Sonntag, Februar 15, 2004

Chiang Mai - Elephant Conservation Center

Heute war es also soweit. 20 Tage fern von Grossstadt, Luxus, Internet ... wie sehr wir uns darauf gefreut hatten.

Mit dem Bus ging es von Chiang Mai zum Elephant Conservation Center, wo wir von Deng, unserem Tourguide, empfangen wurden. Wir wurden gleich zur Mahout Training-Schule gebracht, wo man uns unsere Zimmer zeigte. Da die Betten fuer zwei Personen zu klein waren, bekamen wir jeder ein eigenes Zimmer. Wow - 20 Tage ein eigenes Zimmer mit Bad. Sogar einen Schrank gab es. Klar, dass sofort mal alle Klamotten dort eingeraeumt wurden. Jetzt leben wir endlich mal nicht mehr aus dem Rucksack!

Wir trafen uns dann wieder mit Deng, der uns ein Anmeldeformular zum Ausfuellen gab. Und sofort ging es los. Anhand eines Modellelefanten bekamen wir die ersten Informationen ueber die asiatischen Elefanten. Im Vergleich zu den afrikanischen sind sie kleiner, haben kleinere Ohren, haben vorne 5 und hinten 4 (afrikanische 4 und 3) Zehen, nur die maennlichen Elefanten haben Stosszaehne (bei den afrikanischen maennliche und weibliche) und der Kopf hat zwei 'Hoecker' (Afrika nur einer). Dann erklaerte Deng uns die ersten Begriffe, die wir spaeter brauchen werden, um einen Elefanten reiten zu koennen. Es war fast 12 Uhr als wir mit der Einfuehrung fertig waren und somit Zeit fuers Mittag essen.

Dann mussten wir zum Tempel, wo wir vor dem Elefantengott beteten, damit wir in der Zeit im Camp auch gut beschuetzt sind. Hierfuer wurden uns eine Hand voll gluehender Raeucherstaebchen in die Hand gegeben. Der Head of Mahout kam und betete fuer uns. Die Staebchen mussten wir dann in eine Art Blumentopf stecken und einen kleinen Kranz, den Deng uns gab, ueber den Elefanten haengen. Anschliessend ueberreichte er uns unsere Mahout-Sachen: blaue Hose, blaue Jacke, rot-weisses Tuch, Hut, Messer und Hook. Wir duerfen das alles sogar behalten - wir konnten es gar nicht fassen!

Umgezogen standen wir ein paar Minuten spaeter wieder bei Deng. Er stellte uns unsere Mahouts Jan und Lai vor. Ich (Nicole) wurde Jan und Elefant Wandee zugeordnet, Ramona sollte zu Lai und Elefant Pang Khod.

Ich ging gleich mit Jan in Wandee's Stall, wo ich sie mit Bananen fuetterte. Sie muss sich jetzt mal an mich und meinen Geruch gewoehnen. 7 Tage lang duerfen wir unsere Klamotten nicht waschen! Na das kann ja mal heiter werden. :) Dann war unser erstes Training angesagt: Wie steige ich auf einen Elefanten? Ich halte mich mit der rechten Hand am Ohr des Elefanten fest, sage "song soong" (hebe den Fuss) und trete ihm hinter den rechten Vorderfuss. Dieser knickt dann ein, so dass man sich drauf stellen und man aufsteigen kann. Mensch, das ist aber alles einfacher als gesagt. Und die Haut, an der man sich festhalten soll, die ist so dick. Die bekommt man ja kaum gepackt. Steht man also auf dem Fuss, muss man sich nur noch auf den Ruecken des Elefanten schwingen. Nur noch! Ich komme mit meinem Fuss ja kaum auf den Ruecken. Das muss ich aber echt noch ein paar Mal ueben, bis ich den Dreh raushabe. Und wie komme ich jetzt wieder runter? "Hap soong" und praktisch so absteigen, wie man aufgestiegen ist. Uiuiui, das ging aber verdammt schnell. Ich rutschte regelrecht runter. Also auch das ueben. Aber dafuer sind wir ja hier. Ist schliesslich noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Wir uebten wirklich fleissig auf und absteigen. Oh je, das gibt sicher 'nen kraeftigen Muskelkater. Das Gehen ("Bai") und Anhalten ("How") uebten wir natuerlich auch. Wenn der Elefant gehen soll, kickt man ihm mit beiden Fuessen hinters Ohr und sagt "bai". Ganz einfach also.
Es ist schon ein wahnsinniges Gefuehl, so hoch oben auf einem Elefanten zu sitzen und die Bewegungen zu spueren. Allerdings muss ich auch noch die richtige Sitzposition finden. Klar, im Genick soll ich sitzen, aber Jan deutet mir immer an, dass ich noch weiter vorne sitzen muss. Aber wo halte ich mich denn dann fest??

Nach den Uebungen ritten wir in den Dschungel. Ramona und ich ganz alleine auf unseren Elefanten. Welch ein Gefuehl! Im Dschungel wuerden die Elefanten ueber Nacht bleiben. Die Elefanten schlafen (im Stehen) im Durchschnitt zwischen 3 - 4 Stunden in der Nacht, meist zwischen 23 und 3 Uhr.

Nach dem Abendessen um 17.30 Uhr bekamen wir unseren ersten Thai-Whiskey. Oh je, gibt es den jetzt etwa jeden Tag? Unser Geschmack war es ja nicht, aber die Mahouts lieben ihn. Sie fangen auch direkt nach dem Arbeitstag an zu trinken und um 20 Uhr sieht man niemanden mehr. Klasse, dann bekommen wir hier ja auch mal richtig viel Schlaf.

Wir schrieben allerdings erst noch etwas Tagebuch. Ramona schrie dann irgendwann im Nebenzimmer auf, sie habe Millionen von Ameisen im Zimmer. Klar, Millionen! Doch, doch! Die muessen auch bei dir sein, rief sie. Quatsch. Wo denn? Na, am Kopfende ... und tatsaechlich eine mind. 5spurige Ameisenstrasse zog sich durch mein Zimmer in Ramonas Zimmer. Das gibt's doch gar nicht. Was arbeiten die denn? Gibt's die jetzt jeden Abend? Ich war jedoch zu muede, um mir darueber Gedanken zu machen und schlief recht schnell ein.

