Sonntag, November 16, 2003

Datong - Linfen

Kurz nach Mittag machten wir drei uns auf in die Stadt. Wir suchten wieder mal eine Post, um unser Paket endlich heim zu schicken, und nach einer Bank, wo Al Geld abheben konnte und nach einem Internet Cafe mit USB Anschluss, wo wir unsere Software fuer die Digi Kameras aufspielen konnten. Letzteres war unmoeglich. Es gab nirgends PCs mit CD Laufwerk. Post und Bank gestaltete sich ebenfalls ziemlich schwierig. Saemtliche Poststellen verschickten nur national und nicht ins Ausland. Die Banken akzeptierten keine auslaendischen Bankkarten.

Da kamen wir an einem Schuhmacher vorbei. Nicole hatte dummerweise ihre Schuhe vergessen. Also liess ich meine machen. Sie waren schon heftig abgelaufen vom vielen Bergsteigen. Ganz geheuer war mir die Sache aber nicht. Was wenn die Sohle nachher total krumm und schief ist? Der Schuster nahm ein grosses Stueck Gummi von einem Reifen, schnitt es zurecht und klebte es unter die Verse. Ein paar Naegel rein und was uebersteht, abgeschnitten. Fertig. Na, wenn das man nun nicht in die Hose gegangen ist. Doch es war garnicht mal so schlecht. Ein bisschen uneben, aber es ging. Da kann er auch gleich den anderen Schuh noch machen. War ja schon irgendwie faszinierend. Aus einem Reifen wurden im Nu neue Absaetze gezaubert. Und das fuer nur 4Yuan = 50 Cent! In Deutschland haette man wohl ueber das 10fache bezahlt und eine Woche drauf warten muessen.

Wir liefen noch ettliche Kilometer bis wir endlich die richtige Post fanden. Hier konnte man auch internationale Fracht verschicken. Wahrscheinlich kam das wohl nicht so haeufig vor, denn es dauerte eine ganze Stunde bis alles fertig war.

Nun nahmen wir uns ein Taxi zur Hauptbank. Sie hatten zwar geoeffnet, doch Geld bekam man hier nur wochentags. Was fuer eine Logik! Die Angestellten schickten uns zu einer anderen Filiale. Und endlich hatten wir Glueck. Der Geldautomat akzeptierte auslaendische Kreditkarten.

Gegen 17.00 Uhr fuhren wir zurueck zum Bahnhof, um unsere bestellten Zugtickets fuer heute Abend abzuholen. Der Nachtzug nach Linfen fuhr um 21.20 Uhr. Es war noch etwas Zeit. Nicole wollte nochmal zurueck zum Schuster, um ihre Schuhe auch flicken zu lassen. Es war zwar schon dunkel, aber vielleicht hatte sie ja Glueck. Ich wartete solange im Internet Cafe auf die beiden. Es dauerte nicht lange und die zwei waren zurueck. Der Schuhmann war leider schon weg.

Der Zug fuhr wie immer puenktlich ab. Wir hatten harte Schlafpritschen (es gab noch weiche fuer 1. Klasse Reisende) gebucht. Hier waren die Betten auf 3 Etagen. Wir hatten uns 2 Flaeschchen Wein mitgebracht und die koepften wir nun beim Karten spielen. Wie in den guten alten Tagen. Um 22.30 Uhr ging ploetzlich das Licht aus. Nachtruhe. Man hoerte kaum einen Mucks mehr. Das hielt uns natuerlich lange nicht vom weiterspielen ab. Wir hatten ja unsere Taschenlampen. Um 0.30 Uhr schlupften wir dann auch auf unsere Pritschen.

Freitag, November 14, 2003

Peking - Datong

Um 15.13 Uhr fuhr unser Zug nach Datong. Wir hatten erst 11.00 Uhr und somit noch etwas Zeit. Wir wollten wieder ein Paeckchen nach Hause schicken und ein paar Postkarten schreiben. Der Hostelleiter sagte uns, am Bahnhof sei auch eine Post, da koennten wir alles abschicken. Perfekt. Wir machten alles fertig und nahmen dann um 13.30 Uhr ein Taxi zum Bahnhof.

Das Gebaeude war riesen gross. Fast wie ein Flughafen. Wir mussten sogar durch eine Gepaeckkontrolle. Wir machten uns direkt auf die Suche nach der Post. Fanden sie auch gleich, nur leider sagte man uns hier: keine internationalen Pakete. Sowas Dummes!

Der Zug war aehnlich dem in Russland. An jedem Wagon stand eine Schaffnerin, die die Tickets einsammelte und die Platzkarten ausgab. Es gab 3er und 2er Sitze. Alles war total eng. Wir hatten Muehe, unsere riesen Rucksaecke unterzubringen und waren wieder mal das Highlight. Alle gafften uns an. Die Sitze waren viel zu eng fuer uns. Waren eben nur fuer kleine Asiaten gemacht. Die Fahrt nach Datong dauerte 5.15 Stunden. Wir hatten uns mittlerweile an das Ruelpsen, Spucken und den Rauchgestank gewoehnt.

Vorm Bahnhof wurden wir von vielen Einheimischen begruesst, die Unterkuenfte anboten. Nicole wollte eine Frau nach dem Preis fragen und ploetzlich war sie verschwunden. Al sprach mit einem Taxifahrer, der uns zu einem Hotel bringen sollte. Also ging ich lieber schnell Nicole suchen. Sie weiss doch, dass sie nicht mit Fremden mitgehen soll! Wo steckt sie nur? Sie stand in einer Hintergasse und sollte sich ein Zimmer ansehen. Zum Glueck.

Das Zimmer sah ganz ok aus. Al kam nun auch mit dem Taxifahrer. Wir entschieden uns hier zu bleiben. 30Yuan pro Person. Das ging ja noch.

Der Taximann bot uns fuer morgen eine Sightseeing Tour, zum Hanging Temple und den Cloud Ridge Caves, zur 9 Dragon Wall und dem Bell Tower an. Alles fuer nur 260Yuan. Das hoerte sich gut an. Wir verabredeten uns fuer 8.30 Uhr morgen frueh.

Zum Abschluss des Tages machten wir mal einen kleinen Spaziergang. Die Stadt sah viel aermer aus als Peking. Alles war grauer und kaputter. Die Strassen waren noch voller Eis, es war hier um einiges kaelter.

Donnerstag, November 13, 2003

Peking

Ramona und ich wollten heute zu den Ming Tombs, den Graebern von 13 der 16 Kaiser aus der Ming Dynastie. Drei dieser Graeber sind fuer die Oeffentlichkeit zugaenglich. Aber fuer uns noch interessanter war die Strasse mit den verschiedenen lebensgrossen Tieren aus Stein.

