Es war extrem warm. Ploetzlich gab es Alarm. War was passiert? Niemand schien sich jedoch an den Laerm zu stoeren. Aber dann kamen ettliche Mannschaftsmitglieder die Treppe rauf, alle mit Rettungswesten in der Hand und liefen aufs obere Deck. Ohoh! Aber sicherlich haetten sie doch etwas zu uns gesagt, falls wir sinken wuerden, oder nicht? Nach 5 Min. kamen sie alle wieder zurueck. Es war wohl doch nur eine Uebung. Dass sie sowas ueberhaupt hier machten, wo doch schon kaum auf den Zustand der Schiffe geachtet wird.
Uns wurde immer heisser. Auf dem Deck ueber uns gab es eine Schwimmbecken. 3x3x2m. Da mussten wir woh doch noch rein springen. Wir waren nur zu faul unsere Badeanzuege aus der Kabine zu holen. Ach, das wird bestimmt auch so gehen. Und schon huepften wir hinein. Oh, es war 0,5cm kalt! Uns blieb fast der Atem weg. Durch den hohen Wellengang im Meer hatten wir das gleiche auch im Becken. Es war super lustig. Natuerlich bekamen wir auch schnell Gesellschaft, wohl wegen unserer Kleidung, oder besser nicht vorhandenen Bekleidung. Wieder einmal waren wir das Highlight auf dem Schiff.
Nach ein paar Minuten legten wir uns in die Sonne zum Trocknen. Dann wurde auf einmal das Becken geleert und frisches Wasser reingefuellt. Das ist aber nett. Heisst es wir muessen da jetzt nochmal rein? Na gut!
Wir sassen noch bis 19 Uhr in der Sonne und ich bin sogar ein paar Mal eingeschlummert. Als ich das letzte Mal aufwache, war mir speiuebel. Sollte das etwa seekrank sein? War ich doch noch nie gewesen. Da kam ploetzlich Claudia gelaufen und beugte sich ueber die Reling. Das Abendessen hatten wir heute nur zu viert. Ich schluckte sicherheitshalber eine Tablette gegen Seekrankheit, so ging es mir schnell wieder besser. Claudia stand immer noch draussen als wir vom Essen zurueck kamen.
Spaeter erfuhren wir auch, warum so heftiger Wellengang war. In Suedjapan toste ein Taifun. Hatte die Mannschaft deshalb die Uebungen heute Mittag gemacht? Je spaeter es wurde, desto schaukeliger wurde es. Geradeaus laufen, ohne zu stolpern war unmoeglich. In der Naehe unserer Kabine knallte es laut bei jeder grossen Welle. Was das wohl war? Eine Tuer waere doch schon lange ins Schloss gefallen.
Samstag, September 20, 2003
Wladiwostock - Faehre nach Japan
Duschen! Noch einmal bevor es auf die Faehre geht. Ob es Wasser gibt? Zu Hause muss man sich diese Frage ja gar nicht erst stellen, aber hier. Aber ich (Nicole) hatte Glueck. Warum es hier kein Wasser gibt oder nur zu bestimmten Zeiten konnten wir leider gar nicht in Erfahrung bringen.
Gegen 12 Uhr raeumten wir unser Zimmer, keine Minute frueher als wir mussten. 2,5 Stunden spaeter soll unsere Faehre nach Fushiki/Japan gehen. Wir hatten also noch etwas Zeit. Doch mit dem schweren Rucksack laufen? Nein, nicht, wenn wir den Bus nehmen koennen. Wir wollten gerade die Strasse ueberqueren, als ein Jeep anhaelt. Der Fahrer fragte auf Englisch, wo wir denn her seien und wohin wir wollten. Er bot uns an, uns zum Hafen zu fahren. Hm, kann man dem Russen trauen? Wir zoegerten einen Moment, aber der Russe, hatte den Kofferraum bereits geoeffnet. Also gut, jetzt konnten wir nicht mehr ablehnen. Und recht war uns das ja irgendwie auch. Er faehrt uns sicher naeher an den Hafen als der Bus es koennte. Es stellte sich heraus, dass der Russe frueher auch Backpacker war und deshalb gerne hilft. Fantastisch! Aber was macht er jetzt? So geht's aber nicht zum Hafen! Wo faehrt er denn nur hin? Hm, sicher eine Abkuerzung. Dann fragte er ploetzlich, ob wir noch ein paar Minuten Zeit haetten. Ups, was hat er vor mit uns? "OK, wofuer also?" "Wollt ihr in die Wladiwostock Nachrichten?" Hae? Wie bitte? Hatten wir richtig verstanden? "Entschuldigung, was sagten sie da?" "Ich arbeite fuer Wladiwostock News und wuerde gerne ueber euch berichten." Und ob wir Zeit hatten. Unsere Faehre geht schliesslich erst um 14.30 Uhr. Wir fuhren zum Buero, aber dort scheint wohl an einem Samstag niemand zu arbeiten. Zumindest kein Kameramann. Oh je, ob das mit rechten Dingen zugeht? Aber das machte wohl nichts. Der Fahrer, der sich immer noch nicht vorgestellt hatte, kam mit seiner eigenen Kamera, stellte uns zwei seiner Kollegen vor! Wir mussten unsere Rucksaecke anziehen und dann Film ab! Man fragte uns, woher wir kommen, wie uns Russland gefaellt, was wir in Wladiwostock machen, wohin es weiter geht, etc. Auch auf das Wasserproblem wurden wir angesprochen ... Natuerlich hatten Ramona und ich uns vorher abgesprochen, wollten den Russen ja nicht auf den Schlips treten und politisch korrekte Antworten geben. Nach ein paar Minuten war alles vorbei. Es musste nicht mal wiederholt werden, ja nicht mal in die Maske hatten wir gemusst. Wir sind wohl doch Genies! :) Der Fahrer brachte uns dann wie versprochen zum Hafen. Erst dort stellte er sich vor. Dimitri wird den Film jetzt bearbeiten, erst dann kann er gesendet werden. Wir sollen uns bei ihm melden, wenn wir in Deutschland sind, dann schickt er uns das Video.
Er klaerte uns dann auch ueber das Wasserproblem in Wladiwostock auf: Der See, von dem Wladiwostock bisher immer Wasser bekommen hat, ist fast leer. Man koennte Leitungen legen, so dass sie Wasser von anderen Stellen bekommen. Aber dafuer moechte die Regierung kein Geld ausgeben. Das Buero des Filmteams hat so z. Bsp. 10 Stunden lang Wasser, dann 30 Stunden nichts. Speziell fuer die Toiletten ist das eklig! Und die Leute leiden natuerlich darunter! Wie sie dieses Problem wohl loesen werden? Und wann?
Im Reisebuero, wo wir unsere Paesse zurueck bekamen, erhielten wir auch unsere Tickets fuer die Faehre. Wir lernten dort auch Joyce aus Chicago kennen, die ebenfalls nach Fushiki will. Um 15 Uhr ging es dann endlich los. Erst zur Passkontrolle. Hier gibt es wohl ein Problem? Ob das daran liegt, dass wir uns nicht rechtzeitig haben registrieren lassen? Die Frau in dem Glaskasten war sichtlich ueberfordert. Sie telefonierte mehrmals, zog andere Leute uns vor. Wir standen derweil wie bepackte Esel dumm daneben. Irgendwann dann kam eine zweite Frau und dann klappte es doch. Peng! Das war der Stempel. Wir durften also ausreisen! Japan, wir kommen ...
Um 19 Uhr wurde uns dann durch den megalauten Lautsprecher angekuendigt, dass das Restaurant geoeffnet sei. Wir als hin. Wir wurden gleich mitten in das Restaurant an einen 6er-Tisch gesetzt. Warum ein 6er-Tisch? Und warum stand da ein Reserviert-Schild? Nun, das war wohl der Touri-Tisch, denn sowohl Joyce als auch Matthias und Claudia, ein Paerchen aus der Schweiz, setzten sich zu uns. Sicher lag das alles daran, dass wir das Highlight auf dem Schiff sind. Ausser uns fuenf nur Russen!
Das Essen war reichlich und ok - und uebrigens im Faehrpreis inbegriffen. Nur zu trinken gab es nichts. Warum das denn? Erklaeren konnte man es uns nicht. Spaeter zum Kuchen gab es dann Tee. Ha, jetzt musste die Bedienung aber laufen. Wir alle wollten gleich mehrere Tassen Tee trinken. Sicherlich mag sie uns jetzt schon nicht mehr.
Abends trafen wir Touris uns dann im Musiksalon. Wir waren die ersten Gaeste und viele sollten auch nicht mehr folgen. Dem Entertainer jedoch schien das nicht zu stoeren. Er legte gleich los, nur viel zu laut. An anstaendige Drinks oder gar Cocktails war fuer Ramona und mich nicht zu denken. Schliesslich hatten wir ja unser letztes Geld fuer die Tickets ausgegeben. Mit den restlichen Muenzen reichte es gerade mal fuer eine Cola. Doch scheinbar hatte man Mitleid mit uns. Ein Russe vom Nebentisch - inzwischen feierten da ca. 6 Leute eine Party - liess uns eine Flasche Wodka mit Schnapsglaesern sowie eine Karaffe Apfelsaft auf den Tisch stellen. Jetzt waren wir verloren! Wir kamen nicht mehr drumrum, wir mussten das trinken. In Russland ist es unhoeflich, eine solche Einladung abzulehnen. Aber Wodka pur? Wir trinken den ja wenigstens noch mit Orangensaft, Red Bull o. ae. Aber hier? Nix da. Den Apfelsaft zum Nachspuelen, den Wodka aber aus Schnapsglaesern. ... Als die Flasche leer war, schafften Joyce, Matthias und Claudia den Absprung. Ramona und ich wurden an den russischen Tisch gebeten. Und jetzt ging es erst richtig los. Es blieb nicht mehr nur bei Wodka, irgendwann gab's Whisky, Cognac und auch Martini. Es gelang uns nicht immer, unser Glas zu verstecken. Immer wieder wurde einfach nur nachgekippt - und dann musste man auch prosten und eben trinken. Es wurde eine richtige Party. Wir tanzten gar auf richtig schlimme Musik, das will schon was heissen. Bis 4.30 Uhr feierten wir und wieder waren wir das Highlight!
Gegen 12 Uhr raeumten wir unser Zimmer, keine Minute frueher als wir mussten. 2,5 Stunden spaeter soll unsere Faehre nach Fushiki/Japan gehen. Wir hatten also noch etwas Zeit. Doch mit dem schweren Rucksack laufen? Nein, nicht, wenn wir den Bus nehmen koennen. Wir wollten gerade die Strasse ueberqueren, als ein Jeep anhaelt. Der Fahrer fragte auf Englisch, wo wir denn her seien und wohin wir wollten. Er bot uns an, uns zum Hafen zu fahren. Hm, kann man dem Russen trauen? Wir zoegerten einen Moment, aber der Russe, hatte den Kofferraum bereits geoeffnet. Also gut, jetzt konnten wir nicht mehr ablehnen. Und recht war uns das ja irgendwie auch. Er faehrt uns sicher naeher an den Hafen als der Bus es koennte. Es stellte sich heraus, dass der Russe frueher auch Backpacker war und deshalb gerne hilft. Fantastisch! Aber was macht er jetzt? So geht's aber nicht zum Hafen! Wo faehrt er denn nur hin? Hm, sicher eine Abkuerzung. Dann fragte er ploetzlich, ob wir noch ein paar Minuten Zeit haetten. Ups, was hat er vor mit uns? "OK, wofuer also?" "Wollt ihr in die Wladiwostock Nachrichten?" Hae? Wie bitte? Hatten wir richtig verstanden? "Entschuldigung, was sagten sie da?" "Ich arbeite fuer Wladiwostock News und wuerde gerne ueber euch berichten." Und ob wir Zeit hatten. Unsere Faehre geht schliesslich erst um 14.30 Uhr. Wir fuhren zum Buero, aber dort scheint wohl an einem Samstag niemand zu arbeiten. Zumindest kein Kameramann. Oh je, ob das mit rechten Dingen zugeht? Aber das machte wohl nichts. Der Fahrer, der sich immer noch nicht vorgestellt hatte, kam mit seiner eigenen Kamera, stellte uns zwei seiner Kollegen vor! Wir mussten unsere Rucksaecke anziehen und dann Film ab! Man fragte uns, woher wir kommen, wie uns Russland gefaellt, was wir in Wladiwostock machen, wohin es weiter geht, etc. Auch auf das Wasserproblem wurden wir angesprochen ... Natuerlich hatten Ramona und ich uns vorher abgesprochen, wollten den Russen ja nicht auf den Schlips treten und politisch korrekte Antworten geben. Nach ein paar Minuten war alles vorbei. Es musste nicht mal wiederholt werden, ja nicht mal in die Maske hatten wir gemusst. Wir sind wohl doch Genies! :) Der Fahrer brachte uns dann wie versprochen zum Hafen. Erst dort stellte er sich vor. Dimitri wird den Film jetzt bearbeiten, erst dann kann er gesendet werden. Wir sollen uns bei ihm melden, wenn wir in Deutschland sind, dann schickt er uns das Video.
Er klaerte uns dann auch ueber das Wasserproblem in Wladiwostock auf: Der See, von dem Wladiwostock bisher immer Wasser bekommen hat, ist fast leer. Man koennte Leitungen legen, so dass sie Wasser von anderen Stellen bekommen. Aber dafuer moechte die Regierung kein Geld ausgeben. Das Buero des Filmteams hat so z. Bsp. 10 Stunden lang Wasser, dann 30 Stunden nichts. Speziell fuer die Toiletten ist das eklig! Und die Leute leiden natuerlich darunter! Wie sie dieses Problem wohl loesen werden? Und wann?
Im Reisebuero, wo wir unsere Paesse zurueck bekamen, erhielten wir auch unsere Tickets fuer die Faehre. Wir lernten dort auch Joyce aus Chicago kennen, die ebenfalls nach Fushiki will. Um 15 Uhr ging es dann endlich los. Erst zur Passkontrolle. Hier gibt es wohl ein Problem? Ob das daran liegt, dass wir uns nicht rechtzeitig haben registrieren lassen? Die Frau in dem Glaskasten war sichtlich ueberfordert. Sie telefonierte mehrmals, zog andere Leute uns vor. Wir standen derweil wie bepackte Esel dumm daneben. Irgendwann dann kam eine zweite Frau und dann klappte es doch. Peng! Das war der Stempel. Wir durften also ausreisen! Japan, wir kommen ...
Um 19 Uhr wurde uns dann durch den megalauten Lautsprecher angekuendigt, dass das Restaurant geoeffnet sei. Wir als hin. Wir wurden gleich mitten in das Restaurant an einen 6er-Tisch gesetzt. Warum ein 6er-Tisch? Und warum stand da ein Reserviert-Schild? Nun, das war wohl der Touri-Tisch, denn sowohl Joyce als auch Matthias und Claudia, ein Paerchen aus der Schweiz, setzten sich zu uns. Sicher lag das alles daran, dass wir das Highlight auf dem Schiff sind. Ausser uns fuenf nur Russen!
Das Essen war reichlich und ok - und uebrigens im Faehrpreis inbegriffen. Nur zu trinken gab es nichts. Warum das denn? Erklaeren konnte man es uns nicht. Spaeter zum Kuchen gab es dann Tee. Ha, jetzt musste die Bedienung aber laufen. Wir alle wollten gleich mehrere Tassen Tee trinken. Sicherlich mag sie uns jetzt schon nicht mehr.
Abends trafen wir Touris uns dann im Musiksalon. Wir waren die ersten Gaeste und viele sollten auch nicht mehr folgen. Dem Entertainer jedoch schien das nicht zu stoeren. Er legte gleich los, nur viel zu laut. An anstaendige Drinks oder gar Cocktails war fuer Ramona und mich nicht zu denken. Schliesslich hatten wir ja unser letztes Geld fuer die Tickets ausgegeben. Mit den restlichen Muenzen reichte es gerade mal fuer eine Cola. Doch scheinbar hatte man Mitleid mit uns. Ein Russe vom Nebentisch - inzwischen feierten da ca. 6 Leute eine Party - liess uns eine Flasche Wodka mit Schnapsglaesern sowie eine Karaffe Apfelsaft auf den Tisch stellen. Jetzt waren wir verloren! Wir kamen nicht mehr drumrum, wir mussten das trinken. In Russland ist es unhoeflich, eine solche Einladung abzulehnen. Aber Wodka pur? Wir trinken den ja wenigstens noch mit Orangensaft, Red Bull o. ae. Aber hier? Nix da. Den Apfelsaft zum Nachspuelen, den Wodka aber aus Schnapsglaesern. ... Als die Flasche leer war, schafften Joyce, Matthias und Claudia den Absprung. Ramona und ich wurden an den russischen Tisch gebeten. Und jetzt ging es erst richtig los. Es blieb nicht mehr nur bei Wodka, irgendwann gab's Whisky, Cognac und auch Martini. Es gelang uns nicht immer, unser Glas zu verstecken. Immer wieder wurde einfach nur nachgekippt - und dann musste man auch prosten und eben trinken. Es wurde eine richtige Party. Wir tanzten gar auf richtig schlimme Musik, das will schon was heissen. Bis 4.30 Uhr feierten wir und wieder waren wir das Highlight!
Freitag, September 19, 2003
Wladiwostock
Gegen Mittag machten wir uns auf in die Stadt. Erstmal zum Faehrterminal unsere Tickets nach Japan zu kaufen. Sie behielten unseren Pass. Hoffentlich kommen wir damit auchieder raus aus Russland. Wir hatten es naemlich versaeumt, unser Visum abzustempeln, was man normalerweise spaetestens drei Tage nach Einreise tun sollte. Wir hatten den Stempel nur durch Zufall vor 5 Tagen bekommen. Dabei hatte man uns das noch gesagt als wir unser Visum bekamen. Wieder typisch. Wir sind so'n paar Schlafmuetzen.
Das Fahrticket wollten wir mit Visa bezahlen. Is nich! Nur Cash. Also wir wieder los auf die Suche nach einem Geldautomaten. Wir hoben nur soviel ab wie wir fuers Ticket brauchten. Wir werden ja heute eh nicht mehr viel ausgeben. Der Automat stand in der Post und da wir nun schon mal hier waren, konntenwir auch gleich unser Paeckchen nach Hause schicken, Buecher die wir gelesen hatten, Landkarten und Prospekte. Was sich halt so ansammelt auf so einer Reise und nur unnoetiger Ballast darstellt. Einfach so geht das allerdings nicht. Erstmal muss alles korrekt verpackt werden. Dafuer gibt es einen extra Schalter. Langes Anstehen. Die Sachen werden erst in Paketpapier eingepackt und mit Kleister zugeklebt. Fuer die grossen Packete wurde dann ein Stueck Stoff zurecht geschnitten, welches dann zu einem Sack per Naehmaschine zusammengenaeht wurde. Das Paket wird in den Sack gestopft und dann wird die letzte offene Naht vom Sack per Hand zugenaeht. Aber noch nicht genug. Zur Sicherheit kommen auf die Naehte noch Wachssiegel. Kein Wunder, dass man ewig anstehen musste. Das Verpacken war natuerlich nicht um sonst. Ganze 6 Rubel = 20 Cent mussten wir dafuer blechen. Nun nochmal anstellen um das Paeckchen aufzugeben. Dieser ganze Akt dauerte fast 20 Min.
Zurueck im Faehrterminal zahlten wir unsere Tickets. Morgen um 14 Uhr ist Aufbruch. Wir holten Al ab, der solange draussen in der Sonne auf uns gewartet hatte. Er wollte noch ins Internet Cafe und Nicole wollte ihn spaeter zum Flughafen bringen. Somit trennten sich hier unsere Wege.
Ich ging ein bisschen spazieren und dann runter zum Strand. Setzte mich auf einen alten Bootsanlegesteg und beobachtete die Leute. Viele gingen schwimmen und ein paar Mutige kletterten auf ein altes Schiff und sprangen von der Rehling, ca 10m hoch.
Abends im Hotel traf ich mich wieder mit Nicole. Wir liessen den Abend mit Rotwein ausklingen.
Das Fahrticket wollten wir mit Visa bezahlen. Is nich! Nur Cash. Also wir wieder los auf die Suche nach einem Geldautomaten. Wir hoben nur soviel ab wie wir fuers Ticket brauchten. Wir werden ja heute eh nicht mehr viel ausgeben. Der Automat stand in der Post und da wir nun schon mal hier waren, konntenwir auch gleich unser Paeckchen nach Hause schicken, Buecher die wir gelesen hatten, Landkarten und Prospekte. Was sich halt so ansammelt auf so einer Reise und nur unnoetiger Ballast darstellt. Einfach so geht das allerdings nicht. Erstmal muss alles korrekt verpackt werden. Dafuer gibt es einen extra Schalter. Langes Anstehen. Die Sachen werden erst in Paketpapier eingepackt und mit Kleister zugeklebt. Fuer die grossen Packete wurde dann ein Stueck Stoff zurecht geschnitten, welches dann zu einem Sack per Naehmaschine zusammengenaeht wurde. Das Paket wird in den Sack gestopft und dann wird die letzte offene Naht vom Sack per Hand zugenaeht. Aber noch nicht genug. Zur Sicherheit kommen auf die Naehte noch Wachssiegel. Kein Wunder, dass man ewig anstehen musste. Das Verpacken war natuerlich nicht um sonst. Ganze 6 Rubel = 20 Cent mussten wir dafuer blechen. Nun nochmal anstellen um das Paeckchen aufzugeben. Dieser ganze Akt dauerte fast 20 Min.