Samstag, Februar 14, 2004

Chiang Mai - Myanmar

Tja, heute sind wir mal wieder ganz frueh aufgestanden - warum? Um ins Internet-Cafe zu gehen. Ist schliesslich unser letzter Tag hier ... nein, im Ernst - wir wurden heute um kurz nach 7 Uhr abgeholt, um nach Myanmar zum "Goldenen Dreieck" zu fahren. Hier kann man von einem Fleck aus in drei Laender sehen: Thailand, Myanmar und Laos.

Vorher jedoch ging's noch zu einem Hot Spa. Naja, als ob wir es geahnt haetten, wir hatten unsere Badesachen nicht dabei. Denn in diesem Hot Spa kann man gar nicht baden, hier werden nur Eier gekocht und dann an die vielen Touris verkauft, die hierher kommen.

Unser naechster Stopp waren zwei Hill Tribe Villages. Das war einfach nur ... Ich (Nicole) kann es gar nicht sagen. Erst einmal fuehlten wir uns gar nicht so wohl, durch das Dorf zu laufen, um uns die Leute anzuschauen, zweitens war deren Ziel auch nur, ihre Handarbeit unter die Touristen zu bringen und drittens waren wir nicht die einzigen Touristen dort - alle paar Minuten faehrt ein Minibus vor. Eine Katastrophe.

Das Golden Triangle - wir haetten auch eine Bootstour mit dem Speedboot machen koennen, verzichteten aber - war auch nichts Besonderes. Am liebsten gleich weiter zur Grenze ... denn das war unser eigentliches Ziel: Wir muessen nach Myanmar, um wieder nach Thailand 'einzureisen' und somit eine Aufenthaltsgenehmigung von weiteren 30 Tagen zu bekommen. Das war innerhalb kuerzester Zeit getan und jetzt koennen wir sagen, dass wir in Myanmar gewesen sind.

Fazit: Wir waeren besser in einen lokalen Bus gestiegen, haetten uns den Stempel abgeholt und auch wieder zurueck gefahren. Aber naja, es soll auch solche Tage geben.

Morgen geh'ts jedenfalls zu den Elefanten ... :))

Donnerstag, Februar 12, 2004

Chiang Mai

Wir wissen, es wird jetzt langsam etwas langweilig aber wir sind heute schon wieder nur im Internet. Und ob ihr es glaubt oder nicht, aber wir haben schon viereckige Augen ...

Dienstag, Februar 10, 2004

Chiang Mai

Ich (Nicole) bin schon um 7.30 Uhr aufgestanden. Ich wollte um 8.00 Uhr im Postgebaeude sein, um dort den einzigen Windows XP-PC zu ergattern, wo ich am schnellsten meine Fotos runterladen und auf meine Jukebox laden kann.

Ramona war im Internet-Cafe gegenueber vom Hostel und wir tippten den ganzen Tag fleissig Berichte. Hatten schliesslich fast zwei Monate nachzuholen.

Erst abends um 21 Uhr machten wir Feierabend und goennten uns ein Menue bei McD.

Montag, Februar 09, 2004

Chiang Mai

Bereits um 8.10 Uhr waren wir am Immigration Office. Was? Wir sollen anstaendig gekleidet sein? Ist man anstaendig gekleidet, wenn man Shorts und Top anhat und in Sandalen laeuft? Wir werden es sehen.

Das Immigration Office oeffnet erst um 8.30 Uhr. Der Angestellte wollte uns jedoch nur eine 10-Tages-Verlaengerung geben. Das reicht doch nicht! Doch er wollte sich unser Problem gar nicht erst anhoeren. Wir brauchen 30 Tage. Tja, dann muesst ihr eben zur Grenze fahren und nochmal nach Thailand einreisen. Na toll.

Auf der Rueckfahrt zum Banana Guesthouse waegten wir die Fuer und Wider der Trekking-Tour ab und entschieden uns letztendlich dagegen. Wir mussten ja auch kein schlechtes Gewissen haben, denn sie wuerden auch mit 4 Leuten losziehen.

Wir packten unsere Tagebuecher ein und gingen ins Triple N-Restaurant zum Fruehstueck. Herrlich lecker. Hier verbrachten wir den ganzen Tag und den Abend mit Tagebuch schreiben und dem Planen unserer noch verbleibenden Monate. Am besten erzaehlen wir euch davon aber nicht, denn wir werden ihn sicher sowieso nochmal umschmeissen. Lasst euch also ueberraschen. :)

Samstag, Februar 07, 2004

Kanchanaburi - Chiang Mai

Ich (Nicole) konnte nicht mehr schlafen und stand bereits um 7.15 Uhr auf. Ich ging etwas spazieren und versuchte spaeter noch in mehreren Internet-Cafes meine Fotos runterzuladen. Ohne Erfolg.

Um 10 Uhr traf ich Ramona beim Fruehstueck. Wir machten den naechsten Plan. Wir strichen einiges von unserem urspruenglichen Plan und entschieden, so schnell wie moeglich zum Tauchen zu fahren. Nach Lampang ins Elefanten-Schutz-Zentrum und nach Chiang Mai zum Trekken wollten wir noch.

Wir gingen ins naechste Reisebuero und nach einigem Hin und Her entschieden wir uns, einen Nachtzug von Bangkok nach Lampang zu nehmen. Jetzt muessen wir uns nur noch in einen Bus nach Bangkok setzen. Aber wir troedelten etwas rum, verabschiedeten uns ein zweites Mal von Michael und stiegen in den Bus, der um 16.20 Uhr losfaehrt. Der um 15.50 Uhr ist uns gerade vor der Nase weg gefahren. 16.20 Uhr plus zwei Stunden Fahrt, das schaffen wir ja locker, um unseren Zug um 19.40 Uhr zu bekommen. Doch zu frueh gefreut. Denn die Busfahrt dauerte heute fast 4 Stunden! Somit hatten wir unseren Zug verpasst.

Als wir in Bangkok ausstiegen, regnete es in Stroemen. Wir stellten uns gleich unter und wurden auch prompt direkt von einem Taxifahrer angesprochen. Er wuerde uns fuer 250 Baht zum Bahnhof fahren. Das ist aber ganz schoen teuer. Ja, aber Taximeter nutzt die Firma nicht und ausserdem ist soviel Verkehr, da sind wir locker eine Stunde unterwegs. OK. Wir hatten ja nicht wirklich die Wahl. Im Auto stellte sich jedoch fuer uns ganz schnell heraus, dass er uns angelogen hat. Verkehr? Wo sind denn die ganzen Autos? Wir waren in 20 Minuten am Bahnhof. Tja, wir setzten unsere Rucksaecke auf und ich gab dem Taxifahrer 100 Baht in die Hand, sagte ihm, dass er damit mehr als zufrieden sein kann. Er guckte mich an wie ein Postauto. Ich erklaerte es ihm noch, dass er so mehr als ein Drittel des ausgemachten Preises bekam. Und da wir nur ein Drittel der Zeit benoetigt hatten ... er hatte keine Worte mehr sondern starrte mich nur mit offenem Mund an. Aufmuckende Touris hatte er wohl noch nicht erlebt.