Die Tour war eine Tagestour und wir mussten zur Bushaltestelle fuer Langstrecken. Dort wurden wir gleich von schreienden Menschen angefallen, die uns Tickets fuer Bus Nr. 1 verkaufen wollten. Wir wollten aber nicht in Bus Nr. 1, wir wollten zu den Ming Tombs. Nun, was soll ich sagen? Ich glaube, wir haben da jetzt eine Kaffeefahrt auf Chinesisch erlebt. Fuer ca. 15 Euro, die Chinesen zahlten nur 12. Angekuendigt als Tour zur Chinesischen Mauer nach Badaling und zu den Ming Tombs, sahen wir noch viele andere Dinge - oder soll ich sagen Shops? -, die wir nicht haetten sehen muessen und gar nicht sehen wollten! In einem Minibus voller Chinesen, mit einem chinesischen Tourguide. Der plapperte unentwegt. Natuerlich auf Chinesisch! Aber der Reihe nach:

1. Mauer in Badaling - alles tourimaessig; gut, dass wir in Simatai waren
2. Museum mit Jadesteinen - wir brauchen keinen Schmuck
3. Mittagessen am Tisch mit 8 schmatzenden und ruelpsenden Chinesen muss man nicht haben; das Essen war aber total lecker
4. Suessigkeitenladen - am Probiertisch probierten wir alles, kauften aber natuerlich nichts
5. Ming Tombs - oeffentliche Graeber, wo sind sie? Wir sahen nur einen Grabhuegel, ueber den wir auch gelaufen sind.
6. Strasse mit Steintieren - ist nicht geoeffnet, da koennen wir gar nicht hin. Na toll! :(
7. Chinesische Medizin - warum das? Wir sind gesund! Dachten wir. Der Arzt, der unseren Puls fuehlte und unsere Zunge sah, bescheinigte Ramona zu niedrigen Blutdruck (daher auch stets die kalten Haende und Fuesse) und mir innere Hitze. Natuerlich wollten sie auch, dass wir Medizin kaufen. Aber nicht mit uns.

Obwohl wir letztendlich nicht das gesehen haben, was wir sehen wollten, war es ein sehr interessanter und teilweise auch lustiger Tag mit den Chinesen gewesen.

Mittwoch, November 12, 2003

Peking

Heute gab es Fruehstueck in der Hostelkueche. Brot, Kaese, Tomaten und Ei. Das fand der Besitzer wohl sehr faszinierend, denn er wollte unbedingt Fotos von uns machen. Witzig. Wir hatten heute nicht wirklich was vor. Nicole und ich gingen die Liste der Orte durch, die wir nach Peking sehen wollten und stellten einen Plan auf. So konnte Al dann entscheiden, wie weit er noch mit uns reisen wird. Er faengt ja am 20.11. in Yantai an, Englisch zu lehren.

Am spaeten Nachmittag fuhren wir in die Einkaufsmeile und holten meine Kamera ab. Sie hatten es tatsaechlich geschafft. Sie war repariert. Ich konnte es gar nicht glauben. Wir bummelten noch etwas rum und um 18.00 Uhr brachte Al uns zum Theater. Nicole und ich wollten uns die Akrobatikshow ansehen. Al kannte sie schon. Die Show war atemberaubend! Menschenpyramiden, eine kleine Frau trug 5,6,7 andere auf ihren Schultern und Kopf. Das gleiche nochmal auf einem Fahrrad. Sie konnten sich biegen wie Gummi in allen Lagen. Leider war alles viel zu schnell vorbei.

Dienstag, November 11, 2003

Peking

Um 7 Uhr ging's los. Wir hatten eine Tour nach Simatai zur Chinesischen Mauer gebucht. Dort hatten wir fuenf Stunden Zeit, die Mauer zu ersteigen und zu bewundern. Zuerst mussten wir ein Stueck mit der Seilbahn fahren. Bis zur Mauer waren es dann noch ein paar Meter. Obwohl dieser Mauerabschnitt ueberhaupt nicht touristisch ist, gibt es doch einige Bauern, die dir nachlaufen und gar mit dir klettern, damit du auch bloss etwas von ihrem Kram kaufst. Einfach ignorieren. Oder schneller klettern. :)

Wir mussten teilweise wieder kniehohe Stufen laufen, manchmal ging es aber auch einfach nur steil hinauf. Alle 180 m gibt es einen Wachturm. Die Mauer sollte urspruenglich als Verteidigungslinie dienen, aber sie erfuellte nie wirklich einen Zweck. Und mal ehrlich: Wer ueberhaupt ueber die vielen Berge bis zur Mauer gekommen ist, der kommt auch noch ueber die Mauer! Der Bau der Mauer verlief in zwei Phasen; erst im zweiten Bauabschnitt wurden die Steine hinzugefuegt. Das dauerte ueber 100 Jahre.

Die Landschaft in Simatai ist grossartig, die Mauer umgeben von Bergen. Und da mal wieder die Sonne schien, war sowieso noch alles viel viel schoener.

Beim Abstieg machten wir es uns ganz einfach. Wir wollten nicht mehr alles zurueck laufen und nutzten einfach die Deathslide. Angekettet an einem Klettergurt rutschten wir an einem dicken Seil ueber einen grossen See hinunter. Das war 'ne Gaudi! Man konnte die Aussicht wunderbar geniessen. Nach dem doch eher modernen Fortbewegungsmittel stiegen wir auf ein aelteres um und liessen uns mit einem Boot zum anderen Ufer paddeln. Von hier waren es dann auch nur noch ein paar Meter zum Bus.

Zurueck im Hostel erhielt ich dann auch endlich das Paket von DHL. Konnte es kaum glauben. Fuenf Tage nach dem versprochenen Liefertermin. Wofuer zahlt man eigentlich soviel Geld fuer eine Expresslieferung?

Dann mussten wir Ramonas Kamera wegbringen, die aus irgendeinem Grund Mucken machte. Ramona wagte es, ihre Kamera in einem Laden zu lassen. Sie unterschrieb einen Wisch und das war's. Nun, wer weiss, was sie da unterschrieben hat? Wir koennen doch kein Chinesisch lesen! Hoffentlich bekommt sie die Kamera morgen auch wieder!

Bevor es zur Peking-Ente ging, liefen wir noch ueber einen Essensmarkt. Wieder eine Bude neben der anderen. Hier werden teilweise Sachen verkauft, da moechte man lieber gar nicht wissen, was es ist. Die Ente dagegen war total lecker. Auch wenn Al sagte, dass seine viel besser schmecken wuerde. Die Einladung haben wir gerne angenommen.

Normalerweise waere ich heute zum Karnevalsanfang in Koeln gewesen. Vermisst habe ich es nicht wirklich, aber dennoch habe ich mich ueber die Helau und Noun da je-Sprueche per eMail und SMS sehr gefreut!