Zurueck im Faehrterminal zahlten wir unsere Tickets. Morgen um 14 Uhr ist Aufbruch. Wir holten Al ab, der solange draussen in der Sonne auf uns gewartet hatte. Er wollte noch ins Internet Cafe und Nicole wollte ihn spaeter zum Flughafen bringen. Somit trennten sich hier unsere Wege.
Ich ging ein bisschen spazieren und dann runter zum Strand. Setzte mich auf einen alten Bootsanlegesteg und beobachtete die Leute. Viele gingen schwimmen und ein paar Mutige kletterten auf ein altes Schiff und sprangen von der Rehling, ca 10m hoch.
Abends im Hotel traf ich mich wieder mit Nicole. Wir liessen den Abend mit Rotwein ausklingen.
Donnerstag, September 18, 2003
Wladiwostock
Heute wollten wir frueh aufstehen, um so schnell wie moeglich diese Bude zu verlassen. Aber daraus wurde mal wieder nichts. Erst um 11.30 Uhr fruehstueckten wir. Wieder ueberbackenen Toast. Und wie hatte ich (Nicole) mich auf den Kakao gefreut. Den hatte ich gestern zufaellig in einem Shop entdeckt und gleich eine grosse Packung gekauft, fuer Ramona mit. Doch beim Fruehstueck dann wurde ich enttaeuscht. Trotz brauner Verpackung stellte sich der Kakao als Milch heraus. Erst dann fiel es mir wieder ein: Die unterschiedlichen Farben der Verpackung wiesen lediglich auf den unterschiedlichen Fettgehalt hin. :(
Nach dem Fruehstueck dann aber nichts wie weg. Bus Nr. 65 und ab in die Stadt. Wir wussten, dass dieser Bus eher selten faehrt und freuten uns daher um so mehr, als er bereits nach 15 Minuten Warten um die Kurve kam. Aber was macht denn der Busfahrer? Warum faehrt der denn an uns vorbei? Dabei hatten Al und Ramona doch mit beiden Armen gewunken! Al's Enttaeuschung spiegelte sich in seinem Gesicht wider. Ramona und ich lachten nur. Dann nehmen wir eben den naechstbesten Bus. Ein Mini-Bus. Doch der fuhr nicht ins Zentrum. Irgendwo wurden wir einfach rausgelassen, der Bus fuhr einfach nicht weiter. Probieren wir Bus Nr. 7. Vielleicht klappt's ja. Wir hatten Glueck!
Im Internet-Cafe stiessen wir erneut auf Probleme mit unseren Fotos. Da nahm Al sich der Sache an. Er lud sie auf seinen HardDrive und wird sich in Irkutsk darum kuemmern. Nun hatten wir das Problem fuer dieses Mal geloest. Aber wie laeuft's beim naechsten Mal? Muessen wir uns etwa doch noch einen HardDrive kaufen?
Spaeter am Nachmittag setzten wir uns in ein Zelt in der Naehe des Strandes. Ich hatte ein Red Bull-Plakat gesehen und richtige Gelueste danach. Al ging auch gleich los, um eine Runde zu bestellen und sah es gerade rechtzeitig. Hier war Red Bull ein starkes amerikanisches Bier! So ein Mist! Dabei verleiht das doch bestimmt keine Fluegel!
Fuers Abendessen gingen wir ein letztes Mal zu unserem Italiener. Es war unser letzter gemeinsamer Abend zu dritt - Al fliegt morgen zurueck nach Irkutsk - und Al sollte mal so richtig gut italienisch essen. Aber nichts schien wie zuvor. Die Bedienung, ein Haeschen, war wohl neu hier. Wir hatten eine Vorspeise und Pizza bestellt und was macht sie? Bringt uns erst die Pizza! Hallo, noch ganz fix? Wohl noch nie auswaerts essen gewesen oder was? Also nee, so laeuft das hier nicht. Erst die Suppe, dann die Pizza. Aber damit nicht genug. Das Haeschen raeumte auch noch unsere Platzteller ab. Was soll das denn jetzt? Doch wir liessen sie machen. Sie brachte uns dann die Suppe, die natuerlich nur noch lauwarm war. Und womit sollen wir die essen? Loeffel hatten wir naemlich auch noch keine ... Oh je, sie muss noch viel lernen. Ist ja auch ein schwerer Job...
Nach dem Fruehstueck dann aber nichts wie weg. Bus Nr. 65 und ab in die Stadt. Wir wussten, dass dieser Bus eher selten faehrt und freuten uns daher um so mehr, als er bereits nach 15 Minuten Warten um die Kurve kam. Aber was macht denn der Busfahrer? Warum faehrt der denn an uns vorbei? Dabei hatten Al und Ramona doch mit beiden Armen gewunken! Al's Enttaeuschung spiegelte sich in seinem Gesicht wider. Ramona und ich lachten nur. Dann nehmen wir eben den naechstbesten Bus. Ein Mini-Bus. Doch der fuhr nicht ins Zentrum. Irgendwo wurden wir einfach rausgelassen, der Bus fuhr einfach nicht weiter. Probieren wir Bus Nr. 7. Vielleicht klappt's ja. Wir hatten Glueck!
Im Internet-Cafe stiessen wir erneut auf Probleme mit unseren Fotos. Da nahm Al sich der Sache an. Er lud sie auf seinen HardDrive und wird sich in Irkutsk darum kuemmern. Nun hatten wir das Problem fuer dieses Mal geloest. Aber wie laeuft's beim naechsten Mal? Muessen wir uns etwa doch noch einen HardDrive kaufen?
Spaeter am Nachmittag setzten wir uns in ein Zelt in der Naehe des Strandes. Ich hatte ein Red Bull-Plakat gesehen und richtige Gelueste danach. Al ging auch gleich los, um eine Runde zu bestellen und sah es gerade rechtzeitig. Hier war Red Bull ein starkes amerikanisches Bier! So ein Mist! Dabei verleiht das doch bestimmt keine Fluegel!
Fuers Abendessen gingen wir ein letztes Mal zu unserem Italiener. Es war unser letzter gemeinsamer Abend zu dritt - Al fliegt morgen zurueck nach Irkutsk - und Al sollte mal so richtig gut italienisch essen. Aber nichts schien wie zuvor. Die Bedienung, ein Haeschen, war wohl neu hier. Wir hatten eine Vorspeise und Pizza bestellt und was macht sie? Bringt uns erst die Pizza! Hallo, noch ganz fix? Wohl noch nie auswaerts essen gewesen oder was? Also nee, so laeuft das hier nicht. Erst die Suppe, dann die Pizza. Aber damit nicht genug. Das Haeschen raeumte auch noch unsere Platzteller ab. Was soll das denn jetzt? Doch wir liessen sie machen. Sie brachte uns dann die Suppe, die natuerlich nur noch lauwarm war. Und womit sollen wir die essen? Loeffel hatten wir naemlich auch noch keine ... Oh je, sie muss noch viel lernen. Ist ja auch ein schwerer Job...
Mittwoch, September 17, 2003
Wladiwostock
Nicole weckte mich als das Fruehstueck fertig war. Sie hatte es mit Al zusammen gezaubert. Es gab Toast mit Tomaten und Kaese ueberbacken. Sogar mit dem guten Cheddar Kaese. Oh, wie lecker! Al wollte heute in die Stadt um seinen Flug nach Irkutsk zu buchen. Nicole und ich wollten lieber im Appartement bleiben, hatten nicht wirklich Lust auf den weiten Weg. Dies waere nun eine gute Gelegenheit, unsere Tagebuecher mal wieder auf den neusten Stand zu bringen. Al bekam wieder eine Einkaufsliste mit und unsere Waeschezettel, so kann er auf dem Rueckweg unsere so guenstig, frisch gewaschene Waesche mitbringen. Wir begleiteten Al bis kurz vor die Bushaltestelle und gingen dann in die kleinen Laeden Eier fuer unseren Kartoffelsalat zu kaufen und ein paar Flaschen Wein. Dann gung es zurueck zum Appartement und wir stuerzten uns frischen Mutes, mit einem Flaeschchen Rotwein, auf die Berichte. Wir kamen war gut voran, doch waren wir lange noch nicht fertig als Al zurueck kam.
Er schien etwas betrippst. Was ist passiert? Ich, ich, ... habe eine schlechte Nachricht fuer euch. Hae??? Naja, es hat mit eurer Waesche zu tun. War sie etwa eingelaufen? Oder verfaerbt? Ein T-Shirt zerrissen? Wir dachten uns saemtliche Variationen aus und fanden es sehr belustigend. Aber Al nicht. Er schien sich wirklich Sorgen zu machen, wollte aber nicht so richtig raus mit der Sprache. Nun sag schon! Hattest du etwa keine 110 Rubel mehr und wir muessen die Waesche morgen abholen gehen? Nein, aber es ist ein bisschen teurer geworden als angenommen. Na, wenn's weiter nichts ist. Da gab Al mir (Ramona) meinen Waescheettel zurueck und wies auf eine Stelle. Es stand dort: USD! Oh!!! Dann schrie ich los vor lachen! Ich zeigte es Nicole. Auch sie musste lachen. 110 USD fuer je 3 T-Shirts, 1 Hose und etwas unterwaesche! Nicht schlecht! Wie konnte wir auc hnur so doof sein?! Es war immerhin ein 4 Sterne Hotel gewesen und die wuerden fuer 3 Euro doch keinen Finger krumm machen. Und so was passiert uns! Mir, wo ich doch ueber 10 Jahre im Hotel gearbeitet hatte und Nicole, die von berufswegen staendig mit Hotels zu tun hatte. Ueber soviel Bloedheit konnte man nur lachen. Al war nun sichtlich erleichtert dass wir es mit so viel Humor nahmen.
Nicole machte sich nun an die Salatsauce fuer unseren Kartoffelsalat. Al hatte alle Zutaten bekommen, auch unser Spueli hatte er dabei. Wir machten derweilen den Abwasch. Endlich wurde mal alles sauber. Dann kam uns in den Kopf, dass wir garnichts zum dazuessen hatten. Da machten Al und Nicole sich nochmal auf den Weg um etwas Wurst zu kaufen. Kurze Zeit spaeter war es endlich so weit, selbstgemachter Kartoffelsalat mit Wurst und Rotwein. Goettlich!
Er schien etwas betrippst. Was ist passiert? Ich, ich, ... habe eine schlechte Nachricht fuer euch. Hae??? Naja, es hat mit eurer Waesche zu tun. War sie etwa eingelaufen? Oder verfaerbt? Ein T-Shirt zerrissen? Wir dachten uns saemtliche Variationen aus und fanden es sehr belustigend. Aber Al nicht. Er schien sich wirklich Sorgen zu machen, wollte aber nicht so richtig raus mit der Sprache. Nun sag schon! Hattest du etwa keine 110 Rubel mehr und wir muessen die Waesche morgen abholen gehen? Nein, aber es ist ein bisschen teurer geworden als angenommen. Na, wenn's weiter nichts ist. Da gab Al mir (Ramona) meinen Waescheettel zurueck und wies auf eine Stelle. Es stand dort: USD! Oh!!! Dann schrie ich los vor lachen! Ich zeigte es Nicole. Auch sie musste lachen. 110 USD fuer je 3 T-Shirts, 1 Hose und etwas unterwaesche! Nicht schlecht! Wie konnte wir auc hnur so doof sein?! Es war immerhin ein 4 Sterne Hotel gewesen und die wuerden fuer 3 Euro doch keinen Finger krumm machen. Und so was passiert uns! Mir, wo ich doch ueber 10 Jahre im Hotel gearbeitet hatte und Nicole, die von berufswegen staendig mit Hotels zu tun hatte. Ueber soviel Bloedheit konnte man nur lachen. Al war nun sichtlich erleichtert dass wir es mit so viel Humor nahmen.
Nicole machte sich nun an die Salatsauce fuer unseren Kartoffelsalat. Al hatte alle Zutaten bekommen, auch unser Spueli hatte er dabei. Wir machten derweilen den Abwasch. Endlich wurde mal alles sauber. Dann kam uns in den Kopf, dass wir garnichts zum dazuessen hatten. Da machten Al und Nicole sich nochmal auf den Weg um etwas Wurst zu kaufen. Kurze Zeit spaeter war es endlich so weit, selbstgemachter Kartoffelsalat mit Wurst und Rotwein. Goettlich!
Dienstag, September 16, 2003
Wladiwostock
Es war mal wieder soweit. Ich (Nicole) und mein Durchfall! Mal wieder wurde ich durch das Rumoren meines Magens wach. Aber dieses Mal war es nicht das Halten des Zuges, dass mich davon abhielt, aufs Clo zu gehen. Nein, dieses Mal gab's kein Wasser. Ich konnte doch nicht ... oder doch? Lieber nicht. Wie wuerde denn die Toilette aussehen? Und wie wuerde es stinken? Nee, nee, lieber noch etwas liegen bleiben und hoffen ... Warum immer ich?? Aber was war das? Duschte da nicht jemand? Yippieh, dann musste es auch Wasser geben!
Wir wollten gerade in die Stadt, als uns einfiel, dass wir mal im Hotel unseren Aufenthalt verlaengern sollten. Wir wollten doch bis Samstag bleiben. Aber da gab's wohl ein Problem. Wie? Das Hotel ist ausgebucht? Warum das denn? Wer geht denn in ein Hotel, wo es nur zu bestimmten Zeiten Wasser gibt? Ach man, und jetzt? Wo sollen wir denn hin? Uns fehlte ein Zimmer fuer zwei Naechte, ab Donnerstag koennen wir wieder hier uebernachten. Hmmm. Wo sollen wir denn jetzt nach einem Hotel suchen? Aber man schien Gnade mit uns zu haben, man wollte uns zumindest helfen. Die Rezeptionistin waehlte eine Nummer und fragte nach zwei Zimmern fuer Al, Ramona und mich. Aber so gut konnten wir inzwischen auch schon Russisch. Ausgebucht. Die naechste Nummer. Nee, is nich. Noch 'ne Nummer. Auch nix. Das gibt es doch nicht. Die Filmfestspiele sind doch schon vorbei! Aber dann ... da gab's noch eines. Allerdings 20 Minuten mit dem Bus. Auch das noch! Aber es blieb uns wohl nichts anderes uebrig. Egal, wie guenstig das neue Hotel ist, ab Donnerstag wollen wir wieder in 'unser' Hotel. Und dass die bloss die Reservierung fuer uns machen!Wenigstens durften wir unsere schweren Rucksaecke dort lassen. Wir nahmen nur das Noetigste mit: Waschbeutel, 'ne frische Unterhose, Tagebuch. Dann machten wir uns auf den Weg. Mit dem Bus. Aber wo faehrt der denn hin? Wie sieht es denn hier aus? Wo sind wir hier nur hingeraten? Die Gegend war alles andere als schoen. Alles so heruntergekommen, schaebig und kaputt. Und hier soll es ein Hotel geben? Hier will doch keiner freiwillig leben! Die Adresse fuehrte uns in ein Buero. Als wir das Gebaeude betraten, mussten wir uns fast die Nase zuhalten. Ob wir hier richtig sind? Nun, es war wohl ein Heimbuero. Legal? Wer weiss das schon ... Eine etwas dickliche Frau oeffnete uns die Tuer und bat uns gleich herein. Sie quetschte sich hinter ihren Schreibtisch, wir drei auf dem Sofa sassen vor ihr wie auf einer Anklagebank. Zum Glueck war Al dabei, sein Russisch war schon wesentlich besser als unseres. Schnell hatte man uns eine Wohnung mit drei Zimmern angeboten, fuer ca. 45 Euro pro Nacht. Oh je, die wollen wir erst einmal sehen. Wo ist denn die? Ca. 20 Minuten von hier. Zu Fuss. Auch das noch! Gott sei Dank hatten wir unsere grossen Rucksaecke gar nicht erst dabei! Bei uns wuerde man die Gegend durchaus als Slums bezeichnen. Aber wir hatten nicht wirklich die Wahl, oder? Wir schauten uns die Wohnung grob an und entschieden uns dann dafuer. Die ganze Chose kostete uns mehrere Stunden. Der ganze Tag war dahin!
Aber wir mussten ja wieder in die Stadt, wollten ja unsere Waesche abgeben. Im Hotel mussten wir dann einen Zettel ausfuellen und jedes einzelne Teil auflisten. Dann wurde zusammen gerechnet. Klasse. Nur 52 bzw. 58 rubel, umgerechnet ca. 3 Euro. Beschwingt und gut gelaunt gingen wir dann ins Internet-Cafe. Al schickten wir einkaufen. Seine Einkaufsliste war ewig lang. Wir versuchten derweil unsere Fotos an Tom, unseren Webmaster, zu schicken. Es war jedoch zum Maeuse melken. Es klappte mal wieder nicht. Ob wir das jemals hinbekommen?
Es dauerte uns zu lange bis Bus Nr. 65 kam. Also genehmigten wir uns mal wieder ein Taxi nach "Hause". 200 Rubel, 6 Euro - die konnten wir uns gerade noch leisten. Haette der Fahrer aber gewusst, durch welche Gassen und Schlagloecher er uns kutschieren muss, haette er sicher mehr verlangt. Jetzt ist es zu spaet. :)
Zurueck in der Wohnung mussten wir erst einmal sauber machen. Aber womit? Im Schrank standen naemlich fast ausschliesslich benutzte Toepfe. Und das Geschirr, das sauber war, klebte ueberall fest. Der Tisch koennte auch mal wieder abgewischt werden.
Zum Glueck hatten wir ja etwas Clopapier - und immerhin hatte man uns auch etwas Wasser abgefuellt. Obwohl, wer weiss, wie lange das schon hier steht? ... Nun, man gewoehnt sich an alles. Und das Essen schmeckte sogar. Noch etwas Rotwein dazu - eigentlich geht es uns doch gar nicht so schlecht.
Nach dem Essen setzte ich die 2kg Kartoffeln auf. Mal sehen, russische Pellkartoffeln. Schliesslich sollte es morgen Kartoffelsalat geben. Immer wieder schaute ich nach den Kartoffeln. Aber scheinbar nicht gut genug oder nicht oft genug. Denn als ich noch einmal in den Topf sah, war die Schale mit einem Teil der Kartoffel abgepellt. Einiges war nur noch Matsch! Na prima! Gut gemacht, Nicole! Die muss ich erst mal abkuehlen lassen und dann retten, was zu retten ist.
Wir wollten gerade in die Stadt, als uns einfiel, dass wir mal im Hotel unseren Aufenthalt verlaengern sollten. Wir wollten doch bis Samstag bleiben. Aber da gab's wohl ein Problem. Wie? Das Hotel ist ausgebucht? Warum das denn? Wer geht denn in ein Hotel, wo es nur zu bestimmten Zeiten Wasser gibt? Ach man, und jetzt? Wo sollen wir denn hin? Uns fehlte ein Zimmer fuer zwei Naechte, ab Donnerstag koennen wir wieder hier uebernachten. Hmmm. Wo sollen wir denn jetzt nach einem Hotel suchen? Aber man schien Gnade mit uns zu haben, man wollte uns zumindest helfen. Die Rezeptionistin waehlte eine Nummer und fragte nach zwei Zimmern fuer Al, Ramona und mich. Aber so gut konnten wir inzwischen auch schon Russisch. Ausgebucht. Die naechste Nummer. Nee, is nich. Noch 'ne Nummer. Auch nix. Das gibt es doch nicht. Die Filmfestspiele sind doch schon vorbei! Aber dann ... da gab's noch eines. Allerdings 20 Minuten mit dem Bus. Auch das noch! Aber es blieb uns wohl nichts anderes uebrig. Egal, wie guenstig das neue Hotel ist, ab Donnerstag wollen wir wieder in 'unser' Hotel. Und dass die bloss die Reservierung fuer uns machen!Wenigstens durften wir unsere schweren Rucksaecke dort lassen. Wir nahmen nur das Noetigste mit: Waschbeutel, 'ne frische Unterhose, Tagebuch. Dann machten wir uns auf den Weg. Mit dem Bus. Aber wo faehrt der denn hin? Wie sieht es denn hier aus? Wo sind wir hier nur hingeraten? Die Gegend war alles andere als schoen. Alles so heruntergekommen, schaebig und kaputt. Und hier soll es ein Hotel geben? Hier will doch keiner freiwillig leben! Die Adresse fuehrte uns in ein Buero. Als wir das Gebaeude betraten, mussten wir uns fast die Nase zuhalten. Ob wir hier richtig sind? Nun, es war wohl ein Heimbuero. Legal? Wer weiss das schon ... Eine etwas dickliche Frau oeffnete uns die Tuer und bat uns gleich herein. Sie quetschte sich hinter ihren Schreibtisch, wir drei auf dem Sofa sassen vor ihr wie auf einer Anklagebank. Zum Glueck war Al dabei, sein Russisch war schon wesentlich besser als unseres. Schnell hatte man uns eine Wohnung mit drei Zimmern angeboten, fuer ca. 45 Euro pro Nacht. Oh je, die wollen wir erst einmal sehen. Wo ist denn die? Ca. 20 Minuten von hier. Zu Fuss. Auch das noch! Gott sei Dank hatten wir unsere grossen Rucksaecke gar nicht erst dabei! Bei uns wuerde man die Gegend durchaus als Slums bezeichnen. Aber wir hatten nicht wirklich die Wahl, oder? Wir schauten uns die Wohnung grob an und entschieden uns dann dafuer. Die ganze Chose kostete uns mehrere Stunden. Der ganze Tag war dahin!