Am Bahnhof gingen wir gleich zum 'Umbuchungs'-Schalter. Ohne Probleme bekamen wir Tickets fuer den Zug um 22 Uhr. Prima, das klappt ja wie am Schnuerchen. Schnell noch eine Kleinigkeit essen und dann ab in den Zug.

Donnerstag, Februar 05, 2004

Sangkhlaburi - Kanchanaburi

Ich (Nicole) wurde um 8 Uhr von Tommy geweckt und wir genossen die fruehe Idylle mit Blick auf den See. Ramona schlief noch und Michael war sowieso ein Langschlaefer. Da wir erst zum Mittagessen verabredet waren, war auch keine Eile angesagt. So packten wir gegen 11 Uhr unsere Rucksaecke, checkten aus und machten uns auf den Weg nach Songkaria.

Hier wollte Tommy uns hinfuehren, da die Koechin ueber weite Strecken bekannt ist und man hier besonders gut Thai essen kann. Ausserdem sind die 'Tische' wie kleine Bambushuetten in einem Fluss gebaut. Herrlich ruhig und idyllisch. Hinzu kommt, dass es hier fast nur Thais gibt und man das Restaurant wirklich noch als Geheimtipp bezeichnen kann. Das Essen war auch wirklich sehr gut.

Zurueck im Hostel ging es fuer Ramona und mich dann ganz schnell. Kurz Tschuess gesagt und schon waren wir wieder auf dem Moped zurueck zum Busbahnhof. Wir schafften es wieder auf die Minute genau. 14.30 Uhr war Abfahrt und um 18 Uhr erreichten wir Kanchanaburi.

Dieses Mal checkten wir im Jolly Frog ein, eine weitere Empfehlung von Tommy. Wir machten uns aber auch gleich wieder auf den Weg, wollten sehen, ob wir eine Tour zum Erawan Wasserfall und zum Tigertempel buchen koennen. War alles ganz einfach.

Abendessen gab's im Snooker, wo wir auch den Rest des Abends verbrachten und DVD guckten, die auf einem grossen Bildschirm gezeigt wurde.

Dienstag, Februar 03, 2004

Kanchanaburi - Sangkhlaburi

Um 8.40 Uhr sassen wir bereits im Bus zum Hellfire Pass. Wir wollten uns die Eisenbahnstrecke ansehen, die die Japaner im 2. Weltkrieg gebaut haben. 415km lang, durch den Dschungel und Berge von Bampong in Thailand bis Thanbyuzayat in Burma.

Um 11 Uhr stiegen wir am Hellfire Pass aus, stellten unsere grossen Rucksaecke am Eingang ab und machten uns auf Erkundungstour.

Die Eisenbahn wurde von ca. 250.000 asiatischen Arbeitern und ueber 60.000 australischen, britischen, hollaendischen und amerikanischen Kriegsgefangenen gebaut. Man hat im Oktober 1942 in Suedburma sowie in Thailand angefangen. Am 16 Oktober 1943 trafen sich die beiden Enden der Burma-Thailand-Eisenbahn in Konkoita in Thailand.
Fuer die Arbeiten wurde nur wenig modernes Werkzeug zur Verfuegung gestellt. Erde und Steine mussten mit Schaufeln, Spitzpicken und Hacken gebrochen werden und wurden dann in Koerben oder Saecken fortgetragen. Stein- und Erddaemme wurden durch Haende aufgeschuettet. Auch die Einschnitte durch Felsen wurden mit Hand gemacht. Metallgewindebohrer und Holzhammer wurden genutzt, um Loecher fuer Sprengstoff zu bohren. Die meisten der Bruecken auf der Strecke waren Holzbruecken, gemacht aus Holz aus dem umliegenden Dschungel.
Von April 1943 wurde die Arbeit stark forciert, da die Japaner im August fertig sein wollten. Dies wurde dann die beruechtigte 'Speedo'-Zeit. Die Kriegsgefangenen und asiatischen Arbeiter arbeiteten bis tief in die Nacht. Am Konyu-Einschnitt gab das flackernde Signalfeuer auf die ausgemergelten Arbeiter dem Platz seinen Namen: Hellfire Pass. In der 'Speedo'-Zeit, die in der Regenzeit war und verstaerkt durch das Ausbrechen von Cholera, starben Tausende von Menschen.
Von den 60.000 alliierten Kriegsgefangenen starben 12.399 (20%) beim Bau der Eisenbahn. Man glaubt, dass weitere 70.000 - 90.000 zivile Arbeiter gestorben sind. Die Gruende hierfuer war Mangel von anstaendigem Essen, total unangemessene medizinische Einrichtungen und zeitweise auch das brutale Umgehen von Aufpassern.
Das Essen, das die Kriegsgefangenen bekamen, war Reis, etwas getrocknetes Gemuese und getrockneten Fisch. Hunger fuehrte zu vielen Krankheiten und viele geschwaechte Kriegsgefangene, die unter erschreckenden Bedingungen lebten, wurden oft von Malaria, Diarrhoe, Cholera und tropischen Geschwueren heimgesucht.

Zwischen Dezember 1943 und August 1945 wurden etwa 220.000 Tonnen militaerisches Zubehoer ueber die Eisenbahn transportiert.
Heute werden noch 130km der Strecke genutzt - von Non Pladuk nach Namtok.

Wir liefen einen Teil der Strecke (ca. 8km) ab. Es war bullig heiss und wir waren die einzigen Menschen weit und breit. Die Landschaft hier war wunderschoen, aber die Vorstellung bei dieser Hitze zu arbeiten - der reinste Wahnsinn!

Als wir zurueck kamen, erwischten wir gerade noch den letzten Bus nach Sangkhlaburi. Mal wieder perfektes Time Management! Die Strecke von hier nach Sangkhlaburi und vor allem die letzten 25km gelten als die schoenste Strasse von Thailand. Serpentinen, ein staendiges Auf und Ab und rechts und links Wald oder See. Wirklich schoen!