Montag, November 10, 2003

Peking

Wieder ein Tag mit vollem Programm. Zuerst gingen wir, heute mal zu dritt, zum Seidenmarkt. Hier steht eine Klamottenbude neben der anderen. Alles kleine Bretterschuppen. Sobald man mal stehen bleibt, um sich etwas anzusehen, wird man sofort von den Verkaeuferinnen attackiert. Anfangs schmeissen sie mit horrenden Preisen um sich. Wenn man etwas handelt, gehen sie aber schnell runter mit dem Preis. Und wenn man sich dann doch gegen den Kauf entscheidet, flehen und betteln sie teilweise, man solle doch kaufen und sie gehen noch weiter runter mit dem Preis. Es war ganz schoen heftig. Machte oft aber auch viel Spass, wenn die Maedels gut Englisch konnten und mit uns rumbloedelten.

In der Mitte des Marktes stand eine Frau mit ihrem Fahrrad und Anhaenger und verkaufte Essen. Reis, Nudeln, Gemuese, Fleisch, ... Hier assen wir zu Mittag. Man bekam ein Schaelchen mit Reis und dann konnten wir uns auffuellen soviel wir wollten. Sogar nachnehmen so oft wir wollten. Erst wenn man satt ist, wird bezahlt. Und das nur 7 Yuan, was knapp ein Euro ist. War super lecker!

Nun wollten wir zum Mausoleum auf dem Tian'anmen-Platz und Praesident Mao besuchen. Hatten sogar unsere Paesse dabei, die man hier vorzeigen muss. Doch was stand da auf dem Schild? Geoeffnet DI bis SA. Stand im Lonely Planet nicht was von MO?

Nicole und ich wollten nun zum Temple of Heaven's Park (Himmelstempel). Das hatte Al schon gesehen, also trennten wir uns hier. Wir nahmen die Rikscha zum Tempel. Den Preis hatten wir natuerlich vorher festgelegt. 20. Doch als wir ankamen, trauten wir unseren Ohren nicht. 20, sagte der Fahrer. 20 Dollar. Bitte? Das soll ja wohl ein Scherz sein. Wir sind hier in China und hier rechnet man schliesslich Yuan. Wir gaben ihm 50 Yuan und verabschiedeten uns. Das hat ihm gar nicht gepasst, er liess uns aber gehen.

Der Temple of Heaven lag in einer riesigen Parkanlage. Wenn man durch den Haupteingang kommt und den langen Weg zum Tempel leicht bergauf laeuft, sieht es tatsaechlich so aus, als wuerde man in den Himmel gehen.

Im Hostel trafen wir uns mit Al wieder. Fuer 18.30 Uhr hatten wir den Bus zur Peking Oper gebucht. Die Show war genial! Die Peking Oper wir nur von Maennern gespielt. Geschminkt und im Kleid sah man kaum einen Unterschied. Nicht mal in den Bewegungen. Sie sangen in einer ganz hohen Stimme. Beeindruckend. Es wurden zwei Geschichten gespielt. Natuerlich geht es immer um Liebe und gebrochene Herzen.

Sonntag, November 09, 2003

Peking

Al und ich waren heute schon frueh auf. Wir wollten Ramona mit einem leckeren Fruehstueck ueberraschen und gingen einkaufen. Gut, dass hier die Geschaefte auch am Sonntag geoeffnet haben. Es gibt hier verschiedene Arten von Supermaerkten: einmal so wie bei uns mit nur einer Kasse, an der man alles bezahlt und andere aehnlich wie in Russland, viele Shops in einem Shop. Wir kauften Brot, Kaese, Tomaten, Marmelade, Milch, ... alles, was das Herz begehrt.

Erneut fiel mir auf, wie sportlich die Chinesen doch sind. Tai Chi, Paartanz, joggen, Rad fahren, ... ueberall sieht man sie, egal welchen Alters. Auch das Drachen steigen lassen ist hier total beliebt.

Ramona und ich sahen uns heute den Drum & Bell Tower an. Beide liegen nebeneinander in einer Gegend, in der man Sehenswuerdigkeiten nicht unbedingt vermuten wuerde. Vom Bell Tower hat man einen schoenen Blick auf die Stadt. Im Drum Tower werden alle halbe Stunde die Trommeln geschlagen. Das durften wir uns natuerlich nicht entgehen lassen. Sechs Moenche schlugen mit zwei Stoecken auf riesige, liegende Trommeln ein. Der Rhythmus war genial, es hoerte sich einfach nur klasse an. Wir konnten es auch nicht lassen. Nach der Vorstellung, nahmen wir die Stoecke selbst in die Hand. Aber irgendwie klang das alles ganz anders.

Am Abend war Kino angesagt. Hier kann man es sich auf Sofas und Sesseln bequem machen. Naja, bequem ist gut. Zu wenig Platz fuer die Beine und die Rueckenlehnen sind auch nicht hoch genug. Ueber Matrix 3 will ich lieber kein Wort verlieren.

Samstag, November 08, 2003

Peking

Um 9.30 Uhr gab es Fruehstueck. Viel zu frueh, es drehte sich noch alles von gestern. Fuer Nicole und mich stand heute der Sommer Palast auf dem Programm. Der liegt ein ganzes Stueck auswaerts. Wir fuhren mit der U-Bahn und wollten dann, laut Reisefuehrer, weiter mit Bus Nr. 375. Die Haltestelle hatten wir auch auf Anhieb gefunden, nur wollte uns keiner von den 375er Bussen mitnehmen. Immer wenn wir fragten, winkten sie ab. Was soll denn das? Es steht doch so im Buch! Und auf dem Stadtplan! Der dritte. Bus liess uns dann endlich einsteigen. Es war noch ewig weit bis zum Palast.

Der Sommer Palast umfasst 290ha von denen 220ha ein See ist. Rundherum war die Stadt des Palastes gebaut. Es gab 3 kleine Berge. Auf dem Hauptberg stand der Palast mit den ganzen Tempeln. Insgesamt gab es ueber 3.000 Gebaeude. Rund 15 Jahre hat es gedauert dieses Wunderwerk zu errichten. Der See wurde durch einen Damm geteilt, auf dem man lang laufen konnte, was wir auch getan haben. Eine Insel gab es auch, sie war mit einer 150m langen Bruecke mit dem Festland verbunden. Die 17 Bogen Bruecke. Auf beiden Seiten der Reling standen 544 Steinloewen, jeder in einer anderen Position. Alles zusammen war wirklich ein super Kunstwerk. Hier laesst es sich leben.

Wir sahen uns noch den Sonnenuntergang am See an. Dann wollten wir zurueck zum Hostel. Doch wo war der Ausgang? Er muss doch hier sein! Wir sind doch auch von hier gekommen. Aber nichts. Alles abgesperrt. Wir mussten wieder ewig weit zureuck laufen und kamen dann auf der anderen Seite des Parks raus. Ganz schoen gemein.

Freitag, November 07, 2003

Peking

Um 9.30 Uhr gab es Fruehstueck. Viel zu frueh, es drehte sich noch alles von gestern. Fuer Nicole und mich stand heute der Sommer Palast auf dem Programm. Der liegt ein ganzes Stueck auswaerts. Wir fuhren mit der U-Bahn und wollten dann, laut Reisefuehrer, weiter mit Bus Nr. 375. Die Haltestelle hatten wir auch auf Anhieb gefunden, nur wollte uns keiner von den 375er Bussen mitnehmen. Immer wenn wir fragten, winkten sie ab. Was soll denn das? Es steht doch so im Buch! Und auf dem Stadtplan! Der dritte. Bus liess uns dann endlich einsteigen. Es war noch ewig weit bis zum Palast.