Aber wir mussten ja wieder in die Stadt, wollten ja unsere Waesche abgeben. Im Hotel mussten wir dann einen Zettel ausfuellen und jedes einzelne Teil auflisten. Dann wurde zusammen gerechnet. Klasse. Nur 52 bzw. 58 rubel, umgerechnet ca. 3 Euro. Beschwingt und gut gelaunt gingen wir dann ins Internet-Cafe. Al schickten wir einkaufen. Seine Einkaufsliste war ewig lang. Wir versuchten derweil unsere Fotos an Tom, unseren Webmaster, zu schicken. Es war jedoch zum Maeuse melken. Es klappte mal wieder nicht. Ob wir das jemals hinbekommen?
Es dauerte uns zu lange bis Bus Nr. 65 kam. Also genehmigten wir uns mal wieder ein Taxi nach "Hause". 200 Rubel, 6 Euro - die konnten wir uns gerade noch leisten. Haette der Fahrer aber gewusst, durch welche Gassen und Schlagloecher er uns kutschieren muss, haette er sicher mehr verlangt. Jetzt ist es zu spaet. :)
Zurueck in der Wohnung mussten wir erst einmal sauber machen. Aber womit? Im Schrank standen naemlich fast ausschliesslich benutzte Toepfe. Und das Geschirr, das sauber war, klebte ueberall fest. Der Tisch koennte auch mal wieder abgewischt werden.
Zum Glueck hatten wir ja etwas Clopapier - und immerhin hatte man uns auch etwas Wasser abgefuellt. Obwohl, wer weiss, wie lange das schon hier steht? ... Nun, man gewoehnt sich an alles. Und das Essen schmeckte sogar. Noch etwas Rotwein dazu - eigentlich geht es uns doch gar nicht so schlecht.
Nach dem Essen setzte ich die 2kg Kartoffeln auf. Mal sehen, russische Pellkartoffeln. Schliesslich sollte es morgen Kartoffelsalat geben. Immer wieder schaute ich nach den Kartoffeln. Aber scheinbar nicht gut genug oder nicht oft genug. Denn als ich noch einmal in den Topf sah, war die Schale mit einem Teil der Kartoffel abgepellt. Einiges war nur noch Matsch! Na prima! Gut gemacht, Nicole! Die muss ich erst mal abkuehlen lassen und dann retten, was zu retten ist.
Montag, September 15, 2003
Wladiwostock
Zusammen mit Al gingen wir in die Stadt. Wir wollten einen Waschsalon suchen. Unsere Klamotten hatten auch mal wieder eine Dusche noetig. Wir wussten zwar in welcher Richtung er sein sollte, aber fanden nichts. Wir fragten nochmal nach und man schickte uns zu einem Hotel. Gerne koennten wir unsere Waesche bringen. Der Page zeigte uns die Waescherei und wir sagten, wir wuerden morgen mit dem Zeug vorbeikommen. Klasse, da hatten wir das Problem ja schon mal geloest.
Zum Mittag gingen wir zum "Magic Burger". Der russische Mc Donalds. Entweder liebt man ihn oder ekelt sich. Wir taten letzteres.
Wir spazierten am Hafen entlang. Da dachten Nicole und ich dass wir ja mal ein paar Skipper fragen koennten, ob sie nach Japan fahren. Vielleicht koennten wir ja irgendwo mitfahren. Leichter gesagt als getan. Wir hatten ein bisschen Schiss. Immerhin mussten wir das ja auf russisch machen. Wir nahmen unseren Mut zusammen und gingen auf ein altes verrostetes Schiff. So sahen die Schiffe hier alle aus. Das Woerterbuch fest umklammert. Wir hatten uns die Woerter schon zurechtgelegt. Und tatsaechlich, man verstand uns. Doch leider verwies man uns auf die Faehre. Die Frachtschiffe hier wuerden nicht nach Japan fahren.
Somit gingen wir zum Faehrgebaeude. Das erste Buero wollte 270 USD haben. Dafuer haetten wir genausogut fliegen koennen. Das naechste wollte nur 210 USD. Das hoerte sich doch schon besser an. Alle guten Dinge sind drei. Auf dem Weg zum dritten Reisebuero, welches in der Stadt hinter dem Bahnhof lag, kamen wir dann auch am Hotel Moryak vorbei. Na super! Es lag an einem ganz anderen Ende als im Buch Lonely Planet geschrieben. Und guenstiger als das, was wir hatten, war es auch nicht. Das dritte Reisebuero verlangte 235 USD fuer die Ueberfahrt nach Japan. Also doch das 2. Aber das hat Zeit bis Freitag. Die naechste Faehre geht erst am Samstag.
Zum Abend hin gingen wir mit Al in eine andere Pizzaria. Hier war es genauso lecker wie in dem Nobelschuppen. Kein Wunder, war ja auch der gleiche Besitzer, wie sich spaeter rausstellte.
Zum Mittag gingen wir zum "Magic Burger". Der russische Mc Donalds. Entweder liebt man ihn oder ekelt sich. Wir taten letzteres.
Wir spazierten am Hafen entlang. Da dachten Nicole und ich dass wir ja mal ein paar Skipper fragen koennten, ob sie nach Japan fahren. Vielleicht koennten wir ja irgendwo mitfahren. Leichter gesagt als getan. Wir hatten ein bisschen Schiss. Immerhin mussten wir das ja auf russisch machen. Wir nahmen unseren Mut zusammen und gingen auf ein altes verrostetes Schiff. So sahen die Schiffe hier alle aus. Das Woerterbuch fest umklammert. Wir hatten uns die Woerter schon zurechtgelegt. Und tatsaechlich, man verstand uns. Doch leider verwies man uns auf die Faehre. Die Frachtschiffe hier wuerden nicht nach Japan fahren.
Somit gingen wir zum Faehrgebaeude. Das erste Buero wollte 270 USD haben. Dafuer haetten wir genausogut fliegen koennen. Das naechste wollte nur 210 USD. Das hoerte sich doch schon besser an. Alle guten Dinge sind drei. Auf dem Weg zum dritten Reisebuero, welches in der Stadt hinter dem Bahnhof lag, kamen wir dann auch am Hotel Moryak vorbei. Na super! Es lag an einem ganz anderen Ende als im Buch Lonely Planet geschrieben. Und guenstiger als das, was wir hatten, war es auch nicht. Das dritte Reisebuero verlangte 235 USD fuer die Ueberfahrt nach Japan. Also doch das 2. Aber das hat Zeit bis Freitag. Die naechste Faehre geht erst am Samstag.
Zum Abend hin gingen wir mit Al in eine andere Pizzaria. Hier war es genauso lecker wie in dem Nobelschuppen. Kein Wunder, war ja auch der gleiche Besitzer, wie sich spaeter rausstellte.
Sonntag, September 14, 2003
Wladiwostock
Endlich mal wieder lange schlafen. Da wir Tanja ja gestern nicht erreichen konnten, hatten wir fuer heute auch nichts geplant. Wir machten also gemuetlich und fuhren dann mit dem Bus ins Zentrum. Es war ein wunderschoener Tag, die Sonne schien. Wir nutzten das Wetter und gingen am Strand spazieren. Und aufgepasst hier: Man sieht hier nicht den Pazifik sondern das Japanische Meer. Nicht wahr, Al? :)
Weil Sonntag war, goennten wir uns auch ein Sonntagsessen beim Italiener von gestern. Ob man uns wieder erkennen wird? Schliesslich hatten wir frisch geduscht und hatten saubere Klamotten an. ... Es wurde ein langer Abend in dem Restaurant. Wir sassen schliesslich warm, hatten Licht - was braucht man mehr, um Tagebuch zu schreiben?
Wir hatten gerade die Hotelhalle betrete, da wurden wir beide von hinten angefallen. Hilfe, wer ist das denn? Wir hatten uns zu Tode erschrocken, drehten uns um und ... Doch das gibt's doch gar nicht! Wer stand da vor uns und strahlte uns an? Al! Wir waren sprachlos. Die Ueberraschung ist ihm wirklich gelungen. Aber was ist mit seinem Visum? Das kann er auch spaeter noch beantragen. Na, das ist ihm aber frueh eingefallen. Er musste wohl erst einen Tag ohne uns sein, um zu realisieren, dass es mit uns viel lustiger ist. Maenner!
Weil Sonntag war, goennten wir uns auch ein Sonntagsessen beim Italiener von gestern. Ob man uns wieder erkennen wird? Schliesslich hatten wir frisch geduscht und hatten saubere Klamotten an. ... Es wurde ein langer Abend in dem Restaurant. Wir sassen schliesslich warm, hatten Licht - was braucht man mehr, um Tagebuch zu schreiben?
Wir hatten gerade die Hotelhalle betrete, da wurden wir beide von hinten angefallen. Hilfe, wer ist das denn? Wir hatten uns zu Tode erschrocken, drehten uns um und ... Doch das gibt's doch gar nicht! Wer stand da vor uns und strahlte uns an? Al! Wir waren sprachlos. Die Ueberraschung ist ihm wirklich gelungen. Aber was ist mit seinem Visum? Das kann er auch spaeter noch beantragen. Na, das ist ihm aber frueh eingefallen. Er musste wohl erst einen Tag ohne uns sein, um zu realisieren, dass es mit uns viel lustiger ist. Maenner!
Samstag, September 13, 2003
Wladiwostock
Wir waren gerade eingeschlafen, da kam die Schaffnerin ein und machte das Licht an. Der Bloedmann in unserem Abteil musste aussteigen. Er musste packen, es war ein staendiges Gewuehle. Endlich war er ausgestiegen, fing Tanja an. Sie musste am naechsten Stop raus. Ich (Ramona) wollte doch nur schlafen! Da kam auch noch die Englaenderin von nebenan, um sich von Tanja zu verabschieden und setzte sich mit ihrem dicken Hintern fast auf meinen Kopf. Ich konnte mich noch gerade rechtzeitig retten, in dem ich mich umdrehte.
Tanja wohnt nicht weit von Wladiwostok und so verabredeten wir uns fuer Sonntag. Sie gab uns ihre Telefonnummer und wir verabschiedeten uns. Um 4.30 Uhr waren wir dann dran. Alles gepackt und um 5.20 Uhr liefen wir im Bahnhof ein. Hier war es richtig warm, wie im Fruehling! Wir liefen erstmal ohne Gepaeck los, um eine Unterkunft zu suchen. Hatten von Hotel Moryak gehoert, welches das guenstigste sein sollte. An der Adresse fanden wir auch ein Hotel, aber ein anderes. Niemand sprach hier englisch oder deutsch. Doch die Rezeptionistin war so was von lieb! Sie gab sich so viel Muehe, uns zu verstehen. Mit Haenden und Fuessen klappte auch alles. Wir bekamen ein Doppelzimmer fuer zwei Naechte. Wir freuten uns schon riesig auf eine Dusche! Es wurde mal wieder Zeit. Was machte die Frau denn jetzt? Warum stellt sie uns einen Eimer mit kaltem Wasser ins Zimmer? Wir sollten es schnell herausfinden. Einmal drehen am Wasserhahn veriet alles. Es gab kein fliessendes Wasser. Grosse Entaeuschung kam ueber uns. So legten wir uns erstmal ein paar Stunden aufs Ohr.
Wir wachten erst nach 13 Uhr wieder auf. Ob wir wohl muede gewesen waren? Wir spazierten durch die Stadt. Als erstes kamen wir an einem Kameraladen vorbei. Klasse, dann koennen wir ja schon mal unsere Bilder runterladen. Am spaeten Nachmittag kamen wir an einer Pizzaria vorbei. Wir hatten so einen Hunger. Hatten ja noch nichts gegessen heute. Wir gingen vorsichtig rein. Doch es war schon zu spaet, man hatte uns bereits gesehen und empfing uns. Es war der absolute Nobelschuppen und wir standen da mit unseren Dreckslumpen und Fetthaaren. Von den schwarzen Fingernaegeln gar nicht erst zu reden. Das war uns doch etwas unangenehm. Doch es liess sich niemand was anmerken. Wir speisten wie die Koeniginnen.
Gut gestaerkt ging es dann zum Bahnhof um unsere Rucksaecke abzuholen. Zur Feier des Tages leisteten wir uns ein Taxi zurueck zum Hotel. Es kostete ja nur 100 Rubel = 3 Euro. Im Zimmer erwarteteuns noch eine geniale Ueberraschung. Es gab fliessend Wasser! Endlich duschen!!! Wie herrlich!!! Wir versuchten noch Tanja wegen morgen anzurufen. Leider schien es eine falsche Nummer zu sein, denn es ging jemand ganz anderes ran und kannte Tanja nicht. Schade, dawird es wohl doch nichts mit dem Treffen.
Tanja wohnt nicht weit von Wladiwostok und so verabredeten wir uns fuer Sonntag. Sie gab uns ihre Telefonnummer und wir verabschiedeten uns. Um 4.30 Uhr waren wir dann dran. Alles gepackt und um 5.20 Uhr liefen wir im Bahnhof ein. Hier war es richtig warm, wie im Fruehling! Wir liefen erstmal ohne Gepaeck los, um eine Unterkunft zu suchen. Hatten von Hotel Moryak gehoert, welches das guenstigste sein sollte. An der Adresse fanden wir auch ein Hotel, aber ein anderes. Niemand sprach hier englisch oder deutsch. Doch die Rezeptionistin war so was von lieb! Sie gab sich so viel Muehe, uns zu verstehen. Mit Haenden und Fuessen klappte auch alles. Wir bekamen ein Doppelzimmer fuer zwei Naechte. Wir freuten uns schon riesig auf eine Dusche! Es wurde mal wieder Zeit. Was machte die Frau denn jetzt? Warum stellt sie uns einen Eimer mit kaltem Wasser ins Zimmer? Wir sollten es schnell herausfinden. Einmal drehen am Wasserhahn veriet alles. Es gab kein fliessendes Wasser. Grosse Entaeuschung kam ueber uns. So legten wir uns erstmal ein paar Stunden aufs Ohr.
Wir wachten erst nach 13 Uhr wieder auf. Ob wir wohl muede gewesen waren? Wir spazierten durch die Stadt. Als erstes kamen wir an einem Kameraladen vorbei. Klasse, dann koennen wir ja schon mal unsere Bilder runterladen. Am spaeten Nachmittag kamen wir an einer Pizzaria vorbei. Wir hatten so einen Hunger. Hatten ja noch nichts gegessen heute. Wir gingen vorsichtig rein. Doch es war schon zu spaet, man hatte uns bereits gesehen und empfing uns. Es war der absolute Nobelschuppen und wir standen da mit unseren Dreckslumpen und Fetthaaren. Von den schwarzen Fingernaegeln gar nicht erst zu reden. Das war uns doch etwas unangenehm. Doch es liess sich niemand was anmerken. Wir speisten wie die Koeniginnen.
Gut gestaerkt ging es dann zum Bahnhof um unsere Rucksaecke abzuholen. Zur Feier des Tages leisteten wir uns ein Taxi zurueck zum Hotel. Es kostete ja nur 100 Rubel = 3 Euro. Im Zimmer erwarteteuns noch eine geniale Ueberraschung. Es gab fliessend Wasser! Endlich duschen!!! Wie herrlich!!! Wir versuchten noch Tanja wegen morgen anzurufen. Leider schien es eine falsche Nummer zu sein, denn es ging jemand ganz anderes ran und kannte Tanja nicht. Schade, dawird es wohl doch nichts mit dem Treffen.
Freitag, September 12, 2003
Transsib
Es war 9 Uhr als ich (Nicole) aufwachte, weil ich mal wieder musste. Ich oeffnete das Abteil und wer war das? Al. Da sass er doch glatt schon wieder da und wartete, dass wir aufstehen. Ramona schlief noch also bin ich mit Al ins Restaurant. Und jetzt sag bloss keiner, dass ich das nur gefunden habe, weil ein Mann dabei war! ...
Wir fruehstueckten und unterhielten uns stundenlang. Aber es war Al's letzter Tag mit uns und er wollte nochmal mit uns beiden zu Mittag essen. Ich musste also Ramona rufen und durfte ein Nein von ihr nicht akzeptieren. Zum Glueck brauchte ich nicht viel Ueberredungskunst.
Bevor wir in Chabarowsk ankamen, ueberreichte Al uns jeweils eine Karte. Meine war an "Superwoman" adressiert. Al nennt mich immer Superwoman. Fragt mich aber bitte nicht, warum. Auf Ramonas Karte stand "Nicole's Freundin", da Al es nie schaffte, Ramonas Namen richtig auszusprechen. Dabei ist das doch gar nicht so schwer: Ra - mo - na!
Um 16.30Uhr erreichten wir Chabarowsk, wo Al uns verliess. Hier musste er sein Visum fuer die Mongolei beantragen. Aber wir sagten ihm gleich, dass das ein "Helsinki" fuer ihn werden wuerde: Die Botschaft schliesst um 12 Uhr, es war Freitag, also wird er fruehestens am Montag sein Visum beantragen koennen. Es geht uns also nicht alleine so. :)
An einer der naechsten Stationen sah Ramona rote Johannisbeeren. Sie wollte sie unbedingt haben und kaufte eine Dose. Im Zug dann nahm sie gleich einen vollen Loeffel, steckte ihn in den Mund und ... Igitt, was war das denn? Nach ihrem Gesicht zu urteilen kotzt sie gleich. Was ist los? Nun, es waren keine Johannisbeeren sondern roter Kaviar! Muss ein guter Geschmack gewesen sein - man erwartet suesse Johannisbeeren und schmeckt stattdessen salzigen Kaviar. Aber hatte sie nicht vorher auch Tanja gefragt? Offensichtlich hatte Tanja Ramona nicht verstanden. Na, Gott sei Dank hatte Ramona nur eine kleine Dose gekauft!
Spaeter kam Sven, ein Schwabe, zu uns ins Abteil und wir tranken Wodka mit ihm bevor wir schlafen gingen. Klar, dass der Bloedmann wieder nichts davon abbekam.
Wir fruehstueckten und unterhielten uns stundenlang. Aber es war Al's letzter Tag mit uns und er wollte nochmal mit uns beiden zu Mittag essen. Ich musste also Ramona rufen und durfte ein Nein von ihr nicht akzeptieren. Zum Glueck brauchte ich nicht viel Ueberredungskunst.
Bevor wir in Chabarowsk ankamen, ueberreichte Al uns jeweils eine Karte. Meine war an "Superwoman" adressiert. Al nennt mich immer Superwoman. Fragt mich aber bitte nicht, warum. Auf Ramonas Karte stand "Nicole's Freundin", da Al es nie schaffte, Ramonas Namen richtig auszusprechen. Dabei ist das doch gar nicht so schwer: Ra - mo - na!
Um 16.30Uhr erreichten wir Chabarowsk, wo Al uns verliess. Hier musste er sein Visum fuer die Mongolei beantragen. Aber wir sagten ihm gleich, dass das ein "Helsinki" fuer ihn werden wuerde: Die Botschaft schliesst um 12 Uhr, es war Freitag, also wird er fruehestens am Montag sein Visum beantragen koennen. Es geht uns also nicht alleine so. :)
An einer der naechsten Stationen sah Ramona rote Johannisbeeren. Sie wollte sie unbedingt haben und kaufte eine Dose. Im Zug dann nahm sie gleich einen vollen Loeffel, steckte ihn in den Mund und ... Igitt, was war das denn? Nach ihrem Gesicht zu urteilen kotzt sie gleich. Was ist los? Nun, es waren keine Johannisbeeren sondern roter Kaviar! Muss ein guter Geschmack gewesen sein - man erwartet suesse Johannisbeeren und schmeckt stattdessen salzigen Kaviar. Aber hatte sie nicht vorher auch Tanja gefragt? Offensichtlich hatte Tanja Ramona nicht verstanden. Na, Gott sei Dank hatte Ramona nur eine kleine Dose gekauft!
Spaeter kam Sven, ein Schwabe, zu uns ins Abteil und wir tranken Wodka mit ihm bevor wir schlafen gingen. Klar, dass der Bloedmann wieder nichts davon abbekam.
Donnerstag, September 11, 2003
Transsib
Wir verbrachten so ziemlich den ganzen Tag im stickigen Abteil. Wir hatten ja gestern das Karten spielen entdeckt. Es gab ja noch so viele Spiele zum Ausprobieren. Uno, Schwimm, Mau Mau und Hahn. Das war so lustig! Aber wehe, Nicole oder ich verloren...
An den laengeren Stops in den Bahnhoefen gingen wir raus und mischten uns in das Treiben der Einheimischen. Natuerlich erstanden wir wieder ein paar Leckereien fuer das Abendessen. Die Sonne schien den ganzen Tag, doch abends beim letzten Stop waren es nur noch kalte 6 Grad. Brrr. Irgendwann spaet hatten wir keine Lust mehr auf Karten. Ja, sowas gabs auch. Aber was sollten wir nun machen? Raetselstunde! Das Beste kam von Al: In einem luftdichten verschlossenen Raum ist eine Gluehlampe. Ausserhalb dieses Raums sind drei Lichtschalter. Wie kann man herausfinden, welcher Schalter die Lampe in dem Raum anmacht, wenn man nur 1x in den Raum gehen darf? Es gibt keine Fenster und es schimmert nichts raus. Na? Viel Spass. Sind gespannt auf eure Antworten.