Wir uebernachteten in einem Hostel, das von Armin, einem Oesterreicher, seit 11 Jahren gefuehrt wird. Hier trafen wir auch auf die beiden Deutschen Tommy und Michael, mit denen wir den Abend verbrachten.

Sonntag, Februar 01, 2004

Bangkok

Da ich (Nicole) noch nicht auf der Schlangenfarm gewesen bin, wollte ich das heute machen. Es war ja unser letzter Tag in Bangkok. Al wollte mich begleiten. Vorher aber sind wir in den Lumphini Park, der groesste und beliebteste Park in Bangkok. Die beste Zeit, sich hier zu vergnuegen, ist vor 7 Uhr morgens. Ja, wirklich so frueh in der Frueh! Und auch am Sonntag!

Al und ich kamen jedoch erst nach 7 Uhr an. Und dennoch bot sich uns noch ein erstaunliches Bild. Hunderte von Menschen trieben dort ihren Sport. Von Tai Chi, ueber Tanzen, Joggen, Martial Arts, ... ganz wie in China. Ich war baff. Hinzu kam, dass die meisten Gruppen auch die gleichen T-Shirts trugen, so dass alles sehr farbenfroh aussah.
Wir liehen uns auch ein Boot aus und ruderten eine halbe Stunde auf dem kleinen See rum, ehe es Zeit fuer die Schlangen wurde.

Das war wirklich ein Erlebnis. So eine Schlange mal anzufassen. Und am Ende gar noch eine Python um den Hals zu haben. Grandios zu fuehlen, wie sie sich bewegt.

Nach diesem Erlebnis ging es etwas ruhiger weiter und wir gingen etwas shoppen.

Am Abend gab's ein gemuetliches und sehr gutes Essen zum Abschied. Ich probierte Perlhuhn. Das war verdammt lecker!

Freitag, Januar 30, 2004

Bangkok

Wieder Fruehstueck um 9 Uhr. Dieses Mal Cornflakes und Brot mit einer Art Nutella.

Anschliessend machten wir uns nochmal auf in die Touri-Strasse. Hier kann man guenstig Reisefuehrer kaufen. Und das taten wir dann auch. Ramona und ich machten noch eine ausgedehnte Shopping-Tour, was so gar nicht geplant war, und trafen uns am spaeten Nachmittag mit Al nochmal im Internet-Cafe.

Hier verbrachten wir den Rest des Tages/Abends. :(

Mittwoch, Januar 28, 2004

Bangkok

Fruehstueck um 9 Uhr im Hostel. Zwei Mal zwei weich gekochte Eier mit Toast und Tee, und einmal Breakfast Set fuer Al. Eigentlich ganz einfach, oder? Nicht aber fuer die Leute im Hostel. Al und Ramona bekamen zwar nach einigem Hin und Her ihr Fruehstueck, aber ich hatte um 9.45 Uhr immer noch nicht das, was ich wollte. Es sei denn, ich haette die weich gekochten Eier gewollt, die so weich waren, dass selbst das Eiweiss noch fluessig war.

Jetzt sollte es zum Grand Palace, in dem auch der Koenigspalast liegt, gehen. Wir nahmen einen Tuk Tuk-Fahrer. Tuk Tuks sind wie motorisierte Rikschas und man sieht sie in Thailand ueberall. Als wir ausstiegen, wurden wir gleich von den naechsten Tuk Tuk-Fahrern angehauen. Der Palast sei geschlossen und wir sollten uns erst etwas anderes anschauen. Ja, sicher doch! War klar, dass sie uns uebers Ohr hauen wollten. Wir ignorierten die Fahrer und gingen einfach weiter. Und siehe da - da ist doch der Eingang. Wer sagt es denn? Doch die im Reisefuehrer beschriebenen Hallen konnten wir einfach nicht finden. Ja, und selbst der riesengrosse 45m lange goldene liegende Buddha war mit keinem Wort erwaehnt. Hier stimmt etwas nicht ... ich las weiter und fand heraus, dass wir gar nicht im Grand Palace waren. Na toll!

Dieser hatte dann laut Reisefuehrer tatsaechlich Mittagspause, so dass wir uns entschieden, erst einmal zur Mansion und dem Elefantenmuseum zu fahren. Doch die Tuk Tuk-Fahrer wollten mehr. Sie wollten uns auch zu einem Juwelier oder einer Seidenfabrik fahren. Nein, nicht mit uns. Da laufen wir lieber! Es war zwar ein weiter weg und es war maechtig heiss, aber wir wollten uns nicht uebers Ohr hauen lassen. Allerdings troedelten wir auch maechtig rum, machten hier halt und guckten dort, so dass wir gegen 13 Uhr fast genau zwischen der Mansion und dem Grand Palace waren. Also sind wir erst wieder zurueck zum Grand Palace, zumal wir mit diesem Eintrittsticket auch in die Mansion kommen.

Wir goennten uns einen Fuehrer, der uns so einiges ueber den Palast erzaehlen konnte. 1782 wurde er errichtet und enthaelt nicht nur den koeniglichen Palast und die Thronhallen sondern auch einige Regierungsgebaeude und den Tempel des Smaragdbuddhas. Das ganze Gelaende ist ueber 200.000qm gross und von einer 1900m langen Mauer umgeben.

Nach der Fuehrung also weiter in die Mansion. Wir liessen uns doch breit schlagen, einen Tuk Tuk-Fahrer zu nehmen, mussten dafuer aber 10 Minuten in ein Juwelier-Geschaeft. Also gut! Aber zuerst einmal standen wir im Stau. Man, muss das denn auch noch sein? Wir haben doch keine Zeit - die Mansion schliesst um 16 Uhr und es ist schon nach 15 Uhr. Dann endlich der Stopp beim Juwelier. Wir sind kurz rein, haben uns ein paar Dinge angeschaut, aber das war's dann auch. Als wir rauskamen, war der Tuk Tuk-Fahrer geschockt. Wir hatten nichts gekauft und waren auch keine 10 Minuten im Geschaeft. Jetzt ist seine Kommission futsch! Oh man, dass er das so genau nimmt?! Er war am lamentieren wir bloede, aber wir ignorierten das, nahmen Platz im Tuk Tuk und warteten bis er sich beruhigt hatte. Er brachte uns letztendlich auch zur Mansion, aber froh war er nicht mit uns.