Der Sommer Palast umfasst 290ha von denen 220ha ein See ist. Rundherum war die Stadt des Palastes gebaut. Es gab 3 kleine Berge. Auf dem Hauptberg stand der Palast mit den ganzen Tempeln. Insgesamt gab es ueber 3.000 Gebaeude. Rund 15 Jahre hat es gedauert dieses Wunderwerk zu errichten. Der See wurde durch einen Damm geteilt, auf dem man lang laufen konnte, was wir auch getan haben. Eine Insel gab es auch, sie war mit einer 150m langen Bruecke mit dem Festland verbunden. Die 17 Bogen Bruecke. Auf beiden Seiten der Reling standen 544 Steinloewen, jeder in einer anderen Position. Alles zusammen war wirklich ein super Kunstwerk. Hier laesst es sich leben.

Wir sahen uns noch den Sonnenuntergang am See an. Dann wollten wir zurueck zum Hostel. Doch wo war der Ausgang? Er muss doch hier sein! Wir sind doch auch von hier gekommen. Aber nichts. Alles abgesperrt. Wir mussten wieder ewig weit zureuck laufen und kamen dann auf der anderen Seite des Parks raus. Ganz schoen gemein.

Donnerstag, November 06, 2003

Peking

Um 8.30 Uhr klingelte unser Wecker. Wir nahmen uns ein Taxi und fuhren ins richtige International Youth Hostel. Es liegt am Workers Stadium, wie wir gestern Abend noch rausfanden. Wir bekamen ein Doppelzimmer, da die Dorms angeblich noch alle voll waren. Hoffentlich ist heute Abend dann wieder ein Bett frei. Al wollte doch auch hier uebernachten und er kommt doch heute aus Amerika wieder. Nicole wollte ihn ueberraschen und ihn heute abend vom Flughafen abholen.

Nun aber schnell los zur Verbotenen Stadt. Wir nahmen den Bus, hier kostet das Ticket nur 1 Yuan = 12 Cent! Unfassbar! Es war schon 11.00 Uhr als wir ankamen. Der Verkehr ist wirklich grausam hier. Am Eingang zur Verbotenen Stadt gab es eine Audiotour, die wir uns ausliehen. Es regnete wieder und es war schweinekalt. Aber das macht uns ja nichts! Es gab zahllose Gebaeude und Tempel in der Stadt. Kaum zu glauben, dass alles in nur 14 Jahren erbaut wurde. Die Stadt ist von einer hohen roten Mauer umgeben. Niemand, der ausserhalb der Mauer lebte durfte rein, und andersrum. Nur der Koenig durfte raus. Ca. 6000 Menschen lebten in der Verbotenen Stadt. Wir brauchten gute 2 Std. fuer die Tour. Es war sehr interessant.

Kurz vorm Ende wurden wir von einem Chinesen abgefangen. Wir sollten seine Bildergalerie ansehen. Aber wir... also gut. Ansehen kostet ja nichts. Von wegen! Am Ende gingen wir jeder mit einem Bild von 10 Euro raus. Dabei sind wir noch vor den Kuenstlern gewarnt worden.

Wir kamen aus dem Nordtor, als wir die Stadt verliessen. Und schon bot uns der Anblick neuer Tempel auf einem Huegel. Da wir schon mal hier sind, sahen wir es uns an. Man hatte einen super Blick ueber die Verbotene Stadt. Man, war das ein riesen Komplex.

Nun fuhren wir zurueck zum Hostel. Assen noch etwas im Restaurant nebenan, bevor Nicole sich dann auf den Weg zum Flughafen machte, um Al abzuholen. Ich genehmigte mir derweilen eine schoene heisse Dusche. Meine Sachen hatte ich in eines der 4 Schliessfaecher gesperrt. Als meine Haut so langsam aufweichte und schrumpelig wurde, wollte ich meine Sachen aus dem Schliessfach holen. Und was geschah nun?! Das Schloss ging nicht auf. Egal was ich versuchte, es liess sich nicht mehr drehen. Ich versuchte es ganz sanft mit Gefuehl, mit Gewalt, nichts. Es war schweinekalt. Was soll ich nur machen? Splitternackt auf den Gang laufen und um Hilfe schreien? Es verstand mich hier ja doch keiner. Irgendwann wird schon jemand kommen. Und tatsaechlich. Ich bat das Maedel um Hilfe und sie holte eine Angestellte. Aber auch die hatte kein Glueck mit dem Schloss. Dann gingen alle wieder und liessen mich alleine. Und jetzt? Soll ich hier etwa stehen bleiben bis ich erfrohren bin? Ich wartete, eine Ewigkeit wie mir schien. Nichts geschah. Nicole und Al muessten bald zurueck sein. Die werden mich sicher finden. Und dann endlich, die Angestellte kam mit einem Handwerker zurueck. Zange her und ruck zuck war das Schliessfach auf. Gott sei Dank!

Nicht lang nach meinem kleinen Abenteuer kamen Nicole und Al zurueck. Es hatte also alles geklappt. Al war ziemlich muede und legte sich etwas schlafen. Nicole und ich wollten zur Akrobatik Show in einem Theater nicht weit vom Hostel. Doch als wir raus kamen, schneite es ploetzlich. Oh, wie schoen. Leider bedeutete das auch, dass ein riesen Chaos auf den Strassen herschte. Alle Taxen waren besetzt und als wir endlich eins hatten, standen wir im Stau. Die Show fing ohne uns an. Wir waren noch keine 200m weit gekommen. Wir stiegen wieder aus und gingen zurueck zum Hostel. Versuchen wir es eben morgen nochmal. Anstelle gingen wir nun zu dritt essen.

Mittwoch, November 05, 2003

Inchon - Peking

Man, hatten wir auf den Pritschen gut geschlafen. Und lange! Erst nach 10.30 Uhr wachten wir auf. Wir entschieden uns, am Nachmittag in Peking den Lama Tempel anzuschauen und am abend in die Akrobatik-Show zu gehen. Aber es kam alles ganz anders. Um 15.30 Uhr waren wir immer noch auf der Faehre. Was ist mit unseren Nachbarn? Wie sehen die denn aus? Und warum wird hier geputzt? Haben wir etwa das Aussteigen verpasst? Schnell die Sachen zusammengepackt und an die Rezeption gerannt. Uff, hier standen ja alle noch. Glueck gehabt.

Den Einreisestempel erhielten wir ruckzuck, weiter zum Gesundheitscheck. Zum was? Gesundheitscheck? Was ist das denn? Was haben sie denn hier jetzt mit uns vor? Nichts Boeses, man muss seine Hand drei Sekunden vor eine Kamera halten. Und daran will der Fritze hinter der Theke erkennen, ob man gesund ist? Wir scheinen es zu sein, denn wir durften weiter gehen.