An den laengeren Stops in den Bahnhoefen gingen wir raus und mischten uns in das Treiben der Einheimischen. Natuerlich erstanden wir wieder ein paar Leckereien fuer das Abendessen. Die Sonne schien den ganzen Tag, doch abends beim letzten Stop waren es nur noch kalte 6 Grad. Brrr. Irgendwann spaet hatten wir keine Lust mehr auf Karten. Ja, sowas gabs auch. Aber was sollten wir nun machen? Raetselstunde! Das Beste kam von Al: In einem luftdichten verschlossenen Raum ist eine Gluehlampe. Ausserhalb dieses Raums sind drei Lichtschalter. Wie kann man herausfinden, welcher Schalter die Lampe in dem Raum anmacht, wenn man nur 1x in den Raum gehen darf? Es gibt keine Fenster und es schimmert nichts raus. Na? Viel Spass. Sind gespannt auf eure Antworten.
Mittwoch, September 10, 2003
Irkutsk - Wladiwostock
Um 3.30 Uhr stiegen wir alle in den Zug. Al hatte leider nur ein Bett in Wagen 14 bekommen, also 3 Wagen weiter. In unserem Abteil waren zwei Betten bereits belegt. Tanja, eine junge Russin, die Deutsch studiert und ein anderer Russe. Wir hatten Tanja gleich in unser Herz geschlossen. Nicht nur, weil sie Deutsch sprach. :) Aber das half uns natuerlich viel. Sie fragte den anderen Russen auch gleich, ob er mit Al das Bett tauschen wuerde. Aber er wagte es tatsaechlich, nein zu sagen. Bloedmann! Das wuerde er in den naechsten Tagen noch zu spueren bekommen!
Al kam spaeter auch nochmal zu uns ins Abteil. Als die anderen schlafen wollten, bin ich (Nicole) mit Al raus auf den Gang. Wir waren beide nicht muede. Es dauerte ja auch nicht mehr lange und es wurde bereits hell. Wir konnten den Sonnenaufgang leider nicht sehen, starrten dennoch immer nur aus dem Fenster. Ausser Baeumen gab es jedoch nicht viel zu sehen. Wir sind dann weiter in den naechsten Wagen, dort waren die Fenster auf der anderen Seite. Und jetzt konnten wir auch den Baikalsee sehen. Aber klar doch, das hatte ich ganz vergessen. 270 km faehrt der Zug an der Kueste des Sees vorbei. Wer weiss, wieviel wir schon verpasst hatten?!
Schliesslich hatten Ramona und ich ja auch schon die Grenze zwischen Europa und Asien verpennt. Al und ich ueberlegten lange, ob wir Ramona auch wecken sollten. Sie war so muede und hatte ja bereits am Bahnhof geschlafen. Sie ist sicher froh, dass sie jetzt endlich ihre Ruhe hat. Wir dachten, wir wuerden ihr etwas Gutes tun...
Eigentlich war der Blick auf den Baikalsee nicht anders als der auf jeden anderen See auch gewesen waere. Und doch war es der Baikalsee - irgendwie etwas Besonderes. Die 270 km jedoch zogen sich endlos hin. Ich wurde immer mueder und mir fielen fast die Augen zu. Aber ich wollte nicht ins Bett gehen, nicht solange man den See noch sehen kann. Typisch Nicole! Bis um 8.30 Uhr musste ich noch ausharren. Dann "durfte" ich gehen. Als ich ins Abteil kam, war Ramona bereits wach. Ich erwaehnte kurz die Fahrt vorbei am See und da fiel es auch ihr wieder ein. Das waere ihr Highlight gewesen und sie hatte es verpennt. Sie aergerte sich wahnsinnig! Haetten Al und ich das gewusst, haetten wir sie natuerlich geweckt!
Spaeter am Tag spielten wir alle zusammen Karten. Alle bedeutet Tanja, Ramona, Al und ich. War klar, dass der Bloedmann nicht mitspielen durfte. :) Es war auch klar, dass wir nicht Karten spielen konnten, ohne Wodka zu trinken. Aber das war wohl nur fuer Al und Tanja richtig lustig. Ramona und ich konnten naemlich noch schlechter verlieren als in nuechternem Zustand. Und wer uns kennt ... Wir wurden richtig kratzbuerstig und jedes Mal, wenn die andere verlor, freuten wir uns wie kleine Kinder. Waren wir es aber selbst, die verloren hatten, wollten wir es nicht wahr haben. Es war alles einfach nur unfair.
Al kam spaeter auch nochmal zu uns ins Abteil. Als die anderen schlafen wollten, bin ich (Nicole) mit Al raus auf den Gang. Wir waren beide nicht muede. Es dauerte ja auch nicht mehr lange und es wurde bereits hell. Wir konnten den Sonnenaufgang leider nicht sehen, starrten dennoch immer nur aus dem Fenster. Ausser Baeumen gab es jedoch nicht viel zu sehen. Wir sind dann weiter in den naechsten Wagen, dort waren die Fenster auf der anderen Seite. Und jetzt konnten wir auch den Baikalsee sehen. Aber klar doch, das hatte ich ganz vergessen. 270 km faehrt der Zug an der Kueste des Sees vorbei. Wer weiss, wieviel wir schon verpasst hatten?!
Schliesslich hatten Ramona und ich ja auch schon die Grenze zwischen Europa und Asien verpennt. Al und ich ueberlegten lange, ob wir Ramona auch wecken sollten. Sie war so muede und hatte ja bereits am Bahnhof geschlafen. Sie ist sicher froh, dass sie jetzt endlich ihre Ruhe hat. Wir dachten, wir wuerden ihr etwas Gutes tun...
Eigentlich war der Blick auf den Baikalsee nicht anders als der auf jeden anderen See auch gewesen waere. Und doch war es der Baikalsee - irgendwie etwas Besonderes. Die 270 km jedoch zogen sich endlos hin. Ich wurde immer mueder und mir fielen fast die Augen zu. Aber ich wollte nicht ins Bett gehen, nicht solange man den See noch sehen kann. Typisch Nicole! Bis um 8.30 Uhr musste ich noch ausharren. Dann "durfte" ich gehen. Als ich ins Abteil kam, war Ramona bereits wach. Ich erwaehnte kurz die Fahrt vorbei am See und da fiel es auch ihr wieder ein. Das waere ihr Highlight gewesen und sie hatte es verpennt. Sie aergerte sich wahnsinnig! Haetten Al und ich das gewusst, haetten wir sie natuerlich geweckt!
Spaeter am Tag spielten wir alle zusammen Karten. Alle bedeutet Tanja, Ramona, Al und ich. War klar, dass der Bloedmann nicht mitspielen durfte. :) Es war auch klar, dass wir nicht Karten spielen konnten, ohne Wodka zu trinken. Aber das war wohl nur fuer Al und Tanja richtig lustig. Ramona und ich konnten naemlich noch schlechter verlieren als in nuechternem Zustand. Und wer uns kennt ... Wir wurden richtig kratzbuerstig und jedes Mal, wenn die andere verlor, freuten wir uns wie kleine Kinder. Waren wir es aber selbst, die verloren hatten, wollten wir es nicht wahr haben. Es war alles einfach nur unfair.
Dienstag, September 09, 2003
Khuzir - Irkutsk
Heute ging es zurueck nach Irkutsk und weiter mit der Transsib Richtung Wladiwostock. Wir verabschiedeten uns von Nikita. Das Geld hatte gerade eben noch gereicht, um die Huette zu bezahlen. Jetzt hatten wir keinen Penny mehr. War gut abgepasst.
Der Kleinbus wartete schon auf uns. Der Fahrer half uns mit den Rucksaecken und verstaute sie auf den zwei hinteren Plaetzen. Wir waren nur drei Fahrgaeste. Klasse, so koennen wir ja noch ein bisschen schlafen. Denkste! Staendig wurden neue Leute eingeladen und bald war der Bus voll. Die Rueckfahrt im Bus gar viel angenehmer als die Hinfahrt im klapprigen Auto.
Um 15 Uhr erreichten wir den Busbahnhof in Irkutsk. Leider war hier Endstation und nicht am Zugbahnhof. Wir schnallten die schweren Rucksaecke auf und wollten gerade losmarschieren, als der Fahrer uns zurueck hielt und um Geld anhaute. Wir sollten die Fahrt bezahlen. Bezahlen? Quatsch, wir haben doch die Bustickets. Doch die wollte er nicht. Nur Cash! Tja, da hatte er aber Pech, wir hatten ja nichts mehr. Wir erklaerten ihm, dass wir die Tickets fuer die Rueckfahrt von Olchon nach Irkutsk so bekommen hatten, doch was muehten wir uns eigentlich ab? Er verstand doch sowieso nichts. Da kam uns eine englisch sprechende Frau zu Hilfe. Die einzige Moeglichkeit an Geld zu kommen war, nun die Tickets am Busschalter wieder umzutauschen. Nach einigen Diskussionen klappte es auch. Ich (Ramona) gab dem Fahrer das Geld und was sagte er? Wir sollten jeweils zwei Tickets zahlen weil die Rucksaecke so gross waren. Jetzt gehts ja wohl los! Es ist doch nicht unsere Schuld, wenn er sie auf zwei Sitzplaetze stellt anstatt in den Kofferaum. Ich sagte ihm, er solle das mit Nikita klaeren, wir haetten kein Geld mehr. Und letztendlich gab er auf. Jetzt aber schnell weg bevor er es sich nochmal anders ueberlegt.
Wir gingen Richtung Bahnhof und kamen ploetzlich an dem Internet Cafe vorbei in dem wir uns mit Al treffen wollten. Also gingen wir erst da rein. Wir sahen noch mal in unsere Portemonnaies und fanden tatsaechlich noch so viel, dass wir das Internet bezahlen konnten. Na, wenn das der Busfahrer wuesste. Wir hatten uns gerade eingeloggt, da klopfte Al uns schon auf die Schulter.
Das hat ja super geklappt. Nicole hatte mal wieder Probleme mit AOL, sie kam nicht rein. Ich hatte noch einige Mails zu beantworten und somit gingen Nicole und Al zum Bahnhof um unsere Rucksaecke wegzuschliessen. Sie waren gerade 10 Min. weg, da oeffnete ich eine Mail von Hugo aus Gjesvaer. Oh nein! Was fuer eine schlimme Nachricht! Svein-Thore, der uns mit seinem Auto von Gjesvaer bis Rovaniemi gebracht hatte, war gestorben. Das kann doch nicht sein! Er war doch noch gar nicht alt. Sein Herz haette einfach aufgehoert zu schlagen, hies es. Als Nicole zurueck war, schrieben wir einen Beileidsgruss zurueck. Jetzt waren wir so kurz vor Wladiwostock und haetten ihm endlich die Postkarte schicken koennen, die wir ihm so oft verprechen mussten. Es hat nicht sollen sein.
Al hate auch ein Ticket fuer die Transsib bekommen. Er verlaesst uns aber ca. 15 Stunden vor Wladiwostok wieder, da er in die Mongolei will. Unser Zug fuhr erst um 3.50Uhr, so hatten wir noch jede Menge Zeit. Den Abend verbrachten wir mit Al in einem Bierzelt mit Freilichtdisko am Fluss. War total witzig, den Kids hier zuzusehen. Sie kleideten sich und tanzten noch wie wir in Deutschland vor fast 15 Jahren.
Der Kleinbus wartete schon auf uns. Der Fahrer half uns mit den Rucksaecken und verstaute sie auf den zwei hinteren Plaetzen. Wir waren nur drei Fahrgaeste. Klasse, so koennen wir ja noch ein bisschen schlafen. Denkste! Staendig wurden neue Leute eingeladen und bald war der Bus voll. Die Rueckfahrt im Bus gar viel angenehmer als die Hinfahrt im klapprigen Auto.
Um 15 Uhr erreichten wir den Busbahnhof in Irkutsk. Leider war hier Endstation und nicht am Zugbahnhof. Wir schnallten die schweren Rucksaecke auf und wollten gerade losmarschieren, als der Fahrer uns zurueck hielt und um Geld anhaute. Wir sollten die Fahrt bezahlen. Bezahlen? Quatsch, wir haben doch die Bustickets. Doch die wollte er nicht. Nur Cash! Tja, da hatte er aber Pech, wir hatten ja nichts mehr. Wir erklaerten ihm, dass wir die Tickets fuer die Rueckfahrt von Olchon nach Irkutsk so bekommen hatten, doch was muehten wir uns eigentlich ab? Er verstand doch sowieso nichts. Da kam uns eine englisch sprechende Frau zu Hilfe. Die einzige Moeglichkeit an Geld zu kommen war, nun die Tickets am Busschalter wieder umzutauschen. Nach einigen Diskussionen klappte es auch. Ich (Ramona) gab dem Fahrer das Geld und was sagte er? Wir sollten jeweils zwei Tickets zahlen weil die Rucksaecke so gross waren. Jetzt gehts ja wohl los! Es ist doch nicht unsere Schuld, wenn er sie auf zwei Sitzplaetze stellt anstatt in den Kofferaum. Ich sagte ihm, er solle das mit Nikita klaeren, wir haetten kein Geld mehr. Und letztendlich gab er auf. Jetzt aber schnell weg bevor er es sich nochmal anders ueberlegt.
Wir gingen Richtung Bahnhof und kamen ploetzlich an dem Internet Cafe vorbei in dem wir uns mit Al treffen wollten. Also gingen wir erst da rein. Wir sahen noch mal in unsere Portemonnaies und fanden tatsaechlich noch so viel, dass wir das Internet bezahlen konnten. Na, wenn das der Busfahrer wuesste. Wir hatten uns gerade eingeloggt, da klopfte Al uns schon auf die Schulter.
Das hat ja super geklappt. Nicole hatte mal wieder Probleme mit AOL, sie kam nicht rein. Ich hatte noch einige Mails zu beantworten und somit gingen Nicole und Al zum Bahnhof um unsere Rucksaecke wegzuschliessen. Sie waren gerade 10 Min. weg, da oeffnete ich eine Mail von Hugo aus Gjesvaer. Oh nein! Was fuer eine schlimme Nachricht! Svein-Thore, der uns mit seinem Auto von Gjesvaer bis Rovaniemi gebracht hatte, war gestorben. Das kann doch nicht sein! Er war doch noch gar nicht alt. Sein Herz haette einfach aufgehoert zu schlagen, hies es. Als Nicole zurueck war, schrieben wir einen Beileidsgruss zurueck. Jetzt waren wir so kurz vor Wladiwostock und haetten ihm endlich die Postkarte schicken koennen, die wir ihm so oft verprechen mussten. Es hat nicht sollen sein.
Al hate auch ein Ticket fuer die Transsib bekommen. Er verlaesst uns aber ca. 15 Stunden vor Wladiwostok wieder, da er in die Mongolei will. Unser Zug fuhr erst um 3.50Uhr, so hatten wir noch jede Menge Zeit. Den Abend verbrachten wir mit Al in einem Bierzelt mit Freilichtdisko am Fluss. War total witzig, den Kids hier zuzusehen. Sie kleideten sich und tanzten noch wie wir in Deutschland vor fast 15 Jahren.
Montag, September 08, 2003
Khuzir
Wir hatten Glueck! Schon um 10.30 Uhr konnten wir die grosse Tour in den Sueden starten. Zusammen mit Gregory und zwei Ungarn. Al hatte sich bereits heute morgen auf den Weg nach Irkutsk gemacht, wir werden ihm morgen folgen.
Zuerst also an einen kleinen See, der auf natuerliche Weise durch eine Sandduene vom Rest des Baikalsees getrennt wurde. Dieser kleine See ist im Herbst/Winter eine beliebte Anlaufstelle fuer Fische, im Sommer dagegen sehr beliebt zum Schwimmen. Gregory erzaehlte uns von den verschiedenen Winden am See. Da, wo es Wald auf der Insel gibt, ist auch kaum Wind. Und im Winter, wenn der komplette See mit einer meterdicken Eisschickt bedeckt ist, gibt es dort auch keinen Schnee. Der wird vom Wind weg geweht.
Am naechsten Stopp lernten wir, warum der See so klar ist. Es gibt Millionen von 0,1mm kleinen Krebsen, die alles auffressen. Wuerde man z. Bsp. eine Leiche in den See werfen, wuerde man davon nach drei Tagen nichts mehr sehen. Das Wasser im See ist also fast wie destilliertes Wasser mit einem Salzgehalt von 0,001g/l. Man kann das Wasser zwar trinken, aber auf Dauer ist das natuerlich ungesund, da es keine Mineralstoffe enthaelt.
Dann erzaehlte Gregory uns von einer wunderschoenen Birke, die mutterseelenalleine auf weiter Flur steht. Frueher lebte dort ein Schamane, der kurz vor seinem Tod gesagt haben soll, dass er als Baum wieder kommt. Und nach seinem Tod wuchs genau an der Stelle, wo sein Haus stand, diese Birke. Ob die Geschichte wahr ist oder nicht, vermochte Gregory uns jedoch nicht zu sagen.
Weiter ging es zu den Graebern der Ureinwohner. Einige Leute legen heute dort Muenzen hin, weil es ein heiliger Ort sein soll.
Wir wanderten weiter zu den runden Haeusern der Ureinwohner. Die einzelnen Wohnabschnitte konnte man noch gut durch Teile der Steinmauern erkennen. Ueberall roch es nach Thymian. Der waechst hier ueberall. Warum aber nur gibt es dann bei jedem Essen Dill dazu???
Am hoechsten Punkt der Insel kann man sowohl auf den kleinen als auch auf den grossen Baikalsee schauen. Ein beeindruckendes Bild. Unvorstellbar, wie gross dieser See ist. Oft sieht man am Horizont das Land gar nicht, so dass man glauben koennte, man schaue aufs Meer. Und doch ist es "nur" ein See.
Bald schon war es Zeit fuers Picknick. Heute gab es zur Abwechslung mal Fisch. Omul, wie mindestens einmal am Tag. Den Omul gibt es nur hier am Baikalsee, ich (Nicole) musste ihn also essen. Er kann bis zu 25 Jahre alt werden. Die Fische, die man uns jedoch servierte, waren zwischen 9 und 12 Jahre. Gegrillt schmeckte er sogar richtig gut, wenn nur nicht diese laestige Arbeit mit den Graeten waere.
Gregory erzaehlte uns waehrend des Essens noch viel ueber sich, das Leben auf Olchon, dem Muellproblem, die Toiletten - Biotoilette oder doch Plumpsklo? -, seine Jahre in Deutschland, etc. - rundum ein sehr interessanter und informativer Tag!
Zurueck im Feriendorf gingen Ramona und ich nochmal in die Banja. Endlich wurde es uns mal wieder warm, hatten wir unterwegs bei ca. 10 Grad und dem heftigen Wind doch ziemlich gefroren. Spaeter goennten wir uns beide nochmal eine Massage. Dafuer reichte unser Geld gerade noch.
Zuerst also an einen kleinen See, der auf natuerliche Weise durch eine Sandduene vom Rest des Baikalsees getrennt wurde. Dieser kleine See ist im Herbst/Winter eine beliebte Anlaufstelle fuer Fische, im Sommer dagegen sehr beliebt zum Schwimmen. Gregory erzaehlte uns von den verschiedenen Winden am See. Da, wo es Wald auf der Insel gibt, ist auch kaum Wind. Und im Winter, wenn der komplette See mit einer meterdicken Eisschickt bedeckt ist, gibt es dort auch keinen Schnee. Der wird vom Wind weg geweht.
Am naechsten Stopp lernten wir, warum der See so klar ist. Es gibt Millionen von 0,1mm kleinen Krebsen, die alles auffressen. Wuerde man z. Bsp. eine Leiche in den See werfen, wuerde man davon nach drei Tagen nichts mehr sehen. Das Wasser im See ist also fast wie destilliertes Wasser mit einem Salzgehalt von 0,001g/l. Man kann das Wasser zwar trinken, aber auf Dauer ist das natuerlich ungesund, da es keine Mineralstoffe enthaelt.
Dann erzaehlte Gregory uns von einer wunderschoenen Birke, die mutterseelenalleine auf weiter Flur steht. Frueher lebte dort ein Schamane, der kurz vor seinem Tod gesagt haben soll, dass er als Baum wieder kommt. Und nach seinem Tod wuchs genau an der Stelle, wo sein Haus stand, diese Birke. Ob die Geschichte wahr ist oder nicht, vermochte Gregory uns jedoch nicht zu sagen.
Weiter ging es zu den Graebern der Ureinwohner. Einige Leute legen heute dort Muenzen hin, weil es ein heiliger Ort sein soll.
Wir wanderten weiter zu den runden Haeusern der Ureinwohner. Die einzelnen Wohnabschnitte konnte man noch gut durch Teile der Steinmauern erkennen. Ueberall roch es nach Thymian. Der waechst hier ueberall. Warum aber nur gibt es dann bei jedem Essen Dill dazu???
Am hoechsten Punkt der Insel kann man sowohl auf den kleinen als auch auf den grossen Baikalsee schauen. Ein beeindruckendes Bild. Unvorstellbar, wie gross dieser See ist. Oft sieht man am Horizont das Land gar nicht, so dass man glauben koennte, man schaue aufs Meer. Und doch ist es "nur" ein See.
Bald schon war es Zeit fuers Picknick. Heute gab es zur Abwechslung mal Fisch. Omul, wie mindestens einmal am Tag. Den Omul gibt es nur hier am Baikalsee, ich (Nicole) musste ihn also essen. Er kann bis zu 25 Jahre alt werden. Die Fische, die man uns jedoch servierte, waren zwischen 9 und 12 Jahre. Gegrillt schmeckte er sogar richtig gut, wenn nur nicht diese laestige Arbeit mit den Graeten waere.
Gregory erzaehlte uns waehrend des Essens noch viel ueber sich, das Leben auf Olchon, dem Muellproblem, die Toiletten - Biotoilette oder doch Plumpsklo? -, seine Jahre in Deutschland, etc. - rundum ein sehr interessanter und informativer Tag!