Naja, um ehrlich zu sein haetten wir uns die Mansion auch sparen koennen. Und dummerweise sind wir dort zuerst hingegangen. Jetzt hat das Elefantenmuseum geschlossen.

Was nun? Naja, so langsam koennten wir ja mal ans Essen denken. Es ist immerhin schon nach 16 Uhr. Ramona und Al jedoch hatten einen Mordsspass, jeweils zu versuchen, den anderen mit der Sprenkelanlage pitschnass zu machen. Wie die Kinder! :)

Wir hatten uns fuer ein vegetarisches Restaurant entschieden, das aber so weit weg lag, dass wir uns ein Taxi nehmen mussten. Dieses liess uns zwar in der Strasse, nicht aber vor dem Restaurant raus. Auf dem Weg zu diesem kamen wir an einem grossen Platz vorbei, auf dem Hunderte von Menschen in blauen T-Shirts standen. Was ist denn hier los? Da muessen wir aber mal nachschauen. Oha - hier ist Aerobic angesagt. Al und ich (Nicole) gingen gleich einen Schritt schneller ... und machten mit! Der Vorturner auf einer Buehne fand das auch witzig ermutigte uns immer wieder, weiter zu machen. Ramona hingegen zog es vor, sich das ganze Spektakel im Sitzen anzuschauen.

Nass geschwitzt ging es eine Stunde spaeter weiter. Das ausgewaehlte Restaurant sprach uns nicht wirklich an. Also weiter ... oh, da gibt's noch was Feines. Ups, aber das sieht fein aus. Macht doch nichts - wenn sie uns nicht wollen, koennen sie ja nein sagen. Sagten sie aber nicht. Und so hatten wir am Ende ein richtig leckeres Abendessen - sogar begleitet von Live-Musik.

Auf dem Weg zurueck zum Hostel versuchten wir dann nochmal unser Glueck mit dem goldenen stehenden Buddha. Und dieses Mal fanden wir ihn dann auch. Wir kamen zwar nicht mehr bis ganz vorne hin - aber zumindest haben wir ihn aus der Ferne gesehen.

Dienstag, Januar 27, 2004

Manila - Bangkok

Schon wieder eine kurze Nacht. Um 7.45 Uhr standen wir auf, da unser Taxi fuer 8.30 Uhr bestellt war. Im Taxi merkte ich, dass unser Flug nach Bangkok 20 Minuten frueher geht als wir geplant hatten. Aber wir hatten gluecklicherweise noch genug Zeit eingeplant.

Der Flug verlief ohne grosse Zwischenfaelle und Ramona und ich machten unseren ersten Plan, wie lange wir in Bangkok bleiben wollen. Vier Tage ... aber man kennt uns ja - Plaene sind dafuer da, um ueber den Haufen geschmissen zu werden. Wollen mal sehen, wie lange es dieses Mal anhaelt...

In Bangkok haben wir uns gleich ein Taxi genommen zum Youth Hostel. Hier hatten wir Glueck, denn sie waren fast ausgebucht - und wir planen ja nicht und buchen somit auch nicht im voraus. :)

Dann schauten wir uns gleich mal ein wenig in Bangkok um. Zur Kho San-Strasse sollten wir gehen ... jeder Tourist geht dorthin. OK, wollen doch mal sehen. Shops, Unterkuenfte, Restaurants, Kneipen, ... hier gab es einfach alles! Aber auch viel zu viele Touristen. Thais sieht man hier fast ueberhaupt nicht. Aber billig einkaufen kann man hier... Dennoch lieber schnell wieder weg.

Wir machten uns dann auf die Suche nach einem guten Restaurant. Es wurde langsam Zeit fuer ein Abendessen. Aber hier ist eine Tourist Information. Vielleicht bekommen wir hier eine Landkarte von Thailand. Doch wir kamen fast gar nicht so weit, danach zu fragen. Wir wurden sogleich bombadiert, wir sollten doch eine Nacht-City-Busfahrt mitmachen. Sie dauert nur 1,5 Stunden und ist kostenlos. Warum also nicht? Von dem Haken hatte man uns natuerlich erst etwas erzaehlt, als wir schon im Bus sassen. Die Tour war nur in Thai. Und Informationen in Englisch gibt es zwar, aber das Licht im Bus war ausgeschaltet. Naja, dennoch sahen wir so die Sehenswuerdigkeiten in Bangkok bei Nacht.

Wir gingen dann ins Ton Pho-Restaurant, dass auch unter den Thais sehr beliebt sein soll. Nun, fuer mich (Nicole) war es nicht wirklich was, da es ueberwiegend Seafood gab. Ausserdem wurde ich die ganze Zeit von den Moskitos angegriffen.

Nach dem Essen machten wir uns noch auf die Suche nach dem stehenden Buddha. Aber wir konnten ihn trotz Karte nicht finden. Dann sollten wir es morgen nochmal versuchen.

Samstag, Januar 24, 2004

Dumaguete - Malapascua

Heute wollten wir auf die Insel Malapascua, die noerdlich der Insel Cebu liegt. Auf Malapascua kann man tauchen und dabei Haie beobachten. Dafuer nahmen wir natuerlich gerne wieder einen Reisetag in Kauf.

Wir nahmen die Faehre von Dumaguete nach Bato, auf die Insel Cebu. Hier wollten wir uns nicht auf die oeffentlichen Verkehrsmittel verlassen, da wir nur einen Tag Zeit hatten, um nach Malapascua zu kommen. Es durfte also nichts schief gehen. Am besten, wir mieten uns gleich einen Van. Das ist zwar teuer, aber das nehmen wir jetzt gerne in Kauf.

In Bato gab es tatsaechlich auch einige Vans, die auf die Reisenden warteten, um sie nach Cebu City zu fahren. Cebu City ist aber nur die Haelfte unserer Strecke - wenn ueberhaupt - und da wir dort nicht nochmal nach einem neuen Van suchen wollten, versuchten wir hier einen Fahrer zu finden, der uns die 10 Stunden nach Maya faehrt. Hier setzte Ramona ihre ganzen Verhandlungskuenste ein und schaffte es letztendlich, dass wir fuer einen klasse Preis die ganze Strecke in einem Van zurueck legen konnten. Teil der Vereinbarung war allerdings, dass wir bis Cebu noch 10 andere Personen mitnehmen. Also mussten wir erst noch eine halbe Stunde auf die naechste Faehre warten und gegen 13 Uhr ging es dann endlich los.