Zuerst muessen wir jetzt mal chinesische Yuan besorgen. Das hatten wir in Korea ja versaeumt. Wundert ihr euch? Draussen standen mindestens zehn Maenner, die uns mit dem Taxi irgendwohin fahren wollten. Wir entschieden uns fuer einen englisch sprechenden und hatten Glueck. Er akzeptierte nicht nur unsere koreanischen Won sondern half uns spaeter sogar beim Kaufen der Bustickets nach Peking. Die Fahrt - ob mit Taxi oder Bus - ist ein reines Abenteuer, ein Erlebnis fuer sich. Will man ueberholen, hupt man einfach. Der andere macht dann schon Platz. Egal, ob auf der rechten oder linken Seite. Das interessiert hier niemanden. Ausserdem unzaehlige Radfahrer, Rikschafahrer und Fussgaenger auf den Strassen. Keiner scheint sich an irgendwelche Regeln zu halten. Reinstes Chaos. Dagegen ist Paris ein Paradies fuer Autofahrer.

In Peking angekommen wurden wir erneut gleich von mehreren Taxifahrern belagert. Wir entschieden uns fuer einen, doch ein anderer mischte sich ein. Die beiden stritten lauthals und am Ende mussten wir mit dem anderen fahren. Was da los war zwischen den beiden haben wir natuerlich nicht verstanden.

Gluecklicherweise stehen im Lonely Planet die Namen der Plaetze und Unterkuenfte auch auf chinesisch. So ist es ziemlich einfach, dem Fahrer zu zeigen, wo man hin moechte. Man setzte uns vor dem International Hotel ab. Hier gleich um die Ecke muss auch das Hostel sein. Wir drehten uns um, da wedelte auch schon ein Herr mit einem Flyer vor unserer Nase herum. Wir sahen das Youth Hostel-Zeichen und folgten ihm - auf die Rikscha. Der arme Kerl musste ganz schoen kraeftig strampeln; wir beide und unseren schweren Rucksaecke! Er brachte uns nicht zu dem Hostel, in das wir wollten. Egal, es war schon spaet. War klar, dass unser Geld mal wieder nicht reichte, um die Uebernachtung zu zahlen. Also musste der Rikschafahrer nochmal los, um mich zu einer Bank zu fahren, die meine Visakarte auch akzeptiert.

Auf dem Weg zur Bank versuchten wir, das andere Youth Hostel zu finden. Das Zeichen auf dem Gebaeude sahen wir schon von weitem. Dennoch liefen wir zwei Mal um den Block und hatten dann den Eingang immer noch nicht gefunden. Wir gaben auf und erkundigten uns in einem Hotel. Da wurde alles klar - das Youth Hostel existiert gar nicht mehr. Na immerhin hatten wir jetzt einen schoenen Abendspaziergang hinter uns.

Dienstag, November 04, 2003

Inchon - Tianjin / China

Nicole lief noch schnell zur Post eh wir zum Faehrterminal gingen. Mussten doch wieder ein paar Broschueren und Buecher heim schicken. Wehe es gibt heute wieder keine Faehre! Wir wollen doch endlich nach China!

Es sah alles ganz gut aus. Eine Menge Leute waren schon am boarden. Sogar der Schalter war mit einem Haeschen besetzt. 2 Tickets nach Tianjin bitte. Ok. Nicht zu fassen, es fuhr tatsaechlich eine Faehre. Wir gaben ihr unsere Paesse und sie stellte unsere Tickets aus. Aber was stand denn da auf meinem Ticket?! Ramona Deutsch?! Was soll das denn? Bei Nicole hatte sie doch auch den richtigen Namen gefunden. So geht das aber nicht. Nochmal neu bitte. Und was hatte sie nun geschrieben?! Ramona Dab! Was fuer ein Haeschen! Aber egal, mit Dab konnte ich leben. War ja nicht das erste Mal.

Wir wurden direkt zum Boarden geschickt. Durch die Gepaeckkontrolle und dann zur Passkontrolle. I study English, wurde ich begruesst. Na, das war ja mal witzig. Er legte sein Lehrbuch zur Seite und stellte mir dann Fragen uebers Wetter und so. Nicole war schon lange fertig und machte sich schon Sorgen, dass ich Probleme mit der Ausreise haette. Und bevor ich endlich meinen Stempel bekam, musste ich Nicole noch ranwinken, damit er auch mit ihr Englisch reden konnte. Sowas, und das an der Passkontrolle. Meine Unterlagen hatte er sich kaum angeseheen.

Auf der Faehre wurden wir zu unserem Zimmer gewiesen. Was war das denn hier?! Genial. Ein grosser Raum mit Schlafpritschen, wie im U-Boot, uebereinander, mit einem Vorhang zum Zuziehen und eigener Leselampe.

Wir setzten uns ins Restaurant und waelzten unsere China-Reisefuehrer. Oh je, es gibt da so viel zu sehen, dass wir wohl Jahre dafuer braeuchten. Leider gab es diesmal nicht viel auf dem Boot zu machen. Das Kino war zu, aus welchem Grund auch immer. Karaoke auf koreanisch... und fuer die Spielhoelle war uns das Kleingeld zu schade. Somit konnten wir viel lesen.

Montag, November 03, 2003

Inchon

9.15 Uhr am Faehrterminal. Warum ist denn hier noch alles geschlossen? Die Faehre soll doch schon um 11 Uhr ablegen? Immerhin waren wir nicht alleine, es faehrt heute also bestimmt eine Faehre. Um 10 Uhr oeffnete dann der Ticketschalter. Wir wurden aber auf die 2. Etage geschickt. Ach, es gibt eine 2. Etage? Na hoffentlich sind wir jetzt nicht zu spaet. Ich wartete beim Gepaeck waehrend Ramona ein Stockwerk hoeher ging. Und als haetten wir es geahnt, die Faehre nach Tianjin faehrt erst morgen. Heute koennen wir nach Weihai fahren. Nee, das wuerde bedeuten 16 Stunden im Zug bis nach Peking. Dann lieber doch noch einen Tag in Inchon.

Wir schauten uns das Einkaufsviertel Sinpodong an. Eine sogenannte Fashion Street, ein Shop neben dem anderen. Wir machten etwas Window Shopping; sind wir aber doch mal in einen Laden, stand auch schon gleich ein Haeschen neben uns und verfolgte uns auf Schritt und Tritt. Das Stadtviertel war schnell durchquert. Jetzt noch in die Untergrund-Einkaufswelt. Aber was ist denn hier los? Hier ist ja alles zu! Dabei ist doch heute Montag! :(

Gerne haetten wir uns irgendwo in die Sonne gesetzt und etwas getrunken. Aber das scheint in dieser lauten und dreckigen Stadt nicht moeglich. Oder vielleicht doch? Da gibt's diesen Wolmidopark gleich am Meer. Wir liefen auch dort noch hin, aber schoen ist etwas anderes. Inzwischen kommen Touristen sehr gerne hierhin, heisst es. Aber warum? Ein paar Restaurants, hin und wieder ein Geschaeft und ein paar Attraktionen wie auf der Kirmes. Also nee, hier muessen wir auch nicht bleiben. Gott sei Dank koennen wir morgen hier weg.