Zurueck im Feriendorf gingen Ramona und ich nochmal in die Banja. Endlich wurde es uns mal wieder warm, hatten wir unterwegs bei ca. 10 Grad und dem heftigen Wind doch ziemlich gefroren. Spaeter goennten wir uns beide nochmal eine Massage. Dafuer reichte unser Geld gerade noch.
Sonntag, September 07, 2003
Khuzir
Nach dem Fruehstueck kam Gregory, ein russischer Tourguide, der perfekt deutsch spricht, um uns eine grosse Tour in den Sueden der Insel anzubieten. Ramona und ich waren sofort Feuer und Flamme. Endlich wuerde uns mal jemand etwas ueber den See und die Insel erzaehlen - und das auch noch auf deutsch. Aber es gab einen Haken. Es waren noch nicht genug Leute zusammen. Wir mussten also noch warten. Aber das war ja nichts Neues fuer uns.
Al hatte inzwischen herausgefunden, dass es nur sonntags und mittwochs einen Bus nach Irkutsk gibt. Aber wie konnte das denn sein? Wir hatten doch bereits ein Ticket fuer Dienstag! Muessen wir uns jetzt da auch noch drum kuemmern?! Wir erkundigten uns bei Gregory, der anbot, mit Nikita unser Busproblem zu loesen. Fantastisch! Was die Tour betrifft, musste die auf morgen verschoben werden. In der Hoffnung, dass sich dann genug Leute fuer die Tour zusammen finden.
Aber so ein freier Tag ist auch gut, um mal wieder Tagebuch und Berichte fuer die Website zu schreiben. Doch als Al sich zu uns gesellte, war es mit den guten Vorsaetzen auch schon wieder vorbei.
Am spaeten Nachmittag gings mit Al in die Banja, die russische Sauna. Vor der Banja drehte ein Filmteam eine Szene. Hm... die hatten wir doch gestern schon am Strand gesehen. Ob da ein Filmstar dabei ist? Brad Pitt vielleicht? Oder vielleicht werden wir selbst noch zu Stars? Die russische Sauna jedenfalls wurde noch mit Feuer erhitzt. Eine Frau war fuer das Holznachlegen zustaendig. Sie hatte die Sauna auch schon zwei Stunden vorher fuer uns eingeheizt. Die Hitze war gigantisch! Der Schweiss tropfte nur so von uns. Einfach herrlich entspannend! Als wir gerade draussen lagen, um uns abzukuehlen, ging die Tuer auf. Ein gut aussehender Mann trat ein, in der Hand eine grosse Schuessel. Was ist denn da drin? Das riecht aber lecker. Hmm... das ist ja Hefeteig!
Wir konnten nicht anders, wir mussten naschen. Aber der Mann spannte Frischhaltefolie darueber - wie schade - und stellte die Schuessel zu uns in die Banja. Da konnte der Hefeteig ja gut aufgehen!
Nach dem Abendessen wollten wir dann eigentlich schreiben. Eigentlich! Aber da sassen diese vier jungen Deutschen, die den Hefeteig gemacht hatten. Dieser wurde nun von den beiden Jungen zubereitet. Es gab Panfritas, ein chilenisches Nationalgericht.
Das wurden so viele, dass wir alle mitessen durften. Einfach mit Kaese oder auch mit Nutella. Hm, lecker! Von den Deutschen erfuhren wir dann auch mehr ueber das Filmteam: Die waren vom ZDF! Man hatte in Deutschland zwei Familien gesucht, die man fuer vier Monate mitten in Sibirien aussetzt. Sie sollen sich dort im sibirischen Winter alleine zurecht finden, ohne Russischkenntnisse. Das ist ein Witz! Nach Khuzir kommen so viele Touristen, vor allem Deutsche - auch im Winter. Und ausserdem ist beim Filmteam ein Pole dabei, der perfekt russisch und deutsch kann. Ist doch alles nur getuerkt! Und das beim ZDF? Bei RTL2 waeren wir ja nicht ueberrascht gewesen...
Den Rest des Abends verbrachten Al, Ramona und ich in unserer Huette - mit Wodka am brennenden Ofen (inzwischen hatten wir herausgefunden, wie man das Holz zum Brennen bringt).
Al hatte inzwischen herausgefunden, dass es nur sonntags und mittwochs einen Bus nach Irkutsk gibt. Aber wie konnte das denn sein? Wir hatten doch bereits ein Ticket fuer Dienstag! Muessen wir uns jetzt da auch noch drum kuemmern?! Wir erkundigten uns bei Gregory, der anbot, mit Nikita unser Busproblem zu loesen. Fantastisch! Was die Tour betrifft, musste die auf morgen verschoben werden. In der Hoffnung, dass sich dann genug Leute fuer die Tour zusammen finden.
Aber so ein freier Tag ist auch gut, um mal wieder Tagebuch und Berichte fuer die Website zu schreiben. Doch als Al sich zu uns gesellte, war es mit den guten Vorsaetzen auch schon wieder vorbei.
Am spaeten Nachmittag gings mit Al in die Banja, die russische Sauna. Vor der Banja drehte ein Filmteam eine Szene. Hm... die hatten wir doch gestern schon am Strand gesehen. Ob da ein Filmstar dabei ist? Brad Pitt vielleicht? Oder vielleicht werden wir selbst noch zu Stars? Die russische Sauna jedenfalls wurde noch mit Feuer erhitzt. Eine Frau war fuer das Holznachlegen zustaendig. Sie hatte die Sauna auch schon zwei Stunden vorher fuer uns eingeheizt. Die Hitze war gigantisch! Der Schweiss tropfte nur so von uns. Einfach herrlich entspannend! Als wir gerade draussen lagen, um uns abzukuehlen, ging die Tuer auf. Ein gut aussehender Mann trat ein, in der Hand eine grosse Schuessel. Was ist denn da drin? Das riecht aber lecker. Hmm... das ist ja Hefeteig!
Wir konnten nicht anders, wir mussten naschen. Aber der Mann spannte Frischhaltefolie darueber - wie schade - und stellte die Schuessel zu uns in die Banja. Da konnte der Hefeteig ja gut aufgehen!
Nach dem Abendessen wollten wir dann eigentlich schreiben. Eigentlich! Aber da sassen diese vier jungen Deutschen, die den Hefeteig gemacht hatten. Dieser wurde nun von den beiden Jungen zubereitet. Es gab Panfritas, ein chilenisches Nationalgericht.
Das wurden so viele, dass wir alle mitessen durften. Einfach mit Kaese oder auch mit Nutella. Hm, lecker! Von den Deutschen erfuhren wir dann auch mehr ueber das Filmteam: Die waren vom ZDF! Man hatte in Deutschland zwei Familien gesucht, die man fuer vier Monate mitten in Sibirien aussetzt. Sie sollen sich dort im sibirischen Winter alleine zurecht finden, ohne Russischkenntnisse. Das ist ein Witz! Nach Khuzir kommen so viele Touristen, vor allem Deutsche - auch im Winter. Und ausserdem ist beim Filmteam ein Pole dabei, der perfekt russisch und deutsch kann. Ist doch alles nur getuerkt! Und das beim ZDF? Bei RTL2 waeren wir ja nicht ueberrascht gewesen...
Den Rest des Abends verbrachten Al, Ramona und ich in unserer Huette - mit Wodka am brennenden Ofen (inzwischen hatten wir herausgefunden, wie man das Holz zum Brennen bringt).
Samstag, September 06, 2003
Khuzir
Heute stand ein grosser Ausflug in den Norden der Insel auf dem Plan. Rauf mit einem Boot und runter mit dem Bus. Al und die zwei Norweger wollten auch mit. Da es nur ein ganz kleines Motorboetchen war, wurden wir aufgeteilt. Nicole, Al und ich gingen zuerst ins Boot und Laila und Frode starteten die Tour im Bus. An der Nordspitze wuerden wir dann tauschen. Gesagt und Stunden spaeter getan.
Um 11.30 Uhr ging's los. Es war ganz schoen windig und frisch auf dem Boot, aber wir waren vorbereitet und hatten uns gut eingepackt. Wir fuhren entlang der Kueste, es war traumhaft! Weisse Sandstraende, Waelder und hohe Klippen. An einer Felsengruppe, die Drei Brueder, machten wir eine Zwischenpause zum Klettern. Die Felsen waren wohl an die 200m hoch. Klasse
Aussicht! Weiter ging es um die Spitze der Insel die man hier auch "Nordkapp" nennt, wie in Norwegen. Hier fliessen die zwei "Meere" des Baikalsees zusammen, der kleine Baikalsee und der grosse Baikalsee. Vom Nordkapp aus noch ein paar Kilometer auf den See hinaus, lag der tiefste Punkt des Baikalses: 1637m tief. Der tiefste See der Welt! Das Wasser war so klar, man konnte bestimmt 15-20m tief sehen. Nachdem wir das Kapp umrundet hatten, wurde der See viel rauher. Tatsaechlich wie zwei verschiedene Meere. Wir kamen zum naechsten Dorf Uzury wo wir das Boot verliessen und uns mit den anderen trafen um die Gefaehrte zu tauschen.
Es dauerte noch ueber eine Stunde bis der Bus da war. Es waren noch 5 deutsche Maedels und ein Junge dabei. Die wollten von hier mit dem Rucksack zuruecklaufen, auf einer 4 Tagestour. Dummerweise hatten sie sich nichts zu essen mitgenommen, weil sie dachten es wuerde in diesem Ort noch einen Supermarkt geben. Zu dumm! Dabei hielt der Bus auf der Herfahrt noch an einem Laden. Nun standen sie da und fragten uns nach Keksen und Bonbons. Herrjeh, die muesen echt noch viel lernen!
Es gab mal wieder Fischsuppe zum Lunch. Was auch sonst? Als wir uns wieder auf den Weg machen wollten, gaben die Tourguides den 6 noch den Rest der Suppe und Brot. Da stellte sich heraus, dass sie nichtmal eine Landkarte von der Insel dabei hatten! Wie wollen die denn die 70km nach Khuzir zurueck finden?! Nichtmal Wasser hatten sie dabei. Ganz schoen naiv! Wenn das man gut geht!
Wir tauschten nun die Plaetze mit Laila und Frode. Die zwei gingen ins Boot und wir in den Bus. Es ging durch ein Tal zurueck dann durch einen Wald, runter zum Strand Ulan-Hushin Bay, wo frueher mal ein Konzentrationslager gewesen war. Es sah aus wie eine Wueste. Der Weg hier hin war eine Katastrophe! Es war keine Strasse mehr auf der wir fuhren, sondern nur noch Risse in der Erde. Viel schlimmer als in der Mitte der Insel. Der Fahrer machte es auch kein Stueck angenehmer. Er raste wie ein Rennfahrer. Zurueck in Khuzir fuhren wir noch an einem Supermarkt vorbei um fuer den Vodka und Rotwein Nachschub zu sorgen.
Nach dem Abendessen kam eine Massagefrau und bot ihre Dienste an. Healing massage. Oh ja! Das tat gut! Und kostete fast nichts. Nur 4 Euro fuer 20 Minuten. Und hier kam uns zum ersten mal in den Sinn, dass wir gar kein Geld mehr gewechselt hatten bevor wir auf die Insel sind. Reichte das bischen, das wir noch hatten ueberhaupt aus, um alles zu zahlen? Kreditkarte war hier unbrauchbar und eine Bank, geschweige denn einen Automaten gab es hier nicht. Ach, was solls! Da machen wir uns Gedanken drum, wenn es soweit ist.
Puenktlich zum Lagerfeuer kamen Frode und Laila. Sie hatten auch noch eine Flasche Rotwein dabei. Dann kann die Party ja losgehen. Vier Flaschen Rotwein und eine Flasche Wodka! Das Lagerfeuer machten wir uns heute selber an.
Um 11.30 Uhr ging's los. Es war ganz schoen windig und frisch auf dem Boot, aber wir waren vorbereitet und hatten uns gut eingepackt. Wir fuhren entlang der Kueste, es war traumhaft! Weisse Sandstraende, Waelder und hohe Klippen. An einer Felsengruppe, die Drei Brueder, machten wir eine Zwischenpause zum Klettern. Die Felsen waren wohl an die 200m hoch. Klasse
Aussicht! Weiter ging es um die Spitze der Insel die man hier auch "Nordkapp" nennt, wie in Norwegen. Hier fliessen die zwei "Meere" des Baikalsees zusammen, der kleine Baikalsee und der grosse Baikalsee. Vom Nordkapp aus noch ein paar Kilometer auf den See hinaus, lag der tiefste Punkt des Baikalses: 1637m tief. Der tiefste See der Welt! Das Wasser war so klar, man konnte bestimmt 15-20m tief sehen. Nachdem wir das Kapp umrundet hatten, wurde der See viel rauher. Tatsaechlich wie zwei verschiedene Meere. Wir kamen zum naechsten Dorf Uzury wo wir das Boot verliessen und uns mit den anderen trafen um die Gefaehrte zu tauschen.
Es dauerte noch ueber eine Stunde bis der Bus da war. Es waren noch 5 deutsche Maedels und ein Junge dabei. Die wollten von hier mit dem Rucksack zuruecklaufen, auf einer 4 Tagestour. Dummerweise hatten sie sich nichts zu essen mitgenommen, weil sie dachten es wuerde in diesem Ort noch einen Supermarkt geben. Zu dumm! Dabei hielt der Bus auf der Herfahrt noch an einem Laden. Nun standen sie da und fragten uns nach Keksen und Bonbons. Herrjeh, die muesen echt noch viel lernen!
Es gab mal wieder Fischsuppe zum Lunch. Was auch sonst? Als wir uns wieder auf den Weg machen wollten, gaben die Tourguides den 6 noch den Rest der Suppe und Brot. Da stellte sich heraus, dass sie nichtmal eine Landkarte von der Insel dabei hatten! Wie wollen die denn die 70km nach Khuzir zurueck finden?! Nichtmal Wasser hatten sie dabei. Ganz schoen naiv! Wenn das man gut geht!
Wir tauschten nun die Plaetze mit Laila und Frode. Die zwei gingen ins Boot und wir in den Bus. Es ging durch ein Tal zurueck dann durch einen Wald, runter zum Strand Ulan-Hushin Bay, wo frueher mal ein Konzentrationslager gewesen war. Es sah aus wie eine Wueste. Der Weg hier hin war eine Katastrophe! Es war keine Strasse mehr auf der wir fuhren, sondern nur noch Risse in der Erde. Viel schlimmer als in der Mitte der Insel. Der Fahrer machte es auch kein Stueck angenehmer. Er raste wie ein Rennfahrer. Zurueck in Khuzir fuhren wir noch an einem Supermarkt vorbei um fuer den Vodka und Rotwein Nachschub zu sorgen.
Nach dem Abendessen kam eine Massagefrau und bot ihre Dienste an. Healing massage. Oh ja! Das tat gut! Und kostete fast nichts. Nur 4 Euro fuer 20 Minuten. Und hier kam uns zum ersten mal in den Sinn, dass wir gar kein Geld mehr gewechselt hatten bevor wir auf die Insel sind. Reichte das bischen, das wir noch hatten ueberhaupt aus, um alles zu zahlen? Kreditkarte war hier unbrauchbar und eine Bank, geschweige denn einen Automaten gab es hier nicht. Ach, was solls! Da machen wir uns Gedanken drum, wenn es soweit ist.
Puenktlich zum Lagerfeuer kamen Frode und Laila. Sie hatten auch noch eine Flasche Rotwein dabei. Dann kann die Party ja losgehen. Vier Flaschen Rotwein und eine Flasche Wodka! Das Lagerfeuer machten wir uns heute selber an.
Freitag, September 05, 2003
Khuzir
Um 10 Uhr war Versammlung in der Kantine wo Nikita erklaeren wuerde, welche Ausfluege zum Angebot standen. Doch obwohl saemtliche Touris in der Kantine sassen und warteten, schien es irgendwie nicht voran zu gehen. Um 11 Uhr passierte immer noch nichts. Ist das die uns bekannte russische Puenktlichkeit? Endlich um 11.30 Uhr kam ein Bus. Zusammen mit 4 Russen und einem norwegischem Paerchen stiegen wir ein. Die Fahrt ging in die naehere Umgebung der Stadt. Ueber Berge, Waelder und Steppe mit Erdhoernchen. Eigentlich sollten wir einen Englisch sprechenden Fuehrer haben, aber den gab es nicht. 2 von den Russen konnten gluecklicherweise etwas Englisch und uebersetzten uns was der Tourguide erzaehlte.
Zum Mittag gab es Fischsuppe. Mit ganzen Fischen! Dazu gab es Tee fuer uns und die Russen zueckten eine Flasche Wodka. Sie erklaerten uns alles ueber die Tradition, dass man erst ein paar Spritzer Wodka mit den Fingern auf die Tischdecke spritzte bevor man trank. Doch auf die Idee, uns etwas abzugeben, kamen sie nicht. Das werden wir uns merken!
Nach dem Abendessen ging Nicole und Al los und besorgten etwas zu trinken. Sie kamen mit Rotwein und Wodka zurueck. Wir leerten den Wein auf der Terrasse und dann entdeckte Al das Lagerfeuer, dass normalerweise jeden Abend ab 22 Uhr brennen sollte. Wir waren die einzigen am Feuer, doch nicht fuer lange. 2 von den Russen, die mit uns auf der Tour waren, gesellten sich zu uns. Vorbei war es mit der Ruhe. Helena und Marc redeten in einer Tour. Und auf einmal glaubten wir unseren Ohren nicht zu trauen. Al bot ihnen von unserem Wodka an! Wie konnte er nur? Und "die" haben heute Mittag ihren Vodka lieber durch die Gegend gespritzt als uns etwas davon abzugeben! Der Hoehepunkt kam dann, als Al uns bat unsere Becher zu holen, damit er ihnen den Wodka einschenken konnte. Unsere guten Alubecher! Aber was blieb uns uebrig? Schliesslich hatte Al den Vodka bezahlt. Und dann waren die Russen noch so dreist, nach mehr zu fragen. Die werden uns ja wohl nun nicht die ganze Flasche austrinken! Nachdem sie uns verliessen, kehrte wieder Ruhe ein.
Der Himmel war ein einziges Sternenmeer. Sogar den Mars und die Milchstrasse konnte man sehen.
Zum Mittag gab es Fischsuppe. Mit ganzen Fischen! Dazu gab es Tee fuer uns und die Russen zueckten eine Flasche Wodka. Sie erklaerten uns alles ueber die Tradition, dass man erst ein paar Spritzer Wodka mit den Fingern auf die Tischdecke spritzte bevor man trank. Doch auf die Idee, uns etwas abzugeben, kamen sie nicht. Das werden wir uns merken!
Nach dem Abendessen ging Nicole und Al los und besorgten etwas zu trinken. Sie kamen mit Rotwein und Wodka zurueck. Wir leerten den Wein auf der Terrasse und dann entdeckte Al das Lagerfeuer, dass normalerweise jeden Abend ab 22 Uhr brennen sollte. Wir waren die einzigen am Feuer, doch nicht fuer lange. 2 von den Russen, die mit uns auf der Tour waren, gesellten sich zu uns. Vorbei war es mit der Ruhe. Helena und Marc redeten in einer Tour. Und auf einmal glaubten wir unseren Ohren nicht zu trauen. Al bot ihnen von unserem Wodka an! Wie konnte er nur? Und "die" haben heute Mittag ihren Vodka lieber durch die Gegend gespritzt als uns etwas davon abzugeben! Der Hoehepunkt kam dann, als Al uns bat unsere Becher zu holen, damit er ihnen den Wodka einschenken konnte. Unsere guten Alubecher! Aber was blieb uns uebrig? Schliesslich hatte Al den Vodka bezahlt. Und dann waren die Russen noch so dreist, nach mehr zu fragen. Die werden uns ja wohl nun nicht die ganze Flasche austrinken! Nachdem sie uns verliessen, kehrte wieder Ruhe ein.
Der Himmel war ein einziges Sternenmeer. Sogar den Mars und die Milchstrasse konnte man sehen.
Donnerstag, September 04, 2003
Irkutsk - Olchon (Lake Baikal)
Es war gegen 5Uhr als ich (Nicole) wegen meinem Bauch aufwachte. Ich musste aufs Klo und das schnell! Doch der Zug hielt gerade in einem Bahnhof, was hiess, die Toiletten sind geschlossen. Fuer wie lange bloss?! Ich zog schon mal mein Zeug an damit ich bereit war wenn der Zug wieder losfuhr. Mir kam jede Minute vor wie Stunden. Es dauerte 20 Min. bis der Zug sich endlich wieder in Bewegung setzte. Gluecklicherweise wurde die Toilette diesmal direkt nach Abfahrt wieder geoeffnet. Ich hatte solche Schmerzen, aber es tat gut den ganzen Scheiss raus zu lassen. Nur liess man mich nicht lang in Ruhe. Jemand klopfte schon zum 2. mal an die Tuer. Ich machte das Klo frei und hoffte nur, dass die Person sein Geschaeft schnell erledigen wuerde. Es ging sehr flott, doch als ich wieder auf dem Trohn sass, wurde alles noch viel schlimmer. Ich bekam einen Schweissausbruch und konnte sehen wie ich meine Farbe wechselte. Ich hatte nicht mal mehr die Kraft, mich ueber der Toilettenschuessel gebeugt zu halten. Ich musste mich setzen, egal wie ekelhaft es war. Ich hatte keine Wahl. Dann klopfte es wieder. Noch nicht, bitte! Ich versuchte meine Hose hochzuziehen, es klappte beinahe nicht. Dann klopfte es wieder. Jetzt musste ich mich zusammenreissen. Ich kam raus und setzte mich in den Gang. Als die Frau aus der Toilette kam, sah sie das etwas nicht mit mir stimmte und bot ihre Hilfe an. Meine Finger verkrampften sich und ich konnte beide Unterarme nicht mehr bewegen. Die Frau massierte mir die Haende und brachte mir dann schwarzen Tee mit viel Zucker, aber ich konnte nicht mal die Tasse halten. Sie fuetterte mich. Schon nach dem ersten Schluck merkte ich wie mein Bauch langsam besser wurde und nach einiger Zeit liessen die Kraempfe nach. Man wollte mir einen Doktor rufen. Einen Doktor?? Oh nein, doch nicht jetzt schon, nach nur 2 Monaten Weltreise!! Mir ging es doch auch schon wieder besser. Die Tabletten, die man mir brachte, liess ich in der Hosentasche verschwinden. Wer weiss, was das fuer Zeug gewesen waere? Ich trank noch einen Tee und legte mich wieder in die Kabine. Ramona hatte von all dem nichts mitbekommen. Das war auch gut so. Ich wollte sie nicht wecken, sie haette sich nur Sorgen gemacht. Und so hat wenigstens einer von uns geschlafen.