Der Fahrer raste wie wild, als wolle er einen neuen Rekord aufstellen. Innerhalb kuerzester Zeit waren wir in Cebu, wo wir nochmal anhielten, um die anderen Leute rauszulassen. Die Zeit, die der Fahrer auf der Fahrt nach Cebu reingefahren hatte, verloren wir jetzt wieder, als wir aus Cebu raus fahren wollte. Es ging einfach nicht voran.

Es wurde spaeter und spaeter, inzwischen war es schon dunkel, und ich glaube nicht, dass der Fahrer jemals soweit hoch im Norden der Insel gewesen ist. Er kannte den Weg naemlich nicht und musste sich am Ende immer durchfragen. Es blieb nicht aus, dass wir uns verfuhren.

Es war ca. 22 Uhr als wir in Maya ankamen. Klar, dass die letzte Faehre nach Malapascua schon weg war. Doch gluecklicherweise sass dort noch eine Chinesin, die schon nach Malapascua telefoniert hatte, und jetzt auf ein Boot wartete. Wir konnten mit ihr rueber fahren und waren ca. 1,5 Stunden spaeter da.

Gluecklicherweise hatten wir die Uebernachtung schon im voraus gebucht. So mussten wir so spaet nachts nur noch klar machen, dass wir morgen frueh beim Hai-Tauchgang dabei sein wollen.

Um 1.30 Uhr fielen wir todmuede ins Bett - und wieder stand uns eine kurze Nacht bevor.

Donnerstag, Januar 22, 2004

Dumaguete

Ohne gefruehstueckt zu haben sind wir gleich zum Tauchshop, um unsere Tauchgaenge fuer den naechsten Tag festzulegen. Nachdem das erledigt war, brauchten wir Geld. Das war mal wieder nicht so einfach, da nicht jeder Automat all unsere verschiedenen Karten akzeptierte. Ausserdem mussten wir unseren Flug von Cebu nach Manila buchen. Das alles hat uns doch sehr aufgehalten.

Es gab ein nettes Mittagessen und den Nachmittag spazierten wir etwas durch die laute und stinkige Stadt bevor wir uns in ein Internet-Cafe setzten. Hier konnte man sich sogar die Cocktails an den Computer servieren lassen. Das war prima.
Ansonsten war der Platz nicht so reizvoll, da man viele fettleibige aeltere Maenner gesehen hat, die nur mit den Thai-Maedels ...

Mittwoch, Januar 21, 2004

Carmen - Dumaguete

Bereits um 5.50 Uhr sind wir aufgestanden! Was war los? Wir wollten sehen, wie die Sonne ueber den Schokoladenhuegeln aufgeht. Leider nur war es etwas bewoelkt, so dass wir von dem Sonnenaufgang nicht wirklich viel hatten.

Ramona legte sich anschliessend nochmal hin. Ich bin dagegen mit Al in den Pool, wo wir eigentlich Laura und Jost nochmal treffen wollten. Aber die beiden hatten sich umentschieden und sind frueher abgereist als geplant.

Nach einer kalten Dusche weckten wir Ramona und es ging zum Fruehstueck. Naja, die Spiegeleier waren nicht so lecker, das Toastbrot nicht getostet und anstelle roter Tomaten bekamen wir gruene Tomaten. Auch der Kakao von den Chocolate Hills warf uns nicht vom Hocker. Wenn er wenigstens mit Milch gemacht waere...

Leider fing es dann an zu regnen. Und wie! Da hat man ja gar keine Chance, trocken zu bleiben. Gluecklicherweise mussten wir erst gegen 16 Uhr auschecken, so dass wir noch etwas Zeit hatten. Wir verkrochen uns auf unser Zimmer und informierten uns ueber Thailand.
Doch es wollte einfach nicht aufhoeren zu regnen. Im Gegenteil, es regnete immer heftiger. Somit konnten wir unsere Motorradtour durch die Huegel nun endgueltig abschreiben.

Gegen 14 Uhr stiegen wir in einen Minibus nach Tabligaran ein, von wo aus wir die Faehre nach Dumaguete nahmen. Hier checkten wir bei Harold's Mansion ein. Ziemlich guenstig und inkl. Fernseher - als ob wir den brauchen wuerden - und heisser Dusche!

Den Abend verbrachten wir im Internet-Cafe bzw. auf der Suche nach einem, wo wir unsere Hard Drives und Kameras anschliessen konnten. Eigentlich nichts Spannendes, aber als wir um 22.40 Uhr rausgeschmissen wurden, weil man um 23 Uhr schliesst, waren wir doch etwas verdutzt. Aber man erklaerte es uns: Hier in Dumaguete ist die Zeit tatsaechlich 20 Minuten im voraus. Es kann sich zwar keiner erklaeren, warum, aber ... es ist einfach so.

Sonntag, Januar 18, 2004

Pagsanjan - Bulan

Da wir nicht mit allen Touristen auf dem Fluss zum Wasserfall unterwegs sein wollten, waren wir bereits um 7.30 Uhr unterwegs. Wir bekamen Schwimmwesten umgebunden und los ging's ins Boot. Und hiermit sollen wir raften? Das ist doch ein Kanu? Haben wir hier etwa eine Kanufahrt gebucht? Dabei ist der Fluss doch wegen seiner schnellen Stroemungen bekannt geworden. Na denn kann's ja mal losgehen. Der einzige Weg zu diesem Wasserfall ist uebrigens ueber diesen Fluss.

Al sass hinter, Ramona vor mir. Ramona und ich waren natuerlich so clever, unter unseren Klamotten den Bikini zu tragen, schliesslich werden wir am Ende ja noch zu einem Wasserfall fahren und da koennen wir schwimmen. Wir machten uns beide noch ueber Al lustig, der seine Badehose natuerlich vergessen hatte. :) Wir hatten zwei starke Maenner im Boot, die fuer uns paddelten. Stark mussten sie auch sein, denn erst mal ging es gegen die Stroemung. Es war genial zu beobachten, wie flink die beiden paddelten und auch immer wieder aus dem Boot ausstiegen, um uns barfuss von den Steinen im Wasser abzustossen. Wir mussten immer wieder mal eine kurze Ruhepause fuer die beiden einlegen. Insgesamt dauerte die Fahrt etwa 45 Minuten. Von den wilden Tieren, die wir hier sehen sollten, bekamen wir allerdings nichts zu sehen. Vielleicht haetten wir wirklich erst um 8 Uhr losfahren muessen.