Sonntag, November 02, 2003

Inchon

Die Nacht im Internet-Cafe ging wirklich verdammt schnell rum. Eigentlich viel zu schnell. Wir waren doch noch gar nicht fertig. Da muessen wir wohl in China nochmal ran! Mist, wo es doch hier so guenstig ist!

Es war bereits 8 Uhr und wir mussten uns langsam - oder besser schnell - darum kuemmern, zum Faehrhafen zu kommen. Dabei wussten wir noch gar nicht, wo der ist. Um 11 Uhr geht die Faehre nach China und Tickets hatten wir auch noch keine. In der U-Bahn konnte man uns zumindest sagen, wohin wir mit dem Zug fahren sollten. Nach Inchon. Hmm, wir dachten, wir seien schon die ganze Nacht in Inchon gewesen. Egal, ab in den Zug. Ca. 30 Minuten spaeter dann erreichten wir Inchon. Sonntag - da ist die Touri-Info geschlossen. Also einfach in ein Taxi und weiter zum Hafen. Aber der Fahrer wollte uns wohl nicht verstehen. Eine Frau kam zur Hilfe - es gibt zwei Terminals. Zu welchem wollt ihr denn? Na, das wissen wir doch nicht. Wir wollen nach China! Wir haben doch keine Zeit! Jetzt mach schon. Aber der Fahrer hatte die Ruhe weg, schien aber dennoch mega nervoes, denn er knatschte total laut auf seinem Kaugummi rum. Drueck auf die Tube, es ist bereits 9.20 Uhr. Ups, was war das? Da stand doch ganz gross angeschrieben "International Ferry Terminal", aber das schien den Fahrer nicht zu interessieren. Beim naechsten Schild wiesen wir ihn darauf hin, aber er winkte ab, er weiss schon. Na dann... Am Terminal 1 angekommen, erfuhren wir gleich, dass es heute am Sonntag keine Faehre gibt. Nach China? Ach so, dann muesst ihr zum Terminal 2. Und das war der, an dem wir eben noch vorbei gebraust sind. Immerhin war der Taxifahrer jetzt so freundlich und berechnete uns die Fahrt nicht mehr. Am Terminal 2 das gleiche Spiel. Wir sind erst gar nicht ausgestiegen. Heute keine Faehre nach China. Morgen erst wieder. Das gibt's doch alles nicht. Im Lonely Planet, selbst im Internet ... was soll's ... muessen wir eben noch eine Nacht hier bleiben. Der Taxifahrer fuhr uns gar noch zu einem Motel - super nah an Terminal 2 gelegen -, ohne uns etwas dafuer zu berechnen. Wirklich nett. Wenn der uns gehoert haette, wie wir ueber ihn gewettert haben ...

Was tun mit dem angebrochenen Tag? Schlafen? Noe, dann koennen wir heute nacht nicht mehr schlafen. Also los, schauen wir uns mal an, was Inchon zu bieten hat. Weit sind wir nicht gekommen - wir verbrachten den halben Tag im Einkaufszentrum... und kauften uns 'ne Jeans und ein paar Schuhe! Mensch, nach 3,5 Monaten hatten wir wirklich mal Lust auf eine andere Hose. Und unsere Wanderschuhe sind ja auch schon ganz schoen mitgenommen!

Tja, den Rest des Tages verbrachten wir dann wieder im Internet-Cafe. Aber jetzt haben wir es endlich gepackt! Wir sind wieder aktuell ... war ein ganz schoen hartes Stueck Arbeit!

Samstag, November 01, 2003

Sokcho - Inchon

Es war bereits halb zwoelf als wir aufwachten. Hat das gut getan! Aber au, was ist denn das? Meine (Nicoles)Oberschenkel, meine Waden, ... au, alles tut weh... Bloss nicht bewegen. Mensch, der Ausflug gestern hatte es wohl wirklich in sich gehabt. Au... selbst in den Schultern hab ich Muskelkater. Das gibt's doch gar nicht. Na, nur gut, dass wir nicht viel fuer heute geplant hatten. Im Gegenteil, ausspannen in einer Hot Spring, das hoert sich doch gut an!

Wir goennten uns ein Taxi - haben da ja schliesslich gestern auch nicht gespart - und fuhren zum Spa. An der Kasse erhielten wir zwei kleine Handtuecher. OK, und wofuer sind die? Mal sehen, was die anderen so damit machen. Unsere Rucksaecke durften wir hinter der Kasse abstellen, Badeanzug und Badetuch sowie Duschzeug nahmen wir natuerlich mit! Badeanzug? Warum das eigentlich? Die sind da alle nackisch! Maenner und Frauen waren natuerlich getrennt voneinander. Oh, das ist aber ziemlich klein hier, nur ein Raum. Aha, wir dachten ja, wir wuerden in eine Art Erlebnisbad gehen, aber da hatten wir uns gruendlich geirrt. Eigentlich war es nur eine Waschanstalt. Die Frauen wuschen sich hier so gruendlich (mit dem kleinen Handtuch - aha!) und so oft als haetten sie schon seit Wochen nicht mehr gebadet. Gut, zu Hause gibt's ja keine anstaendigen Duschen oder Badewannen. Also gehen sie wohl alle samstags in ein Spa und waschen sich da. Fuer uns war das alles eher relaxing und wir sprangen munter zwischen den einzelnen Badewannen mit super heissem, warmen und eiskaltem Wasser hin und her. Man, tat das gut!

Am Abend fuhren wir dann mit dem Bus nach Inchon. Morgen wollen wir mit der Faehre nach China fahren. Um eine Uebernachtungsmoeglichkeit hatten wir uns dieses Mal nicht gekuemmert. Es gibt ja schliesslich hier an jeder Ecke ein Internet-Cafe. Eine gute Moeglichkeit, unsere Berichte fuer die Website abzutippen. Und guenstiger als jedes Hostel noch dazu.

Freitag, Oktober 31, 2003

Sokcho / Mt. Soraksan

Nicoles Handy Wecker klingelt. Oh nein, nicht jetzt schon! Sie machte ihn aus und ging ins Bad. Muss ich denn wirklich schon aufstehen? Warum war es denn noch so dunkel? Um 7 Uhr sollte es doch langsam hell werden. Das Handy klingelte noch einmal, aber Nicole kam schon zurueck und machte es aus. Warum hatte mein Wecker denn noch nicht geklingelt? Ich sah auf die Uhr. Es war erst 6.15 Uhr. Super, Nicole hatte vergessen, das Handy auf deutsche Winterzeit umzustellen. Und da wir 8 Std. Unterschied gerechnet hatten... Wie schoen, dann koennen wir ja noch liegen bleiben. Leider nicht fuer lang. Die eine Stunde ging viel zu schnell vorbei.