Um 9.35 Uhr erreichten wir Irkutsk. Unsere Sorgen, dass uns hier neimand erwarten wuerde, waren umsonst. Eine deutsch sprechende russische Kollegin von Frau Knop empfing uns und haendigte uns die Bustickets und Zugfahrkarten bis Wladiwostok aus. Sie gab uns noch einige Erklaerungen mit auf den Weg und wies uns einem Mann zu, der uns mit dem Auto nach Olchon chauffieren sollte. Und schon waren wir wieder unterwegs.
Nicole hatte sich auf dem Ruecksitz lang gemacht und versuchte ihren Bauch unter Kontrolle zu kriegen. Das Auto war heftig alt und ziemlich klein. Alexander stopfte die beiden Rucksaecke in den winzigen Kofferraum. Wehe, nachher ist was kaputt! Es war ein hoellen Verkehr in der Stadt und die Strassen und Haeuser sahen nicht sehr einladend aus. Alles dreckig, grau und trostlos. Ob Irkutsk ueberhaupt eine Sightseeingtour wert sein wuerde? Wir hatten eine Strecke von 320 km vor uns. Die Strassen waren sehr schlecht und somit war an Schlaf nicht zu denken. Je weiter wir nach Norden kamen, desto weiter entfernt lagen die Doerfer. Diese bestanden nur aus Holzhuetten, teiweise extrem runtergekommen. Steinhaeuser schien es nur in den Grossstaedten zu geben. Der automatische Fensteroeffner war wohl kaputt, denn die Fenster standen die ganze Zeit offen und die Heizung bliess aus vollen Rohren. Aber nur auf die Fuese. Dass die Schuhe nicht geschmolzen waren, war alles. Um 14 Uhr erreichten wir den Faehranlegeplatz. Wir waren doch
ziemlich schnell vorran gekommen und das mit der Karre! Von hier fuhr nur eine Faehre nach Olchon, die groesste Insel im Baikalsee. Somit mussten wir noch 45 Min. warten bis wir uebersetzen konnten. Das witzige war, dass die Autos alle rueckwaerts von der Faehre fahren mussten. Welch ein Drama! Ob die Leute hier ueberhaupt einen Fuehrerschein besassen? Die Fahrt ging weiter. Nur diesmal war es fast eine Hetzjagd auf noch schlechteren Strassen. Wir bretterten mit 110 km/h ueber riesige Schlagloecher. Ob wir das wohl ueberleben? Der Fahrer wollte die naechste Faehre zurueck ans Festland schaffen. Und die war in einer Stunde.
Er brachte uns zu Nikita in Khuzir, die groesste Stadt auf Olchon, ca. 1500 Einwohner. Nikita, ein frueherer Europameister im Tischtennis, hatte sich hier ein kleines Feriendorf aufgebaut, das nicht nur auf der Insel bekannt war. Ursprunglich wollten wir ja zelten, aber der Ofen in der Huette war doch zu verlockend. Wir hatten sogar ein privates Klo hinter der Huette. Es lebte! Unser Badezimmer, ebenfalls draussen, war ein Eimer kaltes Wasser mit Schuessel daneben. Im Huettenpreis waren 3 Mahlzeiten inbegriffen. Obwohl es schon nach 17Uhr war, servierte man uns noch das Mittagessen.
Nach dem Abendessen, das wir nur 2Std. spaeter erhielten, wollten wir mit Al, einem Englaender den wir kennengelernt hatten, in die Dorfkneipe gehen, um noch ein paar Reisende zu treffen, die Al schon kannte. Wir gingen noch kurz zu unserer Huette, doch was war das? Wie schoen, Feuerholz fuer unseren Ofen. Wir wollten es gerade ins Trockene legen, als die Holzfrau uns zu Hilfe kam. Doch sie legte das Holz gleich in den Ofen und zuendete es an. All unsere Versuche sie davon abzuhalten scheiterten. Hoffentlich brennt es noch wenn wir zurueck kommen.
Die Dorfkneipe war leider geschlossen. Also kauften wir uns den Alk im Supermarkt und stellten uns auf die Strasse. Um 0.30Uhr kamen wir zurueck zur Huette. Der Ofen war leider aus. Wir gaben unser Bestes ihn wieder anzubekommen, vergeblich.
Um 9.35 Uhr erreichten wir Irkutsk. Unsere Sorgen, dass uns hier neimand erwarten wuerde, waren umsonst. Eine deutsch sprechende russische Kollegin von Frau Knop empfing uns und haendigte uns die Bustickets und Zugfahrkarten bis Wladiwostok aus. Sie gab uns noch einige Erklaerungen mit auf den Weg und wies uns einem Mann zu, der uns mit dem Auto nach Olchon chauffieren sollte. Und schon waren wir wieder unterwegs.
Nicole hatte sich auf dem Ruecksitz lang gemacht und versuchte ihren Bauch unter Kontrolle zu kriegen. Das Auto war heftig alt und ziemlich klein. Alexander stopfte die beiden Rucksaecke in den winzigen Kofferraum. Wehe, nachher ist was kaputt! Es war ein hoellen Verkehr in der Stadt und die Strassen und Haeuser sahen nicht sehr einladend aus. Alles dreckig, grau und trostlos. Ob Irkutsk ueberhaupt eine Sightseeingtour wert sein wuerde? Wir hatten eine Strecke von 320 km vor uns. Die Strassen waren sehr schlecht und somit war an Schlaf nicht zu denken. Je weiter wir nach Norden kamen, desto weiter entfernt lagen die Doerfer. Diese bestanden nur aus Holzhuetten, teiweise extrem runtergekommen. Steinhaeuser schien es nur in den Grossstaedten zu geben. Der automatische Fensteroeffner war wohl kaputt, denn die Fenster standen die ganze Zeit offen und die Heizung bliess aus vollen Rohren. Aber nur auf die Fuese. Dass die Schuhe nicht geschmolzen waren, war alles. Um 14 Uhr erreichten wir den Faehranlegeplatz. Wir waren doch
ziemlich schnell vorran gekommen und das mit der Karre! Von hier fuhr nur eine Faehre nach Olchon, die groesste Insel im Baikalsee. Somit mussten wir noch 45 Min. warten bis wir uebersetzen konnten. Das witzige war, dass die Autos alle rueckwaerts von der Faehre fahren mussten. Welch ein Drama! Ob die Leute hier ueberhaupt einen Fuehrerschein besassen? Die Fahrt ging weiter. Nur diesmal war es fast eine Hetzjagd auf noch schlechteren Strassen. Wir bretterten mit 110 km/h ueber riesige Schlagloecher. Ob wir das wohl ueberleben? Der Fahrer wollte die naechste Faehre zurueck ans Festland schaffen. Und die war in einer Stunde.
Er brachte uns zu Nikita in Khuzir, die groesste Stadt auf Olchon, ca. 1500 Einwohner. Nikita, ein frueherer Europameister im Tischtennis, hatte sich hier ein kleines Feriendorf aufgebaut, das nicht nur auf der Insel bekannt war. Ursprunglich wollten wir ja zelten, aber der Ofen in der Huette war doch zu verlockend. Wir hatten sogar ein privates Klo hinter der Huette. Es lebte! Unser Badezimmer, ebenfalls draussen, war ein Eimer kaltes Wasser mit Schuessel daneben. Im Huettenpreis waren 3 Mahlzeiten inbegriffen. Obwohl es schon nach 17Uhr war, servierte man uns noch das Mittagessen.
Nach dem Abendessen, das wir nur 2Std. spaeter erhielten, wollten wir mit Al, einem Englaender den wir kennengelernt hatten, in die Dorfkneipe gehen, um noch ein paar Reisende zu treffen, die Al schon kannte. Wir gingen noch kurz zu unserer Huette, doch was war das? Wie schoen, Feuerholz fuer unseren Ofen. Wir wollten es gerade ins Trockene legen, als die Holzfrau uns zu Hilfe kam. Doch sie legte das Holz gleich in den Ofen und zuendete es an. All unsere Versuche sie davon abzuhalten scheiterten. Hoffentlich brennt es noch wenn wir zurueck kommen.
Die Dorfkneipe war leider geschlossen. Also kauften wir uns den Alk im Supermarkt und stellten uns auf die Strasse. Um 0.30Uhr kamen wir zurueck zur Huette. Der Ofen war leider aus. Wir gaben unser Bestes ihn wieder anzubekommen, vergeblich.
Mittwoch, September 03, 2003
Birjusa - Irkutsk
Heute stand die Taigawanderung auf dem Programm. Um 12.15 Uhr ging es los. Den Proviant fuers Mittagessen schleppten Alexej und Tanja. Ueber die Bruecke am Ortsausgang und dann quer durch den Wald. Teilweise war es ganz schoen sumpfig und man musste aufpassen, dass man nicht stolperte. Einen Weg gab es in diesem Abschnitt nicht, wir folgten einfach Tanja und Alexej. Hoffentlich wissen sie auch, wo sie hingehen. Kaum waren wir aus dem Irrwald raus, attackierten uns die Muecken. Tanja gab uns eine Creme zum einreiben, doch die wirkte auch nur so lange bis man schwitzte. Tja, Sonne und Fleecejacke, da war klar wie lange das dauert.
Als wir zum Fluss Birjusa kamen sahen wir eine Tuete im Fluss schwimmen. Sie hatte sich in einem Baum verfangen. Was das wohl ist? Eine Tuete voll Geld? Ein Totenkopf? Oder doch nur Muell? Alexej versuchte ueber den Baum zur Tuete zu balancieren, doch gab schnell wieder auf. Er hatte Angst reinzufallen. Na klar, es musste mal wieder die Frau ran. Tanja zog Schuhe und Struempfe aus und kletterte auf den Baum. Flink arbeitete sie sich bis zur Tuete vor. Diese sass ganz schoen hartnaeckig fest. Tanja bekam sie los, doch liess sie gleich wieder treiben. Sie hatte gesehen was drin war. Tatsaechlich ein Totenkopf? Das nicht, aber viel schoener war der Anblick auch nicht. Es schien doch tatsaechlich jemand eine Welpe ertraenkt zu haben.
Nach diesem aufregenden Zwischenspiel liefen wir noch ein Stueck weiter bis Alexej und Tanja uns einen Platz fuers Picknick ausgesucht hatten. Im Nu hatte Tanja etwas Reisig und Holz gesucht und Feuer gemacht. Es gab Schaschlikspiesse. Nach dieser Staerkung machten wir uns auf den Rueckweg. Obwohl es hier viele wilde Tiere geben soll, haben wir ausser Muecken und Froesche nichts gesehen. Ach doch! Ein kleines Streifenhoernchen!
Um 22.45Uhr brachte uns die ganze Familie, Tanja, Alexej und Sohn Denis zum Bahnhof. Es hiess Abschied nehmen. Die 2 Tage in Birjusa waren wirklich interessant. Wir erhielten einen tiefen Einblick ins sibirische Leben und druften selbstgezogenes und selbstgemachtes sibirisches Essen kennenlernen. Wir lernten sogar noch etwas russisch von alexej. Koennten wir doch nur schon so gut russisch wie er deutsch. Er hat es sich alles selbst beigebracht. Vielen Dank an die ganze Familie.
Im Zug nach Irkutsk teilten wir unser Abteil mit einem russischen Paar. Das ganze Abteil stank nach dem Aftershave des Mannes. Die Schaffnerin kam und holte die Tickets ab. Und diesmal mussten wir nichts fuer die Bettwaesche bezahlen. Warum denn das? Na, es war doch im Zugticket inbegriffen, erklaerte sie uns. Und warum hatten wir das letzte mal 41 Rubel bezahlt?! Haetten wir mal besser das Kleingedruckte gelesen!
Jetzt gehen wir aber mal in den Speisewagen. Ob wir ihn dieses Mal finden? Wir gingen doch gerade noch dran vorbei als wir einstiegen. Wir gingen los. 1 Abteil, 2,3... Dann war wieder Ende. Das gibt es doch nicht. Aber die Schaffnerin klaerte uns auf. Wir waren ja so bloed! Zum Speisewagen ging es in die andere Richtung. War das etwa auch der Grund warum wir beim letzten mal auch schon keinen gefunden hatten?! Nachdem wir endlich das Restaurant gefunden hatten, war es geschlossen. Doch Nicole durfte sich trotzdem noch eine Cola kaufen.
Als wir zum Fluss Birjusa kamen sahen wir eine Tuete im Fluss schwimmen. Sie hatte sich in einem Baum verfangen. Was das wohl ist? Eine Tuete voll Geld? Ein Totenkopf? Oder doch nur Muell? Alexej versuchte ueber den Baum zur Tuete zu balancieren, doch gab schnell wieder auf. Er hatte Angst reinzufallen. Na klar, es musste mal wieder die Frau ran. Tanja zog Schuhe und Struempfe aus und kletterte auf den Baum. Flink arbeitete sie sich bis zur Tuete vor. Diese sass ganz schoen hartnaeckig fest. Tanja bekam sie los, doch liess sie gleich wieder treiben. Sie hatte gesehen was drin war. Tatsaechlich ein Totenkopf? Das nicht, aber viel schoener war der Anblick auch nicht. Es schien doch tatsaechlich jemand eine Welpe ertraenkt zu haben.
Nach diesem aufregenden Zwischenspiel liefen wir noch ein Stueck weiter bis Alexej und Tanja uns einen Platz fuers Picknick ausgesucht hatten. Im Nu hatte Tanja etwas Reisig und Holz gesucht und Feuer gemacht. Es gab Schaschlikspiesse. Nach dieser Staerkung machten wir uns auf den Rueckweg. Obwohl es hier viele wilde Tiere geben soll, haben wir ausser Muecken und Froesche nichts gesehen. Ach doch! Ein kleines Streifenhoernchen!
Um 22.45Uhr brachte uns die ganze Familie, Tanja, Alexej und Sohn Denis zum Bahnhof. Es hiess Abschied nehmen. Die 2 Tage in Birjusa waren wirklich interessant. Wir erhielten einen tiefen Einblick ins sibirische Leben und druften selbstgezogenes und selbstgemachtes sibirisches Essen kennenlernen. Wir lernten sogar noch etwas russisch von alexej. Koennten wir doch nur schon so gut russisch wie er deutsch. Er hat es sich alles selbst beigebracht. Vielen Dank an die ganze Familie.
Im Zug nach Irkutsk teilten wir unser Abteil mit einem russischen Paar. Das ganze Abteil stank nach dem Aftershave des Mannes. Die Schaffnerin kam und holte die Tickets ab. Und diesmal mussten wir nichts fuer die Bettwaesche bezahlen. Warum denn das? Na, es war doch im Zugticket inbegriffen, erklaerte sie uns. Und warum hatten wir das letzte mal 41 Rubel bezahlt?! Haetten wir mal besser das Kleingedruckte gelesen!
Jetzt gehen wir aber mal in den Speisewagen. Ob wir ihn dieses Mal finden? Wir gingen doch gerade noch dran vorbei als wir einstiegen. Wir gingen los. 1 Abteil, 2,3... Dann war wieder Ende. Das gibt es doch nicht. Aber die Schaffnerin klaerte uns auf. Wir waren ja so bloed! Zum Speisewagen ging es in die andere Richtung. War das etwa auch der Grund warum wir beim letzten mal auch schon keinen gefunden hatten?! Nachdem wir endlich das Restaurant gefunden hatten, war es geschlossen. Doch Nicole durfte sich trotzdem noch eine Cola kaufen.
Dienstag, September 02, 2003
Birjusa
Eigentlich war das Fruehstueck fuer 9 Uhr angesagt. Aber wir hatten Glueck, Alexej rief uns erst um 10.15 Uhr. So konnten wir etwas laenger im Bett liegen. Wir dachten, Alexej und Tanja wuerden uns erzaehlen was wir in Birjusa sehen und machen koennten. Doch Tanja gab uns nur ein Reisetagebuch von einem Deutschen geschrieben. Also verbrachten wir den Nachmittag damit, dieses zu lesen. Es war interessant und lustig zu lesen, dass es ihm oft genauso ging wie uns. (--> Wasserhahn in Transsib).
Zwischendurch machten wir mal einen kleinen Spaziergang durchs dorf. Die Haeuser sind alle aus Holz und jedes hatte einen grossen Garten in dem sie Gemuese und Obst anpflanzten. Kohlkoepfe so gross wie ein Medizinball! Blumen in allen Farben. Auf der Strasse liefen Kuehe rum, Ziegen, Huehner, Katzen, Hunde, ... Eigentlich war Birjusa ein grosser Bauernhof. Es war beeindruckend zu sehen wie einfach die menschen hier lebten und dabei gluecklich sind.
Zwischendurch machten wir mal einen kleinen Spaziergang durchs dorf. Die Haeuser sind alle aus Holz und jedes hatte einen grossen Garten in dem sie Gemuese und Obst anpflanzten. Kohlkoepfe so gross wie ein Medizinball! Blumen in allen Farben. Auf der Strasse liefen Kuehe rum, Ziegen, Huehner, Katzen, Hunde, ... Eigentlich war Birjusa ein grosser Bauernhof. Es war beeindruckend zu sehen wie einfach die menschen hier lebten und dabei gluecklich sind.
Montag, September 01, 2003
Transsib - Birjusa
Diese Nacht war etwas besser. Der Koerper schien sich langsam an das Zugfahren zu gewoehnen. Oder kam es von den Sportuebungen gestern?
Es wurde Zeit, die Sache mit den Tickets in Ordnung zu bringen. Wir schauten schnell noch ein paar russische Woerter nach und gingen dann mit dem Buch zur Schaffnerin. Es klappte einfacher als erwartet. Ein bisschen deutsch, ein bisschen russisch und schon hatten wir unsere Tickets wieder. Wir sind Genies!
Um 22.20 Uhr rollten wir in Taischet ein. Es regnete. Alexej, der uns abholte, begruesste uns auf deutsch. Die naechsten 2 Tage werden wir bei ihm und seiner Frau Tanja verbringen. In einem kleinen typisch sibirischen Dorf, namens Birjusa. Kein Tourist weit und breit.
Nach dem Abendessen gings in die russische Sauna. Was ist denn das? Ein Badezimmer! Ein riesiger Kessel Wasser durch Feuer erhitzt und eine Tonne mit kaltem Wasser. 3 grosse Schuesseln und eine kleine. In die grosse Schuessel kommt zuerst das heisse Wasser, dann schoepft man mit der kleinen Schuessel kaltes Wasser aus der Tonne und gibt es dazu. Und dann waschen. Und die Haare? Die auch. Es gab hier keine Dusche und kein Waschbecken, geschweige denn fliessend Wasser oder Toilette. Letzteres befand sich am Ende des Gartens. Ein kleiner Schuppen mit Holzboden. Ein 25cm grosses Loch. Hier musste alles durch.
Wir sassen noch lange wach in unserem Zimmer. Um 5 Uhr machten wir das Licht aus, aber muede waren wir noch immer nicht. Um 6Uhr kraete der Hahn. Der eine stoehnte mehr als der andere. Dann mussten wir nur noch lachen. Ich (Ramona) sagte: "Da liegen wir hier und starren an die Decke!" Und Nicole zurueck: "Ich nicht! Ich hab meine Augen schon zu fuer den Fall, dass ich einschlafe." OK, ein Teil von Nicole schien wohl schon zu schlafen. War es das Hirn?!
Es wurde Zeit, die Sache mit den Tickets in Ordnung zu bringen. Wir schauten schnell noch ein paar russische Woerter nach und gingen dann mit dem Buch zur Schaffnerin. Es klappte einfacher als erwartet. Ein bisschen deutsch, ein bisschen russisch und schon hatten wir unsere Tickets wieder. Wir sind Genies!
Um 22.20 Uhr rollten wir in Taischet ein. Es regnete. Alexej, der uns abholte, begruesste uns auf deutsch. Die naechsten 2 Tage werden wir bei ihm und seiner Frau Tanja verbringen. In einem kleinen typisch sibirischen Dorf, namens Birjusa. Kein Tourist weit und breit.