Oben angekommen mussten wir aus dem Boot aussteigen und ein Stueck zu Fuss laufen. Dann kamen wir zu einem Floss, mit dem es dann zu dem Wasserfall gehen sollte. Schon Wahnsinn, wie viel Wasser da den 10m hohen Berg runter geschossen kommt. Je naeher wir zum Wasserfall kamen, desto mehr spritzte es natuerlich und es war klar, dass wir hier nicht trocken raus kamen. Aber wir hatten ja unsere Bikinis an. Nur waren Ramona und ich so dumm gewesen und haben unsere Shorts und T-Shirts nicht ausgezogen. Jetzt war Al der lachende Dritte. Unter dem Wasserfall waren die Wassermassen so stark, dass man kaum atmen konnte. Wir fuhren noch ein Stueck weiter in den Felsen - hinter den Wasserfall - und konnten dann etwas in dem Fluss schwimmen. Das war ein riesen Spass. Und spaetestens jetzt waren wir auch wach!

Zurueck im Hotel gab's dann noch ein gutes Fruehstueck und wir trockneten unsere Klamotten in der heissen Sonne. Dann ging's auch schon wieder weiter. Unser naechstes grosses Ziel waren die Schokoladenhuegel auf der Insel Bohol. Da lag eine verdammt lange Strecke vor uns. War klar, dass wir das auch wieder ueber Land machen wollten. Schliesslich wollen wir ja etwas von dem Land sehen. Und fliegen kann ja jeder.

Wir nahmen also ein Tricycle zur Busstation und setzten unsere Reise bis Lucena in einem Jeepney fort. Von dort ging's mit einem Bus weiter nach Bulan.

Bulan erreichten wir nachts um 1 Uhr, 2 Stunden frueher als erwartet. Was tun jetzt? Wir sassen an der Bushaltestelle, die wie ein kleiner Warteplatz war, zusammen mit einigen anderen Reisenden. Der Fernseher lief und sie zeigten irgendwelche dummen amerikanischen Filme. Da ich schon im Bus nicht schlafen konnte, legte ich mich hier einfach auf den Boden und versuchte zu schlafen.

Freitag, Januar 16, 2004

Banaue - Manila

Heute wollten wir mal wieder nur reisen und uns die Landschaft aus dem Bus ansehen. Ziel war Baler - hier gibt es die einzigen Krokodile auf den Philippinen.

An der Bushaltestelle in Banaue trafen wir noch mal auf Elvis, der sogar noch bis Solano mit uns reiste. In Solano stiegen wir dann in einen Bus, der bis nach Manila faehrt. Aber soweit muessen wir gar nicht mit fahren. Wir steigen vorher in Cabanatuan aus und wenn wir frueh genug an sind, dann steigen wir in den naechsten Bus nach Baler um. Es versprach also, ein ganz relaxter Tag zu werden.

Im Bus dann aber nach Cabanatuan schnappte ich (Nicole) mir nochmal den Lonely Planet, um etwas mehr ueber die Gegend um Baler und die Krokodile zu erfahren. Doch mich traf fast der Schlag. Ich hatte mich verlesen. Die Krokodile gab es gar nicht in Baler. Das gibt es doch gar nicht - wir fahren in die ganz falsche Richtung. Wir muessen in den Norden, nicht in den Sueden. Das darf doch einfach nicht wahr sein. Bin ich denn nicht mal in der Lage, einen Reisefuehrer zu lesen. Warum hatte ich mir das Buch nicht gestern abend noch geschnappt, so wie ich es eigentlich vorgehabt hatte? Ich war ziemlich angepisst. Es ist ja hier schliesslich nicht so, dass man mal eben nochmal zurueck fahren kann.

Al, Ramona und ich mussten also jetzt ganz schnell ueberlegen und unseren Plan umschmeissen. Wir entschieden uns, bis nach Manila zu fahren und von dort weiter nach Pagsanjan zum Raften.

In Manila kamen wir erst sehr spaet am Abend an. Wir goennten uns noch eine Kleinigkeit zu Essen bevor wir uns ins Taxi zum Youth Hostel setzten. Das waren nochmal 45 Minuten Fahrt. Aber immerhin liegt es in der Naehe zur Busstation, von der wir morgen frueh los muessen. Gegen Mitternacht fielen wir hundemuede ins Bett.

Mittwoch, Januar 14, 2004

Banaue - Cambulo

Um 8 Uhr waren wir schon auf den Beinen. Mussten uns um die Verpflegung fuer die naechsten zwei Tage kuemmern. Und Elvis wollte uns um 8.30 Uhr ja schon abholen.

Unsere grossen Rucksaecke konnten wir im Banaue View Inn lassen und mit einem kleinen Rucksack bepackt machten wir uns auf. Regenkleidung liessen wir bewusst zurueck - obwohl es gestern abend noch heftig geregnet hatte. Warum? Ich (Nicole) kann's euch nicht mehr sagen. Als wir los sind, regnete es ja auch nicht. :)

Mit zwei Tricycles wurden wir erst zum Banaue Aussichtspunkt gefahren, der etwa 10 Minuten nordoestlich von Banaue liegt. Von hier hat man eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Reisterrassen.

Dann wurden wir noch ein Stueck weiter gefahren und los ging's mit dem Wandern. Wir waren noch nicht richtig unterwegs, da setzte schon der erste leichte Nieselregen ein. Ach, das bisschen, das macht uns ja nichts. Es ist ja warm, da kommt so eine Abkuehlung doch nur recht. Wir wanderten erst durch ein Stueck Wald und Elvis fuehrte uns schon ein bisschen in die philippinische Kultur.

Er erklaerte uns u.a. auch, warum so viele Philippinen so rote Lippen haben und warum die Strassen so rot bespritzt sind, so dass es aussieht als haette jemand mit Farbe gekleckst. Die Philippinen essen die Betel-Nuss mit einem Betelblatt und etwas Limonenpulver und kauen stundenlang darauf rum. Die Philippinen nennen es den philippinischen Kaugummi, aber in der Tat gibt es das nicht nur auf den Philippinen sondern z. Bsp. auch in Indien, Vietnam, Indonesien, Sri Lanka, ... Wenn man also lange genug auf der Nuss kaut, faerbt sich alles rot und man spuckt die dann rote Spucke einfach aus (daher auch die Flecken auf der Strasse). Der Koerper wird ausserdem total heiss und man soll sich richtig gut fuehlen.
Ich (Nicole) machte gleich mit Elvis aus, dass ich das auf jeden Fall spaeter mit ihm probieren werde.