7.15 Uhr, nun half alles nichts. Wir mussten aufstehen, wenn wir heute noch auf den Mt. Soraksan wollen. Uns hatte es mal wieder gebissen. Den hoechsten Berg hatten wir uns ausgesucht. 1708m hoch und das von n.N. Da hatten wir uns wieder ganz schoen was vorgenommen. Noch schnell eine Scheibe Brot mit Nutella gegessen und auf gehts. Wir mussten auch gar nicht lange warten bis der Bus kam. Wir fuhren nach Biryonggyo. Dort war Endstation und der Anfang des Soraksan Nationalparks. Jetzt gings zu Fuss weiter.

Am Eingang steht ein riesen Buddha aus Stein. 14m hoch. Sah gigantisch aus. Wir kamen uns vor wie Zwerge. Es war 9 Uhr als wir den Aufstieg auf Mt. Soraksan begannen. 8 Stunden waren laut Prospekt dafuer vorgesehen und es sollten 11 km sein. Wir hatten uns fuer den Weg durch Cheonbuldong Valley entschieden. Der Aufstieg war einfach traumhaft. Das Soraksan Gebirge ist das dritt hoechste Gebirge Koreas.

Anfangs war der Weg noch ziemlich eben, an einem Fluss entlang. Aber bald ging es steil bergauf. Ich war mal wieder schnell aus der Puste, doch zum Glueck lange nicht so schlimm wie auf dem Fuji. Die 11 km waren in verschiedene Abschnitte geteilt mit den jeweiligen Strecken- und Zeitangaben. Wir waren jedesmal um 10 - 15 Min. schneller als vorgegeben. Super, wenn das so weitergeht, dann haben wir es ja bald geschafft.

Doch zu frueh hatten wir uns gefreut. Der Weg wurde immer steiler und bald taten unsere Oberschenkel und Waden weh. Kniehohe Stufen, das kannten wir doch irgendwoher. Gluecklicherweise war die Luft hier nicht so duenn. Sind ja nur 1708m. Nur ist gut. Wir mussten ganz schoen kaempfen. Und genau wie auf dem Fuji ging es mir anfangs wieder richtig schlecht. Schmerzen, keine Luft, Herzrasen. Und je hoeher wir kamen, desto besser ging es mir und die letzten hundert Meter haette ich wie ein junges Reh hinauf huepfen koennen. Nicole ging es die ersten Abschnitte gut, doch je hoeher wir kamen, desto schwerer wurden ihre Beine. Alle Kraft schien sie zu verlassen. Wir zwei, was tun wir uns nur immer an?

Man muss es nur einfach von dieser Seite sehen: strahlend blauer Himmel, gigantische Felsen ringsum, ein kleiner Fluss, der sich durch zahlreiche Wasserfaelle die Schlucht hinunterstuerzt. Ein staendiges Rascheln im Laub ringsherum, es waren kleine Streifenhoernchen, die sich Eicheln suchten und diese, ganz ohne Angst nur eine Armlaenge von uns, assen. Ein Specht der in den Baum haemmert, Vogelarten, die wir noch nie zuvor gesehen hatten. Ganz zu schweigen von den vielen leuchtenden Farben der Blaetter an den Baeumen.

Teilweise war der Weg kaum mehr zu erkennen, je hoeher wir kamen. Doch dann wiederum war er mit zahlreichen Bruecken und Treppen ausgestattet. 200 Stufen und mehr am Stueck waren keine Seltenheit. Leider haben wir sie nicht alle gezaehlt, aber es sind bestimmt ueber 1000 zusammen gekommen. Es gab auch einige Huetten, in denen man uebernachten konnte, falls man keine Kraft mehr hatte. Das kam fuer uns natuerlich nicht in Frage. Wir, die geborenen Bergsteiger.

Der letzte Abschnitt wurde nochmal richtig steil. Wind war aufgekommen, der uns nun eisig um die Nase wehte. Es waren zwar noch 10.7 Grad Celsius, aber auf der Nordseite der Felsen war der Boden leicht uebergefroren, mit einer weissen Eiskruste. Um 16.20 Uhr erreichten wir die Spitze des Mt. Soraksan. Wir hatten nur 7.20 Std. gebraucht. Die Tortour des Aufstiegs hatte sich wieder mal gelohnt. Die Aussicht von der Spitze war grandios. Wir werden doch noch zu Bergsteiger. Wenn es nur nicht immer so anstrengend waere.

Um 16.40 Uhr machten wir uns an den Abstieg die andere Seite des Berges runter. Es sollte laut Prospekt 3 Stunden dauern und es waren ca. 5 km. Doch mit der Kletterzeit hatten wir uns ein bisschen verkalkuliert. Es wurde ja schon immer so frueh dunkel. Sind wohl doch etwas zu spaet aus den Federn gekommen. Es war schon dunkel und wir waren noch lange nicht vom Berg runter. Die letzten 1.5 Stunden mussten wir im Schein unserer Taschenlampen klettern. Als ob wir es schon ahnten, hatten wir sie morgens eingesteckt.

Es war nun ganz schoen schwer, den Weg zu finden. Gott sei Dank hingen alle paar Meter Faehnchen in den Baeumen. Sonst waeren wir wahrscheinlich nie mehr da raus gekommen. Wir kamen nur noch kriechend vorwaerts und somit war es 20.15 Uhr als wir endlich unten waren und wieder ebenen Boden unter uns hatten. Doch was war das??? Ein Gitter? Und Zaun? Wie sollen wir denn jetzt hier rauskommen? Oh, da brennt noch Licht. Geklopft. Puh, Glueck gehabt. Wir wurden zwar etwas ausgeschimpft, weil wir so spaet kamen, aber man liess uns trotzdem raus.

Nun wollten wir nur noch liegen. Die Fuesse, Waden, Knie, Oberschenkel taten so weh. Ein Taxi musste her. Doch das war auch leichter gesagt als getan. Niemand wollte uns eines rufen. Erst beim 3. Restaurant bestellte man eins fuer uns. Und auf der Heimfahrt wurde uns auch klar warum. Wir waren ueber 33Km von Sokcho entfernt und der Preis fuers Taxi war enorm. Egal, Hauptsache nicht mehr laufen.

Donnerstag, Oktober 30, 2003

Seoul - Sokcho

Die Reise in den Osten Koreas stand heute an. Wir wollten uns das Seorak Gebirge ansehen. Die Bilder hatten uns einfach zu sehr fasziniert. Wir konnten nicht nach China, ohne es vorher gesehen zu haben. Wir nahmen den Bus um 13 Uhr von Seoul nach Sokcho, 18000 Won. Im Prospekt hatte es geheissen, die Fahrt wuerde 5 Stunden dauern. Doch um 16.20 Uhr waren wir bereits da. Auch nicht schlecht. So koennen wir uns die Stadt noch ansehen, wenn wir unsere Unterkunft klar gemacht hatten.