Nach dem Abendessen gings in die russische Sauna. Was ist denn das? Ein Badezimmer! Ein riesiger Kessel Wasser durch Feuer erhitzt und eine Tonne mit kaltem Wasser. 3 grosse Schuesseln und eine kleine. In die grosse Schuessel kommt zuerst das heisse Wasser, dann schoepft man mit der kleinen Schuessel kaltes Wasser aus der Tonne und gibt es dazu. Und dann waschen. Und die Haare? Die auch. Es gab hier keine Dusche und kein Waschbecken, geschweige denn fliessend Wasser oder Toilette. Letzteres befand sich am Ende des Gartens. Ein kleiner Schuppen mit Holzboden. Ein 25cm grosses Loch. Hier musste alles durch.
Wir sassen noch lange wach in unserem Zimmer. Um 5 Uhr machten wir das Licht aus, aber muede waren wir noch immer nicht. Um 6Uhr kraete der Hahn. Der eine stoehnte mehr als der andere. Dann mussten wir nur noch lachen. Ich (Ramona) sagte: "Da liegen wir hier und starren an die Decke!" Und Nicole zurueck: "Ich nicht! Ich hab meine Augen schon zu fuer den Fall, dass ich einschlafe." OK, ein Teil von Nicole schien wohl schon zu schlafen. War es das Hirn?!
Sonntag, August 31, 2003
Transsib
Die 2. Nacht war nicht besser als die erste. Uns tat alles weh. Wir machten sogar ein paar Sportuebungen fuer den Ruecken, in der Hoffnung, dass es uns naechste Nacht besser gehen wuerde.
An einem der Bahnhoefe kauften wir uns 1kg Tomaten fuer 20 Rubel (0.80 Euro). Salz, Pfeffer, Zwiebeln, Knoblauch und Oel dazu und fertig war unser Tomatensalat. Koestlich!
Unseren Abendspaziergang machten wir zum Speisewagen. Wir wollten mal was anderes sehen als unser Abteil. Etwas trinken und andere Leute treffen. Es sollte nicht weit von unserer Kabine sein. Nur 2 oder 3 Wagons weiter. Nach dem 7. war dann die Tuer verriegelt. Und wo war der Speisewagen?? Oder gab es garkeinen? Entaeuscht sind wir wieder zurueck auf die Pritschen. Wieder liegen und lesen.
An einem der Bahnhoefe kauften wir uns 1kg Tomaten fuer 20 Rubel (0.80 Euro). Salz, Pfeffer, Zwiebeln, Knoblauch und Oel dazu und fertig war unser Tomatensalat. Koestlich!
Unseren Abendspaziergang machten wir zum Speisewagen. Wir wollten mal was anderes sehen als unser Abteil. Etwas trinken und andere Leute treffen. Es sollte nicht weit von unserer Kabine sein. Nur 2 oder 3 Wagons weiter. Nach dem 7. war dann die Tuer verriegelt. Und wo war der Speisewagen?? Oder gab es garkeinen? Entaeuscht sind wir wieder zurueck auf die Pritschen. Wieder liegen und lesen.
Samstag, August 30, 2003
Transsib
Man, was fuer eine Nacht. Hundertmal aufgewacht vom Ruetteln und Poltern und nicht wissen wie man liegen soll. Ich (Ramona) war sowas von kaputt. Und alles tat mir weh. Dann war hier noch eine Bullenhitze und ich bekam Kopfschmerzen. Ich fuehlte mich richtig krank. Was fuer eine Qual!
Nicole war schon raus auf Toilette und kam kurze Zeit spaeter weider. Das ging aber schnell! "Von wegen, ich war noch gar nicht!" Als ich (Nicole) aus dem Abteil kam, leuchtete das rote Laempchen bereits, das Zeichen, dass die Toilette besetzt ist. Ich wartete ca. 10 Min. und klopfte dann an die Tuer. Nichts passierte. Ich holte mir mein Buch und Ramona schloss sich mir an. Wir warteten auf dem Gang. Nichts geschah. Dabei waren wir nicht die einzigen die mussten. Wir liefen doch nicht etwa einen Bahnhof an? Ich hatte naemlich gelesen, dass die Toiletten 15 Min. vor und nach einem Bahnhof, an dem gehalten wird, geschlossen werden. Wir hielten tatsaechlich. Also schauten wir uns erstmal das Treiben am Bahnhof an. Hier wurde alles moegliche verkauft. Von getrocknetem Fisch ueber Tomaten, Gurken, Obst, Koernern, 5 Min. Terrinen bis zu Stofftieren und Bastelsachen. Die Hauptnahrungsmittel Bier und Brot gab es natuerlich auch. Aber wir wollten nichts kaufen, wir mussten aufs Klo! Nach weiteren 20 Minuten fuhr der Zug endlich weiter. Erleichterung!
Danach standen wir vor einer Herausforderung. Folgendes passierte uns beiden gleichermassen, mangels Kommunikation:
Nach dem Geschaeft Haende waschen. Seifenspender, klar! Knoepfchen gefrueckt, Seife kommt raus. Wasserhahn, kalter Hahn aufgedreht, kein Wasser. Heisser Hahn aufgedreht, immernoch kein Wasser. ??? Vielleicht funktioniert es ja mit Lichtschranke? Nein! Vielleicht gab es ja versteckt noch ein Pedal, oder musste man auf das Kloluckenpedal treten? Nein. Und wenn man das Knie an die Wand unters Waschbecken drueckt? Auch nicht. Dieses ganze Drama wurde nicht gerade vereinfacht durch das ganze Geruettel. Staendig stiessen wir uns den Kopf und die Schultern. Wir konnten uns ja nicht abstuetzen. Wie auch, mit Seife an den Haenden! Wir spielten am Kran, drueckten ihn vor und zurueck. Negativ. Wir drueckten ihn nach oben... was war das??? Wasser!!! Doch nur so lange wie man den Kran nach oben gedrueckt haelt. Und wie bekommt man nun die Seife von den Haenden wenn man immer nur eine Hand frei hat?
Von unseren oberen Pritschen bekamen wir landschaftlich nicht viel mit und so verbrachten wir den Tag mit lesen.
Nicole war schon raus auf Toilette und kam kurze Zeit spaeter weider. Das ging aber schnell! "Von wegen, ich war noch gar nicht!" Als ich (Nicole) aus dem Abteil kam, leuchtete das rote Laempchen bereits, das Zeichen, dass die Toilette besetzt ist. Ich wartete ca. 10 Min. und klopfte dann an die Tuer. Nichts passierte. Ich holte mir mein Buch und Ramona schloss sich mir an. Wir warteten auf dem Gang. Nichts geschah. Dabei waren wir nicht die einzigen die mussten. Wir liefen doch nicht etwa einen Bahnhof an? Ich hatte naemlich gelesen, dass die Toiletten 15 Min. vor und nach einem Bahnhof, an dem gehalten wird, geschlossen werden. Wir hielten tatsaechlich. Also schauten wir uns erstmal das Treiben am Bahnhof an. Hier wurde alles moegliche verkauft. Von getrocknetem Fisch ueber Tomaten, Gurken, Obst, Koernern, 5 Min. Terrinen bis zu Stofftieren und Bastelsachen. Die Hauptnahrungsmittel Bier und Brot gab es natuerlich auch. Aber wir wollten nichts kaufen, wir mussten aufs Klo! Nach weiteren 20 Minuten fuhr der Zug endlich weiter. Erleichterung!
Danach standen wir vor einer Herausforderung. Folgendes passierte uns beiden gleichermassen, mangels Kommunikation:
Nach dem Geschaeft Haende waschen. Seifenspender, klar! Knoepfchen gefrueckt, Seife kommt raus. Wasserhahn, kalter Hahn aufgedreht, kein Wasser. Heisser Hahn aufgedreht, immernoch kein Wasser. ??? Vielleicht funktioniert es ja mit Lichtschranke? Nein! Vielleicht gab es ja versteckt noch ein Pedal, oder musste man auf das Kloluckenpedal treten? Nein. Und wenn man das Knie an die Wand unters Waschbecken drueckt? Auch nicht. Dieses ganze Drama wurde nicht gerade vereinfacht durch das ganze Geruettel. Staendig stiessen wir uns den Kopf und die Schultern. Wir konnten uns ja nicht abstuetzen. Wie auch, mit Seife an den Haenden! Wir spielten am Kran, drueckten ihn vor und zurueck. Negativ. Wir drueckten ihn nach oben... was war das??? Wasser!!! Doch nur so lange wie man den Kran nach oben gedrueckt haelt. Und wie bekommt man nun die Seife von den Haenden wenn man immer nur eine Hand frei hat?
Von unseren oberen Pritschen bekamen wir landschaftlich nicht viel mit und so verbrachten wir den Tag mit lesen.
Freitag, August 29, 2003
Moskau
8.00 Uhr, aufstehen, wir sind gleich in Moskau. Am Bahnsteig folgten wir der Menge um aus dem riesigen Bahnhof rauszufinden. Unser Gepaeck wollten wir im Jaroslawer Bahnhof nebenan einschliessen, da wo auch die Transsib heute abend abfaehrt. Aber wo ist der? Moskau hat 8 Bahnhoefe, 4 davon sollten hier sein, doch wir erkannten nur den aus dem wir kamen. Da kam uns ein netter Russe zu Hilfe. Wir verstauten unser Gepaeck und sahen uns Moskau an. Wobei, es war eigentlich nur der Kreml und Umbebung. Der Rote Platz war leider geschlossen wegen der weltweiten Terroranschlaege. Aber man konnte aussen herum gehen.
In der Erloeserkathedrale beim Kreml fand eine russische Hochzeit statt. Uns war schnell klar, so wollten wir nicht heiraten. Es war alles so unpersoenlich. Nach stundenlangem laufen waren wir so muede, dass wir uns erschoepft in den Bahnhof setzten. Wir waren ueber die Ruecklehne auf 2 Stuehle geklettert und stellten erst dann fest, dass es wohl eine VIP Launge war, denn man musste sein Ticket zeigen und nicht jeder kam rein. Zu spaet, wir sassen.
Nicole machte es sich bequem und legte sich ueber 2 Plaetze zum Schlafen. Da kam der Aufseher. Nicht liegen, nur sitzen! Eigentlich haette Nicole das doch wissen muessen. Am Bahnhof in Malmoe hatten wir doch schon das gleiche Spiel. Nicole setzte sich, er ging. Sie zog sich die Schuhe aus und stellte die Fuesse auf den Sitz. Schon baeumte sich der Aufseher wieder vor uns auf. Fuesse runter, Tickets! Ups. Doch wir hatten Glueck und durften sitzen bleiben.
Um 23 Uhr gingen wir zum Zug. Es war klar, dass wir wieder bis zum letzten Wagon laufen mussten. Wir teilten unser Abteil mit 2 Russinnen. Da mein Rucksack nicht oben ins Gepaeckfach passte, bot das russische Maedchen mir an, ihn unter ihre Pritsche zu legen. Hatte sie es sich auch gut ueberlegt? Oder wusste sie gar nicht, dass sie jedes Mal aufstehen muss wenn ich etwas brauche? Der Zug rollte an. Endlich beginnt unsere Transsib Reise.
Kurze Zeit spaeter kam die Schaffnerin. Sie brachte uns Bettwaesche und wollte dafuer noch 41 Rubel haben. Hatte Frau Knop das denn nicht organisiert? Dann kam die Schaffnerin wieder und nahm unsere Tickets mit. Als wir sie zurueck bekamen, stellten wir fest, dass das Ticket von Taischet nach Irkutsk ebenfalls fehlte. Auch das noch! Wie sollten wir ihr das denn erklaeren? Egal, wir hatten ja noch 2 Tage Zeit das klarzustellen.
In der Erloeserkathedrale beim Kreml fand eine russische Hochzeit statt. Uns war schnell klar, so wollten wir nicht heiraten. Es war alles so unpersoenlich. Nach stundenlangem laufen waren wir so muede, dass wir uns erschoepft in den Bahnhof setzten. Wir waren ueber die Ruecklehne auf 2 Stuehle geklettert und stellten erst dann fest, dass es wohl eine VIP Launge war, denn man musste sein Ticket zeigen und nicht jeder kam rein. Zu spaet, wir sassen.
Nicole machte es sich bequem und legte sich ueber 2 Plaetze zum Schlafen. Da kam der Aufseher. Nicht liegen, nur sitzen! Eigentlich haette Nicole das doch wissen muessen. Am Bahnhof in Malmoe hatten wir doch schon das gleiche Spiel. Nicole setzte sich, er ging. Sie zog sich die Schuhe aus und stellte die Fuesse auf den Sitz. Schon baeumte sich der Aufseher wieder vor uns auf. Fuesse runter, Tickets! Ups. Doch wir hatten Glueck und durften sitzen bleiben.
Um 23 Uhr gingen wir zum Zug. Es war klar, dass wir wieder bis zum letzten Wagon laufen mussten. Wir teilten unser Abteil mit 2 Russinnen. Da mein Rucksack nicht oben ins Gepaeckfach passte, bot das russische Maedchen mir an, ihn unter ihre Pritsche zu legen. Hatte sie es sich auch gut ueberlegt? Oder wusste sie gar nicht, dass sie jedes Mal aufstehen muss wenn ich etwas brauche? Der Zug rollte an. Endlich beginnt unsere Transsib Reise.
Kurze Zeit spaeter kam die Schaffnerin. Sie brachte uns Bettwaesche und wollte dafuer noch 41 Rubel haben. Hatte Frau Knop das denn nicht organisiert? Dann kam die Schaffnerin wieder und nahm unsere Tickets mit. Als wir sie zurueck bekamen, stellten wir fest, dass das Ticket von Taischet nach Irkutsk ebenfalls fehlte. Auch das noch! Wie sollten wir ihr das denn erklaeren? Egal, wir hatten ja noch 2 Tage Zeit das klarzustellen.
Donnerstag, August 28, 2003
St. Petersburg - Moskau
Heute stand der 2. Teil Sightseeing auf der Liste. Alle Sehenswuerdigkeiten die wir gestern nicht geschafft hatten. Natuerlich nur die wichtigsten. Aber das einzige interessante war die Isaak Kathedrale. Man konnte auf den Turm klettern, von wo aus man eine super Panorama Aussicht hatte. Leider durften wir nur 3 Fotos machen, da wir nicht dafuer bezahlt hatten. Deshalb koennt ihr auch nur 8 oder 9 Fotos auf der Homepage sehen. :)
Nachdem wir gepackt hatten, fuellten wir noch unsere Spueliflasche auf. Natuerlich nicht ohne vorher zu fragen. Beim Abschied staunte Vladimir ueber unsere schweren Rucksaecke und fragte ob er uns ein Taxi rufen sollte. Bloedmann, sind wir denn Geldscheisser?! Warum bringst du uns nicht? Doch wir sagten nichts und stapften los.
Wir hatten den laengsten Weg zu unserem Wagon. Direkt hinter der Lok. Zu unserer Ueberraschung war es ein Schlafwagen. Wir haetten den ja nicht gebucht, aber Frau Knop... :).
Nachdem wir gepackt hatten, fuellten wir noch unsere Spueliflasche auf. Natuerlich nicht ohne vorher zu fragen. Beim Abschied staunte Vladimir ueber unsere schweren Rucksaecke und fragte ob er uns ein Taxi rufen sollte. Bloedmann, sind wir denn Geldscheisser?! Warum bringst du uns nicht? Doch wir sagten nichts und stapften los.
Wir hatten den laengsten Weg zu unserem Wagon. Direkt hinter der Lok. Zu unserer Ueberraschung war es ein Schlafwagen. Wir haetten den ja nicht gebucht, aber Frau Knop... :).
Mittwoch, August 27, 2003
St. Petersburg
Nach einem leckeren Fruehstueck verliessen wir um 11.00 unser neues zu Hause und besichtigten St. Petersburg. Mutig wie wir waren, liessen wir unsere Russischbuecher zu Hause. Lesen konnten wir schliesslich schon gut und der Rest wird auch so klappen. Dachten wir! Doch schon an der Metrostation wurden wir eines Besseren belehrt. Es sprachen alle nur Russisch. Und was heisst jetzt: "Eine Fahrkarte bitte?"? Nun gut, da mussten wir wohl zur Koerpersprache wechseln. Und irgendwie verstand man uns. Doch nach 2,30 Min. Rolltreppe standen wir vorm naechsten Problem. Welche Richtung mit der Metro? Bis wir das raus hatten, waren schon 3 Zuege vorbei. Soviel zum lesen koennen.
Wir verbrachten den ganzen Tag mit Sightseeing. Obwohl wir Grossstaedte ja nicht so moegen, hat es uns gut gefallen.
Wir verbrachten den ganzen Tag mit Sightseeing. Obwohl wir Grossstaedte ja nicht so moegen, hat es uns gut gefallen.
Dienstag, August 26, 2003
Helsinki - St. Petersburg
Nicht mal an unserem letzten Tag hatte Pascal uns das Fruehstueck zubereitet. Aber selbstverstaendlich bediente er sich wieder kraeftig als wir es fertig hatten. So ist er eben. Pascal fuhr schon in die Stadt und wir verbrachten eine Ewigkeit mit packen. Es war aber auch viel mehr als sonst. Hatten ja die Packete bekommen. Wir wollten gerade gehen, als uns einfiel, dass wir Pascal noch ein letztes Andenken hinterlassen sollten. Nur was? Aber Pascal, was war das? Grosser Fehler! Das wirst du heute abend merken. Das erste was wir entdeckten, da hatten wir sein Zelt noch garnicht geoeffnet, war der Schnuersenkel seiner Wanderschuhe. Es war klar, was passieren musste.Wir konnten gar nicht so schnell gucken wie die Senkel sich verknoteten. :))
Wir gingen nochmal in die Mbar, wo wir uns spaeter nochmal mit Pascal trafen. Er brachte uns zum Abschied zum Zug. Wir stiegen ein und ein ganz unangenehmer Geruch kam uns entgegen. Keine Ahnung was es war. Modrig, alt vielleicht?! Wir nahmen Platz und um 15.42 Uhr verliessen wir Helsinki. Wir fingen an russisch zu lernen. Keine einfache Sache. Eine Frau kam und brachte uns je ein Paeckchen Apfelsaft, einen Yoghurt und 2 Kuechelchen. Lustig, ist ja wie im Flugzeug! Um 18.00 deutscher Zeit, 19 finnischer Zeit erreichten wir die russische Grenze wo es 20.00 war. Wie die Zeit verfliegt!
Um 23.30 kamen wir in St. Petersburg an. Victor holte uns ab und brachte uns zur Gastfamilie. Die Wohnung lag in einem Hinterhof. Natuerlich im obersten Stock, kein Fahrstuhl, dafuer ganze 96 Stufen! Autsch! Ein junges Maedchen, Alyona, oeffnete uns und machte uns mit der Wohnung vertraut. Sie und ihre Oma, die uebrigens perfekt Deutsch sprach, gaben uns einige Tipps fuer unsere morgige Sightseeingtour. Spaeter kam noch Vladimir dazu. Vater von Alyona, Sohn von Oma. Es wurde 2.00 bevor wir ins Bett kamen. Was fuer ein Gefuehl! Nach 4 Wochen endlich mal wieder ein richtiges Bett.
Pascal hatte sich per sms gemeldet: "Kommt ihr mir nach Hause, dann gibt es Karnickelfangschlaege!" Schoen, dass er sich ueber unser Andenken so freute.
Wir gingen nochmal in die Mbar, wo wir uns spaeter nochmal mit Pascal trafen. Er brachte uns zum Abschied zum Zug. Wir stiegen ein und ein ganz unangenehmer Geruch kam uns entgegen. Keine Ahnung was es war. Modrig, alt vielleicht?! Wir nahmen Platz und um 15.42 Uhr verliessen wir Helsinki. Wir fingen an russisch zu lernen. Keine einfache Sache. Eine Frau kam und brachte uns je ein Paeckchen Apfelsaft, einen Yoghurt und 2 Kuechelchen. Lustig, ist ja wie im Flugzeug! Um 18.00 deutscher Zeit, 19 finnischer Zeit erreichten wir die russische Grenze wo es 20.00 war. Wie die Zeit verfliegt!
Um 23.30 kamen wir in St. Petersburg an. Victor holte uns ab und brachte uns zur Gastfamilie. Die Wohnung lag in einem Hinterhof. Natuerlich im obersten Stock, kein Fahrstuhl, dafuer ganze 96 Stufen! Autsch! Ein junges Maedchen, Alyona, oeffnete uns und machte uns mit der Wohnung vertraut. Sie und ihre Oma, die uebrigens perfekt Deutsch sprach, gaben uns einige Tipps fuer unsere morgige Sightseeingtour. Spaeter kam noch Vladimir dazu. Vater von Alyona, Sohn von Oma. Es wurde 2.00 bevor wir ins Bett kamen. Was fuer ein Gefuehl! Nach 4 Wochen endlich mal wieder ein richtiges Bett.
Pascal hatte sich per sms gemeldet: "Kommt ihr mir nach Hause, dann gibt es Karnickelfangschlaege!" Schoen, dass er sich ueber unser Andenken so freute.
Montag, August 25, 2003
Helsinki
Eigentlich dachten wir, das Frühstück sei fertig als wir um 9 Uhr aufstanden, aber ... Männer! Was erwarteten wir eigentlich? Pascal hatte nur an sich gedacht. Doch als wir unser Frühstück machten, aß er fleißig mit.