Die Landschaft, durch die wir wanderten, wechselte vom Wald zu den Reisterrassen. Der Regen hatte natuerlich nicht nachgelassen. Im Gegenteil, es begann nun richtig heftig zu regnen und es war klar, dass wir nicht mehr lange laufen mussten, um richtig nass zu sein. Doch nicht nur das. Natuerlich wurden die nicht vorhandenen Wege richtig glitschig und unsere Wanderschuhe sind im Nassen sicher nicht die Besten. Wir hatten also erhebliche Muehe, Elvis zu folgen, ohne mit dem Fuss in die kniehoch mit Schlamm gefuellten Reisterrassen zu treten oder gar ganz hinein zu fallen. Oder sogar auf der falschen Seite abzurutschen und in den tiefen Abgrund zu stuerzen. Uns war schon sehr mulmig zu mute. Elvis lachte natuerlich viel ueber uns - klar, er hatte ja seinen Regenponcho dabei.

Nach stundenlangem Wandern durch den Regen und die Reisterrassen erreichten wir Cambulo. Hier besorgte Elvis den Schluessel fuer unsere Unterkunft und wir staunten nicht schlecht, als wir den offenen Kamin sahen. Es war klar, was passieren musste. Im Nu hatten wir unsere nassen Klamotten aus und standen in Unterwaesche vor Elvis, der bereits dabei war, das Feuer anzumachen. Wir draengelten uns vor das Feuer, da es natuerlich in der nassen Unterwaesche nicht wirklich warm war.

Elvis hatte natuerlich auch nicht vergessen, dass ich mit ihm die Betel-Nuss probieren wollte. Er machte sie fuer mich fertig, aber irgendwie traute ich mich dann nicht so recht. Ich wollte es mit ihm zusammen machen. Und dann begann er zu kauen und ich hatte die Nuss immer noch in meiner Hand. Al und Ramona sagten mir, dass ich jetzt nicht nein sagen koenne. Also gut. Die Nuss von der Hand in den Mund. Man, war die hart. Die kann man ja fast gar nicht zerbeissen. Und iiiih, wie eklig, voll bitter. Ich verzog das Gesicht in einer Tour. Muss witzig ausgesehen haben, denn Al und Ramona lachten nur. Und da ich nicht wusste, wie man die Nuss richtig kaut, hatte ich auch schnell alle Koernchen im ganzen Mund verstreut. Es war einfach widerlich. Selbst das Ausspucken fiel mir schwer. Mir lief die rote Spucke das Kinn runter und alle amuesierten sich praechtig. Die Hitze, die ich in meinem Koerper spueren sollte, spuerte ich nicht. Aber vielleicht kaute ich einfach nur nicht lange genug. Ich war froh, als ich die Nuss, die ja nun keine mehr war, endlich ausspucken konnte. Aber selbst der Nachgeschmack war widerlich.
Al und Ramona versuchten das dann auch - sie wussten natuerlich nun, worauf sie zu achten hatten und kauten somit auch laenger; was ihr einziges Ziel war. Pah! :)
Ich hatte die Betel-Nuss nun probiert und fuer mich war klar, dass ich das nicht nochmal brauche.

Der ganze Abend bestand mehr oder weniger darin, unsere Klamotten wieder zu trocknen. Elvis hatte fuer uns gekocht - Suppe und Reis mit Thunfisch und als es zum gemuetlichen Teil des Abends ging, nahm er die Gitarre und sang uns philippinische Lieder vor. Schoen!

Auf dem Weg heute Nachmittag hatte Elvis uns vom Banaue Reiswein vorgeschwaermt. Leider gab es den hier im abgelegenen Dorf nicht. Doch der Besitzer des Hauses hatte eine andere Leckerei fuer uns. Er lief im Schein einer Taschenlampe los, kreutz und quer durch die Reisterrassen, und besorgte ein Flaeschchen Gin fuer uns. Wir oeffneten die Flasche und waren sehr erstaunt was uns da fuer ein Geruch entgegen kam. Es war 80%iger Schnapps. Das war doch nie im Leben Gin. Aber mit den richtigen Zutaten gemischt schmeckte es prima.

Montag, Januar 12, 2004

Sagada

Wir schliefen heute etwas laenger und machten einen auf gemuetlich. Wollten erst am spaeten Morgen weiter nach Banaue fahren. Nach einem leckeren Fruehstueck im Yoghurt House fanden wir heraus, dass es nur noch einen Bus gibt, aber schon in einer halben Stunde. Aber wir sind ja flexibel - dann bleiben wir eben noch einen Tag in Sagada.

Wir machten einen langen Spaziergang bei bulliger Hitze und verbrachten den Nachmittag im Internet-Cafe. Wir mussten alle drei unsere Fotos runterladen und bearbeiten. Und obwohl Sagada ein so kleines Doerfchen 'in the middle of nowhere' ist, hat es doch fantastische Internet-Verbindung und alle Extras, die wir benoetigten.

Samstag, Januar 10, 2004

Baguio - Sagada

Da Baguio fuer uns nur eine Durchreisestation war, machten wir uns nach dem Fruehstueck schon wieder weiter. Sagada war unser Ziel. Ein weiterer Tag stand im Zeichen des Reisens.

Die Fahrt nach Bontoc dauerte bereits sieben Stunden und hier mussten wir in einen anderen Bus umsteigen, um nach Sagada zu kommen. Der Halsema Highway fuehrt durch eine grandiose Berglandschaft, aber Highway kann man das sicherlich nicht nennen. Die Bauleute scheinen in permanentem Kampf zwischen Natur und Hoehe; der Highway liegt auf 2255m auf seinem hoechsten Punkt.

Sagada ist ein kleines Doerfchen auf einer Hoehe von 1477m. Hier fuehlt man sich gleich zu Hause. Kein Laerm, keine Umweltverschmutzung und hier kann man ohne Probleme auf der Mitte der Strasse laufen und wird eventuell gelegentlich mal von einem vorbeifahrenden Auto oder Bus gestoert.

Wir checkten im Sagada Guesthouse ein und wollten gleich weiter zum Abendessen. Das Log Cabin wurde empfohlen, nicht nur wegen seines guten Essens sondern auch weil man hier vor offenem Feuer sitzen kann. Doch hier musste man vorbestellen. Wir sind dann weiter in ein anderes Restaurant, dessen Namen ich vergesse habe. Das liegt sicher auch daran, dass das Essen alles andere als gut war.