Wir waren gerade aus dem Bus raus, da wurde Nicole schon von einer Frau angefallen. Einen Augenblick spaeter kam sie auch zu mir. Auf koreanisch mit ein paar englischen Woertern fragte sie, ob wir einen Platz zum Schlafen suchten. Sie war ganz schoen aufdringlich. Nicole war voll angevervt. Aber verstaendlich, wenn staendig eine kleine Frau vorm Gesicht rumspringt. Da die Frau nur 20.000 Won fuer die Nacht haben wollte, dachte ich, wir sollten es uns mal ansehen. Nicole war zwar skeptisch, aber wir gingen mit. Die Frau fuehrte uns zu einem Haus nur 3 Minuten vom Busbahnhof entfernt. Es sah alles ganz ordentlich aus. Wir sagten zu. Doch dann schrieb die Frau nochmals den Preis auf. 25.000 Won. Wie bitte? Eben war es doch noch 20.000 Won! Das ist ja wohl der Hit. Ich riss ihr den Zettel und den Stift aus der Hand und strich die 25 durch und ersetzte sie mit 20. Zu unserem Erstaunen sagte die Frau gleich ok. Haette ich das geahnt, dann haette ich direkt 15.000 geschrieben.

Nun machten wir uns auf unseren Abendspaziergang durch Sokcho. Eine nette Stadt am Fusse des Seorak Gebirges, welches wir morgen erklimmen wollen.

Mittwoch, Oktober 29, 2003

Seoul

Was war denn heute mit uns los? Sind wir mit dem falschen Fuss aufgestanden? Schon frueh sassen wir am PC und informierten uns ueber Dinge, die hier in Seoul abgehen. Ja, wir waren richtig aktiv! Dennoch war es bereits wieder 11.30 Uhr ehe wir los sind. Erst zum Gyeongbokgung Palast. Wir hatten Glueck, gerade wurde eine einstuendige Fuehrung auf Englisch angeboten. Und das sogar kostenlos. Da konnten wir nicht anders. Wir mussten zusagen. Wir waren die einzigen, die das Angebot wahr nahmen. So hatten wir viel Spass mit der jungen Koreanerin, die einiges ueber den Palast und seine Geschichte zu erzaehlen wusste.

Dann ging's weiter zum Namsan Park. Hier waren wir wieder koerperlich gefordert. Ganze 878 Stufen (!) mussten wir nehmen, um zum Seoul Tower zu gelangen. Die Aussicht war gigantisch. Trotz strahlend blauem Himmel und Sonnenschein kann man die Auslaeufe der Stadt nicht mehr erkennen. Die Wolkenkratzer sehen aus wie Legosteine. Der Tower an sich liegt in einem kleinen Wald, dessen Baeume in einem schillernden rot, gelb und gruen leuchteten.

Vom Tower ging's mit der Kabinenbahn zurueck, gleich weiter auf den Namdaenum-Markt, ein ganzes Viertel mit Strassenstaenden, an denen man Klamotten, Schmuck, Schuhe, Essen, ... kaufen konnte. Leider war fuer uns ausser einem Paar koreanischer Staebchen nichts dabei.

Nach 1.5 Stunden in Koreas groesstem Buchladen und wieder um einige Buecher reicher - die 18kg scheinen uns doch irgendwie zu fehlen - gab's heute noch mal koreanisches Essen: Dak go gi ya che bok eum bap, gebratener Reis mit Gemuese. Wie immer sehr scharf, aber auch sehr lecker.

Dienstag, Oktober 28, 2003

Seoul

Heute wollten wir zum Seoul Tower, einen Palast besichtigen und abends das Musikal Nanta (aehnlich wie Stomp) sehen. Also fuhren wir erstmal zum Theater unsere Tickets sichern. Wir hatten die Adresse aus einem Prospekt. Doch als wir an besagter Stelle ankamen, gab es kein Theater. Das sei in Seodaemun, auf der anderen Seite der Stadt. Na Klasse! Voll die Verarschung! Als wir in Seodaemun am Theater ankamen, hatte das natuerlich noch geschlossen. Sie oeffneten um 14 Uhr. Das war nur knapp eine Stunde. Also erstmal was essen und dann nochmal hin. Leider war die Vorstellung um 20 Uhr schon ausgebucht. Um 16 Uhr waren noch Plaetze frei. Hm, bleibt uns wohl nichts anderes uebrig. Und was machen wir mit den restlichen 1,5 Stunden? Palast und Tower lohnen sich ja nicht mehr. Fuer den Markt war auch zu wenig Zeit. So gingen wir ein bisschen in dem Viertel spazieren.

Das Nanta Musikal war riesen Klasse! 3 Maenner und eine Frau machten Musik mit und auf saemtlichen Kuechengeraeten. Sie trommelten wilde Rhythmen mit Messern auf Holzbrettern. Fantastisch! Es war leider alles viel zu schnell vorbei.

Nach der Show war es schon wieder fast dunkel. Wir machten noch einen kleinen Geschaeftebummel und liefen dann zureuck zum Backpackers. Morgen muessen wir aber frueh aufstehen, denn alles was wir heute nicht geschafft hatten, muessen wir morgen nachholen.

Montag, Oktober 27, 2003

Daejeon - Seoul

Wir hatten unsere Wecker extra ausgestellt, weil wir ja erst nach 4 Uhr ins Bett sind und wir wollten ein bisschen ausschlafen. Hoffentlich muessen wir nicht nachzahlen, wenn wir die Check-out Zeit ueberschreiten. Ach was, wir zahlen einfach nichts. Schliesslich hatten sie uns nie gesagt, wann wir raus muessen und ausserdem koennen sie ja klopfen kommen, wenn sie das Zimmer brauchen.

Um 12 Uhr wurden wir so langsam wach. Wir wollten heute nach Seoul weiterfahren. Beim Packen zappten wir ein wenig durch die TV Programme. Nanu, die kennen wir doch!!! Es waren Semir und Tom von der Autobahnpolizei aus Koeln. Alarm fuer Cobra 11. Es gab in Suedkorea tatsaechlich eine deutsche TV-Serie. Witzig. Nun konnten wir natuerlich nicht so abrupt aufbrechen. Die Folge fing gerade erst an. Die muessen wir nun sehen.

Am Busbahnhof lief auch alles wunderbar. Vier Minuten nach Kauf des Tickets sassen wir schon im Bus nach Seoul. Die Fahrt dauerte knapp 2 Stunden. Von Alex aus dem Backpackers in Pusan hatten wir die Adresse vom Backpackers in Seoul. War auch ganz einfach zu finden. Leider war es nicht ganz so schoen wie das in Busan, aber Internet umsonst gab es hier auch.

Wir machten noch einen Spaziergang in der naeheren Umgebung. Viel mehr war mal wieder nicht drin, da es bereits wieder dunkel wurde.