Um 11 Uhr Aufbruch in die Stadt. Wir hatten 'ne Menge zu erledigen:
- Fahrkarte nach St. Petersburg (47,90€),
- Traveller Cheques in Rubel eintauschen,
- finnische 1 und 2 Cent-Stücke besorgen (diese werden hier nicht zum Zahlen genutzt, haben aber Sammelwert; man zahlt mind. 3,50€ für 1, 2 und 5 Cent-Stücke zusammen),
- unsere Pakete auf der Post abholen (danke für das Daumen drücken, es hat geholfen),
- unsere Bücher, die wir auf der Reise bereits gesammelt haben (9 Stück an der Zahl), nach Hause schicken (23€ Porto!!, nicht viel günstiger als in Schweden),
- Supermarkt,
- letztes Update im Internet-Café (shit, dieses Mal mußten wir den vollen Preis zahlen).
Wir trafen Pascal zum Abendessen bei McDonalds. Danach gingen wir ins Kino, um "Identity" zu gucken. Und wie üblich verbrachten wir den Rest des Abends im Fernsehraum.
Um 11 Uhr Aufbruch in die Stadt. Wir hatten 'ne Menge zu erledigen:
- Fahrkarte nach St. Petersburg (47,90€),
- Traveller Cheques in Rubel eintauschen,
- finnische 1 und 2 Cent-Stücke besorgen (diese werden hier nicht zum Zahlen genutzt, haben aber Sammelwert; man zahlt mind. 3,50€ für 1, 2 und 5 Cent-Stücke zusammen),
- unsere Pakete auf der Post abholen (danke für das Daumen drücken, es hat geholfen),
- unsere Bücher, die wir auf der Reise bereits gesammelt haben (9 Stück an der Zahl), nach Hause schicken (23€ Porto!!, nicht viel günstiger als in Schweden),
- Supermarkt,
- letztes Update im Internet-Café (shit, dieses Mal mußten wir den vollen Preis zahlen).
Wir trafen Pascal zum Abendessen bei McDonalds. Danach gingen wir ins Kino, um "Identity" zu gucken. Und wie üblich verbrachten wir den Rest des Abends im Fernsehraum.
Sonntag, August 24, 2003
Helsinki
Obwohl Sonntag ist, mußten wir heute früh aufstehen. Wäsche waschen war angesagt. Schon um 9 Uhr lief die erste Maschine? Wir nutzten die Zeit und schrieben den Website-Bericht über gestern. Sollten wir etwa gelernt haben??
Da es wieder mal die ganze Zeit geregnet hatte, schauten wir uns am Nachmittag das Formel 1-Rennen an.
Als es gegen 20 Uhr kurzfristig aufhörte zu regnen, bereiteten wir unser Abendessen zu: Maccaroni al pesto. Wir schimpften gerade über Pascal, der sich nicht mehr gemeldet hatte, obwohl er heute wieder in Helsinki sein wollte. Doch plötzlich stand er vor uns. Welch' eine Überraschung! Wir hatten nicht gedacht, dass wir ihn so schnell wieder sehen. Er kam gerade rechtzeitig zum Abendessen. Wie in alten Zeiten saßen wir glücklich vereint an "unserem" Tisch und verbrachten den Rest des Abends im Fernsehraum.
Da es wieder mal die ganze Zeit geregnet hatte, schauten wir uns am Nachmittag das Formel 1-Rennen an.
Als es gegen 20 Uhr kurzfristig aufhörte zu regnen, bereiteten wir unser Abendessen zu: Maccaroni al pesto. Wir schimpften gerade über Pascal, der sich nicht mehr gemeldet hatte, obwohl er heute wieder in Helsinki sein wollte. Doch plötzlich stand er vor uns. Welch' eine Überraschung! Wir hatten nicht gedacht, dass wir ihn so schnell wieder sehen. Er kam gerade rechtzeitig zum Abendessen. Wie in alten Zeiten saßen wir glücklich vereint an "unserem" Tisch und verbrachten den Rest des Abends im Fernsehraum.
Samstag, August 23, 2003
Helsinki
Es regnete als wir aufwachten. Hätte es nicht gestern regnen können? Wir wollten doch in die Stadt! Also lernten wir erst einmal das russische Alphabet. Vielleicht hört es ja dann auf. Doch es sollte nicht sein. Auch nach der Dusche hörte es nicht auf. Somit gab es heute Früstück im Zelt. Keine Eier, keine Tomaten, nicht einmal heiße Schokolade oder Tee.
In der Stadt gingen wir erst zur Post, um das Paket unserer Eltern abzuholen. Ihr dachtet sicher, um kostenlos Internet zu nutzen. Nein, nicht heute! Aber natürlich war dieser spezielle Schalter am Wochenende nicht besetzt. Drückt uns die Daumen, dass wir am Montag mehr Glück haben und die Pakete auch da sind.
Dann ging's weiter in die mbar. Wieder waren wir länger als sieben Stunden online, um unser Website-Tagebuch zu schreiben, eMails zu checken, etc. Wir wollten beide gerade noch eine eMail schreiben als es plötzlich knallte, es keinen Strom mehr gab und es dunkel wurde. Der ganze Block schien betroffen zu sein. Also zahlten wir. Aber wie gewöhnlich wollten sie dort unser Geld nicht. Wir hatten zwar etwas geschwindelt und gesagt, dass jeder von uns 3 - 4 Stunden im Internet war. Aber das Mädel zog uns nur 3,5 Stunden für uns beide ab. Selbst schuld, wir beschwerten uns nicht.
Wir gingen ins Kino. Heute, um einen Film zu gucken und nicht nur wegen des Popcorns. Aber auch hier war es dunkel. War ganz Helsinki ohne Strom? Wir waren aber geduldig und warteten ganze zehn Minuten. Wir hatten Glück. Es gab wieder Strom. Doch nach der Ankündigung der Belegschaft waren wir nicht mehr so glücklich. Alle Filme bis 22.45 Uhr wurden gestrichen. Super! Das war zu spät für uns, da die Metro zum Campingplatz nur bis 23.30 Uhr fährt. Naja, vielleicht sollten wir uns wenigstens Popcorn kaufen. Aber auch daraus wurde nichts, es war bereits geschlossen. :(
Was tun also mit dem angebrochenen Abend? Naja, es gab ein Live-Konzert in der Stadt, umsonst, aber wir kamen natürlich nicht durch. Letztendlich gingen wir in ein Restaurant. Es war eine coole Location. Es sah so aus wie in einer deutschen Brauerei, aber war nicht nur Restaurant sondern auch Kneipe und Disco in einem.
Zurück am Zeltplatz gingen wir noch zum Fluss spazieren. Wollten wir zumindest. Denn das endete ziemlich schnell. Die ganze Flußgegend war mit einem Zaun abgesperrt. Also gab's nichts mehr zu tun und wir legten uns schlafen.
In der Stadt gingen wir erst zur Post, um das Paket unserer Eltern abzuholen. Ihr dachtet sicher, um kostenlos Internet zu nutzen. Nein, nicht heute! Aber natürlich war dieser spezielle Schalter am Wochenende nicht besetzt. Drückt uns die Daumen, dass wir am Montag mehr Glück haben und die Pakete auch da sind.
Dann ging's weiter in die mbar. Wieder waren wir länger als sieben Stunden online, um unser Website-Tagebuch zu schreiben, eMails zu checken, etc. Wir wollten beide gerade noch eine eMail schreiben als es plötzlich knallte, es keinen Strom mehr gab und es dunkel wurde. Der ganze Block schien betroffen zu sein. Also zahlten wir. Aber wie gewöhnlich wollten sie dort unser Geld nicht. Wir hatten zwar etwas geschwindelt und gesagt, dass jeder von uns 3 - 4 Stunden im Internet war. Aber das Mädel zog uns nur 3,5 Stunden für uns beide ab. Selbst schuld, wir beschwerten uns nicht.
Wir gingen ins Kino. Heute, um einen Film zu gucken und nicht nur wegen des Popcorns. Aber auch hier war es dunkel. War ganz Helsinki ohne Strom? Wir waren aber geduldig und warteten ganze zehn Minuten. Wir hatten Glück. Es gab wieder Strom. Doch nach der Ankündigung der Belegschaft waren wir nicht mehr so glücklich. Alle Filme bis 22.45 Uhr wurden gestrichen. Super! Das war zu spät für uns, da die Metro zum Campingplatz nur bis 23.30 Uhr fährt. Naja, vielleicht sollten wir uns wenigstens Popcorn kaufen. Aber auch daraus wurde nichts, es war bereits geschlossen. :(
Was tun also mit dem angebrochenen Abend? Naja, es gab ein Live-Konzert in der Stadt, umsonst, aber wir kamen natürlich nicht durch. Letztendlich gingen wir in ein Restaurant. Es war eine coole Location. Es sah so aus wie in einer deutschen Brauerei, aber war nicht nur Restaurant sondern auch Kneipe und Disco in einem.
Zurück am Zeltplatz gingen wir noch zum Fluss spazieren. Wollten wir zumindest. Denn das endete ziemlich schnell. Die ganze Flußgegend war mit einem Zaun abgesperrt. Also gab's nichts mehr zu tun und wir legten uns schlafen.
Freitag, August 22, 2003
Helsinki
Über heute brauchen wir nicht viel zu schreiben. Wir verbrachten den ganzen Tag im Fernsehraum damit, die Berichte der letzten neun Tage für die Website zu schreiben. Ein Albtraum! Schon beim letzten Mal sagten wir uns, dass wir das täglich machen müssen. Aber Faulheit muss bestraft werden. Es war klar, dass es heute auch kaum regnete.
Ach so, in Bezug auf unsere kriminelle Karriere könnten wir erwähnen, dass wir uns für die Transsib-Reise Clopapier besorgt haben. Wie? Ganz einfach: Man nimmt es aus dem Clopapierkasten im Fernsehraum. :)
Ach so, in Bezug auf unsere kriminelle Karriere könnten wir erwähnen, dass wir uns für die Transsib-Reise Clopapier besorgt haben. Wie? Ganz einfach: Man nimmt es aus dem Clopapierkasten im Fernsehraum. :)
Donnerstag, August 21, 2003
Helsinki
Heute trafen wir Anna-Leena um 12.30 Uhr am Bahnhof. Wir verbrachten den ganzen Nachmittag mit ihr, liefen durch die Stadt, u. a. zum Hafen. Dort gibt es auch einen Markt, wo man Obst, Gemüse, Schmuck und Souvenirs kaufen kann. Aber wenn man so geschickt ist wie wir, braucht man auch nicht zu zahlen. Wir haben keine Ahnung, wie wir plötzlich an zwei neue Ohrringe kamen... Außerdem gingen wir zum RTT-Reisebüro und holten unser Visum ab. Alles verlief einwandfrei und unserer Russland-Reise steht nichts mehr im Wege. Es war ein interessanter Tag, da Anna-Leena uns viel über das finnische Leben erzählte.
Nachdem wir uns von ihr verabschiedet hatten, gingen wir ins Kino, um Popcorn zu kaufen. Eigentlich wollten wir uns keinen Film ansehen, aber da es anfing zu regnen ... "Basic" mit John Travolta. Ziemlich gut.
Nachdem wir uns von ihr verabschiedet hatten, gingen wir ins Kino, um Popcorn zu kaufen. Eigentlich wollten wir uns keinen Film ansehen, aber da es anfing zu regnen ... "Basic" mit John Travolta. Ziemlich gut.
Mittwoch, August 20, 2003
Helsinki
Welch' eine Nacht! Als ich (Nicole) fast eingeschlafen war, hörte ich ein Geräusch. Es waren nicht mehr nur die Regentropfen, die auf das Zelt prasselten. War das etwa das Tier, das Ramona schon eine Nacht zuvor gehört hatte? Ich wurde hellhörig und schaute immer wieder nach. Doch ich sah nichts. Aber da war doch was! Ich hörte doch, wie die Tüten raschelten. Und dann, an meinem Rucksack. Ich machte also nochmal die Lampe an und endlich sah ich es: eine Maus! Ich versuchte alles, um sie loszuwerden, aber sie kam immer wieder. Man, kostete sie mich Nerven. Und Ramona lag da und schlief wie ein Baby! Irgendwann war mir alles egal, ich wollte nur noch schlafen. Ich konnte eh nicht gewinnen.
Wir ließen es langsam angehen, frühstückten als die Franzosen bereits zu Mittag aßen. Um 14 Uhr waren wir bereit zum Check-out. Wieder zahlten wir nur für zwei Nächte anstatt für drei. Kann uns das mal einer erklären?
Der Zug nach Helsinki fuhr um 15 Uhr, wir kamen gerade rechtzeitig. In Helsinki gingen wir in einen Buchladen und kauften ein Russisch-Buch zum selbst Lernen. Unsere Reise mit der Transsib ist eine gute Gelegenheit, eine neue Sprache zu lernen. Außerdem wird es uns helfen, die Schilder in Russland lesen zu können.
Auf dem Weg zum Zeltplatz gingen wir noch kurz zur Tankstelle, um unsere Flasche für den Kocher wieder aufzufüllen. Wir behielten die Rucksäcke an. Da ich (Ramona) schlechte Erfahrungen gemacht hatte mit dem Benzin, das aus dem Tankrüssel kommt bevor ich diesen in die Flasche stecken konnte, wollte ich Nicole warnen. Aber als ob sie nicht zugehört hatte, kniete sie sich weiter und weiter runter. Ich fragte noch "Hörst du denn nicht?" bevor ich merkte, dass es der Rucksack war, der sie immer weiter nach hinten zog und sie plötzlich wie ein Maikäfer vor mir lag. Wir schrien vor Lachen.
Wir checkten am Campingplatz ein, holten unser eingeschlossenes Gepäck ab und stellten unser Zelt in der Nähe unseres früheren Platzes auf, dicht bei "unserem" Tisch. Dann gingen wir wie gewöhnlich in den Fernsehraum. Nicole fing an, Russisch zu lernen während ich versuchte mein letztes Buch auszulesen. Nicole wollte uns dann Limonade in die Tassen füllen, aber die Flasche rutschte ihr aus der Hand. Sie hatte Glück, es war nicht viel verschüttet. Doch als sie die Flasche gegriffen hatte, um sie wieder richtig auf den Tisch zu stellen, knallte sie sie so fest auf den Tisch, dass es wie eine Fontäne raussprudelte. Der Tisch stand unter Limonade. Was für eine Schweinerei!
Wir ließen es langsam angehen, frühstückten als die Franzosen bereits zu Mittag aßen. Um 14 Uhr waren wir bereit zum Check-out. Wieder zahlten wir nur für zwei Nächte anstatt für drei. Kann uns das mal einer erklären?
Der Zug nach Helsinki fuhr um 15 Uhr, wir kamen gerade rechtzeitig. In Helsinki gingen wir in einen Buchladen und kauften ein Russisch-Buch zum selbst Lernen. Unsere Reise mit der Transsib ist eine gute Gelegenheit, eine neue Sprache zu lernen. Außerdem wird es uns helfen, die Schilder in Russland lesen zu können.
Auf dem Weg zum Zeltplatz gingen wir noch kurz zur Tankstelle, um unsere Flasche für den Kocher wieder aufzufüllen. Wir behielten die Rucksäcke an. Da ich (Ramona) schlechte Erfahrungen gemacht hatte mit dem Benzin, das aus dem Tankrüssel kommt bevor ich diesen in die Flasche stecken konnte, wollte ich Nicole warnen. Aber als ob sie nicht zugehört hatte, kniete sie sich weiter und weiter runter. Ich fragte noch "Hörst du denn nicht?" bevor ich merkte, dass es der Rucksack war, der sie immer weiter nach hinten zog und sie plötzlich wie ein Maikäfer vor mir lag. Wir schrien vor Lachen.
Wir checkten am Campingplatz ein, holten unser eingeschlossenes Gepäck ab und stellten unser Zelt in der Nähe unseres früheren Platzes auf, dicht bei "unserem" Tisch. Dann gingen wir wie gewöhnlich in den Fernsehraum. Nicole fing an, Russisch zu lernen während ich versuchte mein letztes Buch auszulesen. Nicole wollte uns dann Limonade in die Tassen füllen, aber die Flasche rutschte ihr aus der Hand. Sie hatte Glück, es war nicht viel verschüttet. Doch als sie die Flasche gegriffen hatte, um sie wieder richtig auf den Tisch zu stellen, knallte sie sie so fest auf den Tisch, dass es wie eine Fontäne raussprudelte. Der Tisch stand unter Limonade. Was für eine Schweinerei!
Dienstag, August 19, 2003
Turku
Pascal wollte uns heute verlassen, da er noch nach Kusamoo wollte. Nach dem Frühstück fing er an zu packen. Wir dagegen genossen mal wieder die Sonne und lasen. Als er losging um zu spülen, nahm er tatsächlich nur seinen Kram mit. Dafür mußte er bestraft werden! Schnell knoteten wir die Schnürsenkel seiner beiden Schuhpaare zu. Nach dem Spülen zeigte Pascal uns, wie wir die Düse unseres Kochers auswechseln können, um mit Spiritus kochen zu können. Wir hatten fast schon ein schlechtes Gewissen wegen der Schnürsenkel. Aber Strafe muß sein! Dann machte er sich wieder ans Rucksack packen und auf einmal ein Schrei ... Er hatte seine zugeknoteten Wanderschuhe entdeckt. Und anstatt sich gleich das zweite Paar anzuschauen, machte er sich ans Aufknoten. Es war so witzig, ihm zuzusehen; zu sehen, wie seine Unterlippe sich immer weiter nach vorne schob. Wir freuten uns schon aufs nächste Paar. Es dauerte noch eine ganze Weile bis er das andere Paar entdeckte und los brüllte: "Ich wußte es. Ich hab es mir die ganze Zeit gedacht." Als Pascal später zum Strand ging, entknoteten wir das Paar. Es war 17.30 Uhr als er uns verließ.
Heute sollte es Bratkartoffeln geben. Wir versuchten, die Kartoffeln mit dem Spiritus zu braten, den wir heute morgen von einem Campnachbarn geschenkt bekommen hatten. Der Kocher funktionierte aber nicht. Wir bauten ihn auseinander, reinigten ihn, aber es nutzte nichts. Und zu allem Überfluss fing es auch noch an zu regnen. Wir hatten die Nase voll, packten unsere Sachen und versuchten unser Glück in der Campingküche. Und da es nicht aufhörte zu regnen, verbrachten wir den ganzen Abend dort.
Heute sollte es Bratkartoffeln geben. Wir versuchten, die Kartoffeln mit dem Spiritus zu braten, den wir heute morgen von einem Campnachbarn geschenkt bekommen hatten. Der Kocher funktionierte aber nicht. Wir bauten ihn auseinander, reinigten ihn, aber es nutzte nichts. Und zu allem Überfluss fing es auch noch an zu regnen. Wir hatten die Nase voll, packten unsere Sachen und versuchten unser Glück in der Campingküche. Und da es nicht aufhörte zu regnen, verbrachten wir den ganzen Abend dort.
Montag, August 18, 2003
Turku - Naanrali - Turku
8.20 Uhr - Das darf doch nicht wahr sein. Hat man denn nirgendwo seine Ruhe? Da meinten die Türken von nebenan, sie seien alleine auf dem Zeltplatz. Dieser war ja nun wirklich groß genug, aber sie mußten sich gestern genau neben uns platzieren. Als sich nach 10 Minuten immer noch nichts geändert hatte, bat Nicole sie, wenigstens die Musik leiser zu stellen. Zu unserer Überraschung stellten sie sie ganz ab, aber nur um den Lärm mit ihrem lauten Gerede zu ersetzen. Nach weiteren 15 Minuten noch immer das gleiche Spiel. Dann riß bei Nicole die Geduld und sie rief nur "Haal de Back!" Im ersten Moment war Ruhe, doch dann hieß es "We have the right to speak", doch ich feuerte gleich zurück "But not to shout". Wir sahen uns an und mußten beide lachen. Natürlich hörten sie nicht auf.
Nach dem Frühstück ging es zum Sight-Seeing nach Turku, dann weiter nach Naantali, eine andere Stadt mit einem Holzhaus-Viertel. Viel charmanter als Porvoo. Ein schöner Hafen, Badebuchten und über einen Steg konnte man sogar zu Moomin-World für Kinder auf der nahe gelegenen kleinen Insel gehen.
Es war schon spät als wir den Bus zum Campingplatz nahmen. Als ob wir nicht schon genug gelaufen wären! Die letzte Station um diese Zeit ist das Hotel, das ca. 700m vom Campingplatz entfernt liegt. Nicht, dass das weit ist, aber wir waren müde und hatten Hunger.
Nach einer kräftigen Portion Spaghetti spielten Nicole und Pascal "Zwei alte Damen beim Friseur". Warum? Weil sie wegen der Stechmücken ihre Fliegennetze auf den Kopf gezogen hatten. Und das sah aus, als säßen sie beim Friseur unter der Haube. Wir kringelten uns vor Lachen..
Nach dem Frühstück ging es zum Sight-Seeing nach Turku, dann weiter nach Naantali, eine andere Stadt mit einem Holzhaus-Viertel. Viel charmanter als Porvoo. Ein schöner Hafen, Badebuchten und über einen Steg konnte man sogar zu Moomin-World für Kinder auf der nahe gelegenen kleinen Insel gehen.
Es war schon spät als wir den Bus zum Campingplatz nahmen. Als ob wir nicht schon genug gelaufen wären! Die letzte Station um diese Zeit ist das Hotel, das ca. 700m vom Campingplatz entfernt liegt. Nicht, dass das weit ist, aber wir waren müde und hatten Hunger.
Nach einer kräftigen Portion Spaghetti spielten Nicole und Pascal "Zwei alte Damen beim Friseur". Warum? Weil sie wegen der Stechmücken ihre Fliegennetze auf den Kopf gezogen hatten. Und das sah aus, als säßen sie beim Friseur unter der Haube. Wir kringelten uns vor Lachen..
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